Equipment » Gitarren » Fender » erniecasters Telecaster Highway irgendwas
Eintragsdatum 27.11.2010 14:37
Besitzer erniecaster
Hersteller Fender
Modell Telecaster Highway irgendwas
Seriennummer Z8 107612
Beschreibung "Ich brauche endlich eine vernünftige Solidbody!" Das war seit langem mein Gedanke. Meine Ibanez Artcore war meine Allzweckgitarre, durch die halbakustische Bauweise aber schon in einigen Dingen eingeschränkt. Einfach sollte die Gitarre sein, klassisch, dennoch flexibel. Nach langem Hin und Her fiel die Wahl auf die Telecaster und dann begann eine lange Suche nach der richtigen. In einem Laden vor Ort fing ich an. Weiß sollte die Gitarre sein, eine Tele und ansonsten gut aussehen, gut bespielbar sein und gut klingen. Teles waren da, aber keine weiße. Ich spielte alle an - und diese unfassbar hässliche Tele in desert-sand haute mich einfach um. Nur die Farbe ging gar nicht. Wer echt keine Angst hat, kann sich bei Fender ja mal die Farbe ansehen (Link funzt nicht, die ändern dauernd an ihrer Website rum). Also doch weiter suchen.

Mit dem Versandhandel kam eine Mexicotele, bei der schon vor dem Stimmen klar war, dass das ein ganz toter Hering war. Wie übrigens jede andere Mexicotele, die ich auch sonst probiert habe. Keinerlei Serienstreuung bei Mexicoteles! Die sind alle schlecht. Die hochgelobte Squier Vibe war unbrauchbar. Jede andere Squier, die ich in der Hand hielt, übrigens auch - auch früher schon bei Stratmodellen. Squier? Keine Serienstreuung. Alles Mist.

In einem weiteren Laden probierte ich die nächste Highway-Tele und auch die war grandios. Allerdings in einem matten schwarz - also auch nicht das Richtige.

Zurück zum Anfang, retour in den Laden vor Ort, Gitarre anspielen,kurzer Augenkrampf, kaufen und ab zu Walter Kraushaar. Der gute Mann ist von mir schon viel komischen Kram gewöhnt, das hier war allerdings optisch das Schlimmste, was ich ihm jemals gebracht hatte. Der Gedanke, der hautfarbenen Gitarre ein Mieder drüber zu lackieren, wurde fallen gelassen. Statt dessen kamen wir überein, halt Lack über den Werkslack zu spritzen. Nach leichtem Anschleifen bekamen wir beide die Befürchtung, dass das Sparen an der falschen Stelle wäre. Fender redet bei der Highway-Serie von Nitro. Walter sprach von "schlimmer Pampe", mittels Beize und der Arbeit von Walters Lehrling Robin kam der komplette Lack runter. Es kam übrigens Esche zum Vorschein, ziemlich viele Teile, was mir aber egal ist.

Weiß sollte sie werden. Vielleicht ein bißchen vintage-white? Leichter Flitter kam ins Gespräch und damit war Schluß mit Vintage. Aus vintage-white wurde strahlendesweiß, aus leichtem Flitter wurde Flitter und damit stand der Plan. Meine Idee eines Pickguards in tortoise wurde vom Fachbetrieb abgelehnt. Statt dessen wurde ein schwarzes Pickguard mit silbernem Flitter angefertigt - das ich anfangs sehr skeptisch ansah aber man vertraue seinem Fachbetrieb!

Flitter lässt sich übrigens ganz besch..... fotografieren.

Die Originalbrücke mit drei Reitern ist 2010 ein reiner Anachronismus und musste weg. Die Kontrollplatte wurde durch eine von Rockinger ersetzt, bei der das Volumenpoti etwas weiter weg vom Schalter ist. Mein Wunsch nach anderen Pickups wurde von Walter abgeschmettert. Der Plan war fertig, nun begann das Warten auf die Fertigstellung. Daran war ich selbst schuld, schließlich erklärte ich großspurig in der Werkstatt, dass das Zeit hätte und zuhause kaute ich an den Fingernägeln, weil ich es kaum erwarten konnte. Als die Gitarre fertig war, musste sich Walter nochmal mit längerem Spielen darauf "verabschieden", Piero war zufällig auch da und ließ es sich nicht nehmen, mir zu zeigen, dass man darauf auch sehr schnell spielen kann, wenn man es denn kann.

