Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

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Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

"haperte" ist wohl richtiger, denn die Fehler wurden ja schon gemacht. Sonst gäbe es die riesige Schuldensumme nicht.

Soweit ich das mitkriege ist der Hauptgrund falsches Management und Personalführung, die der Chef zu verantworten hat. Mitarbeiter werden schlecht behandelt und machen dann auch nur "Dienst nach Vorschrift". Im mittleren Management werden Mitarbeiter im Monatsrhythmus wegen Kleinigkeiten gefeuert. Die schlechte Motivation der Mitarbeiter wirkt sich irgendwann auf die Qualität aus.

Dazu kommen noch Entscheidungen wie das Min-U-Tune-System und andere "Verbesserungen", die bei erzkonservativem Gitarrenvolk dafür sorgen, dass die Gitarre seit einigen Jahren wie Blei in den Läden hängen und nun z.T. für Spottpreise verkloppt werden. Dann hat man die primären Kunden (die Musikalienläden) versucht, mit Knebelverträgen zu gängeln, die daraufhin z.T. die Gibson-Produkte aus dem Sortiment nahmen. Und so weiter.

Ich denke, mittelfristig wird die Marke "Gibson" an irgendjemanden verkauft. Vielleicht an einen großen chinesischen Gitarrenproduzenten?
 
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Hallo,

wer weiß, vielleicht kauft jemand den profitablen Custom-Shop auf und dann produzieren sie nur noch handgebaute Edel-Paulas für 8k Euronen aufwärts...

Vielleicht ist es jetzt ein guter Zeitpunkt sich noch schnell eine Gibson Les Paul von der Stange zu kaufen.

Gruß Martin
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Ich kann z. B. dem Kunden nicht das Gefühl geben:

"Für 1.800 Öre bekommst Du ein Original, auf dem Les Paul draufsteht, klingt auch ganz okay. Ab 6.000 bekomsmt Du dann eine wirklich gute Gitarre."

Sowas geht gar nicht.
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Schnabelrock schrieb:
Ich kann z. B. dem Kunden nicht das Gefühl geben:

"Für 1.800 Öre bekommst Du ein Original, auf dem Les Paul draufsteht, klingt auch ganz okay. Ab 6.000 bekomsmt Du dann eine wirklich gute Gitarre."

Sowas geht gar nicht.



Genau das habe ich auch schon oft gedacht. Die Preisspannen sind teils extrem. Bei PRS natürlich auch, Standard zu 10 Top.

Und wenn man dann mal überlegt, wie schon so oft in Threads thematisiert, wieviel gute Gitarren (Sound, Haptik, Verarbeitung) es mitunter in der Kategorie unter 1.000,00 Euro gibt . . . Yamaha, PRS SE . . . Massenware

Bei den hochpreisigen Modellen ist m. E. schon sehr oft Imponiergehabe und Statussymbol dabei.
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Ha.Em schrieb:
Und wenn man dann mal überlegt, wie schon so oft in Threads thematisiert, wieviel gute Gitarren (Sound, Haptik, Verarbeitung) es mitunter in der Kategorie unter 1.000,00 Euro gibt . . . Yamaha, PRS SE . . . Massenware



Tatsächlich spiele ich nach einem Leben voller Les Pauls (1x Deluxe, 3x Standard, 1x Classic, 1x Custom) seit einem Jahr zwei Yamaha Revstar (502 und 620) und diese beiden halten für das halbe Geld, was die Gibson meist nur versprechen. Sound, Haptik, Verarbeitung ...
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Ha, ha,

ich bin zum Glück immun, das mit Gibson lässt mich völlig kalt.
Da ich mein traumatisches Erlebnis mit einer LP adhock schon mit 16 auf der Bühne hatte...

Obwohl nicht aufgefallen (weil frenetischer Applaus), hatte ich dennoch das Gefühl mich blamiert zu haben mit diesem unförmigen Klotz.

So, und jetzt steinigt mich!

LG Tom58
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Den Mehrpreis von Gibson im Vergleich zu deutlich günstigeren aber qualitativ gleichwertigen Gitarren hat man wegen Image, Nostalgie oder allgemein "dem Ruf" bezahlt. So ist das ja immer bei Markenprodukten. "Den Ruf" haben sie sich jetzt aber bei den Alten (uns hier) z.T. ruiniert und bei den jüngeren Gitarristen hatte Gibson nie den hohen Status. Da haben andere Gitarrenmarken (Jackson, Kramer, ESP u.a.) auch "Kultstatus". Da geht der Umsatz und Gewinn halt runter.

