Will Unterricht geben! Was ist zu beachten?


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Hallo an alle erstmal :)

Bin 18 Jahre alt. Ich spiele nun schon seit 1 Jahr Gitarre aber komme sehr gut voran, hab sowohl Akkorde und auch Noten gelernt und habs auch drauf, das soll jetzt kein Selbstlob sein, aber ich vergleiche mich da mit Freunden und merke dass ich es schon ganz OK kann.

Jetzt will ich mir etwas Geld dazuverdienen und da hab ich mir gedacht dass ich doch eigentlich Anfängerunterricht geben könnte!
Was ist da alles zu beachten? Ich hab mir gedacht, ich brauche:
- Ein Anfängerbuch (hab da an "Fridolin" gedacht, weil ich damit auch angefangen habe)
- Lieder mit Akkorden, die hab ich auch genügend von meinem Lehrer erhalten.

Wieviel kann ich denn da verlangen pro 45 min? Was ist denn der Standardunterrichtspreis? Ich dachte da an 10 euro, ich glaube dass das recht billig ist, da ich in der Zeitung nichts unter 20 euro pro h gefunden habe.

Naja dann beratet mich mal ;)
 
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talrasha":1c2s3fwv schrieb:
Hallo an alle erstmal :)

Bin 18 Jahre alt. Ich spiele nun schon seit 1 Jahr Gitarre aber komme sehr gut voran, hab sowohl Akkorde und auch Noten gelernt und habs auch drauf, das soll jetzt kein Selbstlob sein, aber ich vergleiche mich da mit Freunden und merke dass ich es schon ganz OK kann.

Jetzt will ich mir etwas Geld dazuverdienen und da hab ich mir gedacht dass ich doch eigentlich Anfängerunterricht geben könnte!
Was ist da alles zu beachten? Ich hab mir gedacht, ich brauche:
- Ein Anfängerbuch (hab da an "Fridolin" gedacht, weil ich damit auch angefangen habe)
- Lieder mit Akkorden, die hab ich auch genügend von meinem Lehrer erhalten.

Wieviel kann ich denn da verlangen pro 45 min? Was ist denn der Standardunterrichtspreis? Ich dachte da an 10 euro, ich glaube dass das recht billig ist, da ich in der Zeitung nichts unter 20 euro pro h gefunden habe.

Naja dann beratet mich mal ;)


Zu der Geldfrage:

"Ich zahle 15€ pro 1/2 Stunde, aber eigentlich macht er immer knapp ne Stunde"

mkg

karl
 
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Hi,


Preis hin oder her - ich würde keinen regulären Unterricht nehmen bei jemandem, der erst ein Jahr spielt, denn wenn ich dafür bezahle, möchte ich Qualität und Wissen - "ganz okay" wäre mir da nicht genug...

"Ganz okay" wäre für mich in Ordnung, wenn ich mir `nen Griff oder Schlagrhythmus o.ä. abgucken kann, aber keine Grundlage für Gitarrenunterricht. Es bedarf ganz sicher großes Wissen, um Unstimmigkeiten zu erkennen und im Anfang zu korrigieren und als einjähriger Erfahrener ist man doch selber noch im Lernprozess... Nix für ungut,



Ciao, Sheena
 
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Hi!

Ich muss Sheena da eindeutig zustimmen.
Schließlich will man doch selber immer einen möglichst qualifizierten Lehrer haben, der einem jegliche Fragen beantworten kann und auch die Techniken alle drauf hat und die auch sooo sicher kann, dass er sie einem vermitteln kann.

Was machste denn, wenn dein Schüler mit Sachen ankommst die du selber nicht kannst oder von denen du einfach selber noch keinen Plan hast, weil du dich damit noch nicht beschäftigt hast?

Also nicht böse sein oder sowas aber ich denke bevor du wirklich Unterricht geben willst finanzieller Ebene warte noch nen paar Jahre ab.

Gruß
Simon
 
Rat Tomago
Rat Tomago
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Ich denke auch das nach einem Jahr der Blick für Spielfehler (Handhaltung, Anschlag) und generell Kleinigkeiten noch nicht sehr ausgeprägt ist.

Vorallem würde ich von nem Gitarrenlehrer erwarten, dass wenn ich eine Frage zu einem Stück oder etwas schwierigeres zum raushören habe auch eine qualifizierte Antwort bekomme oder eben das er die Stelle raushören kann ohne ewig rumzuprobieren.


