Meine Ep "homespun"

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Meine Ep "homespun"

Hallo zusammen,
seit einiger Zeit schreibe ich Songs und mache Aufnahmen.
Ich fand, es war an der Zeit, mal in die Hände zu spucken und zu schauen, wie weit ich meine Songs in meinen eigenen vier Wänden bringen kann.

Ich habe drei Songs ausgewählt die ganz gut zusammen passten und die so im weitesten Sinne im Southern Rock verorten lassen.

Hier geht es lang: https://krautdrive.bandcamp.com/album/homespun



Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen,
Fragen beantworte ich gern.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Hey Glückwunsch 3 Songs fertig zu haben, da ist ja auch viel gutes dabei.

Also von den 3 Songs ist Nr 2 mein klarer Favorit, dann Nr 3 und Nr 1
Ich schreib mal aus dem Bauch heraus ohne zuviel Nachzudenken.

Gitarren haben mir gut gefallen besonders in Nr 2 und Nr 3
und das Slide Solo ist richtig gut. Drums sind voll OK
und überhaupt kommt schon eine gute Atmosphäre rüber.

Schwachpunkte sind das muss ich so schreiben mMn 1. der Gesang.
In Nr 1 gefällt mir das gar nicht. Nr 3 ist besser aber immer noch nicht gut.
Ok der Akzent ist sehr deutlich aber für mich ist es sehr unentspannt und
der Gesang tönt mir zu hoch. Sicher das das deine Tonarten sind ??
Nr 3 könnte ich mir gesanglich etwas JJ Cale mässiger vorstellen
= tiefer + viel cooler..... Bei Nr 2 ist der Gesang deutlich besser

Und der Bass macht für meinen Geschmack zu oft rhythmisch zu ähnliches wie die Gitarren.
Kann man natürlich machen, aber mir gefällt das nicht so richtig.
Bei Nr 3 ist mir der Bass zu oft zu Stakkato und zu gleichförmig.
Das nimmt mMn etwas vom laid-back Feeling weg.


das wars erstmal mit meinen spontanen Eindrücken
 
"Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen
das tut, was ihm gefällt.“ - Bob Dylan
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Dr.Dulle schrieb:
das wars erstmal mit meinen spontanen Eindrücken


Vielen Dank, dass und Dir die Zeit genommen hast, die Songs anzuhören und zu kommentieren.
Es war für mich ein Lenrprojekt, deswegen hilft mir Feedback weiter.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Hi

Hab‘s mir auch mal angehört.
Kann mich meinem Vorredner nur anschließen.
Schwachpunkt ist ganz klar der Gesang.
Man hört ganz klar, das hier kein Native Speaker am Start ist.
Manchmal kommt das trotzdem ganz gut. Hier nicht.
Mich stört hier auch das Bemühen deutlich zu singen.
Macht so wahrscheinlich kein Native Speaker.
Eine gewisse Schnoddrigkeit würde hier eventuell was bringen.
Außerdem hast du den Gesang sehr trocken gemischt. Aber das willst du wahrscheinlich so.
Warum singst du nicht deutsch ? Würde natürlicher rüberkommen.
Auch den Bass finde ich etwas einfallslos. Wäre jetzt aber net so wichtig.

Positiv: ich fiinde du hast ein Gefühl für Arrangements. Das gefällt.

Nochwas zu deiner selbstgewählten Kategoriserung (nicht daß es wichtig wäre).
Southern Rock ist für mich Skynyrd, Allman Brothers oder neuer - Blackberry Smoke.
Deine Mucke bring ich damit nur mit viel Phantasie in Verbindung.
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Hi Woody,

stilistisch ist das ja recht weit gefächert. Southern Rock würde ich jetzt nicht assoziieren. Die Songs sind natürlich Geschmacksache.

Damit es Spaß macht die Songs zu hören, müsstest du an den Räumen etwas machen. Gerade beim Gesang fehlt für mich die richtige Ambience, damit klingt es eher unnatürlich / unpassend.

Wie auch immer, die Slide-Gitarren finde ich sehr geschmackvoll.
 
