Fender kündigt John Cruz...

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Verfasst am:

Fender kündigt John Cruz...

https://www.gearnews.com/has-fender-sacked-custom-shop-master-builder-john-cruz/

Irre Geschichte. Fakt ist, "John Cruz is no longer with the Fender company". Angeblich wurde er nach einem geschmacklosen FB - Posting in Zusammenhang mit BLM rausgeworfen. Es ist insofern bemerkenswert, da JC doch der wohl begehrteste Master Builder im Custom Shop war, mit Wartezeiten von > 2 Jahren und Preisen jenseits der 7000.-
Ob es nur ein FB - Posting war?
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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Verfasst am:

Re: Fender kündigt John Cruz...

Das könnte durchaus "nur" ein FB-Post gewesen sein.

Ein derart prominenter Mitarbeiter, der sich in einer derart aufgeheizten und toxischen Debatte öffentlich deutlich .... ähm... polemisch in genau die falschen Nesseln setzt, ist nicht tragbar.
Geschäftlich nicht und ehrlich gesagt auch menschlich finde ich das heikel.
Da wären mir persönlich auch der Ruf und die Gitarren scheißegal.

ES gibt da so Themen, da kann man noch behaupten, von nichts gewusst zu haben oder da kann man lustig verschiedener Meinung sein.

Dies ist kein solches Thema.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Hi,

...bin da auch gerade drüber gestolpert.
Bin allerdings noch nicht im Bilde, was er für einen "klugen" Spruch abgesondert hat, dass dies gleich zur Entlassung geführt hat.
Weiß da jemand mehr?

VG
oli
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Er hat ein Foto von einem blutverschmierten Pickup gepostet und sinngemäß dazu gemeint, er hätte keine Probleme mit Verkehrsbehinderungen durch die BLM Demos...
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
Verfasst am:

Re: Fender kündigt John Cruz...

Nuja, Endorsements gibt es ja auch nur für positive Presse.
John Cruz ist nicht nur ein Gitarrenzusammenschrauber, sondern sicher auch ein Markenbotschafter bei Fender gewesen.
Da wird dann schon mal genauer hingeschaut.
Zu recht, wie ich finde.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

Re: Fender kündigt John Cruz...

Woody schrieb:
Nuja, Endorsements gibt es ja auch nur für positive Presse.
John Cruz ist nicht nur ein Gitarrenzusammenschrauber, sondern sicher auch ein Markenbotschafter bei Fender gewesen.
Da wird dann schon mal genauer hingeschaut.
Zu recht, wie ich finde.

Viele Grüße,
woody


Zumal sich sein Anteil am Konzernumsatz durch "direkten Verkauf" in Grenzen halten dürfte.
 
Gruesze Ralf
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Der Typ hat übrigens auch schon davor seltsame Dinge von sich gegeben - es war nicht somit nicht das erst mal.

Wo ich brechen könnte, dass bei (bspw.) Instagram dann Zeug kommt, wie "what a loss for Fender" und "curious what he will come up with next". Und das dann noch mit "Likes" bis zum abwinken...
Ist wohl die alte Frage "Künstler und Werk trennen?".

Ich persönlich möchte nichts von Personen haben, die ich für fragwürdig halte.

Ach so, ein Freund von mir hat noch Cruz Bestellungen offen. Jetzt muss er sich einen Ersatz-Masterbuilder für die Projekte aussuchen...
 
I will burn your brain with my fuzz.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

univalve schrieb:
Ist wohl die alte Frage "Künstler und Werk trennen?".


Wobei ich ehrlich gesagt, dass Anfertigen von Fender customshop Gitarren nicht für Kunst halte. Ich will das nicht kleinreden und da gehört bestimmt Kunstfertigkeit dazu, aber mir fehlt die "Schöpfungshöhe" ...
 
