Wir müssen lernen über Geld zu reden!

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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

auge schrieb:
diet schrieb:
Das ist für mich ein unlösbares Problem....
Wer soll denn da bewerten, dass A mehr wert ist als B?

Für mich sind nicht die meisten Kreativen unfähig, ihre Leistung zu bewerten. Ich meine eher,
es gibt gar keine wirkliche Möglichkeit, eine Leistung wie "geschaffene Musik" wirklich reell oder "nüchtern" zu bewerten.
Mit "ist das Kunst oder kann das weg" ist das Dilemma gut beschrieben, denn darauf hat niemand eine Antwort
und schon gar nicht einen Wert in Euro parat

Also ich bin echt froh, dass die Musik "nur" mein Hobby ist

Gruß Diet


Nun.
Was soll der Grafiker, der Texter oder andere kreative Köpfe sagen.
Ich finde den Wert einer Unterrichtsstunde zu bemessen nicht schwer.
Ein Freund ist Komponist im E Musik Bereich (Ernste Musik) der fast nur im Auftrag komponiert. Der weiss recht gut was er verlangen kann/muss.
Also die Frage:"Wer soll das bewerten?" ist meiner Ansicht nach vom Künstler zu erwarten. Wenns der nicht weiss, dann weiss es ein "Laie" schon gar nicht.

trekkerfahrer schrieb:
Zusammenfassend: Ich finde es inzwischen recht leicht den Wert von Musik als Dienstleistung (Cover) zu verkaufen. Bei eigener Musik sind manchmal Kompromisse angesagt, wobei es dabei halt immer schwer zu bewerten ist, inwiefern das Spielen auch Eigenwerbung ist.

....


Das ist ja schon ein recht pragmatischer Zugang der wahrscheinlich auch funktionieren kann.

Wie gesagt. Das ist keine Bringschuld der Auftraggebers sondern des Künstlers den Wert zu bemessen.



Dann haben wir ja bezüglich der Bewertung aber schon mal einen konkreten Unterschied bzw. zwei Paar Schuh am Start.
Da gibt es einerseits den Bereich Cover/Auftrag/Dienstleistung, da fällt einem die Bewertung offensichtlich leichter.
Bei wirklich eigener Musik, die man an den Mann bringen will sieht es allerdings anders aus und problematischer.

So geht es mir, die Gage für einen Gig mit der Coverband zu fordern ist kein Ding.
Bei eigenen Sachen hab ich aber echt ein Problem.

Gruß Diet
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Es liegt - wie so oft - einfach an Angebot und Nachfrage.

Covermucke/Tanzmusik/Hochzeitsuntermalung: dafür gibt es einen großen Markt, es gibt genügend Leute, die nach diesem Angebot suchen und somit fällt es auch leicht Geld dafür zu verlangen. Um so mehr, da die nachgefragte Leistung eher diffus ist. Es wird i.d.R. nicht eigene Musik von einem speziellen Künstler nachgefragt, sondern eben "Musik".

Für die eigene Musik besteht erst einmal gar keine Nachfrage, weil niemand sie kennt. Uns somit auch erst einmal niemand hören will. Da muss ich also erst einmal das Interesse und die Nachfrage wecken, was wie immer im Marketing erst einmal mit Auslagen (sei es tatsächlich durch Geld, sei es eben durch kostenloses Anbieten der Leistung) verbunden ist. Wenn es einmal so weit ist, daß die halbe Welt gespannt auf die "neue Nummer/das neue Album von XXX" wartet, dann hat man es wirklich geschafft.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...


Zuletzt bearbeitet von powerslave am 30.03.2018, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

exiler schrieb:
Und interessanterweise halten sich manche hier für die größtmögliche Bereicherung. Meistens handelt es sich allerdings um Feierabendmusiker, die nicht auf die Kohle angewiesen sind, getreu dem Motto "Mit vollen Hosen ist gut stinken".


Leute, die sich selbst bzw. ihre Musik für die größtmögliche Bereicherung halten sind mir generell sehr suspekt. Gelinde ausgedrückt.
Davon abgesehen, kenn ich so manchen hochmusikalischen und hochtalentierten "Feierabendmucker", den ich jederzeit einem routinierten, abgestumpften und müden Profi vorziehen würde.. Generell spricht mich meistens generell Kunst, die nicht aus einem kommerziellen Anreiz (weil jemand Geld verdienen musste), sondern aus einem besonderen Impuls, aus einer Emotion heraus geschaffen wurde viel mehr an. Später, wenn dann jemand z.B. aus Vertragsgründen einfach liefern muss, kann das zwar auch gut sein, ist es aber oft nicht.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

komisch, warum fällt mir gerade jetzt ein 'Falco'

"Muß ich nur sterben, um zu leben...?!"