LG
Uwe
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Aus aktuellem Anlass:


Die Stelle bei 13:02


Vielen Dank für Eure Kommentare,
viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Moin,

mir gefällts!

Zum Gesang sag ich, wenn z.B. ein unbekannter Lou Reed oder Neil Young mit seiner Stimme hier auftauchen würde,
was würde der wohl für Kritiken bekommen?
Alles, was man hier an konstruktiver Kritik anbringen kann, basiert meiner Meinung nach eigentlich nur noch auf
Geschmack und subjektiven Vorlieben. Auf so einem Niveau liegen mittlerweile sehr viele Aufnahmen, die man in
Foren so hört. Deine meiner Meinung nach auch.
Das finde ich teilweise richtig verblüffend gut gemacht. Z.B. Jacuzzis Funk Sachen.
Und dann stellt sich die Frage, was bringen einem eigentlich subjektive Kritiken?
Wichtig ist doch letztendlich nur, ob es einem selbst gefällt. Dann kann man dahinter stehen.
Dem einen gefällt der Bass, dem anderen nicht. Was macht man nun. Allen recht machen kann man eh nix

Beim ersten Anhören so auf die Schnelle fällt mir auch immer was zum kritisieren ein.
Und zwar, weil ich danach suche. Höre ich morgen noch mal rein, dann ist oft alles ganz anders.
Deshalb hab ich mir "Schnellkritiken" abgewöhnt und versuche immer, nicht zu suchen und einfach
nur zuzuhören


Vor dem Hintergrund kommt von mir ein: Mach weiter, das ist gut
Mit Southern hat das für mich allerdings auch überhaupt nichts zu tun


Gruß Diet
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Na ja, Kritik ist immer subjektiv.
Was soll denn eine objektive Kritik sein ?
Und ein unbekannter Lou Reed oder Neil Young würden vermutlich auch nicht in einer fremden Sprache singen, außer als Gag vielleicht.
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

allan13 schrieb:
Na ja, Kritik ist immer subjektiv.
Was soll denn eine objektive Kritik sein ?
Und ein unbekannter Lou Reed oder Neil Young würden vermutlich auch nicht in einer fremden Sprache singen, außer als Gag vielleicht.



Moin,

ja, Kritik ist immer größtenteils subjektiv. Das ist ja eben das Problem, das ich meinte.
Ich hab nur meine Meinung geäußert.
Zu der von Dir geäußerten Kritik in Sachen "native Speaker" hab ich nichts geschrieben und auch nichts davon
übernommen, gemeint oder was auch immer.

Gruß Diet
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Sorry, aber das versteh ich jetzt nicht.
Woody schrieb : "Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen".
Feedback ist in diesem Zusammenhang nur ein anderes Wort für Kritik.
Und die kann nur subjektiv sein.
Und für mich heißt konstruktiv nicht zwangsläufig: ist alles supi.

Was ich zu seinen Songs geschrieben habe, halte ich in diesem Sinne für konstruktiv.
Und ich habe auch nicht das Gefühl, daß er das anders sieht.
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

allan13 schrieb:
Sorry, aber das versteh ich jetzt nicht.
Woody schrieb : "Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen".
Feedback ist in diesem Zusammenhang nur ein anderes Wort für Kritik.
Und die kann nur subjektiv sein.
Und für mich heißt konstruktiv nicht zwangsläufig: ist alles supi.

Was ich zu seinen Songs geschrieben habe, halte ich in diesem Sinne für konstruktiv.
Und ich habe auch nicht das Gefühl, daß er das anders sieht.



Moin,


ist doch alles ok und richtig und Woody wollte ausdrücklich Meinungen hören.

Ich gehe hier nur von mir aus, ich bin ja auch in Sachen homerecording unterwegs.
Da hab für mich mittlerweile festgestellt, dass ich aus vielen gut gemeinten
Kritiken letztendlich doch wenig wirklichen Nutzen ziehen konnte.
Es gibt eigentlich zu jedem gut und konstruktiv gemeinten Kritikpunkt eine Gegenmeinung.
Und am Ende mach ich dann doch das, was mir selbst am besten gefällt.