Vielleicht will der Schüler aber auch einen ganz anderen Weg in der Musik einschlagen als den, den du genommen hast...



Ich zahle übrigens für 1 Stunde 20 Euro, wir reden aber auch immer recht viel und machen das sehr locker, daher können auch schonmal 3 Stunden draus werden. :-D
 
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Also wenn Du schon solche Fragen stellst, hast Du es fachlich und didaktisch nicht drauf. Vergiss es lieber und tu Dir und Deinen "Schülern" einen Gefallen damit.

Gruß dennoch, guten Rutsch etc
burke
 
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Abgesehen davon kannst du für 1 Jahr so gut sein wie du willst, die Erfahrung mit Schülern (und du selbst auch als Schüler) fehlt dir ganz einfach - somit fehlt dir auch die Pädagogik. Als Lehrer muss man auch mit seinen Schülern umgehen können und u.a. Fehler erkennen können.
 
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@talrasha:
mein Tipp an dich wäre - suche dir ruhig andere Gitarrenfans, die gemeinsam mit dir üben wollen. Trefft euch regelmäßig und lernt zusammen. So habt ihr alle was davon. So in der Art eines kleinen Workshops mit dem Ziel "Lernen durch Üben und alle gemeinsam voneinander". Geld wirst du dafür kaum verlangen können, vielleicht eine Umlage für Getränke und/oder nen Imbiss, falls du das bei dir daheim machen möchtest, aber ihr werdet viel Spaß haben und viel lernen.
 
doc guitarworld
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Reling":vcyewl1d schrieb:
@talrasha:
mein Tipp an dich wäre - suche dir ruhig andere Gitarrenfans, die gemeinsam mit dir üben wollen. Trefft euch regelmäßig und lernt zusammen. So habt ihr alle was davon. So in der Art eines kleinen Workshops mit dem Ziel "Lernen durch Üben und alle gemeinsam voneinander". Geld wirst du dafür kaum verlangen können, vielleicht eine Umlage für Getränke und/oder nen Imbiss, falls du das bei dir daheim machen möchtest, aber ihr werdet viel Spaß haben und viel lernen.

Eine schöne Idee, ist auch besser als Tag-Grafitti unter Lebensgefahr
an Bahnübergängen, man hat später mehr davon und es ist
gesund in mehrerer Hinsicht!
 
ollie
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Also spielen und unterrichten können sind 2 völlig unterschiedliche Dinge.
Ich spiele seit ca. 20 Jahren E-und A-Gitarre. Ich habe davon sicherlich 10 Jahre unterrichtet. Du mußt Anfänger und Fortgeschrittene motivieren und bei der Stange halten können. Hier braucht es viel Erfahrung und auch Einfühlungsvermögen. Unterricht gem. didaktischem Lehrbuch ist heute nicht mehr angesagt. V.a. wenn man die heutigen technischen Möglichkeiten betrachtet. Man bekommt nahzu alle Noten und Tabs aus dem Internet, man kann sich Soli raushören in langsamer Geschwindigkeit ohne Plattenrillen überzustrapazieren. Es gibt Lernvideos, etc.
Die Herausforderung für einen Lehrer von heute ist also Motivation und das Einführen in die modernen Möglichkeiten des "Erlernens". Leider ist es oft so, dass man zu schnell zu einem passablen Ergebnis kommen möchte und man meint das Tab-spielen alleine bringt einen weiter...jedoch weit gefehlt :)!
Ich bin der Auffassung, dass man mindestens 5 Jahre intensive Überungspraxis benötigt, um als Lehrer antreten zu können und das bedeutet ca. 3 Stunden üben täglich und ausreichend Banderfahrung, denn das ist nochmals eine ganz andere Welt.

Viel Spaß dabei.

