Internetbestellung im Jahre 2021...

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Internetbestellung im Jahre 2021...

Hallo zusammen,

wir schreiben das Jahr 2021. Bestellungen im Internet sind schon lange Alltag und große Unternehmen halten erhebliche Marktanteile. Man sollte annehmen, dass die Abwicklung einer Bestellung Alltag ist und routiniert abgewickelt wird. Jedenfalls habe ich das bis vor einer Bestellung bei einem großen Musikalienversender gedacht – nennen wir ihn einfach ab sofort Musikladen.

Ich registierte mich als Kunden. Schnell war eine Gitarre der Hausmarke gefunden und im virtuellen Warenkorb. Freundlich bot mir der Musikladen zusätzlich gratis ein Schwämmchen für die Befeuchtung der Gitarre an. Diese Dinger halte ich persönlich zwar für groben Unfug aber ich hätte es als unhöflich empfunden, ein Geschenk abzulehen. Also hinein in den Warenkorb, Paypal als Zahlungsmittel auswählen, ein paar weitere Klicks und gut. Paypal buchte von meinem Bankkonto ab. Ging bis dahin alles gut.

Es kam eine Auftragsbestätigung mit dem Hinweis, dass als nächstes die Versandmitteilung verschickt würde.

Fünf ereignislose Tage später beschloss ich, den Musikladen anzurufen. Nach zehn Minuten in der Warteschleife erreichte ich einen motivierten Mitarbeiter, der mir fröhlich erklärte, dass die von mir gewünschten Waren leider nicht lieberbar wären und es noch zwei Wochen dauern würde. Ich wies vorsichtig darauf hin, dass auch zum Zeitpunkt unseres Telefonats die Gitarre als vorrätig gekennzeichnet sei. Ja, erwiderte der gute Mann, die Gitarre sei nicht das Problem – das geschenkte Schwämmchen sei aber aus. Ich bat den Mitarbeiter, die Bestellung des Schwämmchens zu stornieren und die Gitarre zu verschicken und er sicherte mir zu, dass das genau so erfolgen würde.

Nach weiteren drei Tagen kam die Gitarre an, gemeinsam mit der Versandmitteilung per Mail, die ich lieber vorher bekommen hätte.

Die Gitarre selbst war kurz gesagt ein Reinfall. Ich ließ mich stoisch von meiner Frau ausschimpfen, die mich mal wieder daran erinnerte, dass man zu dem vom Musikladen verlangten Preis einfach kein seriöses Instrumente bauen kann. Dann machte ich mich daran, die Gitarre wieder einzupacken, startete das Notebook, loggte mich in meinem Kundenkonto ein und wollte die Retoure starten. Die Auswahl des zu retournierenden Produkts war einfach – war ja nur eins. Erwartungsfroh klickte ich und las zu meinem Erstaunen, dass für dieses Produkt der normale Vorgang der Rückgabe nicht möglich sei und ich bitte den Kundenservice anmailen möge. Ich klicke auf die bereitgestellte Schaltfläche und wurde aufgefordert, meine Kundennummer anzugeben. Wenn man jetzt erwartet, dass man seine eigene Kundennummer in seinem Kundencenter findet, wird man beim Musikladen leider enttäuscht. Ich fand die Kundennummer dann in der Mail mit der Auftragsbestätigung, nachdem ich die Anzeige auf 150 % vergrößerte, verfasste die Mail und wartete.

Drei Tage später schrieb ich erneut, da es einfach keine Reaktion gab. Weitere zwei Tage später rief ich den Musikladen an. Ein sehr gut gelaunter Mitarbeiter leitete dann den Rückversand ein. Meine höflich vorgebrachte Kritik, dass kein Mensch dort E-Mails beantworten würde und dass man seine Kundennummer nicht im Kundencenter fände, prallte an seiner unerhörten Gelassenheit ab. Ich solle doch zukünftig besser anrufen, das mit den Mails funktioniere nicht so gut, die EDV sei halt schlecht aber die IT-Abteilung würde es eben nicht abändern und es wäre doch toll, dass ich telefonisch durchgekommen sei, da könne man doch auch über zehn Minuten in der Warteschleife hinwegsehen.
Der Rücksendeaufkleber kam per Mail, DHL lieferte zurück. Es dauerte zwar zwei Tage, in denen die Gitarre laut DHL zwar schon vor Ort sei, bis auch der Musikladen das bestätigte, dann allerdings zahlte Paypal den Kaufpreis zurück. Und nur zwei weitere Tage später bestätigte auch der Musikladen die erfolgreiche Retoure.