Jetzt doch das native Speaker Ding als Beispiel:
Mir ist subjektiv egal, ob jemand da als nicht-englischsprachig erkennbar ist.

Andererseits kann man natürlich alle Kritik als Denkanstoß sehen.
Das bremst aber oft auch aus

Das ist das, was ich sagen wollte.
Sorry an Woody für dieses off topic

Gruß Diet
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

diet schrieb:
allan13 schrieb:
Sorry, aber das versteh ich jetzt nicht.
Woody schrieb : "Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen".
Feedback ist in diesem Zusammenhang nur ein anderes Wort für Kritik.
Und die kann nur subjektiv sein.
Und für mich heißt konstruktiv nicht zwangsläufig: ist alles supi.

Was ich zu seinen Songs geschrieben habe, halte ich in diesem Sinne für konstruktiv.
Und ich habe auch nicht das Gefühl, daß er das anders sieht.



Moin,


ist doch alles ok und richtig und Woody wollte ausdrücklich Meinungen hören.

Ich gehe hier nur von mir aus, ich bin ja auch in Sachen homerecording unterwegs.
Da hab für mich mittlerweile festgestellt, dass ich aus vielen gut gemeinten
Kritiken letztendlich doch wenig wirklichen Nutzen ziehen konnte.
Es gibt eigentlich zu jedem gut und konstruktiv gemeinten Kritikpunkt eine Gegenmeinung.
Und am Ende mach ich dann doch das, was mir selbst am besten gefällt.

Jetzt doch das native Speaker Ding als Beispiel:
Mir ist subjektiv egal, ob jemand da als nicht-englischsprachig erkennbar ist.

Andererseits kann man natürlich alle Kritik als Denkanstoß sehen.
Das bremst aber oft auch aus

Das ist das, was ich sagen wollte.
Sorry an Woody für dieses off topic

Gruß Diet


Daß Kritik unter Umständen nix bringt, kann schon sein, aber hier wurde ja danach gefragt.
Und daß man eh immer das tut, was einem selbst gefällt ist eh klar. Ist aber eigentlich trivial und selbstverständlich.
Mir ist eigentlich auch egal ob jemand native speaker ist oder nicht. Zumal wir ja was die Rock und Pop Musik angeht schon geschichtlich gesehen auf's englische mehr oder weniger festgelegt sind. Und manchmal kommt ja so ein Akzent auch gut. In Woody's Bespiel für mein Empfinden aber nicht. Deswegen auch der Vorschlag deutsch zu singen. Wirkt dann eben oft natürlicher.
Und nochmal (was ja eigentlich klar sein sollte) : nur meine Meinung.

Grundsätzlich sollte man, wenn man eigene Musik postet, aber schon Kritik vertragen können, zumindest wenn man danach fragt.
Und nochmal : Ich glaube, das ist bei Woody auch der Fall.
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Hallo zusammen,

ich hatte zu den oberen Rückmeldungen schon mal eine längere Antwort geschrieben, aber dann nicht gepostet.
Dann will ich doch mal etwas ausholen.

Zunächst mal allgemein:
Ich treibe mich in diesem Forum ja schon einige Zeit herum.
Ich weiß also so grob, was mich erwartet, wenn ich hier eigene Musik poste.
Es gibt eine große schweigende Mehrheit und ein paar, die sich vielleicht Mühe geben, Feedback zu geben, und ein paar, die sich wahrscheinlich berufen fühlen werden, ihr Urteil zu fällen.
Das habe ich eingepreist, und das ist in Ordnung.
(Die Statistik meines Bandcamp-Albums zeigt, dass sich ein paar Leute wirklich Songs von Anfang bis Ende angehört haben.
Vielen Dank dafür.)

Nun zum Feedback und wie konstruktiv das sein kann.
Ich habe nach feedback gefragt und welches bekommen.
Manches war vorhersehbar.
Meine Vocals sind un-Rockenrohl im engeren Sinne.
Ich habe alles selber eingespielt. Gerade als Bassist habe ich eine eingeschränkte Palette an Dingen, die ich kann.
Dazu ist meine Vorstellung von Groove und Timing bei allen Parts dieselbe, es ist nicht das Gefühl von einer Bands mit unterschiedlichen Auffassungen von Zeit und Groove, die interessant zusammengehen.
Rückmeldung dazu, geschenkt.