Das Kunst-Gas hat auch sehr viel mit Borniertheit und Dekadenz zu tun, meine ich.

LG Tom

P.S.: Habe schon mehrere Leute erlebt, die ne schicke Eigentums-Villa, 2 Autos und ne scheinbar glückliche Familie hatten, aber dann der Auspruch s. ä. bei mir:

" Ach, wenn ich doch nur ein Instrument gelernt hätte und auch so spielen könnte, wie Du...?!"

Das Mindeste wäre, uns nach üblichen Handwerkerpreisen zu bezahlen...
Je nach Bekanntheitsgrad aber mehr!

Habe mal ein Musikstück verkauft in den 90ern an eine IT-Firma für ihren Online-Jingle.
500 DM für 7 Jahre, jetzt gehört es wieder mir! (hab es sowieso nicht gemocht)

Ja, im Nachhinein kam ich mir ziemlich abgezockt vor...
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

exiler schrieb:
(...) Meistens handelt es sich allerdings um Feierabendmusiker, die nicht auf die Kohle angewiesen sind, getreu dem Motto "Mit vollen Hosen ist gut stinken".


Yeah, und wie voll diese Hosen sind, hängt zumeist von einer Reihe biographischer Entscheidungen ab, bzw. meistens nicht-entschiedener biographischer Entwicklungen. Da spielen dann wahrscheinlich auch Begabungen (oder deren Fehlen) eine Rolle: musikalische, aber eben auch außermusikalische. Die sind oft ausschlaggebend.

Am Ende sagen die meisten, die Musik machen, sie hätten so eine Art "Liebe" zur Musik, womit die Reihe dieser Entwicklungen eher übertüncht wird. Und da sowieso jeder Musiker das oder so etwas ähnliches behauptet, ist es eher eine Attitüde als die Wahrheit. Das merkt man ja schon, wenn man ein bisschen zuhört, und je starrer der Blick sich aufs Honorar richtet, desto weniger weit wird es mit der Liebe her sein, wie im richtigen Leben. Darum muss man das den Top-40- und Cover-Leuten auch eher nicht so glauben wie denjenigen, die Musik *machen".

Yeah nochmal,

M.
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Michael (Jacuzzi) schrieb:
Darum muss man das den Top-40- und Cover-Leuten auch eher nicht so glauben wie denjenigen, die Musik *machen".

Yeah nochmal,

M.


Moin,und Frohe Ostern,

aber das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass Du den Leuten, die gerne musizieren, oder gar kei Instrument beherrschen und "nur" gerne Musik hören, jedoch nicht die Gabe eines Komponisten haben, die Liebe zur Musik absprichst.

Was ist mit den Leuten, welche nicht verstehen können oder wollen, dass ihre -in meinen Ohren- grausam a-tonale Tonfolgen, ihre -in meinen Ohrem- hirnlosen Texte oder ihre -in meinen Ohren- furchtbare Stimme nicht gefragt sind, sich jedoch permanent darüber aufregen, dass sie keinen Gig bekommen oder nicht berühmt sind?

Natürlich bin ich nicht die MuPo, und es ist auch gut, dass die (Musiker-) Welt so vielfältig ist, aber es gibt auch viele, die Musik *machen*, die sich einfach nur selbstverliebt überschätzen oder auch einfach nur Plem-Plem sind.



Gruß

Ha.Em


@Banger:
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Hallo!

Michael (Jacuzzi) schrieb:
Am Ende sagen die meisten, die Musik machen, sie hätten so eine Art "Liebe" zur Musik, womit die Reihe dieser Entwicklungen eher übertüncht wird. Und da sowieso jeder Musiker das oder so etwas ähnliches behauptet, ist es eher eine Attitüde als die Wahrheit. Das merkt man ja schon, wenn man ein bisschen zuhört, und je starrer der Blick sich aufs Honorar richtet, desto weniger weit wird es mit der Liebe her sein, wie im richtigen Leben. Darum muss man das den Top-40- und Cover-Leuten auch eher nicht so glauben wie denjenigen, die Musik *machen".


Und da ist sie wieder, die Arroganz gegenüber "Top-40- und Cover-Leuten". Hier sehr schön mit fehlende Logik verwoben.

