Equipment » Amps & Effekte » VOX » Monkeyinmes AC 30 Top Boost Reverb
Eintragsdatum 27.06.2011 20:00
Besitzer Monkeyinme
Hersteller VOX
Modell AC 30 Top Boost Reverb
Baujahr 1972
Seriennummer Ja
Beschreibung Moin,

mein heißgeliebter Vox AC30, in der Ausführung Top Boost Reverb, ein nicht so häüfig gesehenes Stück, von wegen dem Hall.

Es trug sich zu in einer Zeit der kurzen Ponys und langen Nackenhaare, das eine Band mit nur 4 Musikern und einem Delay, dazu alte Beatles Verstärker, einen Mördersound hinlegte. Ich, Idiot, habe den Auftritt 1983 auf der schönsten Bühne der Welt, nur 10km von meinem damaligen Bett entfernt verpasst. Wegen: "U zwei, kenn isch net, geh isch net hin."

Ohne Worte.

Als später die Fronthaare auch länger wurden, hab ich mich ordentlich geärgert, mir die Songs bis zur Rattle and Hum angeeignet, und es mußte auch eine Strat und ein AC30 her. Damals haben nur Queen und U2 die Dinger gespielt, SQ gab vor Marshall zu spielen. Der AC30 war völlig out, aber neu unbezahlbar. Glücklicherweise hat mir ein befreundeter Musiker damals gesagt:"Ich habe da noch so'n alten AC30, der rauscht und brummt, für (Achtung: Herzkaspergefahr!) 150 Mark kannst du den haben."

Zugeschlagen, nicht mehr verhandelt.

Das muß so um '89 rum gewesen sein. Zuhause aufgemacht, und festgestellt, das die Röhren Endstufe durch eine Transistor Endstufe ersetzt wurde, der AÜ und die Gleichrichterröhre gefehlt haben. Den Spuren nach ist das wohl mal abgebrannt... Das hab ich schön für mich behalten, und trotzdem ordentlich Eindruck geschunden mit dem Amp!

Irgendwann '97 oder '98 hatte ich Geld, und zufällig einen Hobby-Röhrenamptechniker und -bauer unter meinen Arbeitskollegen. Der stand zwar auf Marshall Klone, aber er hat sich bereit erklärt, meinen Amp wieder einigermassen in den Urprungszustand zurück zu versetzen. Für einen guten Preis, mit guten Teilen, und gegen Rechnung. Seitdem tönen wieder 4 EL84 in der Endstufe, die traurige Transenplatine von Conrad wurde in hohem Bögen in die entsprechende Tonne befördert. Die Gleichrichterröhre wurde allerdings nicht wiederhergestellt, aus Zuverlässigkeitsgründen. Der AÜ erlaubt Abgriffe mit 4/8/16 Ohm, die allerdings umgeklemmt werden müßen. Zusätzlich wurde der Spannungswahlschalter zum Leistungswahlschalter umgebaut, zumindest hat das der Amptech mir versichert. Mittlerweile glaube ich an einen Scherz. Sollte es einer gewesen sein, ist er gelungen!

Das ist der elektrische Zustand, der auf den Bildern dokumentiert ist. Für das Endstufenbild war leider kein Platz mehr...

2010 hat es mich dann gepackt, die Speaker sollten getauscht werden gegen den heiligen Gral AlNiCo, und der Amp hat mal eine Tiefenreinigung gebraucht. Dafür habe ich das Gehäuse kpl. demontiert, entstaubt und das Tolex in verschiedenen Stufen gereinigt. Erst Seifenwasser, ein Reinfall. Danach Kunststoffreiniger aus dem Baumarkt, rausgeschmissenes Geld. Danach mit irgendeinem Wundermittel (müßte im Giftschrank nachschauen, Danke Magman!) ging dann der ganze Schmoder aus der Struktur des Tolex raus, nun isser wieder wie neu! Naja, fast... Dazu die originalen Fane Speaker durch Cream AlNiCo ersetzt, mit zittrigen Fingern das ganze wieder montiert, um es schnell ausprobieren zu können, und?

Entäuschend war es. Ich hatte die Fane besser in Erinnerung.

Aber da war noch was, einspielen von Speakern, bis die Pappe richtig sickig ist. Und dann noch einen Booster vor den Atze. (Natürlich nur vom Feinsten, ein EF86 vom finetone, nach dem Review vom physioblues neugierig getestet und gekauft. Einen Daniel D. hatte ich noch nicht davor, sollte jemand einen abgeben wollen, ich hätte Interesse. Aber bitte nur unverbastelt!)

Ah, jetzt ja! Nun singt er schön mit der Strat, wie auf der letzten Aachen Session gezeigt wurde. Mein Nobelwah als einziger Effekt hat gekniffen, aber der Röhrenbooster in Kombi mit der Strat und dem puristischen Normal Kanal vom AC30 war ein geiler Sound. Durchsetzungfähig, ohne laut zu sein, tolle Reaktion auf PU Wahl, Vol- und Tonepoti. So muß das sein.

Also im Moment gebe ich das gute Stück nicht her. Schließlich ist er fast so alt wie ich, und wir gehen schon fast die Hälfte seines Lebens zusammen. Das verbindet...

Der Vorbesitzer war übrigens nicht so zimperlich damit, die meisten Macken hat der Amp schon mitgebracht. Aber wahrscheinlich stand er die letzten 20 Jahre nicht so oft auf der Bühne wie die ersten.

Mein Gott, schon über 20 Jahre... :shock:

Schade das der Amp nicht wirklich leise kann. Auch die Weber MiniMass ist nicht leise genug. Den TT Tipp mit dem L-Pad habe ich irgendwie immer noch nicht verstanden, und mir stattdessen noch einen Amp mit Master gekauft...

Ciao
Monkey
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Bilder
28.06.2011 15:23:17 | Blues-Verne
Hallo Niels,

Jau, schdümmt ...die FANEs hättest du drin lassen sollen ;-))
Anyway, du solltest [u]auf jeden Fall[/u] - du hast ja ne 4 Ohm-Anzapfung - die Speaker p a r a l l e l verdrahten!

Was die Lautstärkeentwicklung angeht: wenn dein Amptechie eine "Half Power"-Schaltung implementiert hat mit der Abschaltung von zwei EL84, dann kannst du das i.d.R. bei "normalem" Betrieb gar nicht richtig als Leistungsreduzierung wahrnehmen (die Endstufe geht halt nur früher in die Knie).

Aber für die Lautstärkeentwicklung zu reduzieren: da lässt sich noch einiges drehen! Frag mal Finetone, der kann das auch.

LG
Verne
29.06.2011 23:45:14 | Monkeyinme
Moin,
die Fane habe ich ja noch, im Moment sind die AlNiCo allerdings eingespielt und nicht schlecht.
Hmm, welchen Vorteil hat es, die Speaker parallel zu verdrahten? Also rein klanglich...
Ich weiß nciht genau, was mein Amptech eingebaut hat, ich habe auch nicht den Eindruck als würde sich an dem Endstufenverhalten was ändern. Aber laut kann ich selten spielen, und im Moment schon garnicht weil der Amp gerade woanders wohnt.
Den Finetone frage ich gerne mal! Wo doch schon sein Amp auf meinem steht... ;-)
Ciao
Monkey