Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Seite 1 von 2
Verfasst am:

Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Hallo Ihr Lötprofis und WD-Professionals!

Ich würde gerne einer Strat eine Dummyspule verpassen um
die lästigen Einstreu- und Brummgeräusche (Hum) zu reduzieren.
Wie geht man da am Besten vor? Erst einmal einen alten
funktionierenden Single Coil von den Magnetstäben befreien
und dann einfach irgendwo in den Signalweg löten und unter
dem Pickguard verstecken?

Achja, es geht um die Standart-5-Weg-3SC-V/T/T-Variante.

Any ideas? WD-Lösungen? Herr Blug hat sich so etwas ja auch
in seine alte Fender Morchel löten lassen wg. möglicher Nebengeräusche.
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den XTC vom Bogner's Reinhold!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Hi Doc,

ich habe das mal mit P90 probiert und es hat gut funktioniert.

Eine Beschreibung findest Du hier:

http://www.ca-music.de --> Basteleien --> Gitarrenbau --> CA-SIX --> Beschreibung: Dummy-Coil und Abschirmung.

Ist nicht genau die Antwort auf Deine Frage, aber vielleicht reicht es an Anregung.

Gruß
Christian
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Hi Christian,

ich hole das Diagramm mal her, so ist es übersichtlicher:



Es wird mir etwas klarer. Das könnte ja so ohne Problem auf die Strat
übertragen werden. Ich versuche mich mal an einem Diagramm.
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den XTC vom Bogner's Reinhold!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

ca-music schrieb:
ich habe das mal mit P90 probiert und es hat gut funktioniert.


Hi Christian,

das klingt sehr interessant - besonders für mich als P 90 Liebhaber - aber wo bekommt man in einer SG mit kleinem Schlagbrett oder in einer Hamer Goldtop die Dummyspule unter?

Fräsen kommt bei diesen Teilen nicht in die Tüte!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

mad cruiser schrieb:
Fräsen kommt bei diesen Teilen nicht in die Tüte!


Hi,

ich versuche es mal. Vielleicht kannst Du die auch direkt auf
die Innenseite der E-Fachabdeckung kleben. Mit Heisskleber
oder Sekundenkleber vielleicht?
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den XTC vom Bogner's Reinhold!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

mad cruiser schrieb:
ca-music schrieb:
ich habe das mal mit P90 probiert und es hat gut funktioniert.


Hi Christian,

das klingt sehr interessant - besonders für mich als P 90 Liebhaber - aber wo bekommt man in einer SG mit kleinem Schlagbrett oder in einer Hamer Goldtop die Dummyspule unter?

Fräsen kommt bei diesen Teilen nicht in die Tüte!

Ich denke jeder 08/15 Single Coil sollte funktionieren.
In einer G&B war mal ein Artikel darüber (von Udo Piper??) - kein Ahnung welche...
Mindestens ein Jahr her (denn seit dem kaufe ich den Schrott wirkich nicht mehr )

greetz
univalve
 
I will burn your brain with my fuzz.
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Hi Mad,

keine Ahnung, wo Du den Dummy unterbringen könntest. Aber die Deckelidee vom Doc könnte funktionieren. So eine Spule ist ohne Magnete gar nicht so dick.

Gruß
Christian


Zuletzt bearbeitet von ca-music am 06.03.2007, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

doc guitarworld schrieb:
mad cruiser schrieb:
Fräsen kommt bei diesen Teilen nicht in die Tüte!

Vielleicht kannst Du die auch direkt auf die Innenseite der E-Fachabdeckung kleben.


Bei der Hamer könnte das klappen. Die SG ist dafür zu flach, da muß sich ja sogar der Toggleswitch hinknien!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

doc guitarworld schrieb:
Hi Christian,

ich hole das Diagramm mal her, so ist es übersichtlicher:


Es wird mir etwas klarer. Das könnte ja so ohne Problem auf die Strat
übertragen werden. Ich versuche mich mal an einem Diagramm.


Hi Sven,
ich würde die Dummy-Spule ins E-Fach verbannen - also dahin, wo auf jeden Falle keine Seiten schwingen.
Auch wenn keine Magneten mehr drin sind, könnten Seitenschwingungen noch auf den Dummy wirken. Auch wenn die Auswirkungen nur gering wären, sie wären da und würden am Klang teilhaben. Im E-Fach eher nicht mehr.
Wenn da aber kein Platz mehr sein sollte, würde ich die Dummy-Spule zumindest hochkant einkleben.
Den besten Effekt hast Du, wenn die Dummy-Spule IN ETWA die gleiche Impedanz hat wie Deine PUs.
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

finetone schrieb:
Den besten Effekt hast Du, wenn die Dummy-Spule IN ETWA die gleiche Impedanz hat wie Deine PUs.