Geld sollte man nur jemanden abknöpfen, wenn man sein Handwerk auch solide beherrscht, darunter verstehe ich:
- Banderfahrung
- einwandfreies Improvisieren in allen Lagen
- ein gutes Groovefeeling/Rhythmik
- mind. 100 Stücke im Repertoir
- Tab und Notenkenntnisse
- ausreichend Notenmaterial, ein Mehrspurgerät
- ausreichend Kenntnisse in verschiedenen Stilrichtungen
- und natürlich die Fähigkeit, Akustikgitarre zu spielen :)
- und die Fähigkeit Zielvorgaben zu definieren und einzuhalten
 
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ollie":2q5scyxo schrieb:
Also spielen und unterrichten können sind 2 völlig unterschiedliche Dinge.
Ich spiele seit ca. 20 Jahren E-und A-Gitarre. Ich habe davon sicherlich 10 Jahre unterrichtet. Du mußt Anfänger und Fortgeschrittene motivieren und bei der Stange halten können. Hier braucht es viel Erfahrung und auch Einfühlungsvermögen. Unterricht gem. didaktischem Lehrbuch ist heute nicht mehr angesagt. V.a. wenn man die heutigen technischen Möglichkeiten betrachtet. Man bekommt nahzu alle Noten und Tabs aus dem Internet, man kann sich Soli raushören in langsamer Geschwindigkeit ohne Plattenrillen überzustrapazieren. Es gibt Lernvideos, etc.
Die Herausforderung für einen Lehrer von heute ist also Motivation und das Einführen in die modernen Möglichkeiten des "Erlernens". Leider ist es oft so, dass man zu schnell zu einem passablen Ergebnis kommen möchte und man meint das Tab-spielen alleine bringt einen weiter...jedoch weit gefehlt :)!
Ich bin der Auffassung, dass man mindestens 5 Jahre intensive Überungspraxis benötigt, um als Lehrer antreten zu können und das bedeutet ca. 3 Stunden üben täglich und ausreichend Banderfahrung, denn das ist nochmals eine ganz andere Welt.

Viel Spaß dabei.

Geld sollte man nur jemanden abknöpfen, wenn man sein Handwerk auch solide beherrscht, darunter verstehe ich:
- Banderfahrung
- einwandfreies Improvisieren in allen Lagen
- ein gutes Groovefeeling/Rhythmik
- mind. 100 Stücke im Repertoir
- Tab und Notenkenntnisse
- ausreichend Notenmaterial, ein Mehrspurgerät
- ausreichend Kenntnisse in verschiedenen Stilrichtungen
- und natürlich die Fähigkeit, Akustikgitarre zu spielen :)
- und die Fähigkeit Zielvorgaben zu definieren und einzuhalten

Ollie, gemäß Deiner "Richtlinien" müßten nun etwa 80%
aller Gitarrenlehrer ihre Tätigkeit beenden ... :lol:
 
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doc guitarworld":1wzdxxi2 schrieb:
ollie":1wzdxxi2 schrieb:
Also spielen und unterrichten können sind 2 völlig unterschiedliche Dinge.
Ich spiele seit ca. 20 Jahren E-und A-Gitarre. Ich habe davon sicherlich 10 Jahre unterrichtet. Du mußt Anfänger und Fortgeschrittene motivieren und bei der Stange halten können. Hier braucht es viel Erfahrung und auch Einfühlungsvermögen. Unterricht gem. didaktischem Lehrbuch ist heute nicht mehr angesagt. V.a. wenn man die heutigen technischen Möglichkeiten betrachtet. Man bekommt nahzu alle Noten und Tabs aus dem Internet, man kann sich Soli raushören in langsamer Geschwindigkeit ohne Plattenrillen überzustrapazieren. Es gibt Lernvideos, etc.
Die Herausforderung für einen Lehrer von heute ist also Motivation und das Einführen in die modernen Möglichkeiten des "Erlernens". Leider ist es oft so, dass man zu schnell zu einem passablen Ergebnis kommen möchte und man meint das Tab-spielen alleine bringt einen weiter...jedoch weit gefehlt :)!
Ich bin der Auffassung, dass man mindestens 5 Jahre intensive Überungspraxis benötigt, um als Lehrer antreten zu können und das bedeutet ca. 3 Stunden üben täglich und ausreichend Banderfahrung, denn das ist nochmals eine ganz andere Welt.

Viel Spaß dabei.

