Cornell Romany

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Cornell Romany

Es handelt sich dabei um einen von Dennis Cornell entwickelten und gebauten Amp aus England. Handwired und mit neu etwa 900 Euro nicht ganz billig, andererseits gibt es ja auch eine Menge teurerer Amps.

Der Amp leistet 10 Watt aus einer 6L6, single ended A-Class also und ist auf 2 Watt switchbar, die neuen Modelle sogar auf 0,2 - obwohl ich mir nicht vorstellen kann, was das soll. Der Romany hat keine Anschlußbuchse für einen ext. speaker, es sei denn, diese liegt innen irgendwo versteckt, wo ich noch nicht nachgesehen habe. Selbstverständlich hat so ein Amp keinen Einschleifweg.

Dieser hier, der Romany, spricht aus einem 10er Jensen Chicago zu uns, der größere Bruder Romany Plus aus einem 12er, zusätzlich hat er Hall und natürlich ein größeres Gehäuse.







Die Verarbeitung ist vorbildlich, der Amp mit gut 11 kg angenehm leicht. Ich bin kein Freund von Boliden, seit ich als Student mit der Strassenbahn zum Ü-Raum fahren mußte.

Der Amp verfügt über passive Bass- und Höhenregler, aber am besten nimmt man den cut, mit dem diese Regler umgangen werden. Der Amp klingt sowieso, wie er klingt. Hall braucht er nicht, denn der Amp klippt früh und ist für klare Sounds weder gebaut noch geeignet, "bedroom" mal ausgenommen.

Ja, wie klingt er denn?

Zunächst ist er laut genug zum Üben, wenn der Drummer nicht gerade mit Besenstielen arbeitet. Aber klar, Metal geht damit nicht und wenn der Mitgitarrist seinen Marshall JCM Halfstack aufreißt , sieht man den Cornell nur noch, hören kann man ihn nicht mehr.

Der Amp klippt etwa ab 5 und von da ab regelt "Volume" nur noch die Verzerrung. Er hat nur dieses eine Timbre, dunkel und voll, was ich mir unter brown-sound vorstelle. Mit dem Klingeln und Klirren eines Hot Rod oder Blues Junior hat das überhaupt nichts zu tun.

Wegen seines dunklen Timbres ist der Amp für Humbucker nur bedingt geeignet, vielen wird er dann aber schon zu dunkel sein. Wie gesagt. Groß verstellen kann man daran nix und eine Gitarre klingt daran immer wie sie selbst.

Wegen des typischen Klangs ist der werksseitige Jensen auch richtig, da er eher hell klingt. Ein Vintage 30 z. B. wäre dann zu mulmig. Ich wüßte im Moment nicht, wie man den Amp speakermäßig aufwerten könnte, aber natürlich, eine Buchse für ext. speaker wäre schön.

Mit Single coils (bei mir eine Tokai Strat) ist er perfekt. Dieser typische Klang bietet dann unendlich viele Nuancen, je nachdem, was und wie man spielt. Das geht bis zu singenden Sounds, der Amp hat zwar begrenzte Gainmöglichkeiten für 2008, aber dafür kommt er schnell ins Arbeiten und dann gai(n)t es auch. Das ist eben das gain, was man aus der Frühzeit des Ampbaus kennt.

Fazit: Ein Übungsamp der Spitzenklasse, kein Schweizer Taschenmesser mit 34 Funktionen, sondern ein Spezialist. Sicher eine Empfehlung für Leute, die von den üblichen Verdächtigen Übungsamps wie Microcube, Line 6 aber auch Röhrentischhupen a la Champion 600 und Valbee enttäuscht sind. Wie ich das relativ schnell auch war.

Bleibt der Preis ...
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RE: Cornell Romany

Hi,
geiles Teil, leider viel zu teuer für mich
Zum Gain:
wer braucht schon Metal, wenn man auch blues haben kann?

MFG -Basti-

P.S.: Ganz vergessen; Sehr geiles Review!
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RE: Cornell Romany

Lecker Amp und gut formuliertes Review!


...kein Schweizer Taschenmesser mit 34 Funktionen, sondern ein Spezialist!

Und dieser Satz von dir sagt eigentich alles aus. Mir ist ein Amp, der mir in einer (nämlich meiner) Richtung sein bestes gibt auch am allerliebsten. Der Cornell Romany zeigt sich wahrscheinlich mit Singlecoils und allerhöchstens noch P90 von seiner besten Seite. Das kenne ich von vielen vergleichbaren Amps dieser Art. Mit dem Kustom Defender, den ich mir grade zugelegt habe ist dies fast genauso. Ultrageile Clean- und Crunchsounds mit Tele und Strat und wenn die Paula dranhängt muss man heftigst schrauben, um dort auch in etwa gleichgut zu klingen.

Nun, ich wünsche dir allzeit fette Töne und viel Spaß
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RE: Cornell Romany

Magman schrieb:
Mit dem Kustom Defender, den ich mir grade zugelegt habe ist dies fast genauso. Ultrageile Clean- und Crunchsounds mit Tele und Strat und wenn die Paula dranhängt muss man heftigst schrauben, um dort auch in etwa gleichgut zu klingen.


Hi Namensvetter,

du solltest mal versuchen eine Paula mit P-90ern über den Kustom zu spielen, dann geht die Sonne auf und du brauchst nicht mehr heftig schrauben.
Vielleicht hast du mal die Möglichkeit dazu.

Gruß, Martin
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