ESP SV Standard WH

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ESP SV Standard WH

Eigentlich auf der Suche nach einer günstigeren Bühnengitarre für Metal bin ich dann nach längerem Spielen (und weil ich diese Optik bei Gitarren schon seit Jahren attraktiv finde) doch wieder bei einem den Geldbeutel strapazierenden Instrument, der ESP-Version von Jacksons Randy Rhoads-Modell, hängen geblieben. Getestet habe ich die Gitarre bei Justmusic Hamburg vor Ort erst einmal unplugged in einer der wenigen ruhigen Ecken. Der Ton ist voll, hell und überzeugend, das Holz schwingt bis in die letzte Ecke. Die Werkseinstellungen waren bei dieser Gitarre auch überraschend gut, keine Saite hat geschnarrt, eine gute Bespielbarkeit war von Anfang an gegeben und alles war bund-und oktavrein.

Sogleich habe ich die Gitarre an einen Bulldog angeschlossen (denLachs oder Studiobreaker, ich weiß es nicht mehr...) und offene Akkorde gespielt. Leider lassen die EMGs echt zu wünschen übrig. Gar nicht mal die Dynamik, wie man immer hört, aber es hört sich echt etwas steril an. Naja, war mir von vornherein irgendwie klar. Ist meine persönliche Meinung, einige schwören ja sogar bei Jazz und Country auf EMGs.

Nach ein paar kläglichen Funk- und Jazzversuchen habe ich dann den Bulldog Jack 66 geschnappt und dort verzerrt gespielt. Und das gefiel mir dann echt gut. Offene Akkorde matschen leider etwas, aber die Brutalität des Metalsounds lässt ansonsten keine Wünsche offen. Das Floyd Rose arbeitet sauber und verstimmungsfrei, der durchgehende, nicht zu dünne Hals im Satin-Finish sorgt für lang anhaltende Töne (auch wenn der geschraubte Hals meiner Ruokangas mehr Sustain hat) und liegt angenehm in der Hand. Nur die Doppelbestückung mit zwei EMG 81ern ergibt meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn. Noch nie klang ein Halstonabnehmer so nach Bridge-Tonabnehmer Da ich die Gitarre wirklich nur für Metal nutze und für alles andere gut ausgestattet bin, kaufte ich sie und nahm sie in einem tollen, geräumigen, nur leider etwas sperrigen Formkoffer von ESP mit nach Hause. Bei der ersten Bandprobe über meinen Brunetti hat die Gitarre eine gute Figur gemacht, am Gurt hängt sie ohne erkennbare Anzeichen von Kopflastigkeit o. Ä..

Resümee:
Eine gute Bühnengitarre, aber ich würde sie niemandem empfehlen, der den Hauch einer Ahnung hat, dass er irgendwann einmal was anderes als Metal machen möchte. Wenn es Serienstreuung gibt, habe ich Glück gehabt. Die Verarbeitung ist zwar sehr gut, aber gleiche Qualität gibt es auch für weniger Geld, bei diesem Preis bekommt man bei weniger bekannten Herstellern mehr fürs Geld. Die EMGs, zumindest den Halstonabnehmer, werde ich sicherlich irgendwann mal austauschen. Es lohnt sich bestimmt, da die Gitarre ein enormes Potential hat. Ein so schöner Unplugged-Sound muss doch zur Geltung gebracht werden.

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, ich hoffe, dieses Review ist interessant und nützlich. Ein Eintrag in die Equipment-Galerie mit Bildern folgt bald...

Liebe Grüße
Hendrik
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