Und nur weitere zehn Tage später erhielt ich eine Versandankündigung. Ich mutmaße ganz vorsichtig, dass es das Schwämmchen ist, dass ich nie wollte und das aus meinem Warenkorb doch angeblich entfernt wurde. Gleichzeitig mit der Versandankündigung erhielt ich auch noch den Hinweis, dass die Lieferung wegen Überlastung doch noch etwas dauern könne. Es bleibt spannend.

Ich frage mich wirklich, was die Mitarbeiter dieses Musikladens eigentlich beruflich machen...

Viele Grüße

erniecaster
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Hallo Erniecaster,

sag mal, du hast da jetzt nicht im Ernst wieder einmal eine Harley Benton Gitarre zurück geschickt, oder? Weil, das macht doch gar keinen Sinn, es gibt da doch keine Serienstreuung... Oder habe ich dich da falsch verstanden?

Gruß Martin
Verfasst am:

RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Hallo Martin,

nein, es war keine Harley Benton. Thomann kann nämlich Internethandel.

(Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass Thomann im Bereich der Akustikgitarren eine Menge Marken nicht mehr führt. Hinsichtlich Martin und Sigma habe ich beispielsweise gelesen, dass die Hersteller nicht über Thomann verkaufen wollen. Deutet sich hier ein Problem des Marktführers an? Wir werden sehen...)

cu

erniecaster
Verfasst am:

RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Also, ich habe in dem Musicladen ( wenn tatsächlich der MusicStore gemeint ist)im letzten Jahr 2x etwas bestellt. In einem Fall mit Retoure.
Alles problemlos und gut. Im Fall der Retoure besser als Thomann.

Kommt wohl drauf an, wen man am Telefon hat.
Grüße
Kershaw
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Tja, mit Onlinehandel muss man sich vetraut machen, geht ja gar nicht anders derzeit.

Bislang habe ich mein Zeugs immer vorher besichtigen können. Bei Gitarren ist das eigentlich kaum anders möglich, da man es schon vorher in die Hand nehmen können sollte.
Mit routinierten Läden hat man eben diesen Umweg, bestellen, wenns nix ist, wieder zurück. Irgendwie kauft man die Katze im Sack, wenn man Gitarren bestellt, ohne sie tatsächlich gesehen zu haben.
 
kann Spuren von Ironie, Sarkasmus oder eigener Meinung enthalten, der Genuss für Musiker ist unbedenklich
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Je mehr subjektive Faktoren beim Kauf eine Rolle spielen, desto wichtiger ist der persönliche Test.

Saiten, Kabel, Mikrofone, Modeller (geht z.B. bei Fractal gar nicht anders) -> Internethandel kein Problem.
Bei Amps sehe ich das ähnlich.
Bei hochpreisigen Custom Shop Teilen und ganz speziell Akustikgitarren führt am Anspielen kein Weg vorbei. Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass bei Gitarren, die in der Theorie alle meine Wünsche erfüllen sollten, der Funke einfach nicht überspringen wollte. Im Gegenteil genau so, ich habe schon oft Gitarren gekauft, die mir jemand mehr oder weniger mit Gewalt in die Hand gedrückt hat, weil sie für mich a priori eigentlich keinen Blick wert gewesen wären.. Aus diesem Grund lasse ich mir übrigens auch keine Gitarren mehr bauen. Ist aber eine andere Geschichte...
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Moinsen Mathias,

