Review Peavey Rockmaster Preamp

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Review Peavey Rockmaster Preamp

Moin,

seit einiger Zeit bin ich glücklicher Besitzer eines Peavey Rockmaster, den ich hier kurz vorstellen möchte.

Der Rockmaster ist ein Giitarren-Preamp mit 4 ECC83-Röhren, wird nicht mehr hergestellt, ist aber bei den einschlägigen Internet-Auktionslattformen oft gebraucht erhältlich.
Hörensagen zufolge entspricht der Rockmaster in Etwa der Vorstufe des Peavey Ultra (3-kanaliger Vollröhrenamp, wird ebenfalls nicht mehr gebaut, gilt als Vorfahre des Peavey XXX).

Features:

Der Rockmaster hat, wie gesagt 4 ECC83-Röhren.
Irgendwo habe ich gelesen, 2 davon wären die eigentliche Preamp-Sektion, eine diente für den Effektweg und die vierte sei eine Treiberstufe für den nachgeschalteten Poweramp.
Das weiss ich aber nicht sicher.
Er hat zwei unterschiedlich empfindliche Eingänge, einer für normale PUs und einer
mit geringerer Empfindlichkeit für extrem outputstarke Pickups (ich benutzen den normalen).

Sicher weiß ich, dass der Rockmaster 3 Kanäle hat: Clean, Crunch, Ultra.
Clean verfügt über Volume und 3-band-EQ, Crunch und Ultra habe nje eine eigene Gain/Master-regelung und teilen sih einen 3-Band-EQ.
Die gainregler für Crunch/Ultra sind Push/Pull und liefern "gezogen" einen Gainboost.
Der EQ für Ultra und Crunch ist offenbar aktiv mit +- 15 db.

Per Fußschalter sind die Kanäle schaltbar (Boost jedoch nicht).
Auffällgstes Feature des Rockmaster: 5 (!) Effektwege.
Je einer für Clean, Crunch, Ultra, einer für alle Kanäle, einer gemeinsam für Crunch und Ultra.
Midi hat er (afaik) nicht, aber mit den 5 ffektwegen kann ichz.B. in denClean-Effektweg einen Chorus einschleifen und z.B. in den Loop für Crunch ein Reverb, und wenn ich dann zw.Clean und Crunch umschalte, wird auch gleich von Chorus auf Reverb umgeschaltet.
Praktisch, das.

Klang:

Clean (Normal Chanell) ist nett. Er hat leider nur einen Volumenregler (also keine Pre/Post-Regelung) und lässt glasklare Klänge bis angezerrte Sounds zu. Klingt gut, lebendig, dynamisch.
Da er unten viel Pfund hat, drehe ich die Bässe auf etwa 3 von 10 und Höhen stehen auf etwa 7,5 von 10.
Damit klingt er mit Humbuggern und Singelkeulen ansprechend.
Vorgeschaltete Zerrpedale klingen auch recht gut. Z.B. mit dem Marshal Guv'nor I erhält man schöne 2204-Töne.

Der Cleankanal hat neben der (wie es scheint passiven) 3-Band-Klangregelung noch ein Presence-Poti.

Der Crunchkanal überschneidet sich etwas mit dem Cleankanal, was leicht angezerrte Klänge angeht, Crunch kann aber (mit aktiviertem Boost) auch schon fast Highgain und sehr viel dazwischen.
Charakter: eher Richtung moderner Marshall, aber wie alle Kanäle recht vielseitig. Auffällig: sehr dynamisch, je nach Einstellung des Gain kann man rein durch den Anschlag von Clean bis ordentliches Pfund variieren. das macht Spaß.
Stellt man Gain höher, kann man immer noch per Gitarren-Lautstärkeregler auf völlig clean "umschalten".
Auch die Unterschiede z.B. zw. Humbucker, P90 und Strat-SC hört man sehr deutlich. Was den Zerrgrad angeht, aber auch was Ansprache und Ton betrifft.
Mit einer HSS-Strat kann man nur über den 5-Wege-Schalter locker zw. fettem Rock-Crunch und fast clean hin-und herschalten. Find ick juut.