Auf der anderen Seite gibt es immer mal überraschendes Feedback.
Dinge, die ich nicht auf dem Schirm habe.
Und die lohnen sich einzuholen.

Natürlich gucke ich mir immer an, von wem Feedback kommt und aus welcher Perspektive das kommt.
Wenn jemand meinen Sound kritisiert, den ich dafür kenne, einen ganzen Sessionabend mit Autowah falsche Töne zu spielen, dann kann ich da einen mentalen Haken dran machen.
Wenn jemand meinen Gesang kritisiert, der sich auf seinem Kram Mühe gibt, wie Robben Ford zu singen, dann ist das auch nicht meine Baustelle.
Ich will meinen Scheiß machen.

Für mich ist sind diese Stücke "im weitesten Sinne Southern Rock", wie ich das oben schrieb.
Die Themen passen, die Bilder passen, die Erzählperspektiven passen, die Instrumentierung und Arrangements passen und die Klangwelt passt auch.
Natürlich ist das nicht Blackberry Smoke.
Das bin ich.

An Feedback ist auch interessant, was nicht genannt wird.
Der ein- oder andere wird es nicht wissen, aber ich bin hier lange als der Forumsjazzer verschrien gewesen.
Dass ich hier nicht sofort für ungeile Rockenroll-Gitarren auf die Fresse kriege, das verbuche ich mal auf der Habenseite.


Zum Gesang: Ich habe bisher wenig Rock gesungen.
Ich habe Jahrelang sowas hier gemacht:


(Es gibt auch irgendwo einen live-Mittschnitt, auf dem ich genau diese Requiem als Altus in der Kölner Minoritenkirche mitsinge.
Finde ich gerade leider nicht.)
Ich kann auf hohem Niveau klassische Musik aus allen Epochen im Ensemble singen, von Lassus bis Penderecki.
Ich kann Jazz und Pop.
Rock geht irgendwann auch.
Bis dahin muss ich damit fahren, was da ist.
Deutsche Texte schreibe ich auch, ich finde es aber wahnsinnig schwer, deutsche Texte zu schreiben, die meinem Anspruch genügen.
Und deutsch singen fällt mir nicht leichter.
Zwischen Klassik und Jan Delay habe ich in Sachen Aussprache noch nicht den goldenen Weg für mich gefunden.


Für mich war dies EP ein Lernproekt und eine Bestandsaufnahme.
Und ich finde sie trotzdem gut genug, sie zu teilen.

Feedback ist immer willkommen.
Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Hallo,

beim Anhören habe ich mich an etwas erinnert. Mein Duo aus backgroundsingendem Cajonspieler und mir leadsingend an der Akustikgitarre probt verstärkt - bis auf das Cajon. Ich spielte und sang mal zuhause solo einen Song aus dem Repertoire und das klang ungewohnt. Mir fiel dann auf, dass ich erheblich leiser sang, weil ich nicht das Gefühl hatte, gegen eine "Band" ansingen zu müssen und damit ging erheblich Energie verloren. Als ich deutlich lauter Gitarre spielte und entsprechend lauter sang, ging es wieder. Richtig wohnzimmerkompatibel ist das in einem Mehrfamilienhaus nicht und es fühlte sich auch komisch an.

Hier hört sich der Gesang für mich so an, als sei er im Wohnzimmer aufgenommen worden mit dem Wissen, dass die Nachbarn hellhörig und musikhassend sind. Vielleicht nochmal irgendwo anders aufnehmen - mit Rockstarpose, als "Shouter".

Darüber hinaus ist mir der Gesang zu trocken gemischt und im Mix zu weit vorne. Hat so eine deutsche Theatermischung, "Band" und Sänger verschmilzen nicht.