Geld sollte man nur jemanden abknöpfen, wenn man sein Handwerk auch solide beherrscht, darunter verstehe ich:
- Banderfahrung
- einwandfreies Improvisieren in allen Lagen
- ein gutes Groovefeeling/Rhythmik
- mind. 100 Stücke im Repertoir
- Tab und Notenkenntnisse
- ausreichend Notenmaterial, ein Mehrspurgerät
- ausreichend Kenntnisse in verschiedenen Stilrichtungen
- und natürlich die Fähigkeit, Akustikgitarre zu spielen :)
- und die Fähigkeit Zielvorgaben zu definieren und einzuhalten

Ollie, gemäß Deiner "Richtlinien" müßten nun etwa 80%
aller Gitarrenlehrer ihre Tätigkeit beenden ... :lol:

Dachte ich auch gerade ^^

Wobei mein ehemaliger und mein neuer jedoch wohl nicht dazu zählen sondern weitermachen dürften, weil alles auf die zutrifft :)
 
ollie
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Ollie, gemäß Deiner "Richtlinien" müßten nun etwa 80%
aller Gitarrenlehrer ihre Tätigkeit beenden ... :lol:[/quote]

Nein...nur zu 80 % würde ich mein Kind nicht lassen :lol:
Ich empfinde meine Richtlinien nicht wirklich als zu viel verlangt...
Wenn ich 20 €/h aufwärts berappen muss, dann möchte ich auch eine Leistung und warum von anderen weniger verlangen als von einem selbst? :cool:
Es ist in der Tat witzig, was sich da zum Teil so alles Gitarrenlehrer
nennt! Aber es gibt auch Hochqualifizierte und was ist mit denen?
V.a. wie soll sich da ein junger Gutgläubiger noch zurecht finden, wenn
so viele Scharlatane unterwegs sind?
 
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Das stimmt wohl. Ich sehe wenig Sinn darin, "mind. 100 Stücke aus dem Stehgreif" spielen zu können. Wichtiger finde ich, wie schon erwähnt, pädagogische Erfahrung und Fähigkeiten. Was bringt es, wenn du ne Zigeunerskale vorspielen kannst aber absolut nicht weißt, wie du die deinem Schüler erklären sollst. Dann lieber ne Pentatonik, die man nebenher erläutern kann. (Is jetz nurn Beispiel).
@ollie: Für übrigens professionellen Gitarrenunterricht finde ich deine Richtlinien nicht schlecht. Für 10€ kann man aber keinen professionellen Unterricht verlangen, von daher finde ich es übertrieben, nur mit deiner Liste "geld abknöpfen" zu können.
Aber ok, deshalb nennt man das ja eine Diskussion, jeder ist ner anderen Meinung... :)
lg
 
doc guitarworld
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Fakt ist, wenn ich nun Gitarrenunterricht wollte, interessierte
mich eh nur der Unterricht zB. bei einem Jazzer. Erfahrungsgemäß
kann der keine 100 aktuelle Liedchen von Metallica bis
wasweißich ... deswegen ginge ich da auch nicht hin. Er wird
höchstwahrscheinlich auch kein Studio sein Eigen nennen,
braucht es auch nicht, Banderfahrung erwarte ich nicht von ihm
und die Fähigkeit Akustik zu spielen auch nicht ...

Sinn macht Deine Liste in abgespeckter Form:

- einwandfreies Improvisieren in allen Lagen
- ein gutes Groovefeeling/Rhythmik
- Tab und Notenkenntnisse
- ausreichend Notenmaterial
- ausreichend Kenntnisse in verschiedenen Stilrichtungen (???)
- und die Fähigkeit Zielvorgaben zu definieren und einzuhalten

Ich denke, fast jeder "Lehrer" hat in irgendeiner Weise
Daseinsberechtigung. Die eierlegenden Wollmilchsäue
können bspw oft Theorie und die richtige Handhaltung vermitteln,
auch das Einüben bekannter Songs ist mit dabei und eine Vorbildfunktion
erfüllen sei zumeist auch ... leider fehlt´s dann oft an der
Komponente Gefühl für den richtigen Ton. Wenn ich nun
einen Sohn hätte (der Ärmste) und er hätte Interesse an
Blues, dann wäre der Kollege "Ich-kann-alles-und-vor-allem
mit-dem-aktuellen-Sound-spielen" nicht der Richtige. Ich würde ihn
in die Hände eines Freundes geben, der zwar keine einzige Note
lesen kann, wahrscheinlich nicht mal weiß, was aktuell die
Gehörgänge verklebt, aber er er hat alle Blues-Tunes drauf
und kann ein Gefühl für den richtigen Tone vermitteln. das wäre
mein Kriterium. Und wenn er auf Country-Style und Flatpicking
steht, dann wüßte ich auch jemanden ... der ebenso unkomplett,
dafür aber das Ganze Countryszenario bedient. Und ein purer
Anfänger, der ein paar Liedchen mit 3-5 Akkorden spielen können
möchte, nicht mehr, der wird auch mit dem Gitarrenkurs im CVJM
gut beraten sein. Was mich ein wenig nervt an mancher Meinung, es
müsse so und so sein, ist dieses absolutistische, diese Manifestationen.