Gruesze Ralf


Zuletzt bearbeitet von Rabe am 23.06.2020, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Fender lebt nicht nur von dem Verkauf von Instrumenten auch sondern von dem Verkauf von Emotionen und Wünschen und Romantik.

Das ist auch ganz okay so.

Jetzt verlieren sie in John Cruz einen Namen, den sie als preis-kräftigenden Mythos-Sticker auf ihre teuerste Charge von Holzprodukten patschen konnten.

Doof für Fender. Die haben ja auch jahrelang ihre "Masterbuilder" als Stars selber gehypt.

John Cruz hingegen verdient gleich auf zwei Arten:
- Der wird bald von Suhr oder Friedmann oder PRS oder wem-auch-immer eingesackt.
- Er darf sich jetzt als Opfer einer amok-laufenden Political Correctness sehen, als ein Opfer der "cancel culture", wo man nicht mal mehr einen Scherz machen darf. Das ist ein total schickes Image, was man verkaufsfördernd melken kann, weil, ja, der John, der lässt sich nicht verbiegen. Das ist ein markanter Kerl der "denen da oben" zu kantig wurde. Das ist authentisch, ja, das ist quasi Rock'n'Roll.



Da hat Leo Fender sine Gitarren extra fabrik-freundlich gestaltet damit man viele Gitarren verkaufen kann.... nur damit später diese Fabrik eine Reihe von Leute verpflichtet, einige Gitarren auf eine möglichst absurd aufwendige Weise herzustellen, damit man extra nur wenige Gitarren bauen kann und diese durch Exklusivität teuer sein dürfen.

Diese teuren Gitarren sind deswegen so teuer, weil sie dem Sound jener Gitarren, die man möglichst billig herstellen wollte, am besten nachahmen.

Was für ein Geschäftsmodell!
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

univalve schrieb:
Der Typ hat übrigens auch schon davor seltsame Dinge von sich gegeben - es war nicht somit nicht das erst mal.


Moin Robin,


Wenn das so sein sollte, dann ist es ein wenig merkwürdig, dass erst jetzt der Sturm der Entrüstung losbricht, meine ich. Dann hätte man schon früher einschreiten sollen seitens Fender und zumindest mal das Gespräch suchen mit der Chance zur Stellungnahme. Sonst wirkt das einfach nur nach Marketing, weil es eben gerade förderlich fürs Image ist, sich entsprechend zu positionieren.


univalve schrieb:
Ist wohl die alte Frage "Künstler und Werk trennen?".


Ich persönlich möchte nichts von Personen haben, die ich für fragwürdig halte.


Hm, das ist ein schwieriges Unterfangen würde ich meinen. Hand aufs Herz, durchleuchtest Du alle Personen/Konzerne von denen Du Waren konsumierst, bevor Du es tust? Das ist nicht möglich.
Und wenn man jetzt im künstlerischen Bereich bliebe, wenn man da wirklich alle Künstler nur der letzten Jahrzehnte durchleuchten würde (und da sind die in den Museen ausgestellten ja zur Mehrzahl noch gar nicht bei)
auf ihre politische und gesellschaftliche Integrität, ich befürchte, man würde bei jedem etwas finden, was dem eigenen Empfinden entgegenstünde. Heute ist es durch soziale Medien eben etwas einfacher, sowas zu finden, da ja - und das ist ja eher das Erstaunliche - Personen des öffentlichen Lebens (im weitesten Sinne in diesem Fall) sich oftmals so gerieren, als würde man privat mit Freunden über seine (evtl. alkoholgeschwängerte) Ansichten fabulieren, im kleinen Kreis.