Stellen wir uns doch mal vor, dass einer dieser "Leute" - der Begriff "Musiker" wurde vermutlich bewusst nicht gewählt - die Musik so sehr liebt, dass er nichts anderes tun will als zu musizieren. Dieser Mensch muss davon leben und somit muss er über Geld sprechen.

Der Feierabend-Mucker, der "seine eigene" Musik macht, ist nicht auf ein Honorar angewiesen. Für ihn ist das kein Thema. Man könnte jetzt aber auch argumentieren, dass er die Musik nicht so sehr liebt wie der Profi, da er schließlich einen Großteil seiner Zeit etwas ganz anderes tut als zu musizieren.

Vergleichen wir das mal mit einem Maler. Der Profi malt den ganzen Tag und verkauft seine Bilder. Der Amateuer sitzt dagegen acht Stunden in irgendeinem Büro, malt nach Feierabend und verschenkt seine Bilder dann. Daraus abzuleiten, dass der Amateur die Malerei mehr liebt als der Profi, ist meiner Ansicht nach völlig unbegründet.

Setzen wir noch ein Gegenargument drauf: Wer Musik liebt, sollte sogar über Geld reden. Wenn Musik völlig umsonst ist, verliert sie ihren Wert. Und dass fehlende Wertschätzung mit Liebe gleichzusetzen ist, erscheint doch ein wenig weit hergeholt.

Beste Grüße

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

erniecaster schrieb:
Der Feierabend-Mucker, der "seine eigene" Musik macht, ist nicht auf ein Honorar angewiesen. Für ihn ist das kein Thema.


Hallo,

in Auges Frage steckt ja nicht nur, ob "jemand" überhaupt Geld für seine Leistung verlangt, sondern auch, und vermutlich sogar wichtiger, wie viel Geld er verlangt, und wie er die Forderung begründet.

Was spricht (moralisch, betriebs-/volkswirtschaftlich) dagegen, dass der Cover-Feierabend-Mucker vom Zeitpunkt des Beladens seines Gefährtes bis zum Ausladen nach dem Auftritt für jede Stunde 15,00 Euro verlangt, der hauptberufliche Musiker seine Eigenkomposition aber weder schützen läßt noch irgendeine Kalkulation aufmacht, sondern einfach sagt "Wenn ich Betrag X im Monat habe, reicht mir das zum (über-) leben, und ich bin zufrieden".

Kann, und sollte man natürlich auch einmal alles umdrehen; also Cover-Feierabend-Mucker für Lau, und Profi mit irgendeiner Kalkulation.

Was ist mit den Leuten, die berühmt oder reich werden wollen, und "alles" dafür tun würden, z. B. irgendeinen Job ausüben, um den Lebensunterhalt zu sichern, und dann die Musik "zu verschenken", nur um Beachtung zu finden und entdeckt zu werden?

Warum verliert Musik oder etwas anderes seinen Wert, wenn es kostenlos ist? Müssen, oder können wir alles nach materiellen Werten messen?


Gruß

Ha.Em


Zuletzt bearbeitet von Ha.Em am 01.04.2018, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Leider scheint es die beiden Pole zu geben:

Cover/Top40/Dienstleister vs Künstler/eigene Musik/Kreativer

Die meisten von uns sehen sich irgendwo dazwischen - mal mehr auf der einen oder anderen Seite. Wenn Man auf der linken Seite ist, kann man seine Musik klar berechnen und klare Gage fordern, die auch verstanden wird. Wenn man sich auf der rechten Seite sieht kann man das aber auch. Die "Abnehmer" oder Kunden der Musik sind aber deutlich weniger und es ist schwer, sich durchzusetzen, da der Markt überflutet ist mit schlechter oder mittelmäßiger kreativer Musik. Der Unterschied liegt auf der Seite der Kundschaft. Allgemein ist die Kundschaft deutlich seltener als vor 40 Jahren, da die meisten Kunden den DJ bevorzugen (keine Katze im Sack). Und Leute, die sich gerne neue Musik anhören gibt es auch viel seltener als früher. Und wenn, dann stöbern sie bei Youtube und klappern nicht die Live-Clubs Deutschland ab.

