Review Fender Super Sonic

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Review Fender Super Sonic

Ich spiele den Fender Super Sonic (Topteil) über eine 4x12-Box (mit Black Shadows) seit jetzt etwa einem Jahr. Aber bevor ich zu meinen Eindrücken komme, zuerst einmal zur Ausstattung.
Der Amp hat zwei Kanäle (clean und verzerrt), wobei der cleane Kanal noch über zwei Modi verfügt, die Vibrolux und Bassman heißen. Dieser erste Kanal hat einen Bass- und einen Höhenregler, der zweite Kanal hat zusätzlich einen Mittenregler. Beide Kanäle verfügen natürlich über Lautstärkeregler. Für den zweiten Kanal kommen dann noch zwei Gain-Regler hinzu.
Es gibt einen Effekt-Loop, der an Ein- und Ausgang regelbar ist. Schließlich gehört noch eine Fußleiste mit drei Schaltern dazu. Mit dem ersten Schalter lassen sich die Kanäle umschalten, mit dem zweiten lassen sich die Modi des ersten Kanals wählen und mit dem dritten kann man den Effekt-Loop an und ausschalten. Da der Loop regelbar ist, bedeutet das auch, dass man diesen Effektweg als Lautstärkeboost nutzen kann. Dazu muss man Ein- und Ausgang nur mit einem kleinen Patchkabel verbinden, die Regler so einstellen, dass bei Aktivierung des Effektweges eine Lautstärkeanhebung einsetzt ... und schon hat man einen prima Soloboost. (Aber natürlich kann man den Loop auch einfach für Effektgeräte benutzen).

Der Clean-Kanal:
Dieser Kanal – um es gleich zu sagen – ist nicht ganz unproblematisch. Es fängt schon damit an, dass der Bassman-Modus deutlich lauter ist als der Vibrolux-Modus. Das ist im Live-Betrieb nicht sehr praktikabel. Auch mit den Sounds habe ich lange gehadert. Der Vibrolux klingt sehr hell und dünn, der Bassman ist genau das Gegenteil und oft habe ich mir eine Mischung aus beiden gewünscht. Um den Vibrolux erträglich zu machen drehe ich meist den Bassregler voll auf und den Höhenregler deutlich zurück. Die Einstellung ist allerdings für den Bassman wiederum fragwürdig, sodass man also auch nicht so ungetrübt zwischen den Modi hin- und herschalten kann, ohne am EQ zu fummeln. Als Notbehelf benutze ich einen Bodentreter-EQ, dessen Einstellung ich dann auf einen der Modi anpasse und den ich dann beim Umschalten an- bzw ausschalte. Da der Bodentreter auch einen Lautstärkeregler hat, kann ich auf dem Weg auch den Lautstärkeunterschied zwischen den Modi ausgleichen. Aber perfekt ist diese Lösung freilich nicht.
Inzwischen habe ich festgestellt, dass mein Gefallen am Clean-Kanal sehr von der verwendeten Gitarre abhängt. Mit meiner PRS Standard zum Beispiel klingt mir der Kanal viel zu „analytisch“, also irgendwie zu „hart“. Mit meiner Strat oder einer PRS SE Singlecut sieht die Sache schon ganz anders aus. Plötzlich hat der Vibrolux einen schönen Twang mit hohem Spaßfaktor oder mit dem Bassman kann man warme Jazzsounds hinzaubern. Also, wenn man andere (negative) Reviews zu diesem Verstärker liest, sollte man diese deutliche Gitarrenabhängigkeit des Clean-Kanals im Auge behalten.
Schließlich möchte ich noch anmerken, dass der Kanal meines Erachtens sehr pedalfreundlich ist. Ich habe inzwischen verschiedene Verzerrer ausprobiert und eigentlich klang alles gut – besonders im Bassman-Modus (wenn man halt ein paar Höhen reindreht). Schöne Crunch-Sounds kann man z.B. mit einem vorgeschalteten OCD von Fulltone oder einem AC Boost er von Xotic erzeugen. Den Clean-Kanal allein durch Endstufenübersteuerung zum Cruchen zu bringen, ist natürlich möglich. Das Resultat gefällt mir aber gar nicht. Die Verzerrung wirkt recht grobschlächtig. Außerdem muss man den Amp dazu sehr laut fahren, und was sagen die Band-Kollegen dazu, wenn man bei einer Passage, in der man einen Crunch-Sound haben möchte, plötzlich den Verstärker wie blöd aufreißt?

Der Zerrkanal:
Wie oben erwähnt, gibt es zwei Gain-Potis. Was sich technisch dahinter verbirgt, soll hier egal sein. Auf jeden Fall bekommt man mit den gegebenen Einstellmöglichkeiten eine Menge hin – von eher offenen angezerrten Sounds (SRV) bis hin zu fetten, komprimierten Leadsounds. Gain gibt es also eine Menge, aber wer so etwas wie einen Rectifier- oder JVM 900-Sound sucht, wird mit dem Super Sonic wohl nicht glücklich. Dafür geht der Grundsound zu sehr in die bluesige Richtung oder in die Classic-Rock-Richtung. Aber eher amerikanisch als britisch.
Prima reagiert der Amp auch auf das Volume-Poti der Gitarre, so dass man allein damit sehr gut zwischen Rhythmus- und Leadsound wechseln kann. Freilich lässt sich dieser Wechsel auch hervorragend mit einem Booster machen.
Was bleibt noch anzumerken? Ach ja, die Sensibilität hinsichtlich der verwendeten Gitarre, die ich beim Clean-Kanal erwähnt habe, kann ich bei verzerrten Kanal nicht entdecken. Hier klingt alles gut. Und verschweigen sollte ich wohl auch nicht, dass ich mal eine Vorstufenröhre – die „erste“ in der Reihe – ausgetauscht habe gegen ein Exemplar von TAD.
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