Spannend an der ganzen Sache finde ich eher, dass - soweit ich weiß - es ja kein Statement von John Cruz selber dazu gibt und ich auch nicht weiß, ob ihn überhaupt jemand gefragt hat danach.
Ich weiß auch nicht, ob das eine einmalige Aktion war. Wenn ich jetzt mal annehmen würde, das wäre eine einmalige (unfassbar dumme und geschmacklose) Aktion von ihm gewesen und das Ergebnis wären entsprechende Kommentare im Netz, das nichts vergisst und Jobverlust, dann finde ich das einerseits gut, dass sein Arbeitgeber da so reagiert, gerade bei so einem Aushängeschild, aber irgendwie bleibt da auch ein fieser Beigeschmack. Also, ich habe schon viel dummes Zeug in meinem Leben gesagt und bestimmt auch geschrieben und war immer froh, dass mir Menschen eine zweite Chance gegeben haben, oder ich mich zumindest erklären konnte.


univalve schrieb:
Ach so, ein Freund von mir hat noch Cruz Bestellungen offen. Jetzt muss er sich einen Ersatz-Masterbuilder für die Projekte aussuchen...


Das ist natürlich super bitter.


Alles Gute!


Jonas
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

JohnnyT schrieb:
Spannend an der ganzen Sache finde ich eher, dass - soweit ich weiß - es ja kein Statement von John Cruz selber dazu gibt und ich auch nicht weiß, ob ihn überhaupt jemand gefragt hat danach.
Ich weiß auch nicht, ob das eine einmalige Aktion war. Wenn ich jetzt mal annehmen würde, das wäre eine einmalige (unfassbar dumme und geschmacklose) Aktion von ihm gewesen und das Ergebnis wären entsprechende Kommentare im Netz, das nichts vergisst und Jobverlust, dann finde ich das einerseits gut, dass sein Arbeitgeber da so reagiert, gerade bei so einem Aushängeschild, aber irgendwie bleibt da auch ein fieser Beigeschmack. Also, ich habe schon viel dummes Zeug in meinem Leben gesagt und bestimmt auch geschrieben und war immer froh, dass mir Menschen eine zweite Chance gegeben haben, oder ich mich zumindest erklären konnte.


Hi Jonas,
mal angenommen, das hier war der Fall:

powerslave schrieb:
Er hat ein Foto von einem blutverschmierten Pickup gepostet und sinngemäß dazu gemeint, er hätte keine Probleme mit Verkehrsbehinderungen durch die BLM Demos...


… dann ist das aus meiner Sicht deutlich über "dummes Zeug gesagt" und in der Größenordnung von "mit Hitlergruß posieren" (und das Foto von sich dann auch noch selbst veröffentlichen). Oder anders: Die rote Linie wurde hier mit Anlauf übersprungen.

Da gibt es für mich keinen fiesen Beigeschmack, wenn der Arbeitgeber daraus Konsequenzen zieht, damit hat man sich auch keine zweite Chance verdient.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Hallo Andreas,


Da hast du natürlich Recht. Der Beigeschmack resultiert bei mir auch nicht aus der Reaktion des Arbeitgebers (ich schrieb ja, dass ich das gut fand vor dem angenommenen Hintergrund, aber ja, das habe ich nicht sauber formuliert, dass der zweite Teil damit nichts zu tun hat), sondern eher aus den Reaktionen extern.
Die kann ich alle nachvollziehen, hoffe aber, dass der Maßstab, der an andere angelegt wird, auch an sich selbst und alle anderen angelegt wird. Und ob man aus einer vllt. einmaligen Aktion (das weiß ich ja nicht) direkt auf die gesamte Person Rückschlüsse zieht, die man ja nun in den meisten Fällen gar nicht persönlich kennt halte ich auch für wenig differenziert.

Das ist der Beigeschmack für mein Empfinden.



Alles Gute!


Jonas
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

powerslave schrieb:
Er hat ein Foto von einem blutverschmierten Pickup gepostet und sinngemäß dazu gemeint, er hätte keine Probleme mit Verkehrsbehinderungen durch die BLM Demos...