Zur geilen Optik kommt ein sehr angenehmes Handling. Alles fühlt sich satt und hochwertig an. Der Hals hat einen eher flachen Radius und ist sehr angenehm zu bespielen - obwohl 010er-Saiten drauf sind und die Saitenlage schon ein ordentliches "Reinfassen" zulässt. Diese Tele kann auch klanglich unglaublich viel: Von sanft singend zu packend zu beißend ist alles drin. Bei einem Auto würde man sagen: "Sie hängt gut am Gas." Besonders gut gefällt mir die extreme Reaktion auf Volumen- und Tonepoti: Mit dem Volumepoti lässt sich auch die Verzerrung sehr gefühlvoll steuern, Tonepoti etwas runter und das Unbarmherzige verschwindet aus dem Sound. Beides einen Millimeter zurückgedreht, wird der Sound sehr transparent, klart regelrecht auf und man hat das Gefühl eine völlig andere Gitarre unter den Fingern zu haben.

Wie ich eingangs schrieb, habe ich eine vernünftige Solidbody gesucht. Jetzt habe ich eine.

Edit im August 2013:

Was ist zwischenzeitlich passiert?

Natürlich habe ich die Pickups gewechselt und an der Schaltung gebastelt.

Der erste Versuch war das EMG-Tele-Set. Wunderbar still, kein Brummen und fantastische Leadsounds waren die Folge. Der Dreck beim Anzerren fehlte mir und clean war es so ausgeglichen, dass mir der Sound zu leblos war. Raus damit!

Bill Lawrence. Kein Rauschen, kein Brummen - mir aber zu kalt und zu brutal. Raus.
Seymour Duncan, irgendwas in noiseless - der Halspickup ein Totalausfall, der Stegpickup brauchbar aber nicht besser als die Werksbestückung. Weg damit.

EMG Mittenbooster statt Tonepoti. Klasse! Eine zusätzliche Booststufe in der Gitarre, auf Wunsch Fett dazuregeln. Irgendwann fehlte mir das Tonepoti wieder, der Mittenbooster kam in ein kleines Pedal.

Statt des Mittenbooster eine schaltbare Auswahl an Kondensatoren. Super! Fünf Möglichkeiten, die Gitarre klangmäßig umzustellen aber wieder kein Tonepoti. Raus damit.

Dann die Entscheidung: Dat Ding ist fertig. Finger weg.

Update again:

Der Versuch, aus der Gitarre ein mördermäßiges Humbuckerbrett mittels Häusselklingen zu machen, ging schief. Statt dessen sind wieder die Originalpickups plus SPC Boost drin. Besser!
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Bilder
27.11.2010 15:33:12 | Gast
hy,

ein wirklich schönes teil ist es geworden erniecaster.

doch finde ich die squire bzw deine ehemalige weit aus prächtiger.

erfreue mich immer mehr an und mit ihr.

aber so sind wir beide jetzt fast glücklich.

und der walter hat wieder nen guten job gemacht.

gruß
frank
27.11.2010 16:32:00 | Riddimkilla
Och, für ein Brett mit Drähten drauf, doch richtig elegent, damit kann man auch zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten gehen! r
28.11.2010 00:34:38 | Gast
Die ist sehr hübsch geworden Matthias. Eben (d)eine Erniecaster-Custom made by Kraushaar ;-)
Ich wünsche dir viel Spaß damit und immer good Twäng!
28.11.2010 11:24:09 | Gast
Sehr hübsch, aber mit auflackiertem Mieder, hätte sie mir noch besser gefallen! ;-)
28.11.2010 19:39:51 | Swompty
Weisser geht's nicht!!! - hat was die Gute.
Die Brücke hätte ich allerdings draufgelassen.
28.11.2010 22:43:38 | erniecaster
Hallo!

Die typischen Telebrücken sind am Handballen für mich unangenehm. Die neue Brücke dagegen ist vollkommen unproblematisch und sorgt auch noch für ordentliche Oktavreinheit.

Als ich die Gitarre gekauft habe, fand ich den Sound großartig. Ob das jetzt nach dem Lackieren und der neuen Bridge immer noch genauso klingt, kann ich nicht beurteilen - aber eine geile Gitarre ist das immer noch und das ist schließlich die Hauptsache.
29.11.2010 09:44:41 | Koarl
Hey, GRATULIERE - die sieht wirklich toll aus und die Highway "One" Teles sind wirklich nichts schlecht.

Ich habe ja auch längere Zeit eine gespielt und erst jetzt verkauft, weil ich einfach nicht der Teletyp bin.

Viel Spaß damit - LG Hannes
01.12.2010 08:43:17 | Gast
Hallo!
Sieht ja toll aus, deine Tele! Viel Freude mit der schönen Gitarre!

Übrigens hatte ich vor zwei Jahren eine ähnliche Begegnung mit einer Highway-One-Tele. Von Sound und Spielbarkeit war ich angetan; allerdings fand ich die Brücke mit den unterschiedlich hohen Stellschrauben für die Doppelsaitenreiter sehr störend, und mit der Farbe konnte ich mich nicht anfreunden: Desert Sand.

Gruß Moby