Denn wenn nach Deinen Thesen nun 80% aller "Gitarrenlehrer"
das Unterrichten beenden müßten, würden leider auch all
die "Klangfarben" fehlen, die die spätere Entwicklung von Individuen
eben unabdingbar machen. Egal, ob diese bei der Gitarre bleiben.

Nix für ungut!
 
ollie
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Was mich ein wenig nervt an mancher Meinung, es
müsse so und so sein, ist dieses absolutistische, diese Manifestationen.

Denn wenn nach Deinen Thesen nun 80% aller "Gitarrenlehrer"
das Unterrichten beenden müßten, würden leider auch all
die "Klangfarben" fehlen, die die spätere Entwicklung von Individuen
eben unabdingbar machen. Egal, ob diese bei der Gitarre bleiben.

Nix für ungut!
[/quote]

Ich kann deiner Meinung durchaus was abgewinnen. Was mich nervt (und warum ich diese Ansprüche einfach habe, müssen ja nicht Punkt für Punkt erfüllt sein), dass man es sich doch häufig sehr/zu leicht macht (sh. das Eingangsposting). Um sich offiziell Gitarrenlehrer nennen zu dürfen, bedarf es einfach einer fundierten Ausbildung. Dafür gehen welche aufs Kollege, MGI, GIT, Kons und setzen sich wirklich mit diesem Instrument und v.a. mit Musik generell auseinander. Ein nicht-mehr-differenzieren führt zur totalen Bedeutungslosigkeit des Titels "Gitarrenlehrer", weil das kann ja jetzt jeder machen, der meint er iss es...
Deshalb auch meine "State of Art" Auflistung, die die Profis erfüllen und dies zum Teil auch für nicht mehr als 20 € in offiziellen Gitarrenschulen anbieten. Das sind Gitarrenlehrer.
Etwas anderes ist jemand der Gitarre spielt und sich ein paar Kröten nebenbei verdienen möchte und seine Kenntnisse weitergibt...kein Problem damit, so wars auch bei mir. Nur ist es leider so, dass viele hier genauso tief für in die Tasche greifen müssen und das ist für solche ein Dorn im Auge, die es wirklich gelernt haben...
ich will jedoch damit nicht sagen, dass nur gut ist wer auf dem Kons war, nein, nein....wenn jamend was drauf hat, wird er sicherlich auch einiges an Material zu bieten haben und ein kleines Homestudio hat sicherlich auch jeder Gitarrist, der ein wenig auf sich hält!

Letztlich ist Gitarrespielen auch ein Handwerk, dass gelernt sein will und um damit auch Klangfarben in der Masse zu erzeugen ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn das Niveau "hoch" ist! :lol:

Ebenfalls nicht für ungut, ich würde auch zu einem Jazzer gehen, weil ich da mit Sicherheit noch viel lernen kann. Aber es gibt keinen Jazzer der nicht mindestens 100 Stücke drauf hat, das ist für den eine Kleinigkeit...
 
doc guitarworld
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ollie":7qrerdbp schrieb:
Ebenfalls nicht für ungut, ich würde auch zu einem Jazzer gehen, weil ich da mit Sicherheit noch viel lernen kann. Aber es gibt keinen Jazzer der nicht mindestens 100 Stücke drauf hat, das ist für den eine Kleinigkeit...

Jo, ich meine Dich nun verstanden zu haben ... Carlos Santana wäre
sicherlich eine Bereicherung, wenn er mal was zeigen kann, aber 20
Euro würdest Du nicht bezahlen dafür ... ;-)

Ja, die Jazzer. Ich meinte auch eher weniger das Real-Book. Da sind
auch mehr als 100 Tunes drin, aber weniger die Seichtigkeit
heutiger Produktionen. Mir schwirrt der Gedanke tatsächlich
immer wieder durch den Kopf, nach 25 Jahren Autodidaktik zu
einem Wes Montgomery oder Joe Pass in die Lehre zu gehen.
Für ein Jahr vielleicht. Aber die liebe Zeit ...
 