Ich freue mich, kürzlich eine Gibson SG in vernünftiger Qualität für 555 Euro neu erstanden zu haben. Für mich ist die derzeit beste (Preis/Leistung) Les Paul die Epiphone Tribute Plus, deren Preis in den letzten Monaten angezogen ist und die z.T. 770 Euro kostet.
 
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Moin,
man kann über Qualität, Preis- und Modellpolitik geteilter Meinung sein, aber der Gitarrenbau ist das Einzige was in dem Konzern Gibson Brands noch läuft und Geld einbringt.

Die Überschuldung ist eine Folge der zahllosen Zukäufe (Onkyo, Philips, TEAC, Stanton/Cerwin Vega, Cakewalk), die eben nichts zum Gewinn beitragen. Im Gegenteil, die Abschreibungen auf die hohen Kaufpreise färben die Bilanz rot.
Wahrscheinlich wollte Herr Juszkiewicz so eine Art integrierten Konzern schaffen wie Yamaha oder Music Group (Behringer).
Hat halt nicht geklappt.

Die Kreditgeber streben nun eine Lösung ohne Herrn Juszkiewicz an, Herr Juszkiewicz strebt eine Lösung ohne die jetzigen Kreditgeber an - schauen wir mal, wer gewinnt.

Gruß,
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

sunburst schrieb:
Moin,
man kann über Qualität, Preis- und Modellpolitik geteilter Meinung sein, aber der Gitarrenbau ist das Einzige was in dem Konzern Gibson Brands noch läuft und Geld einbringt.

Die Überschuldung ist eine Folge der zahllosen Zukäufe (Onkyo, Philips, TEAC, Stanton/Cerwin Vega, Cakewalk), die eben nichts zum Gewinn beitragen. Im Gegenteil, die Abschreibungen auf die hohen Kaufpreise färben die Bilanz rot.
Wahrscheinlich wollte Herr Juszkiewicz so eine Art integrierten Konzern schaffen wie Yamaha oder Music Group (Behringer).
Hat halt nicht geklappt.

Die Kreditgeber streben nun eine Lösung ohne Herrn Juszkiewicz an, Herr Juszkiewicz strebt eine Lösung ohne die jetzigen Kreditgeber an - schauen wir mal, wer gewinnt.

Gruß,


Schöne Zusammenfassung und des Pudels Kern klar genannt.

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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Worst case wäre m.E. die Übernahme durch einen reinen Finanzinvestor ohne Bezug zum Hauptprodukt "Gitarren". Die Marke hat sicher einen enormen Wert, die finanziellen Verpflichtungen (ich sträube mich Schulden zu schreiben ;) sind es aber auch. Und wenn man den alten Finanzchef nach nicht einmal einem Jahr absetzt, dann ist die Lage wohl prekärer, als man öffentlich zugibt. Laut H.J. ist die Instrumenten- und ProAudiosparte aber profitabel, man hat aber viel Familiensilber (Immobilien usw.) verkauft.

Was die Modell- und Preispolitik betrifft: ich gebe zwar gerne gutes Geld für gute Gitarren aus, aber 10.000.- für zwar extrem limitierte, schöne, aber manchmal auch etwas "tote" Instrumente (hatte vor einiger Zeit eine True Historic AceFrehley in der Hand, sehr schön, sehr edel, aber als Instrument überhaupt nicht überzeugend) kann ich nicht nachvollziehen. Andererseits scheint es den Markt dafür ja zu geben.. Die Kritik trifft Gibson (und Fender auch) glaube ich aber schon auch deshalb so hart, weil es hier um die Legenden geht, die den Markt auch ziemlich beherrschen. Plumper Vergleich: bei BMW und Mercedes ist man sicher auch kritischer als bei Hyundai oder Kia.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Hat jetzt mit Gibson nichts zu tun, aber mit Überheblichkeit.

Die Koreaner bauen in Tschechien und packen VW und Co lansam ein.
Und so geht das auch mit Gitarren zu machen - Marktwirtschaft halt.
V.H.
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Re: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Ha.Em schrieb:
Guten Morgen,

in vielen Foren wurde ja schon seit geraumer Zeit spekuliert und gemutmaßt.

Heute morgen dann auf n-tv.de:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Gitarrenbauer-Gibson-kaempft-um-Existenz-article20295335.html

Woran hapert es Eurer Meinung nach bei Gibson, dass es zu dieser "Schieflage" kam?


Gruß

Ha.Em


Es hapert an allen Ecken. Ich habe z.B. erst vor einem Monat eine Gibson zurückgeschickt. Ich hatte beim großen T eine N-225 bestellt. Der erste Eindruck war so schlecht, dass ich sie nicht einmal am Amp ausprobiert habe. Alles an dem Instrument wirkte billig und so, als ob sie sich keiner noch mal angeschaut hat bevor sie über den Ozean verschifft wurde.