So ein Arsch... !
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

JohnnyT schrieb:
Wenn das so sein sollte, dann ist es ein wenig merkwürdig, dass erst jetzt der Sturm der Entrüstung losbricht, meine ich. Dann hätte man schon früher einschreiten sollen seitens Fender und zumindest mal das Gespräch suchen mit der Chance zur Stellungnahme.


Vermutlich gab es auch schon Gespräche aber man erfährt ja nicht jede Interna.

Wobei so ein Witz über spontanes Menschen-Töten (oder je nach Les-Art auch ein Witz über lustiges Minderheiten-Töten, denn jeder weiß, wer da weswegen protestiert ) .... ja also so ein Jux muss auch nicht erst abgemahnt werden muss, meine ich.

Da kann man schon mal mit Entlassung reagieren.
Genauso lustig und spontan.

Ich finde auch nicht, dass man da "einschreiten" gemusst hätte.
Wenn ich eine Gitarre von dem wollte, würde ich lieber wissen, wer John Cruz so ist, damit ich eine wissende Entscheidung treffen kann, ob ich mich damit assoziieren möchte.
Der Wunsch, dieses Verhalten vorher abgefangen zu sehen, hieße ja, man wolle die unschönen Äußerungen entweder unterdrückt wissen oder lieber nicht damit behelligt werden. Ich finde das aber hilfreich zu wissen.

Das ist ja das Schöne am modernen Gitarrenmarkt: Es gibt fast nichts, dem man nicht auch mit einer ebenso guten Alternative ausweichen könnte wenn man wollte.

Gerade bei teuren Strats.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

groby schrieb:
Vermutlich gab es auch schon Gespräche aber man erfährt ja nicht jede Interna.

Wobei so ein Witz über spontanes Menschen-Töten (oder je nach Les-Art auch ein Witz über lustiges Minderheiten-Töten, denn jeder weiß, wer da weswegen protestiert ) .... ja also so ein Jux muss auch nicht erst abgemahnt werden muss, meine ich.

Da kann man schon mal mit Entlassung reagieren.
Genauso lustig und spontan.


Ich finde auch nicht, dass man da "einschreiten" gemusst hätte.
Wenn ich eine Gitarre von dem wollte, würde ich lieber wissen, wer John Cruz so ist, damit ich eine wissende Entscheidung treffen kann, ob ich mich damit assoziieren möchte.
Der Wunsch, dieses Verhalten vorher abgefangen zu sehen, hieße ja, man wolle die unschönen Äußerungen entweder unterdrückt wissen oder lieber nicht damit behelligt werden. Ich finde das aber hilfreich zu wissen.

Das ist ja das Schöne am modernen Gitarrenmarkt: Es gibt fast nichts, dem man nicht auch mit einer ebenso guten Alternative ausweichen könnte wenn man wollte.

Gerade bei teuren Strats.


Hallo Robert,


Da bin ich in Punkto Entlassung wegen seines Postings voll bei Dir. Und in den USA geht das ja auch zack zack.

Ich bezog mich nur auf den Hinweis von Robin , dass Herr Cruz bereits vorher aufgefallen sei in solcher Hinsicht. Aber natürlich kennen wir die Interna dazu nicht, ist also reine Spekulation. Nur, wäre dem so gewesen, hätte man da einschreiten müssen, wenn man ja lt. zeitnahem Statement des CEO (das sich nicht auf den Cruz Vorfall bezog) keinerlei Toleranz gegenüber Rassismus dulde.

Ich denke auch, dass das kein Unterdrücken unschöner Äußerungen, sondern konsequentes Handeln als Reaktion auf diese ist. Und eine Firma muss sowas nicht publik machen (hat sie ja in diesem Fall auch nicht). Insofern wird es normal sein, dass "unschöne Äußerungen" die in einer Kündigung enden "unterdrückt" werden, was ja im Zweifel auch zum Schutz aller Beteiligten geschieht.