Sagen wir mal so, ich kann einen Frust verstehen, da läuft etwas nicht so, wie man es haben will und fühlt sich auch noch veräppelt am Telefon vom Service.
Ich finde es dann nur schade wenn dann Sätze kommen wie "Ich frage mich wirklich, was die Mitarbeiter dieses Musikladens eigentlich beruflich machen... ", denn das ist ziemlich shice, denn für mich wird es da schon persönlich.
Es gibt hunderte Möglichkeiten, warum etwas was nicht gelaufen ist, und das kann j e d e m passieren, egal, ob er "Internethandel kann" nach Deinem Dafürhalten, oder nicht. Fehler passieren. Klar ist das hier sehr schlecht gelaufen, aber das rechtfertigt in meinen Augen solche Aussagen nicht, sorry! Ist ja okay, wenn Du den Laden für inkompetent oder sonstwas halten magst, dann passt man sein Kaufverhalten an und gut ist und meinetwegen kannst Du das ja auch gerne mitteilen, um andere zu warnen, dass mal was schiefgehen kann, auch gut. Aber mach das doch nicht auf den Rücken der Mitarbeiter, das ist in meinen Augen schon etwas einfach.

Alles Gute!


Jonas
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Habe bei Thomann schon einige Gitarren (oft auch für Freunde) und sonstiges Equipment bestellt.
Rücksendungen waren immer unproblematisch und fix.
Einmal konnte ich sogar eine Ac-Bassgitarre für mich nach Ablauf des Rücksendetermin zurücksenden.
Durch das Platzen eines Acousticprojektes nach diesem Termin wurde dieser Ac-Bass mit Kulanz zurückgenommen.
Ich musste nur eine Woche länger warten, da angeblich eingehender zu prüfen wäre. Es wurde kein Geld abgezogen.
Auch bei Musicstore hatte ich nie schlechten Erfahrungen mit Rücksendungen gehabt.

Es könnte auch von der Erwartungshaltung abhängen, ob man Internethandel trauen soll.
Ich habe die Möglichkeit kleinere Einstellungsmängel selbst zu beseitigen, sofern es sich nicht um eine Acoustic handelt.
 
Gealterter Hobbygitarrist mit gelegentlichen GAS Anfällen.
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RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

JohnnyT schrieb:
Moinsen Mathias,

Sagen wir mal so, ich kann einen Frust verstehen, da läuft etwas nicht so, wie man es haben will und fühlt sich auch noch veräppelt am Telefon vom Service.


Hallo Jonas,

schiefgehen kann überall etwas. Das ist kein Thema, völlig in Ordnung und nicht erwähnenswert. Bei dieser Bestellung mit anschließender Rückgabe ist aber so viel unorganisiert und chaotisch abgelaufen, dass ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Lies dir meinen Text bitte noch einmal durch.

Übrigens kam gerade das Paket mit dem Schwämmchen - von dem der Mitarbeiter mir ja am Telefon versichert hatte, dass es nicht mehr verschickt würde.

Gruß

erniecaster
Verfasst am:

RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

powerslave schrieb:
Je mehr subjektive Faktoren beim Kauf eine Rolle spielen, desto wichtiger ist der persönliche Test.

Saiten, Kabel, Mikrofone, Modeller (geht z.B. bei Fractal gar nicht anders) -> Internethandel kein Problem.
Bei Amps sehe ich das ähnlich.
Bei hochpreisigen Custom Shop Teilen und ganz speziell Akustikgitarren führt am Anspielen kein Weg vorbei. Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass bei Gitarren, die in der Theorie alle meine Wünsche erfüllen sollten, der Funke einfach nicht überspringen wollte. Im Gegenteil genau so, ich habe schon oft Gitarren gekauft, die mir jemand mehr oder weniger mit Gewalt in die Hand gedrückt hat, weil sie für mich a priori eigentlich keinen Blick wert gewesen wären.. Aus diesem Grund lasse ich mir übrigens auch keine Gitarren mehr bauen. Ist aber eine andere Geschichte...


Same here....

fast immer, wenn ich losgezogen bin, um eine bestimmt Klampfe zu kaufen, bin ich mit einer anderen zurückgekommen.
Zuletzt war das so, als im mir beim BTM unbedingt die Suhr Pete Thorn kaufen wollte. Zu Hause lag dann eine Schecter HSS Strat, weil mir das begehrte Modell (was theoretisch alles hatte, was ich unbedingt wollte und auch in verschiedenen Demos hervorragend klang) nicht zusagte, weder von der Haptik noch vom Sound.....Theorie und Praxis halt wieder...