Durch die aktive EQ-Schaltung sind wie gesagt sehr viele Klänge möglich. Der obigen erwähnte marshalleske Ton kommt bei recht neutraler Klangeregelung.
Er kann ein fettes Basspfund liefern, und zwar ohne Klangmatsch.

Ultra:

Geiler Highgain-Sound und obendrein recht variabel als Kurzfazit.
Der Crunchkanal ist gut, Ultra ist besser.
Hier ist (bei gezogenem Boost) viel Gain am Start; es sollte für eigentlich alles ausreichen, auch für härteren Metal, vielleicht mit Ausnahme von megaextremen Zerrklängen.

Der Ultra komprmiert naturgemäß etwas mehr als Crunch, dennoch geht auch hier mit dem Gitarren-Volumenputi nochder Sprung von leichtem Crunch zu HighGain.

Die EQ-Regelung, die sich Ultra mit Crunch teilt, lässt wie bereits erwähnt extremere Klangverbiegungen zu.
Das Mittenpoti ist Push-Pull, bei Pull verlagert sich die Frequenz zu unteren Mitten und es sind modernere Sounds möglich; ich bevorzuge aber eher die Push-Position.
Auffällig ist das sehr niedrige Rauschen, auch bei höherem Gain.
Wie auch Crunch ist Ultra dank aktivem EQ recht variabel, mir gefällt aber eine eher neutrale EQ-Einstellung ohne aktivierten Mid-Shift am besten;
diese Einstellung ist auch ein guter Kompromiss mit dem Crunch-Kanal.
Obwohl Ultra echt viel Zerre hat und bei etwa neutralem Bassregler auch ein ordentliches Pfund Bass rausdrückt, matscht nix.

Was mir am Rockmaster gefällt:
- Cleansound, Ultra-Sound, aber auch den Crunchklang finde ich gut, Ultra und clean finde ich sogar sehr gut, so rein klanglich.
- Dynamik, Variabilität, Bassreserven in allen Kanälen.
- Je Kanal ein eigener Loop
- Das auch bei höherem Gain sehr gute Rauschverhalten
- Mittenregelung bei Ultra/Crunch von "modern" auf "vintage" umschaltbar
- Genug Gainreserven im Crunch- und im Utra-Kanal sowieso


Was mir nicht so gefällt:
- kein eigener EQ für Crunchkanal (aber man kann nen EQ nur für Crunch oder nur für Ultra einschleifen)
- Kanalumschaltung mit 2 Fußschaltern. Der eine schaltet Clean ein oder aus, der andere schaltet, sofern Clean aus ist,
zwischen Crunch und Ultra um. Dadurch kann man nicht mit nur einem Fußtritt von
Clean auf Ultra wechseln oder umgekehrt (sofern zuvor "Crunch" ausgewählt war).
3 Fußschalter, mit denen jeder kanaldirekt anwählbar ist, finde ichbesser bei mehr als 2 Kanälen.
- Keine eigene Ausgangslautstärke für Clean. Will man Clean anzerren, geht das, aber dann muss man
die Chanelvolumes für Crunch/Ultra erhöhen und gegebenfalls an der Endstufe noch die Lautsärke anpassen.
- Für den ders braucht: kein Midi

Nicht getestet habe ich den (angeblich frequenzkorrigierten) XLR-Ausgang.

Fazit: klanglich macht er mir viel Spaß. Er klingt nicht perfekt, aber schon recht gut, meinem Gusto nach.
Gebraucht kostet er so um die 200 bis 300 Euro, und für den Preis bietet er schon eine Menge Features.
Er deckt recht viekl ab, von ultraclean bis mächtig verzerrt und wer eher in der rockigen Ecke
unterwegs ist, bekommt ohne allzuwilde Kurbelei an den Reglern rasch ansprechende bis hervorragende Rocksounds raus.
An der Endstufe (via Return-Buchse) meines Engl Straight gefällt er mir deutlich besser als die Vorstufe des Straight,
und der Straight ist beleibe kein übler Amp.

Tschö
Stef
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