Und verglichen mit dem Maler:

Maler als Handwerker vs Maler als Künstler

Wer von uns hatte nicht schon mal eine Wand zu bemalen. Die meisten machen es selber oder kaufen sich die Dienstleistung beim Maler als Handwerker ein. Da weiß man vorher, was man kriegt und bekommt im Vorfeld einen klaren Kostenvoranschlag. Nimmt man den künstlerischen Maler und lässt ihn kreativ die Wand gestalten kann es genial werden oder auch peinlich schlecht oder auch vorbei am eigenen Geschmack. Was es einem dann wert ist, sieht man meist erst hinterher. Das macht fast niemand.
Ich finde, der Vergleich passt auch auf Musiker/Mucker.
 
"Wir essen jetzt Opa!" - Interpunktion rettet Leben!
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Hallo,

stellen wir uns mal vor, jemand schreibt und spielt Country-Songs. Mit ganz viel Herzblut, die Themen sind grenzenlose Freiheit, weite Horizonte und das Verlassen ausgetretener Pfade. Ein totaler Überzeugungstäter.

Dieser Mensch wird jetzt gebeten, bei der Vorstellung des neuen Modells eines Geländewagen zwei Stunden zu spielen. Direkt neben dem Grill, wo ein Caterer den interessierten potenziellen Autokäufern Rippchen und Chili kredenzt. Bezahlen müssen die Leute das nicht, ist ja ein Event des Autohauses.

Der Caterer wird das nicht umsonst tun. Nicht mal nur für die Materialkosten. Er wird dafür Geld vom Autohaus bekommen.

Und unser erfundener Musiker? Dem wird suggeriert, dass das eine ganz tolle Möglichkeit ist, sein Publikum zu erweitern und vielleicht weitere Gigs zu generieren. Jaja, Spritgeld gibt´s auch und Rippchen darf er ja auch essen.

Das ist die Situation, die der Artikel in der Zeit beschreibt und viele von uns kennen sie sicherlich. Und hier soll jetzt nicht über Geld gesprochen werden?

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Natürlich muss der Countrymusiker Geld für seine Dienstleistung verlangen. Da handelt es sich ja um eine Dienstleistung, um eine andere Dienstleistung (Werbung für Autokauf) zu bereichern. Die Musiker, die so etwas umsonst machen, fallen ihren Kollegen in den Rücken.
 
"Wir essen jetzt Opa!" - Interpunktion rettet Leben!
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Interessanter Thread, der wohl jeden der öffentlich Musik macht betrifft.
Ich gehöre zu jenem Teil, der nicht auf Geld angewiesen ist und kann daher als Hobbymusiker mit voller Hose stinken.

Öffentlich spiele ich nur Cover, zu Hause habe ich früher auch für mich Musik geschrieben, hatte aber nie Interesse diese zu veröffentlichen.
Ich kann daher nur einen Aspekt glaubhaft vertreten.
Ich halte es nach dem Motto: "Ohne Geld ka Musi", denn was nichts kostet ist nichts wert.

Z.B. bei einer Amateur Bigband kannst du nicht rechnen, dass viel reinkommt, außer du gehörst zu einem Spitzenorchester.
Daher halten sind Anzahl der Auftritte und eingespielte Gagen eher gut überschaubar. Das ist wirklich Hobby! Es sollen halt die Unkosten für Notenmaterial und Fahrtkosten zu Proben und Auftritte so einigermaßen getragen werden können.

Bei den anderen Formationen versuchen wir abzuschätzen, was man verlangen kann.
Wie schaut die Marktsituation aus. Konkurrenz, gleichzeitige Veranstaltungen.
Was wollen wir ins Marketing investieren.(Plakate, Homepage, Flyer, Inserate etc.)

Es geht uns da nicht darum zu überlegen was wir wert sind, sondern was kann bzw will der Veranstalter zahlen.
Wir haben uns aber gemeinschaftlich auf ein Limit geeinigt, unter dem wir keinen GIG annehmen.

Teilnahmen an Charity-Veranstaltungen können helfen bekannt zu werden, der Erfolg ist jedoch kaum zu berechnen.
Ich habe daran nur dann teilgenommen, wenn mir das Thema selbst etwas bedeutet hat.
Noch was- gute Freunde die als Freundschaftsdienst erbitten gratis oder fast kostenloszu spielen sind selten wirklich gute Freunde.

Auch wenn man nicht auf Geld angewiesen ist, sollte man darüber reden.
Wenn man aber davon leben will/muss, dann muss man darüber reden.

Ob man sich am Publikumsgeschmack oder gerade an In-Strömungen orientieren will/kann sollte man gründlich prüfen.
Kann man das nicht, kann man andere nicht für einen geringen Lebenstandard verantwortlich machen. (Das wird nichts ändern)
Man ist dann wohl auf mehr Glück und Durchhaltevermögen angewiesen als anders.