Ob ich unbedingt wissen will, wer die Person mit all ihren Ansichten ist, von der ich etwas kaufe, oder mit der ich in Handel trete kann ich für mich zumindest in vielen Bereichen ausschließen. Wenn ich meinen Maßstab an für mich tolerables Verhalten anlege an Personen, sie dahingehend durchleuchte - nach vorher ausgefülltem Fragebogen zu Themen wie Homosexualität, Klimawandel, Feminismus etc. - und dann mit Sicherheit Punkte finde, die ich nicht tolerabel finde, dann wird es ziemlich dünn in den Auswahlmöglichkeiten für mich. Also, schätze ich. Zudem, vieles hört man ja nur aus 2. oder 3. Hand, das wäre schon Arbeit, da zu recherchieren und ganz ehrlich, dafür ist mir die Zeit dann auch zu schade.


Und wenn wir von Gitarren reden: wie viele große Marken haben eine Frau im Vorstand, oder in Führungspositionen? Oder wie viele Farbige? Wer spricht in der Geschichte des Rock'n Roll Eqipments von den Frauen, die all die tollen Marshall und Fender Amps zusammengelötet haben, oder die die Tonabnehmer gewickelt haben, oder an der Fertigung der ikonischen Gitarrenmodelle beteiligt waren? Wer nennt oder kennt da Namen? Vielleicht mal abgesehen von Abigail Ybarra kennt man keine. Wie viele weibliche Masterbuilder gibt es bei großen Firmen? Und es gibt sehr viele sehr gute weibliche Gitarrenbauer.

Da ist diese Branche so sehr Steinzeit, wie nur irgendwas. Man denke nur an Dean Messeauftritte, die durchschnittliche Gitarrenwerbung oder auch ganz schlicht Gitarrendesigns, die i.d.R. nicht auf Bedürfnisse anderer Gruppen eingehen, als diejenigen von Männern.
Da ändert sich zwar sehr sehr langsam etwas, aber machen wir uns nichts vor, auch in dieser Branche regieren sehr alte Denkmodelle, auch wenn man nach außen voll hip und modern wirkt, die Strukturen sind es m.E. n. meistens nicht. Aber das ist ein anderes Thema.


Alles Gute!

Jonas
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

JohnnyT schrieb:
.... das wäre schon Arbeit, da zu recherchieren und ganz ehrlich, dafür ist mir die Zeit dann auch zu schade.

Das ist natürlich richtig.
Man kann nicht realistisch verlangen, alles und jeden auf seine moralische oder ideologische Passgenauigkeit zu einem selbst zu durchleuchten.

Aber bleiben wir beim Thema: bei John Cruz musste man nicht durchleuchten.
Er gab einem - sozusagen - ein Statement freiwillig und öffentlich. Und spätestens wenn ich etwas nicht nachgefragt hätte, aber trotzdem erfuhr, ist es nicht mehr möglich, auf Ignoranz zu plädieren.
Man kann das natürlich nicht so schlimm oder als harmlosen Witz finden und weiterhin Cruz-Gitarren kaufen.
Aber sagen, man wisse nix, naja, geht dann nicht mehr.

Zu deinen weiteren Punkten muss ich sagen: Das führt zu nichts.
Wenn man nicht aufpasst und absolut beim Thema bleibt, verliert sich alles in einem Dickicht aus "Ja und was ist dann mit ...." und dann geht ein munteres Schlagwort-Bummtätärä los wo man alle Themen reinklatschen kann. Dann verliert sich jeder Überblick und am Ende ist nichts mehr greifbar und alles verliert sich in moralischer Beliebigkeit oder man kommt zum Schluss, das ohnehin nichts perfekt und daher auch alles irgendwie ein bisschen egal sei.

Hilfloses Achselzucken als moralischer Standpunkt ist aber doof.

