Haaalooo, Laney - geht's noch? (CUB 10)

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Haaalooo, Laney - geht's noch? (CUB 10)

Nach dem ich hier von nicht so angenehmen Erfahrungen in Sachen Amps berichtet hatte, möchte ich Euch auch ein Positiverlebnis nicht vorenthalten.

Die Geschichte fängt so an, dass ich angefixt von guten Berichten im Web über das Ämpchen FAME Studio Tube 15 Head einen eben solchen bestellte. Leider kommt erstmal auch ein weniger erfreuliches Erlebnis aber es gibt auch ein Happy End (ein Schelm, wer Böses denkt), versprochen...

Der Fame wollte in meinen Ohren nun gar nicht klingen; die Verarbeitung ließ zu wünschen übrig, die Röhren waren Schrott, er rauchschte und brummte stark. Kurzum der Amp wurde zurückgeschickt und ich entschloss mich einen anderen Amp, über den ebenfalls viel Gutes berichtet wird zu nehmen: Den Laney Cub 10.

Nach etwa 3 Wochen hin und her mit dem Händler kam der Amp heute an.

Nun was soll ich sagen, mir taten irgendwan die Fingerkuppen weh. Ich glaube ich habe auf Anhieb drei Stunden mit der kleinen Kiste meinen musikalischen Spaß gehabt!

Das fing schon beim Auspacken an. Der Amp ist erstmal voluminöser als erwartet. Das Gehäuse hat eine Tiefe, die andere kleine Amps nicht aufweisen können. Dir Röhren sind wirklich gut, alle von Ruby. Ein Vergleich mit NOS-Teilen brachte keine wesentliche Änderung. Vermutlich kann der kleine Amp den Unterschied gar nicht großartig umsetzen - will sagen mit den Originalröhren klingt der Amp auch sehr, sehr gut. Abstriche muss man lediglich beim Speaker machen. Er trötet einwenig und macht den Klang des Amps unnötig topfig. Eine kurzerhand angeschlossene GL112 von H&K konnte den wahren Charakter und die wahre Größe des Cub 10 entfalten. Und die hat sich gewaschen!

Der Laney klingt unheimlich warm, dennoch stets transparent und auch sehr dynamisch. Eine Note charmanten Drecks ist irgendwie immer dabei. Beide Inputs sind absolut brauchbar und wo ich gerade dabei bin - ich kann es kaum glauben - ist das wirklich so?

VERGOLDETE EINGANGSBUCHSEN!

Da fiel mir mein Fender Super-Sonic 22 ins Auge und ich musste den Amp aufmachen. Drin ist es wirklich seehr vorbildlich. Einige SMD-Bauteile sind auch da aber alle Bauteile machen einen sehr ordentlchen Eindruck. Kondensatoren und Widerstände sind in einer robusten Ausführung, die Lötpunkte vorbildlich und glänzend. Die Hauptplatine hat sehr dicke Leitungen, kommt sehr sauber daher. Die kleine Kontrolplatine ist separat, die Zuleitungen wirken als wären sie abgeschirmt. Der Amp rauscht nur ganz leicht, brummt nicht oder kaum. Jedenfalls sind die Pickups meiner sehr gut abgeschirmten Strat mit PG-Shield und Abschirmlack überall mit ihrem Brumm lauter. Eine Gleichrichtung der Heizung wird der Amp vermutlich nicht haben. So oder so, es kam mr gar nicht in den Sinn, danach zu schauen.

Einziger Schwachpunkt könnten allerdings die kleinen Trafos sein. Sehr mickrig wirken sie und ordentlich warm werden sie. Vielleicht kommt die o.g. Dreck-Note vom übersteuerten AÜ? Keine Ahnung.

Der Tone-Regler ist sehr sanft in seiner Wirkung und kann lediglich dazu genutzt werden, die angeschlossene Box abzustimmen. Der Amp ist insgesamt ziemlich bassig, ein geschlossenes Gehäuse kann auch mal wummern. Dann kan es auch etwas "fartig" werden, jedoch immer im Rahmen.

Verzerrungen sind aus dem Amp bei ziviler Lautstärke kaum machbar. Man muss ihn wohl erstmal ordentlich aufreißen, was ich in meiner Wohnung meinen sehr geduldigen Nachbarn doch nicht zumuten wollte.

Das Gehäuse ist wie gesagt voluminös aber hat auch ein wenig unter den Sparmaßnahmen gelitten. Die Schrauben sind auch billigste sorte und sehr weich.

Ich für meinen Teil bin dennoch sehr positiv überrascht vom Laney Cub 10. Er ist clean ein wirklich toller kleiner Amp. Mit etwas Hall klingt es nochmal deutlich räumlicher und leckerer. Er ist laut genug für Sessions und Proben, wenn man ihn günstig aufstellt. Mit einer großen Box geht noch mehr. Pedale mochte er ganz gerne, ich hatte den Keeley Compressor, den OCD V1, Xotic RC Booster, Malekko Delay, einen Daniel D. und den Nova Reverb davor ausprobiert. Lediglich der RC ist eigentlich unnötig gewesen, da irgendwie nichts fehlt und der Sound ausreichend Presence hat. Also ausschalten...

Das wichtigste, glaube ich: Die Sparmaßnahmen haben die sehr gute Substanz des Amps nicht angegriffen und somit kann ich den Amp gerne weiterempfehlen. Der Preis von ca. 200,- geht für mich in Ordnung!

Happy End!
 
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