Fender kündigt John Cruz...

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RE: Fender kündigt John Cruz...

Hallo Robert,



Noch einmal: ich finde das auch widerlich was Herr Cruz gepostet hat. Ich will das nicht entschuldigen, im Gegenteil.
Um die Reaktion des Arbeitgebers geht es mir nicht, ich schrieb es bereits, es geht mir um die Reaktion von extern.
Es geht mir auch nicht um die Debatte über Black Live Matters und deren Auslöser in diesem Zusammenhang. Mir geht es um die Qualität der Beurteilung der Person und nicht der Tat auf Basis in meinen Augen recht weniger bekannter Details zu dieser Person und auch zu dem Vorgang.

"Fragwürdige Person" und "Arschloch" ist hier im Verlauf zu lesen, das bezieht sich auf die Person, nicht auf die Tat, das ist durchaus in Bausch und Bogen in meinen Augen.


Und so sehr ich das auch verachte, was an Mist von Leuten gepostet wird - in meinen Augen - versuche ich dann doch immer zu versuchen mir vorzustellen, was man machen könnte, dass Leute sowas eben nicht mehr posten, oder schlimmstenfalls auch verinnerlicht glauben. Das klappt indem man darauf hinweist, wie shice es ist, was da gepostet/gesagt wurde, aber auf sachliche Art und auf eine Art die es erlaubt im Dialog zu bleiben. Man kann Leute nicht dazu bringen von ihren Ansichten abzukehren, indem man da nur draufhaut, das führt zum exakten Gegenteil. Daher würde ich Tat und Person immer trennen wollen, weil das in meinen Augen die einfachste Art ist, so eine Ebene herzustellen. Und es ist in meinen Augen der schwerere Weg, aber auch der lohnenswertere.


Alles Gute!

Jonas
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RE: Fender kündigt John Cruz...

Nun ja.... einerseits schreibst du (völlig zu Recht) man kann ja nicht bei jeder Kaufentscheidung moralische Grundsatz-Recherche betreiben.
Soviel Zeit hat man auch nicht.

Aber wenn einer ganz eindeutig Scheiße postet (angenommen, man empfindet das so) dann ... nun ja: warum schulde ich es John Cruz, dass ich ihn dann aber erstmal in seiner Gesamtheit wahrnehme und in einen Dialog trete?
Woher soll ich dann diese Zeit nehmen?

Ich plädiere für Sachlichkeit um jeden Preis. Auch wenn es weh tut.
Aber ich plädiere auch dafür, krassen Dinge auch mit eindeutiger Ablehnung zu begegnen.
Manchmal auch mal ohne Dialog.

Ich habe es auch zu selten erlebt, dass sich ein Dialog gelohnt hätte.
Nicht in derartigen Grundsatzfragen.
Nicht in letzter Zeit, in der die politischen Lager-Grenzen (in den USA zumal) derart fest und verbissen verteidigt werden.
Und schon gar nicht online, wo die Sogwirkung, ins Aggressive und Zynische abzurutschen, sehr stark ist.

Weiß nicht, ob man da "Arschloch" sagen muss, aber wenn man findet, dass da arschlochiges gepostet wird, dann ist das ja eher treffend. Dann kann man sich den Dialog schenken und einfach sein Leben mit anderen Gitarren (und weniger Social Media) weiterleben.

Weniger Social Media ist überhaupt ein guter Ratschlag.
Hätte man mal John sagen sollen.
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

groby schrieb:
Aber wenn einer ganz eindeutig Scheiße postet (angenommen, man empfindet das so) dann ... nun ja: warum schulde ich es John Cruz, dass ich ihn dann aber erstmal in seiner Gesamtheit wahrnehme und in einen Dialog trete?
Woher soll ich dann diese Zeit nehmen?




Wenn man via Twitter oder FB öffentlich ein - vorsichtig ausgedrückt - provokantes Statement an die Weltöffentlichkeit richtet, dann darf einen eine Reaktion darauf nicht verwundern. Auch oder gerade wenn sie anders ausfällt als gedacht. Und je undifferenzierter das Statement (es war ja nun nicht gerade ein philosophisches Traktat über die Wertigkeit des Lebens im Allgemeinen und Besonderen, sowohl im historischen als auch aktuellen Kontext), um so undifferenzierter wird häufig auch das Echo ausfallen. Im Extremfall: Arschloch.
Davon abgesehen diskutiert John Cruz hier ja nicht mit und unsere Meinung hier wird für ihn von überschaubarer Relevanz sein. Sehr rücksichtsvoll müssen wir also hier nicht sein.