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doc guitarworld":1wa9pbwl schrieb:
ollie":1wa9pbwl schrieb:
Ebenfalls nicht für ungut, ich würde auch zu einem Jazzer gehen, weil ich da mit Sicherheit noch viel lernen kann. Aber es gibt keinen Jazzer der nicht mindestens 100 Stücke drauf hat, das ist für den eine Kleinigkeit...

Jo, ich meine Dich nun verstanden zu haben ... Carlos Santana wäre
sicherlich eine Bereicherung, wenn er mal was zeigen kann, aber 20
Euro würdest Du nicht bezahlen dafür ... ;-)

Ja, die Jazzer. Ich meinte auch eher weniger das Real-Book. Da sind
auch mehr als 100 Tunes drin, aber weniger die Seichtigkeit
heutiger Produktionen. Mir schwirrt der Gedanke tatsächlich
immer wieder durch den Kopf, nach 25 Jahren Autodidaktik zu
einem Wes Montgomery oder Joe Pass in die Lehre zu gehen.
Für ein Jahr vielleicht. Aber die liebe Zeit ...

mein letzter gitarrenlehrer war auch ein jazzer und wenn ich geld haette wuerd ichs wieder tun, zwar ist sind meine lieblingsmusikrichtungen eher rock, funk, fusion, blues, metal usw. und nicht jazz, aber es eroeffnet so unglaublich viele neue richtungen, natuerlich darf der lehrer dann kein intolleranter sack sein, so nach dem motto 'jazz ist die einzige musik', das gibts bei jazzern leider sehr oft.. insofern ist das unbedingt zu empfehlen, ich kenn ne ganze menge musiker, denen es mal gut tun wuerde n lehrer zu nehmen, dabei gehts ja nicht darum jemanden gitarre spielen beizubringen, sondern einfach die sicht der dinge aufzufrischen, leider denken die meisten ab nem besimmten grad, sie muessten nichts mehr tun, weil sie ja schon so unglaublich lange spielen, naja, ich schweife ab, jedenfalls: lehrer kann ich fast 'immer' nur empfehlen, egal wie weit man ist (man denke z.b. an mike stern, der seinen stil durch bob berg hat praegen lassen, weil er mit ihm ewig auf tour war, auch eine art 'lehre'),
gruss,
lw.
 
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@den Typen mit der riesen Liste:
Welcher Mensch hat die Zeit, an einem Tag 3 Stunden zu üben? ich finde sowas immer faszinierend, denn das würde ich absolut nicht mit meinen anderen Tätigkeiten (andere Instrumente, Schule, Ministrieren, Pfarrjugend, jetzt wahrscheinlich auch Chor etc.) unter den Hut bringen. Trotzdem bin ich kein absolut grottiger Gitarrist;)
3 Stunden wäre für mich ein Wahnsinn zum Durchexerzieren...

gruss maral
 
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maral90":as51uxgg schrieb:
@den Typen mit der riesen Liste:
Welcher Mensch hat die Zeit, an einem Tag 3 Stunden zu üben? ich finde sowas immer faszinierend, denn das würde ich absolut nicht mit meinen anderen Tätigkeiten (andere Instrumente, Schule, Ministrieren, Pfarrjugend, jetzt wahrscheinlich auch Chor etc.) unter den Hut bringen. Trotzdem bin ich kein absolut grottiger Gitarrist;)
3 Stunden wäre für mich ein Wahnsinn zum Durchexerzieren...

gruss maral

das hat was mit sucht und liebe zu tun, nicht mit 'ich muss ueben',

lw.
 
cook
cook
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maral90":36xzgdrt schrieb:
@den Typen mit der riesen Liste:
Welcher Mensch hat die Zeit, an einem Tag 3 Stunden zu üben? ich finde sowas immer faszinierend, denn das würde ich absolut nicht mit meinen anderen Tätigkeiten (andere Instrumente, Schule, Ministrieren, Pfarrjugend, jetzt wahrscheinlich auch Chor etc.) unter den Hut bringen. Trotzdem bin ich kein absolut grottiger Gitarrist;)
3 Stunden wäre für mich ein Wahnsinn zum Durchexerzieren...