Ich habe mir noch NIE eine neue Klampfe schicken lassen....das funktioniert bei mir nicht.
Amps eigentlich auch nicht......

Fazit: natürlich handelt es sich in dem geschilderten Fall um logistisches/technisches/bürokatischen/menschliches Komplettversagen, dass einem mit jeder Ware passieren kann....mich regt sowas tierisch auf. Gottseidank ist mir das bei meinen musikalischen Bestellungen Über Thoman, Music Professional, Session etc. noch nie passiert.
Auch über Amazon (man kann über den Laden denken was man will) hatte ich noch NIE Komplikationen....das läuft immer (und das ist der Grund für diesen unglaublichen Erfolg) reibungslos.....bitte keine Diskussionen über die Arbeitsbedingungen bei Amazon - das ist alles bekannt.
Ich würde aus meinen praktischen Erfahrungen subsummieren - der sehr viel über Internethandel abwickelt - es ist erstaunlich wie toll das in der Regel funktioniert......
Verfasst am:

RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

erniecaster schrieb:
Lies dir meinen Text bitte noch einmal durch.


Hallo Mathias,


Wie Du in meinem Beitrag lesen konntest ging es mir um diesen Satz:

Ich frage mich wirklich, was die Mitarbeiter dieses Musikladens eigentlich beruflich machen...

DAS finde ich nicht okay. DAS habe ich geschrieben. Dass der Ablauf mangelhaft ist/war, habe ich mehrfach bejaht.

Alles Gute!

Jonas
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Verfasst am:

RE: Internetbestellung im Jahre 2021...

Es passiert ja auch im "normalen Leben", dass etwas nicht so funktioniert, wie es soll.

Mal ist es der kleine Lebensmittel-Händler vor Ort, der verspricht, einen bestimmten Artikel binnen ein paar Tagen zu besorgen und dann wird man immer wieder vertröstet ("Morgen ist es da") und es dauert vier Wochen. Mal sind es große Sachen, wie unsere neue Küche. Wir warten seit August 2020 darauf, dass endlich alle 18 Mängel beseitigt werden. Nächste Woche soll jetzt endlich die dritte Arbeitsplatte geliefert und eingebaut werden! Unsere Küche hat es sogar in die Zeitschrift "Finanztest 03/21" geschafft.

Ich kaufe auch sehr viel online. Sowohl Musiksachan, als auch andere Artikel. Im Musikalienbereich habe ich schon bei allen möglichen Händlern bestellt. Auch bei kleinen. Es hat eigentlich immer recht gut funktioniert. Mal schneller, mal weniger schnell. Da ist Thomann einfach Spitze. Ich kaufe seit über 20 Jahren dort und hatte noch nie ein Problem. Bestellung und Lieferung gehen Ratzfatz. Manchmal in weniger als 24 Stunden! Auch Rücksendungen oder Reklamationen werden schnell und kundenfreundlich erledigt. Top!
Habt Ihr auch den Eindruck, dass die Lieferung am schnellsten funktioniert, wenn eine Frau die Bestellung bearbeitet?
Bei anderen Händlern klappt es aber auch. Nicht immer ganz so schnell und professionell, wie bei Thomann, aber es ist ok.

Beim "Musicladen" habe ich ein bisschen den Eindruck, es ist halt Köln!
Alles ein bisschen nachlässiger, ein bisschen unorganisierter, immer ein bisschen Karneval.
Manchmal taucht die Bestellung nicht im Kundenkonto auf und man muss anrufen, damit man einen Retourenschein bekommt. Das geht dann aber freundlich und relativ kurzfristig. Auf die Rücküberweisung des Geldes muss man ungewöhnlich lange warten. Das kann schon mal 3 Wochen und länger dauern.

In Coronazeiten sind eben alle ein bisschen mehr belastet und das wahrscheinlich besonders die Leute von der Online-Abteilung. Ich vermute auch mal, dass die Mitarbeiter des normalen Ladengeschäfts jetzt im Onlinegeschäft eingesetzt werden und darin vielleicht nicht so fit sind.

Tja, wo Menschen beteiligt sind, passieren eben Fehler. Es menschelt. Und ganz ohne Menschen geht es halt nicht (zum Glück).
 
Meine Nachbarn hören gute Musik - zwangsläufig...
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