Was MB - CS Gitarren so besonders macht, das Geschäftsmodell dahinter und ob man das geil findet ist ein anderes Thema, das durchaus einen eigenen Thread wert ist.
Meinungsfreiheit und deren Grenzen ein anderes. Wir haben in Österreich ja sogar das sog. "Verbotsgesetz", das "Verherrlichung" und "Relativierung" der NS Zeit unter Strafe stellt, genau so wie die Verwendung von NS - Symbolik etc. Einerseits verständlich. Andererseits finde ich es auch praktisch, wenn sich Hohlköpfe öffentlich deklarieren. So weiß wenigstens jeder Bescheid und der Reiz des Geheimen fällt weg. Ich schwanke da immer.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
Verfasst am:

RE: Fender kündigt John Cruz...

Mal verkürzt: das Posting arschlochmäßig zu bezeichnen finde ich richtig, die Person als Arschloch zu bezeichnen nicht.
Und ich denke, nur weil eine Diskussion ermüdend werden kann und nicht sofort einen Effekt hat lohnt sich dennoch, die Masse macht es irgendwann aus und man kommt ins Grübeln. Ob etwas Gesagtes einen Effekt gehabt hat, weiß man eh meistens nicht und manchmal reicht ja auch die kleine Geste, an die man sich erinnert.

Ist mir die Zeit auch nicht immer wert, aber regelmäßig.
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Fender kündigt John Cruz...

JohnnyT schrieb:
univalve schrieb:
Der Typ hat übrigens auch schon davor seltsame Dinge von sich gegeben - es war nicht somit nicht das erst mal.

Wenn das so sein sollte, dann ist es ein wenig merkwürdig, dass erst jetzt der Sturm der Entrüstung losbricht, meine ich. Dann hätte man schon früher einschreiten sollen seitens Fender und zumindest mal das Gespräch suchen mit der Chance zur Stellungnahme. Sonst wirkt das einfach nur nach Marketing, weil es eben gerade förderlich fürs Image ist, sich entsprechend zu positionieren.

Hi Jonas, nur weil ich persönlich angesprochen wurde ziehe ich jetzt nochmals das etwas ältere hier raus, obwohl die Diskussion ja schon weiter lief...

Ich denke nicht, dass die vorherigen "Dinge" eine Linie überschritten haben. Ich weiß das aber auch nur vom besagten Freund der Bestellungen am Laufen hat. Er hatte auch direkten Kontakt wegen den Projekten und da kam er offenbar - vom Ton und der Art - auch als Arschloch rüber. Mich interessiert das an der Stelle nicht weiter, da ich einen Kommentar eines persönlichen Freundes habe, dem ich somit (ver-)traue, und der sich mit der Thematik beschäftigt hat. Da übernehme ich seine Einschätzung.

JohnnyT schrieb:
univalve schrieb:
Ist wohl die alte Frage "Künstler und Werk trennen?".


Ich persönlich möchte nichts von Personen haben, die ich für fragwürdig halte.


Hm, das ist ein schwieriges Unterfangen würde ich meinen. Hand aufs Herz, durchleuchtest Du alle Personen/Konzerne von denen Du Waren konsumierst, bevor Du es tust? Das ist nicht möglich.

Ich habe "persönlich" geschrieben und stehe auch dazu*. Würde Deimel jetzt völlig austicken dann kann es schon sein, dass ich mich von der Gitarre trenne. Es gibt genug - Robert hat es erwähnt - Alternativen.

*Ich reflektiere mein Kaufverhalten im Vorhinein und bin mir bewußt, was ich damit unterstütze oder eben nicht. Alles wissen geht nicht. Aber vielleicht "vertraut" man Unternehmen. Fender hat mit der Masterbuilder-Entfernung da vielleicht für manche ja etwas bewirkt.
 
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