Boss Micro BR-80 - Eierlegende Wollmichsau

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Boss Micro BR-80 - Eierlegende Wollmichsau

Hallo Miteinander,
Kurzreview ueber ein sehr unterschätzts Tool:Das Micro BR-80 von Boss
Im anderen Forum gab's mal das Thema Uebungstools/Kopfhöreramps, da ich dort aber anscheinend nicht erwuenscht bin, konnte ich da nix beitragen. Was, soweit ich das verfolgt habe, unverständlicherweise nicht erwähnt wurde, war das BR-80.

Nun ist es im Vergleich zu anderen Headphone Amps etwas teurer. Aber das wird von der Vielseitigkeit bei weitem aufgehoben.

Funktionen:
Zum reinen Ueben hat man hier einen Headphone Amp mit recht ansprechenden Sounds , die eigentlich jedem Stil gerecht werden sollten. Die COSM Simulationen sind sicher nicht mehr die dynamischten und authentischten, aber immer nocht sehr gut zu gebrauchen. Mit im Kasten sind im eBAND Modus eine Reihe ganz netter backing Tracks, die eine Bandbreite von Jazz bis Metal abdecken. Auf Dauer wird das etwas langweilig, aber zum schnell-mal-rumnudeln ist das prima! Wenn man zum eigenen Zeuchs spielten möchte, gibt's einen Line In. Ein Stimmgerät ist auch mit dabei, zum reinen Ueben ist man also gut ausgetattet.

Warum soll man jetzt aber knapp 200 € dafuer ausgeben, wenn es sowas doch schon Preiswerter gibt?

Tja, weil, der Micro BR ist zugleich auch ein Field Recorder (Live Rec Modus). Wenn man beim Ueben viellecht gerade eine Inspiration hat, kann das schnell aufnehmen und so nie mer vergessen. Oder man kann mit den ganz guten eingebauten Mikros auch mal schnell eine Bandprobe mitschneiden oder einen Bootleg der Lieblingsband aufnehmen.

Und wenn man ganz ambitioniert ist, kann man das Gerät auch als 8-Spur Multitracker benutzen (MTR Modus) . Eine programmierbare Drum Machine ist auch mit eingebaut. Ich muss aber erwähnen, dass ich die Programmiererei etwas umständlich finde.

Wenn einem das ganze herumfietzeln mit dem kleinen Bildschirm und den Minitasten zu doof ist und man auf der Reise ein Laptop mit dem Lieblings Sequenzer Programm drauf mit dabei hat, arbeitet der Micro BR auch als 16 bit 44kHz recording Interface via USB Anschluss. Spart man sich also ein extra Kästchen, und auch das Mikrofon!

Dazu kann das Ding mit Batterie betrieben werden oder mit Boss Netzteil.

Aber hier kommt der Clou, ein kleines extra, das im recht ausfuehrlichen Handbuch gar nicht erwähnt wird: Im USB Modus kann man das USB Kabel an ein schnödes Handyladegerät oder auch an eine Powerbank anschliessen, und es läuft! Man spart sich also das extra Netzteil, und Batterien brauch man eigentlich auch keine mehr.

Das einzige, was mir fehlt, ist so ein abnehmbrer Gurtclip, wie das Zoom PS-03 es hatte (auch ein tolles Gerät fuer seine Zeit, aber nicht ganz so vielseitig.

Fuer mich jedenfalls eines der komplett unterbewertetsten Geräte ueberhaupt. Und jeden Pfennig wert!

Gruss

Alex


Zuletzt bearbeitet von Alex K. am 29.03.2020, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Boss Micro BR-80 - Eierlegende Wollmichsau

Im Gesamtpaket jedenfalls sehr überzeugend. Ich hatte mal vor Jahren ein Boss Multieffekt gekauft (Me 25?), habe ich aber gleich den Tag darauf zurückgebracht, Boss hat einen sehr typischen Sound, wenn es um Effekte geht, muss man mögen.
Als portables Aufnahmegerät sollte es sicher gute Dienste leisten (gibt es da glaubwürdige Reviews?), wenn man den Aspekt des Einsatses als Interface berücksichtigt, wäre es das Geld sicher Wert, wenn da nicht die Bosstypischen Sounds wären, die man natürlich für Aufnahmen verwenden möchte, bzw. muss.
Jedenfalls bin ich nicht unbedingt ein Freund von Boss-Effekten, wenn es sich um Overdrive oder Distortion handelt, die Höhen und oberen Mitten sind immer etwas "fitzelig", das beschehrt dem User (also mir) so ein unangenehmes Kratzen, das man sicher mit der Digitaltechnik besser machen könnte.
Das ist natürlich rein subjektiv, die anderen Features taugen sicher.
 
kann Spuren von Ironie, Sarkasmus oder eigener Meinung enthalten, der Genuss für Musiker ist unbedenklich
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RE: Boss Micro BR-80 - Eierlegende Wollmichsau

Hallo Bebob,
ich denke, Modeler sind oft Geschmackssache. Ich habe jetzt persönlich keine Kratzigkeit festgestellt, vielleicht klingen die Models etwas steril, aber das mag auch Einbildung sein. Mir gefällt das ganz gut, und dieselbe Technologie wurde vor kurzer Zeit gefeiert, als die Boss Katanas auf den Markt kamen.
Fuer anspruchsvolle Demos reicht das allemal.
Ich wuerde jetzt nicht behaupten, dass man mit dem Gerät professionelle Aufnahmen machen kann (wobei das 95% der hörenden Kunden gar nicht auffallen mag), aber als kompakte all-in one Lösung sollte man sich das anschauen. Mit dem Boss + Laptop mit schnellem Prozessor ist man da auf der Reise gut ausgestattet. Wenn man den BR-80 als Audio Interface benutzt und die Modelings bei Aufnahmen dann nicht mag, kann man halt native Plugins laufen lassen. Zumindest die gediegeneren Laptops sind inzwischen so Leistungfähig, dass das ohne allzugrosse Latenz gehen sollte. Wobei ich jetzt aber zugeben muss, dass ich das mit dem Boss noch nicht so probiert hab...

Gruss

Alex
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