Das hatte ich mir irgendwie gedacht in meinem laienhaften Wissen
um Anode, Kathode und qualmende Lötspitzen Also, ich werde
den Dommenget SC mal von seinen Alnico 2 Zylindern befreien ...
wo ist denn jetzt der Hammer und/oder die Rohrzange ... ne, is Quatsch,
ein wenig Achtung habe ich ja schon vor den Dingen ich werde mal
wühlen müssen, habe bestimmt noch einen Riegel von einer Japan Strat
oder einer Charvel oder sowas.
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den XTC vom Bogner's Reinhold!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

univalve schrieb:
Ich denke jeder 08/15 Single Coil sollte funktionieren.

Moin,
Nicht ganz, Robin. Für einen Humbucking-effekt braucht man ähnliche/gleiche Spulengeometrie, Wicklungszahl, sowie umgekehrte Polarirät und Wickelrichtung. Mit Glück kann man aber mit irgendeinem Pickup schon brauchbare Ergerbnisse erzielen.
Man darf aber nicht außer acht lassen, dass eine Dummyspule den Ton und den Output stark beeinflusst. Als Hilfe in der Not mag das ok sein. Als Alternative zum bekannten SC Ton? Für mich nicht!
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Hier ein Ausschnitt aus Guitar-Letter I zum Thema "Dummy-Spule":

Analog zum koaxialen Humbucker kann eine Kompensationsspule zusätzlich zu den Tonabnehmern in der Gitarre untergebracht werden. Sie muß dann gegenphasig in Reihe oder parallel mit den Tonabnehmern geschaltet werden. Bei einer Parallelschaltung wirkt die Kompensationsspule jedoch als Last für den Tonabnehmer und die gesamte Konstruktion ist dann nur noch halb so "laut". Eine solche Kompensationsspule wird häufig auch als "Dummy"-Spule bezeichnet.

Dieses Prinzip der Brummkompensation wurde zum Beispiel in einigen Bässen von Alembic eingesetzt. Auf folgendes ist zu achten:
  1. Die Kompensationsspule darf keine Magnete enthalten.
  2. Sie muß baugleich und identisch mit den Spulen der anderen Tonabnehmer sein.
  3. Die Achsausrichtung der Kompensationsspule muß mit denen der Tonabnehmerspulen übereinstimmen.
  4. Die Kompensationsspule muß möglichst nahe bei den Tonabnehmern montiert sein.
  5. Alle Tonabnehmer müssen aus elektrischer Sicht gleich sein.
Weicht man von diesen Anforderungen ab, so ist die Kompensation nur unvollständig. Im schlimmsten Fall funktioniert sie gar nicht. Dieses Verfahren birgt jedoch mehrere Nachteile:
  1. Da es heutzutage Mode ist, verschiedene Tonabnehmer in seiner Gitarre zu verwenden, kann die Kompensation nie vollständig sein, es sei denn, für jeden Tonabnehmer wird eine eigene angpaßte Kompensationsspule verwendet.
  2. Aufgrund des Abstandes von Kompensationsspule und aktiver Spule ist die Kompensation in der Regel nicht vollständig.
  3. Durch das Zusammenschalten mit der Kompensationsspule verändert sich die Resonanzfrequenz und ihre Ausprägung. Folglich verändert sich der "Klang" des Tonabnehmers mit Kompensation. Bei einer Reihenschaltung wird die Resonanzfrequenz tiefer, bei der Parallelschaltung höher.
  4. Eine Kompensationsspule kann immer nur einen Tonabnehmer kompensieren. Schaltet man mehrere Tonabnehmer mit dieser Spule zusammen, geht das zu Lasten der Störunterdrückung.
Da entsprechende Kompensationsspulen in der Regel nicht zu beschaffen sind, wurde dieses Verfahren nur in wenigen Instrumenten ab Werk eingebaut. Eine nachträglich Umrüstung ist daher schwierig.

Natürlich kann man auch einen normalen Tonabnehmer als Kompensationsspule "mißbrauchen". Einen vierten Tonabnehmer für eine Stratocaster zu beschaffen, ist letztendlich nur eine Frage des Preises. Da dann auch die Magnete in der Spule vorhanden sind, haben alle Tonabnehmer die gleichen elektrischen Eigenschaften. Bei einer Reihenschaltung sinkt die Resonanzfrequenz dann um den Faktor √2, bei der Parallelschaltung erhöht sie sich um diesen Faktor und der "Klang" wird etwas heller.

Allerdings muß man jetzt darauf achten, daß die Kompensationspule mit ihren Magneten weit genug von den Saiten entfernt ist. Andernfalls ergeben sich ungewollte Auslöschungen des Nutzsignals. Durch die notwendige Entfernung zum eigentlichen Tonabnehmer, ist die eingestreute Störung in beiden Spulen leider nicht mehr identisch. Folglich leidet die Kompensation in ihrer Effizienz ein wenig. Wie stark es dann tatsächlich noch brummt, hängt von den tatsächlichen Verhältnissen ab. Eine vollständige Kompensation ist jedoch in jedem Fall ausgeschlossen!