Tatsächlich, mein lieber Woody, hat mich auch das Genre bei dir überrascht. Ich bin noch nicht ganz überzeugt, dass du wirklich meinst, was du da singst und spielst. Der erste Song hat für mich auch was sehr griffelknopfiges (Insiderbegriff). Da treffen sich dann zwei Stile, die ich zusammen nicht verorte und das irritiert mich auch.

Die Slidegitarren sind übrigens technisch (Intonation) sehr beeindruckend.

Soviel erstmal von mir.

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Lieber Woody,

ich weiß nicht, ob Dir das Genre "Southern" wichtig ist, aber ich muss einigen Kommentaren hierzu Recht geben, das trifft es mMn nicht wirklich: Evtl. wäre "Americana" hier passender, gerade im Bezug auf Song 1 und 3. So, nun zum Inhalt:

Ernies´ folgende Anmerkung

erniecaster schrieb:
Hier hört sich der Gesang für mich so an, als sei er im Wohnzimmer aufgenommen worden mit dem Wissen, dass die Nachbarn hellhörig und musikhassend sind. Vielleicht nochmal irgendwo anders aufnehmen - mit Rockstarpose, als "Shouter".


empfinde ich sehr treffend, es klingt, als hättest Du mit angezogener Handbremse gesungen. Bei Song 1 und 3 finde ich das aber gar nicht störend, da es zum jeweiligen Song passt, und auf eine sehr unaufgeregte Art "verletzlich" klingt.

Die Art, wie der Bass gespielt ist, passt grundsätzlich, hier empfinde ich es eher (bei allen drei Songs) so, dass der Grundgroove ein bisschen "Vintage-orientiert" (auch vom Drumsound her) kommen soll, also so "early 70s" ohne Spirenzien: Das ist noch Potential (eher bei den Drums) nach oben, aber vom Grunde her passt es! Bei Song 2 fühlt sich der Groove für mich etwas zu rumpelig/unrund an, ich weiß aber nicht genau, was es ist: Ich vermute, da kommen ein paar Dinge (Drumprogramming, Gitarrensound) zusammen. Bei der Nummer ist die Art des Gesangs wirklich untypisch, aber wäre es anders, würde man eine ganz klassische Klischeeschublade öffnen - daher, machen, wie es sich für DICH richtig anfühlt/anhört.

Die Saiteninstrumente sind durchweg solide gespielt, was mich bei Dir nicht verwundert. Die Slideparts sind sehr geschmackvoll, klasse.

Ich habe lange überlegt, an wen/was mich das erinnert: Wenn der Gesang grundsätzlich anders aufgesetzt wäre - tieferes Timbre, etwas "schnodderiger" gesungen - könnte das an John Hiatt erinnern (bzg. der akustisch orientierten Sachen evtl. mal in die "Crossing Muddy Waters" reinhören und ein paar Inspirationen holen, bei seinen elektrischen Sachen sind meist Slidevirtuosen wie Ry Cooder oder Sonny Landreth).

Meine Anmerkungen zu Deinen Songs solltest Du immer unter dem Gesichtspunkt aufnehmen, dass ich selbst der größte Recordingdepp aller Zeiten bin! Weitermachen!
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Lieber ernie, Liebe Rübe,
danke für eure Kommentare.

gitarrenruebe schrieb:
Lieber Woody,

ich weiß nicht, ob Dir das Genre "Southern" wichtig ist, aber ich muss einigen Kommentaren hierzu Recht geben, das trifft es mMn nicht wirklich: Evtl. wäre "Americana" hier passender, gerade im Bezug auf Song 1 und 3.


Mir ist die Genre-Schublade letztlich egal.
Bespoke Death Country.
Artisanal Slidecore.
Electric Tumbleweed Doom-Stoner.



gitarrenruebe schrieb:
erniecaster schrieb:
Hier hört sich der Gesang für mich so an, als sei er im Wohnzimmer aufgenommen worden mit dem Wissen, dass die Nachbarn hellhörig und musikhassend sind. Vielleicht nochmal irgendwo anders aufnehmen - mit Rockstarpose, als "Shouter".


empfinde ich sehr treffend, es klingt, als hättest Du mit angezogener Handbremse gesungen. Bei Song 1 und 3 finde ich das aber gar nicht störend, da es zum jeweiligen Song passt, und auf eine sehr unaufgeregte Art "verletzlich" klingt.