Letztlich habe ich in den letzten 2 Jahren jede 2te Gibson die ich bestellt habe zurück geschickt. Auf Dauer kann so etwas nicht gut gehen, da muss man kein Betriebswirtschaftsstudium absolviert haben.
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Ich wage auch mal zu bezweifeln ob die angesprochene so positive Entwicklung bzw. reine Absatzahlen der Instrumente so stimmt, oder ob das denn nur geschönte Zahlen sind.
Ich finde es z.B. immer sehr seltsam, dass von einem Traditionsinstrument wie der Les Paul es jedes Jahr ein neues Standard-Modell gibt mit irgendwelchen "Improvements" und die ein Jahr später dann als Ladenhüter für die Hälfte verkauft werden.

Finde ich einfach äußerst seltsam, ob es denn dafür eine so notwendige Käuferschicht gibt?
Es scheinen viel zu viele Instrumente zu geben, die gar keinen Absatz finden.

Diese "Improvements" können ja dann auch nur wieder Sachen sein, die eine Kosteffizientere Herstellung bedeuten, wo Fehler kaschiert werden etc.
Wenn man sich auf die Fahne schreiben würde einfach nur gute Instrumente zu fertigen, ohne irgendwelchen Schnickschnack, würde man wahrscheinlich nicht die Hälfte der Instrumente bauen müssen...
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Re: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

@ V.H.

Max schrieb:
Es hapert an allen Ecken. Ich habe z.B. erst vor einem Monat eine Gibson zurückgeschickt. Ich hatte beim großen T eine N-225 bestellt. Der erste Eindruck war so schlecht, dass ich sie nicht einmal am Amp ausprobiert habe. Alles an dem Instrument wirkte billig und so, als ob sie sich keiner noch mal angeschaut hat bevor sie über den Ozean verschifft wurde.


Das kann ich von meinen VWs nicht sagen. Abgesehen von Dieselgate und Manager-Gier bin ich mit den Autos an sich immer rundum zufrieden gewesen, zufriedener als mit Renault, Opel, Ford, Toyota.

Zurück zum Thema - ich habe mit Gibson-artigen Gitarren angefangen, und die schlechtesten waren dabei echte Gibsons. Mann, was war meine ES schön - aber toll klingen tat sie nicht. Da waren die Hamers und die Burny klar besser.

Exkurs:
Zu Fender könnte ich ähnliches schreiben - ich habe eine Squier, eine Tokai, zwei Warmoth und eine Danocaster. Nach einer gleich guten Fender habe ich immer vergeblich gesucht - sorry.
Exkurs Ende.

Ja, der Markt, der Markt.
Ich denke schon, dass Arroganz in Kombination mit BWL-Denke (Profitmaximierung usw) der direkte Weg in den Abgrund sind. Als VWL-Mensch hätte man auf dem Schirm, dass "die Leute" auch genug verdienen müssen, um 10.000€-Gitarren zu kaufen, aber BWLer sind dafür nicht zuständig, auch nicht dafür, dass Gitarren eben auch GUT sein müssen. QUALITÄT gehört ins Zentrum, nicht Profit.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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Re: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

ferdi schrieb:
QUALITÄT gehört ins Zentrum, nicht Profit.


Qualität gehört ins Zentrum. Preis ist im Zentrum.
Verfasst am:

RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

Moin,

Gibson entläßt Mitarbeiter des Custom Shops:
https://www.nashvillepost.com/business/music-business/article/20994206/gibson-lays-off-staff-in-nashville-custom-shop

Betroffen sind von rund 100 Mitarbeitern "mehr als 15 Mitarbeiter, darunter 'Senior Worker' und 'Supervisor'"

Ein bißchen off topic, aber bei Heritage soll es auch zu Entlassungen gekommen sein:
http://www.heritageownersclub.com/forums/topic/32946-change-at-heritage-guitar/

Sind halt schwierige Zeiten, der Absatz von E-Gitarren in den USA ist in den letzten 10-12 Jahren um ca. 1/3 gesunken.

Gruß,

Edit: Link berichtigt
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RE: Gibson - Was schon lange gemunkelt wurde

sunburst schrieb:
Moin,

. . . der Absatz von E-Gitarren in den USA ist in den letzten 10-12 Jahren um ca. 1/3 gesunken.



Edit: Link berichtigt



Moin,

e-Gitarren gesamt, oder der Marktanteil Gibson?

Ha.Em
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