Aufgrund der vorliegenden Verhältnisse, kann man eine mit Kompensationsspule ausgerüstete Elektrogitarre eigentlich nur als "brummunterdrückt" bezeichnen. Möchte man sein Instrument wirklich brummfrei haben, so ist der Austausch der Tonabnehmer durch echte koaxiale Humbucker wesentlich sinnvoller.

Ulf
 
Geist ist geil!!
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Das ist theoretisch wohl alles korrekt, aber in der Praxis zeigte sich, dass schon das Rumexperimentieren mit einem ähnlichen Pickup (ohne Magnete) zufriedenstellende Ergebnisse erzielt wurden - auch wenn der Dummy z.B. im Elektronik-Fach untergebracht wurde.
Mein Ohr sagte mir damals, das in meinem Fall der Dummy dort am wenigsten den Sound beeinflußte.
Die Brummfelder, die auf eine Strat einwirken, wirken ja meist nicht punktuell am Instrument, sondern sind "Elektrosmok", der großvolumig im Raum verteilt ist (Streufelder von Netzteilen, Leuchtstofflampen, Halogenstrahlern etc.) und wirken somit auf gesamte Instrument und somit auch auf beide Spulen gleichzeitig. Von daher sehe ich die Dummy-Position praktisch als nicht so kritisch an.

Wahrscheinlich geht es dem Sven nicht um eine absolut "noiseless-Strat" sonder eher darum, im high-gain-Bereich das Brummen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

W°° schrieb:
univalve schrieb:
Ich denke jeder 08/15 Single Coil sollte funktionieren.

Moin,
Nicht ganz, Robin. Für einen Humbucking-effekt braucht man ähnliche/gleiche Spulengeometrie, Wicklungszahl, sowie umgekehrte Polarirät und Wickelrichtung. Mit Glück kann man aber mit irgendeinem Pickup schon brauchbare Ergerbnisse erzielen.
Man darf aber nicht außer acht lassen, dass eine Dummyspule den Ton und den Output stark beeinflusst. Als Hilfe in der Not mag das ok sein. Als Alternative zum bekannten SC Ton? Für mich nicht!

Danke Walter für die Aufklärung. Ich hatte das nur so in Erinnerung (hat jemand jetzt den Artikel im Workshop-Teil der G&B gefunden?)
Mich persönlich stört das Brummen nicht sonderlich und der Dummy wäre sicher keine Alternative zu meinem (geliebten) Singlecoil-Sound. Eher eine Ergänzung in einer der weniger genutzten Gitarren...

greetz
univalve
 
I will burn your brain with my fuzz.
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Nun verbinde ich mal diesen Beitrag mit dem vom "Funky HB".
Falls man nun die passende Spule hat und sie auch unterbringt,
könnte man doch die Überbrückung mit einem C versuchen.
Könnte wohl sein, der SC-Charakter leidet weniger - hab's nicht getestet.
V.H.
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Jürgen Rath hat Dummy's in seinen Strats - Er hat das Tonpoti genommen um die Entbrummspule bei Bedarf 'einzuregeln'. Warum? Die zusätzliche Spule raubt den SC's mächtig Ton und Twäng - und im Clean- oder Crunchbereich brauchste eh keine Spule! Ich finde diese Lösung sehr effektiv und wenn ihr möchtet frag ich den Tüftler Jürgen mal, ob er mir die Schaltung zukommen lässt
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

Magman schrieb:
Jürgen Rath hat Dummy's in seinen Strats - Er hat das Tonpoti genommen um die Entbrummspule bei Bedarf 'einzuregeln'. Warum? Die zusätzliche Spule raubt den SC's mächtig Ton und Twäng - und im Clean- oder Crunchbereich brauchste eh keine Spule! Ich finde diese Lösung sehr effektiv und wenn ihr möchtet frag ich den Tüftler Jürgen mal, ob er mir die Schaltung zukommen lässt


Jo, das wäre nett! Und grüß Jürgen von Guitarworld! Vielleicht
hat er ja Lust, mal wieder auf die Burg zu kommen.
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den XTC vom Bogner's Reinhold!
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Verfasst am:

RE: Wie funktioniert das eigentlich mit der Dummyspule?

die musicman gitarren haben so einen silent circuit der aber aktiv ist und nur mit batterie funktioniert. batterie raus und der circuit ist inaktiv.
bin zuwenig techniker um das zu verstehen aber das würde sich dann sozusagen "schaltbar" machen lassen.
ich finde den P90s ton der MMs noch recht gut auch wenn sicher da bereits ein teil des originalklanges verloren geht.

und der suhr hat auch was im programm um SCs ruhig zu machen. denke mal W°° oder onkel wissen da bescheid um was es bei diesen arten geht.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.