Dagegen hilft nur radikal beim Thema bleiben.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

groby schrieb:
Aber bleiben wir beim Thema: bei John Cruz musste man nicht durchleuchten.
Er gab einem - sozusagen - ein Statement freiwillig und öffentlich. Und spätestens wenn ich etwas nicht nachgefragt hätte, aber trotzdem erfuhr, ist es nicht mehr möglich, auf Ignoranz zu plädieren.
Man kann das natürlich nicht so schlimm oder als harmlosen Witz finden und weiterhin Cruz-Gitarren kaufen.
Aber sagen, man wisse nix, naja, geht dann nicht mehr.


Hallo Robert,


Das stimmt. Zu dem Thema ist ja auch nichts mehr zu sagen in Bezug auf die Qualität des Inhalts und als Teilnehmer/Mitleser ist Ignoranz (btw. wer hat denn darauf plädiert?) natürlich nicht vorschützbar.

Mir ging es ja weiter oben nur ein wenig darum, dass ich es überdenkenswert finde wie und von wem über die Person nun geurteilt wird aufgrund der Informationslage , und die jeweilige moralische Basis dieser Beurteilung.

Ich meine, man kann die Tat verurteilen und muss das auch tun, aber man sollte nicht den ganzen Menschen in Bausch und Bogen verdammen, wenngleich ich die emotionale Komponente ja dabei nachvollziehen kann.

Und nur zur Sicherheit, als harmlos, nicht so schlimm, oder schlechten Scherz habe ich das ganze a) nie benannt und b) empfinde ich das auch nicht so.


Alles Gute!


Jonas
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

JohnnyT schrieb:
Ich meine, man kann die Tat verurteilen und muss das auch tun, aber man sollte nicht den ganzen Menschen in Bausch und Bogen verdammen, wenngleich ich die emotionale Komponente ja dabei nachvollziehen kann.


Also... letztlich entsprang die ganze Debatte einer Diskussion um systemischen und institutionalisierten Rassismus und Tötung hilfloser Menschen durch Polizei.

Das lohnt es sich, mal kurz durchzuatmen, was das heißt.

Alter Falter.

Und dann wird natürlich klar, dass es keinen geben kann, der dem *nicht* in irgendeiner Form emotional gegenüber steht.

Nur so zur Relativierung:
Leute drehen schon hysterisch durch wenn ein schwedischer Teenager sich erdreistet zu wiederholen, was Forscher sagen.
Das ist schon Grund zur Schnappatmung. Wahnsinn.
Kann man sich vorstellen, um wie vieles explosiver die Diskussion um Rassismus ist.


Ich sehe nicht, wo Cruz "in Bausch und Bogen verdammt" worden wäre. Der Konzern hat nur gesagt "Danke, ist genug jetzt."

Aber für sich zu entscheiden, dass man teure Strats vielleicht woanders kauft, ist eine valide persönliche Reaktion, keine Verdammung.



Das ist halt eine schwierige Gradwanderung und hier spiegelt sich ein großes abstraktes Problem am kleinen Beispiel: Wer Cruz entlässt muss sich dem Vorwurf aussetzen, man habe überreagiert oder beuge sich einer links-radikalen "Cancel Culture" Agenda. Wer ihn gewähren lässt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, man trage durch Wegschauen dazu bei, Gewaltverherrlichung oder Rassismus als harmlose Lustigkeit oder Beliebigkeit wieder salon-fähig gemacht zu haben.

Am Ende steht die Frage, in welchen Bereichen (und ob überhaupt) ein Kunde soziale Verantwortung übernehmen möchte für seine Kaufentscheidung.
Ist ein Kauf eine isolierte Handlung und alle Folgen (vom Regenwald bis zum Rassismus) sind getrennte Phänomene bzw. anderer Verantwortlichkeiten?
Oder muss beim Kauf jedes Gegenstandes gleich eine Phalanx ethisch-moralischer Unbedenklichkeits-Überlegungen durchexerziert werden?

Möge sich jeder zwischen diesen Extremen platzieren wie es ihm sein Gewissen befiehlt oder ermöglicht.
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