Ich tu mich mit meinen "Vocal Productions" tatsächlich schwer.
Ich habe da, wie viele Menschen, eine Hemmschwelle zu überwinden.
Dann ist es immer komisch, allein im Raum vor einem Mikrofon zu stehen und das rote Licht leuchtet.
Mit anderen Musikern oder mit Publikum ist es einfacher, Atmosphäre und Stimmung zu schaffen.
Mir ist es total unmöglich, Aufnahmen am gleichen Tage zu beurteilen, an dem ich sie gemacht habe. Die nötige Distanz dazu bekomme ich nur mit der Zeit. Das macht Gesang aufnehmen zu einem schrecklich Zeitraubenden Prozess, möglicherweise Ende offen.
Deswegen muss man als "Selbermacher" sich irgendwann Fristen setzen und nehmen, was bis dahin da ist, denke ich.
Geht das besser? Klar.
Habe ich das im Rahmen meiner Möglichkeiten zu der von mir gesetzten Deadline besser machen können?
Leider nicht.

Dazu kommt, dass mein Raum nicht riesig ist und immer noch etwas überakustisch.
Ich muss nach meinem Umzug noch Absorber in die Ecken stellen, dann wird es wahrscheinlich besser.
Wenn ich laut singen will, dann werde ich wirklich LAUT! und ich habe noch nicht die optimale Methode gefunden, eine gute Balance aus Monitoring, meine Stimme hören und saubere Spuren aufzunehmen gefunden.
wenn ich Kopfhörer aufhabe, dann muss ich mir mit Lautstärke die Ohren abreißen, um genug Kontext zum Singen zu haben und ich habe Schwierigkeiten, meine Vocals gut zu hören dabei.
Nutze ich meine Monitore im Raum, habe ich viel Matsche auf den Gesangsspuren, weil ich sie auch sehr laut machen muss, um mit meiner Singlautstärke mitzukommen. Und dann wird es im Raum auch schon schwer erträglich laut...
Einen tollen großen Liveraum, in dem ich mit Bühnenmonitoren aufnehmen könnte, ohne mehr Backing als vocals auf Band zu bekommen habe ich leider nicht.
Da muss ich noch herumprobieren.

John Hiatt höre ich mir mal an, vielen Dank für den Tip!

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Ich finde es überhaupt schwierig, die eigene Stimme/Gesangsspur zu beurteilen. Ich mag z.B. meine eigene Stimme (von der andere meinen, sie wäre gar nicht schlecht) auf Band überhaupt nicht, egal wie. Also überlasse ich die Auswahl (wenn ich überhaupt mal singe, und wenn dann sowie so nur Backing Vocals und mit Bauchweh) immer anderen.
Komischerweise ist das beim Gitarrensound/-spiel überhaupt nicht so. Da weiß ich genau, wie ich es haben will und finde mich dann auch selbst gut (oder eben nicht).

Nummer 2 gefällt mir sehr gut. Nummer 1 am wenigsten. Und generell: Gratulation! Eine EP muss man in der Qualität auch erst einmal fertigstellen..
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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Verfasst am:

RE: Meine Ep "homespun"

Huhu Woody, erstmal ein Kompliment: Instrumental finde ich (fast) alles sehr gut.
Nr. 1 geht allerdings so gar nicht an mich, aber Nr.2 ist geil und Nr.3 ist auch von den Gitarren her sehr schön.
Tja, zum Gesang wurde einiges gesagt. Mit Deiner Stimme könnt ich mir das alles ganz gut in Deutsch vorstellen. Aber in Englisch....ne, das klingt einfach zu sehr wie ein sehr junger Reinhard Mey. Und zum Stimmklang: Der ist halt für das angestrebte Genre oder was auch immer sehr brav. Da kann es langfristig helfen auch mal andere Sänger zu studieren und von ihnen in Sachen Ausdruck zu lernen. Oder Du lässt die Songs mal einsingen. Von Jonas oder anderen netten Menschen.

Ansonsten alle Daumen hoch!
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