Kann man das, dann ist es nicht nötig mit schlechtem Gewissen über Verrat an der Kunst zu hadern.
Die Meinung anderer Kollegen und Puristen kann man auch getrost ignorieren.
Mit vollen Taschen und Bauch ist es auf Dauer durchaus leichter letztlich die Musik zu machen die man will.

Jahrhundert-Talenten ist nicht zu raten.
Sie werden mit etwas Glück auch so ihren Weg machen (oder eben nie als solche erkannt werden)

So mal sehen was für Käse ich nun lesen werde
 
Gealterter Hobbygitarrist mit gelegentlichen GAS Anfällen.
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Michael (Jacuzzi) schrieb:
exiler schrieb:
(...) Meistens handelt es sich allerdings um Feierabendmusiker, die nicht auf die Kohle angewiesen sind, getreu dem Motto "Mit vollen Hosen ist gut stinken".


Yeah, und wie voll diese Hosen sind, hängt zumeist von einer Reihe biographischer Entscheidungen ab, bzw. meistens nicht-entschiedener biographischer Entwicklungen. Da spielen dann wahrscheinlich auch Begabungen (oder deren Fehlen) eine Rolle: musikalische, aber eben auch außermusikalische. Die sind oft ausschlaggebend.

Am Ende sagen die meisten, die Musik machen, sie hätten so eine Art "Liebe" zur Musik, womit die Reihe dieser Entwicklungen eher übertüncht wird. Und da sowieso jeder Musiker das oder so etwas ähnliches behauptet, ist es eher eine Attitüde als die Wahrheit. Das merkt man ja schon, wenn man ein bisschen zuhört, und je starrer der Blick sich aufs Honorar richtet, desto weniger weit wird es mit der Liebe her sein, wie im richtigen Leben. Darum muss man das den Top-40- und Cover-Leuten auch eher nicht so glauben wie denjenigen, die Musik *machen".

Yeah nochmal,

M.


WOW! Das is mal echt ein ursympatischer Ansatz. Vor allem der erste Absatz! Gratuliere. Da bin ich ja froh, dass ich gute biografische Entscheidungen getroffen habe. Mit oder ohne Talent.

Michael (Jacuzzi) schrieb:
Ha, genau:

erniecaster schrieb:
(...) sehr schön mit fehlende Logik (...)


Weil's keine Abmaler gibt.

Yeah etc.

M.


Das ist leider schlicht falsch!


uwich schrieb:
Leider scheint es die beiden Pole zu geben:

Cover/Top40/Dienstleister vs Künstler/eigene Musik/Kreativer
....


Soweit ich das erkennen kann sind die meisten sog. Pro's mit beidem beschäftigt. Covern UND Eigenes. Ich kenne zB. den Gitarristen vom Panzerballett recht gut und kann nur sagen, dass er genauso covert um seine Miete zu bezahlen. Und das ganze auch ziemlich gut und sehr gefragt.
Und weiters gehts in dem Artikel eher darum, dass Künstler, egal was sie machen, lernen sollten übers Geld reden zu können ohne Peinlich berührt zu sein.
Und viele Einträge hier zeigen ja, dass das auch einige gut können. Darauf war ich Neugierig.
Dass sich einige als "Besonders" hervortun ohne zum Thema beizutragen macht in dem Fall nix aus. Solche kenn ich eh zur Genüge.

Danke Banger fürn 1. April! *hahahaha*

Schöne Feiertage noch...
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Verfasst am:

RE: Wir müssen lernen über Geld zu reden!

Irgendwie kommt mir gerade der Begriff "Logiklegasteniker" in den Sinn - sonderbar.

In der Republik gibt es sicherlich hunderttausende Musiktreibende, deren Antrieb, u. a. die Liebe zur Musik ist.

Musik Schaffende gibt es wohl deutlich weniger. Ob für diese Künstler, und IMO sind nur die Musik Schaffenden, als solche zu bezeichnen, die Liebe zur Musik das primäre Motiv ist, wage ich zu bezweifeln.

Warum sollten Cover-Musiker ihren Job - und genau das ist es, wenn sie davon Leben müssen - lieben.
Liebhaberei ist ja nun mal das genaue Gegenteil von Professionalität.

Ein Profi verlangt Geld, sonst ist er keiner.
 
LG
Uwe
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