Gitarre Gibson "The SG", Firebrand, Walnut

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Gitarre Gibson "The SG", Firebrand, Walnut

gekauft:
Ich habe meine 1982er „The SG" Firebrand Walnut (incl. Original-Koffer und allem Paperwork) im November 2003 aus einer Sammlungsauflösung vom Erstbesitzer für 750 € erworben, der sie bis dahin nach den Kauf nur einmal angetestet hatte.

Ich mag:
Den bluesigen Sound, ihre schlichte Erscheinung mit der kleinen Schlagplatte, die an die sehr frühen SG erinnert, und das Gewicht von knapp unter 3 Kg. Wie alle Gibsons hat sie nur 22 Bünde. Daher ist die Saitenlage weich und lädt stets dazu ein, die Saiten über die gesamte Breite des Griffbrettes zu choken.

Ich mag nicht:
Gibt es bei dieser Gitarre nicht!

Verarbeitung:
Die „The SG" ist von Haus aus eine sehr einfach gehaltene Version der SG Standard. Bindings und dergleichen gibt es bei ihr nicht. Also konnte man auch gar nicht so viel verkehrt machen.
Alle Materialien sind von guter Qualität, die Verarbeitung ist überzeugend gut.
Bei meinem Modell handelt es sich um eine Firebrand, Walnut. Bei dieser Unterart der „The SG“ sind Hals und Korpus aus Walnussbaum gefertigt. Der weitere Zusatz „Firebrand" erklärt sich wie folgt: Während des Wachstums erlitt der Ebenholzbaum, aus dem später das Griffbrett geschnitten wurde, zeitweilig eine Krankheit, eine Art „gentechnischer Fehler". Daraus resultiert ein rötlicher Streifen in der Maserung, der aus dem sonst dunklen Holz auffällig herausragt. Zunächst wurde dieses Holz von Gibson als fehlerhaft betrachtet und ins Regal verbannt. Als man eine preiswerte Variante der SG auf den Markt bringen wollte, erinnerte man sich an diese Bestände und verarbeitete sie doch noch. Seitdem ich die Gitarre regelmäßig spiele, ist dieser Streifen um einiges gewachsen, die rote Verfärbung tritt immer deutlicher hervor. Ohnehin war die Gitarre mit dem Firebrand ein Unikat, und das tritt jetzt noch deutlicher hervor. Interessant, nicht wahr?
Die Humbucker ohne Abdeckung erzeugen bei der Walnut-Variante einen warmen Ton, der sich vor allem zum Blues eignet. Aber auch der harte Rock ist möglich. Alle Töne stellt sie präzise und differenziert dar, aber eher dunkel. Ein guter Amp hellt sie auf.

Support:
Bei Gibson/USA aber auch in Deutschland jederzeit und schnell möglich.

Zusammenfassung:
Die „The SG" Firebrand, die es auch in einer Mahagoni-Ausführung gab, wurde von 1979 bis 1982 gebaut. Beide Modelle sind auf dem Gebrauchtmarkt gar nicht so selten anzutreffen. Der Gebrauchtpreis beläuft sich für ein solches Modell im Originalzustand mit den üblichen Gebrauchsspuren und ohne wesentliche Macken auf 600 - 800 €. Damit sind sie meiner Ansicht nach deutlich unterbewertet.
Ich habe mir diese SG aus sentimentalem Grund gekauft: Sie erinnerte mich an meine erste E-Gitarre, einem roten SG-Nachbau von Ibanez. Eine originale SG konnte ich mir 1970 nicht leisten. Ich hatte zunächst gar nicht die Absicht, regelmäßig auf der Firebrand zu spielen. Das hat sich jedoch schnell geändert! Seit ich sie besitze und anfangs eher zögerlich spielte, bin ich mir ihrer Qualitäten immer bewusster geworden. Daher empfehle ich: Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine SG zu kaufen, möge nicht versäumen, eine „The SG" zu probieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht beim bloßen Testen bleibt... Man erwirbt eine vollwertige SG, die so manch andere Gitarre locker ganz alt aussehen lässt und schont gleichzeitig den Geldbeutel. Wertstabil ist sie allemal.
 
Gruss
frank
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