gruss maral

Hallo Maral,

du triffst genau den Punkt! Denn wenn ich Ollie richtig verstanden habe, sollte sich niemand 'Gitarrenlehrer' nennen dürfen, der nicht sein ganzes Leben auf das Instrument ausrichtet. Wenn du dich entschieden hast, die Musik zu deinem Beruf zu machen, dann ist für dich plötzlich jeder Tag ein verlorener Tag, an dem du nicht drei Stunden übst. Im Büro sitzt man ja auch '9 to 5' (oder länger ;-) ). Ich kann auch keine 3 Stunden am Tag üben, aber das unterscheidet uns eben von den 'hauptberuflichen' ;-)

Ich halte Ollies Liste aber auch für etwas zu krass. Ich habe an der Konzertgitarre angefangen und hatte das große Glück einen Hochschul-Dozenten als Lehrer zu haben. Ein absoluter Meister an den Nylon Strings und didaktisch herausragend. Aber als ich auf die Stromgitarre umsteigen wollte, konnte er mir nicht weiterhelfen. Das war zwar schade, aber trotzdem bleibt er für mich der beeindruckendste Gitarrist und Lehrer, den ich kenne.

Zuletzt: wie der Doc schon sagte: es kommt immer auf die Ansprüche des Schülers an. Während meines Zivildienstes hab ich Anfängerunterricht für Konfirmanden gegeben. Da war vorher für alle klar, dass das nur bis zum Ende meiner Dienstzeit gehen wird und für mich selbst war klar, dass ich während dieser Zeit nicht an meine Grenzen stoßen werde. Ich hab wenig Geld bekommen (unter 10 Euro) und den Eltern deutlich gemacht, dass ich nur Grundlagen schaffen kann. Wenn man so fair miteinander umgeht, ist meiner Meinung nach auch ein Lehrer ok, der nicht alle von Ollies Anforderungen erfüllt. Um auf das Ausgangsposting zurückzukommen: Ich hatte damals schon 7-8 Jahre Erfahrung am Instrument - nach einem Jahr halte ich einen Unterricht für unmöglich.
 
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Ein Lehrer sollte einem Anfänger erstmal Grundlagen beibringen können. Es bringt nichts einem Schüler der vielleicht zu Weihnachten eine Gitarre geschenkt bekommen hat im Januar schon Sweep - oder sonstwas für techniken beizubringen. Wenn ein Schüler kommt und sagt er möchte gerne Jazz spielen, er ist aber Anfänger und kann noch nicht fliessend die offenen Standard-Einsteigeer Akkorde auf den ersten Bünden, wie C-Dur oder D-Dur greifen...dann ist da in erster Linie eine gewisse pädagogische Arbeit notwendig um dem Schüler nicht zu entmutigen.. Gitarre oder auch jedes andere Instrument lernt man nichtin 2 Wochen... es ist immer eine Gratwanderung zwischen Anspruch und realität bei den meisten Schülern zu beobachten...man sieht das auch in den meisten Foren...die lassen sich auf der einen Seite ´n Cadd9 erklären und posten dann irgendwelche Phantasien zu Kirchentonleitern die sie irgendwo aufgeschnappt und/oder abgeschrieben haben.
 
ollie
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maral90 schrieb:
@den Typen mit der riesen Liste:
Welcher Mensch hat die Zeit, an einem Tag 3 Stunden zu üben? ich finde sowas immer faszinierend, denn das würde ich absolut nicht mit meinen anderen Tätigkeiten (andere Instrumente, Schule, Ministrieren, Pfarrjugend, jetzt wahrscheinlich auch Chor etc.) unter den Hut bringen. Trotzdem bin ich kein absolut grottiger Gitarrist;)
3 Stunden wäre für mich ein Wahnsinn zum Durchexerzieren...

Das hängt von den jeweiligen Prioritäten ab. Meine Schul- und Studienzeit habe ich sehr viel mit der Gitarre verbracht (ca. 3-4 Stunden täglich). Ich hatte mir immer ein Übungsprogramm vorgenommen und hab dies auch mehrere Jahre durchgezogen. Ich wollte einfach so richtig gut werden...

Heute habe ich die Zeit auch nicht mehr so. Aber 1-2 Stunden sind schon häufig drinnen. Dementsprechend hoch ist auch meine Erwartungshaltung.... vielleicht zu hoch. Ich weiß jedoch, dass es genügend Gitarristen gibt die täglich 8-10 Stunden intensiv üben, oder was meinst du wie ein Vai, Malmsteen oder Satriani zustande kommen?

