Wie wäre es denn noch mit folgendem ?
Digitech 2101 und dem Digitech 2112/2120
Damals in vielen großen Racks zu finden, sei es bei Satriani oder bei Jennifer Batten.
Damals auch sehr teuer und heute doch relativ günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen.
(Der teuerste Preis mit allen Upgrades/Updates und inkl. Floorboard sollte sich bei ca. 500 Euro
bewegen, die leicht abgespeckte Floorboard-Version, das RP-20 gibt es auch schon für 100 Euro)
Die Bedienung ist relativ schnell erlernt, wenn auch leider nicht sehr intuitiv zu bedienen da es
eben viele Parameter gibt an denen man schrauben kann. Ist eigentlich kein Modeller sondern
ein 2 HE Preamp mit Multi-FX Sektion. Die Effekte sind durch die Bank weg gut bis sehr gut.
Bei Noisegate, dem Wah und dem Pitch Shifter macht man evtl. ein paar Abstriche. Reicht einem
jedoch ein Hush als Noisegate, dann macht auch das im Digitech eine gute Figur. DI/XLR-Ausgänge
bietet nur das 2101, es ist das ältere Modell während 2112 und 2120 absolut baugleich sind und
beide auf die aktuellste Firmware gebracht werden können. 2112 und 2120 verfügen somit beide über
zwei S-Disc Prozessoren, das 2101 Standardmäßig nur über einen. Und so kommen wir jetzt nämlich zu
den x-verschiedenen Farben und Variationen des 2101. Es gibt das 2101, das 2101 Artist, Artist Pro,
Limited in rot, blau und sonstwas für Farben.. etc. Die Limited Geräte haben allesamt von Haus aus
zwei S-Disc Prozesorren, während man sein Ur-2101 oder das Artist mit dem PPC-210 von Digitech auch
upgraden kann. Die richtige Software-version auf dem Gerät vorrausgesetzt. Viele sind gebraucht schon
voll geupdated zu erwerben und bieten somit schon alle Effekte. Sich die passenden EEPROMS und beim
2101 noch den passenden PPC-210 zu besorgen, kann nämlich eine echt nervende Angelegenheit sein.
(Wobei die Teile in Ebay USA eigentlich sehr oft anzutreffen sind.)
Mit normalen MIDI Floorboards hat man evtl. eine Umschaltpause, was jedoch mit dem für diese Preamps
ausgelegtem Floorboard Control One (vormals GSP2101 FC) eigentlich aber auch nicht passieren sollte.
Wer die alten Johnson Millenium Amps kennt, der weiß vielleicht das diese den 21er Geräten nicht sehr
unähnlich sind. Kein Wunder, Johnson gehörte damals wohl zu Digitech. So ergibt sich der tolle Zufall,
dass man statt dem Control One sich auch direkt den Johnson J12 im roadtauglichen Outfit mit zwei
Expressionspedalen (statt wie beim Control One nur einem) zulegen und mit den Preamps nutzen kann.
Wer sich der Flexibilität halber einen Line 6 zulegen möchte, der sollte sich vielleicht an den Gedanken
anfreunden es doch lieber mal mit so einem Digitech zu versuchen. Ein großer Fehlkauf war mein Vetta,
denn das 2120 war klanglich doch einfach wesentlich besser.
Aber seien wir mal ehrlich. Es gibt eigentlich keine echte Alternative zum Axe-FX. Das fängt bei Kleinigkeiten
an wie den zwei Klinkenbuchsen zum anschließen von Expressionspedalen/Tastern. TC & Co. bieten da meist,
wenn überhaupt doch nur einen. Braucht natürlich nicht jeder, aber da mein Lieblings-MIDI Board z.B. keine CC
Befehle kann ist es schon etwas nervig sich jetzt zwischen einem Taster für beispielsweise ein Tap Delay oder
einem Expressionspedal zu entscheiden. Oder um beides irgendwie notgedrungen einbinden zu können mit solchen
alten Anatek Pocket Pedals aus dem Keyboarderbereich (viel eher aber Museum) herumzuwerkeln. Um dann mehrere
Expressionspedale/Taster einzubinden, muss man auch mehrere Pocket Pedals einbinden. Diese benötigen aber auch
wieder das Power Pack um mit Strom versorgt zu werden. Viel Stress für nix, wer ein
Behringer FCB-1010 hat und damit
zufrieden ist, kann sich glücklich schätzen. :-D
Die Boxensimulation im Axe-FX geschieht u.a. auch mit selbst kreierten oder im Internet heruntergeladenen
Impulsantworten. Die gibt es mittlerweile Haufenweise- und Stellenweise in wirklich sehr guter Qualität.
Aufjedenfall klingt das wesentlich besser als eine schlecht mikrofonierte Box oder alle internen Speakersims
die ich bisher kennengelernt habe. Selbst diesen SPL Transducer fand ich nie sehr berauschend. Nur groß ähm
und etwas teuer. Ich denke das Axe-FX ist eigentlich eine konsequente Weiterentwicklung bisheriger Ideen und
Konzepte und vor allem ein praktisches Werkzeug. Ich glaube wenn man nun wirklich viele der durchaus positiven
Eigenschaften des Axe-FX nutzen möchte, findet man so schnell eigentlich keine Alternative in nur einem Gerät.
Ich würde aber nie einen meiner liebgewonnen Amps dafür verkaufen. Also bei der ganzen Marketing-Sache fällt
mir da eh nix mehr ein. Was interessieren mich irgendwelche Wald und Wiesenmusiker die auf ihrer Homepage total
überzogen und unpersönlich von sich in der dritten Person schreiben (lassen?) und niemals eine Band auf die Reihe
bekommen, von der ich wirklich eine Scheibe kaufen würde weil ich sie gut finde. Sorry. Also m.M.n. übertreibt der dt.
Vertrieb schon etwas mit seiner Marketingmasche.. Letzten Endes ist es halt doch nur ein Gitarren Preamp mit Effekten
und einigen netten Features die sich z.T. vielleicht auch mal außerhalb von normalen Gitarrenanwendungen bewegen.