Es macht einfach tierisch Spaß irgendwann den Level zu erreichen, dass man die Gitarrenarbeit "der Großen" reproduzieren kann. Und wenn man da mal Blut geleckt hat, kann man nicht mehr aufhören. Aber ab da machts erst richtig Spaß. Leider gibt es soviele, die excellent spielen....
 
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cook":3olhf694 schrieb:
maral90":3olhf694 schrieb:
@den Typen mit der riesen Liste:
Welcher Mensch hat die Zeit, an einem Tag 3 Stunden zu üben? ich finde sowas immer faszinierend, denn das würde ich absolut nicht mit meinen anderen Tätigkeiten (andere Instrumente, Schule, Ministrieren, Pfarrjugend, jetzt wahrscheinlich auch Chor etc.) unter den Hut bringen. Trotzdem bin ich kein absolut grottiger Gitarrist;)
3 Stunden wäre für mich ein Wahnsinn zum Durchexerzieren...

gruss maral

Hallo Maral,

du triffst genau den Punkt! Denn wenn ich Ollie richtig verstanden habe, sollte sich niemand 'Gitarrenlehrer' nennen dürfen, der nicht sein ganzes Leben auf das Instrument ausrichtet. Wenn du dich entschieden hast, die Musik zu deinem Beruf zu machen, dann ist für dich plötzlich jeder Tag ein verlorener Tag, an dem du nicht drei Stunden übst. Im Büro sitzt man ja auch '9 to 5' (oder länger ;-) ). Ich kann auch keine 3 Stunden am Tag üben, aber das unterscheidet uns eben von den 'hauptberuflichen' ;-)

Ich halte Ollies Liste aber auch für etwas zu krass. Ich habe an der Konzertgitarre angefangen und hatte das große Glück einen Hochschul-Dozenten als Lehrer zu haben. Ein absoluter Meister an den Nylon Strings und didaktisch herausragend. Aber als ich auf die Stromgitarre umsteigen wollte, konnte er mir nicht weiterhelfen. Das war zwar schade, aber trotzdem bleibt er für mich der beeindruckendste Gitarrist und Lehrer, den ich kenne.

Zuletzt: wie der Doc schon sagte: es kommt immer auf die Ansprüche des Schülers an. Während meines Zivildienstes hab ich Anfängerunterricht für Konfirmanden gegeben. Da war vorher für alle klar, dass das nur bis zum Ende meiner Dienstzeit gehen wird und für mich selbst war klar, dass ich während dieser Zeit nicht an meine Grenzen stoßen werde. Ich hab wenig Geld bekommen (unter 10 Euro) und den Eltern deutlich gemacht, dass ich nur Grundlagen schaffen kann. Wenn man so fair miteinander umgeht, ist meiner Meinung nach auch ein Lehrer ok, der nicht alle von Ollies Anforderungen erfüllt. Um auf das Ausgangsposting zurückzukommen: Ich hatte damals schon 7-8 Jahre Erfahrung am Instrument - nach einem Jahr halte ich einen Unterricht für unmöglich.

Nochmal ganz kurz:
Ich unterscheide absichtlich zwischen jemandem der hobbymäßig Gitarre spielt und sich ein Zubrot verdienen möchte und dies auch klar zu erkennen gibt und jemandem der dies wirklich von der Picke auf gelernt hat und dies ebenfalls zur Geltung bringen möchte.
Von letzterem darf man das von mir genannte getrost verlangen. Dies erfüllen in der Tat wirklich etliche! Von ersterem wäre es etwas viel verlangt. Von denen erwarte ich in erster Linie, dass sie Grundlagen gut vermitteln können. Inwieweit jemand didaktisch gut drauf ist, steht auf einem anderen Blatt und hat in erster Linie was mit seinem Einfühlungsvermögen zu tun. Das kann häufig ein Laie besser als der Profi!
 
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ollie":pt8q9vdg schrieb:
Ich weiß jedoch, dass es genügend Gitarristen gibt die täglich 8-10 Stunden intensiv üben, oder was meinst du wie ein Vai, Malmsteen oder Satriani zustande kommen?

Über Malmsteen gibt es ja das Gerücht, er habe kurz vor den Aufnahmen zu seinem ersten Album täglich 16 Stunden geübt. Was für ein Rhytmus... Schlafen - Gitarre spielen - Schlafen usw. Heutzutage würde er das wohl nicht mehr durchhalten. Seine Körperform lässt darauf schließen, dass er mindestens 2 Stunden täglich isst.
 

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