Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

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Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

Hallo Musiker!

Ich habe heute mal eine Frage zum Selbstbau einer Box. Oder zum Teilbereiche daraus. Nicht das ich mir eine bauen wollte, ich habe aber eine gekauft die selbst gebaut wurde.
Komponenten klingen aber alle sehr vernünftig: 212er mit Vintage 30 Speakern, großzügig angelegt für einen guten Bass, 18 mm Birkenmultiplex weißes Kunstledertolex...wohl auch vom Schreiner gebaut!

Nun die Fragen die ich habe:

1.) Wie müsste ich vorgehen um nachträglich Bassreflexlöcher einzubauen (mach ich nur Löcher?! Reicht das?),worauf muss ich genau achten? Und welche Möglichkeiten gibt es?

2.) Bei großen Boxen namenhaftre Hersteller werde doch die Boxen mit bestimmten Dämmstoffen gedämmt! Muss ich die Box auch dämmen (ich glaube sie ist nicht gedämmt) und wenn, welchen Dämmstoff muss ich verwenden und auf was muss ich achten? Ich würde ihr auch einen Satz Beamblocker spendieren (die aber auch im Selbstbau)...

Danke schon mal im voraus für eure kreativen Anregungen!!!
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

Hallo Sascha,

vor einigen Monden hab ich mich mit dem Bau von HiFi-Boxen beschäftigt und mich auch mit dem Themen Dämmung und Bassreflexöffnung rumgeschlagen. Hier kurz was Grundsätzliches:

Bassreflexöffnung:

Der Hintergedanke einer Bassreflexöffnung ist die Nutzung der rückseitig entstehenden Schallwellen, also die die durch die Rückwärtsbewegung der Membrenfläche entsteht. Bei HiFi-Boxen geht das um die tiefen Frequenzen, hier möchte man mehr Basswumms rausholen, daher auch der Name. Das Gemeine oder auch Gute daran ist, dass man genau ausrechnen muss wie groß die Öffnung und meist auch eine dahinter angebrachte Röhre/Kanal sein muss. (Hier geht es um den Weg den der Schall zurücklegen muss). Unter ungünstigen Umständen kommt sonst der rückseitig abgestrahlte Schall phasenverkehrt heraus, wodurch sich Fequenzen auslöschen können. Um also bestimme Frequenzen anzuheben muss das also genau passen.

Fazit: ein "einfach mal so" Reflexlöcher bohren kann zu unvorhergesehenen und unschönen Ergebnissen führen.

Dämmung:

Eine Dämmung kann wegen unterschiedlicher Gründe angebracht werden
- Vermeidung von Resonanzen innerhalb der Box (Mitschwingen des Gehäuses)
- "Akustische Vergrösserung der Box", durch die Dämmung können sich die Speaker verhalten wie in einer physikalisch größeren Box

Da man hier lustig experimentieren kann (Filzmatten, Steinwolle, Watte, gebrauchte Papiertaschentücher,...) kommt es auf den eigenen Geschmack an was man möchte (und ob man es auch wirklich hört).


Also zusammengfasst würde ich mir überlegen ob du tatsächlich eine (oder mehrere) Bassreflexöffnungen brauchst und vor allem für welche Frequenzen, was soll es wo und wie bringen. Mit Dämmung kannst du experimentieren.

Gruß,
Don Mauzo
 
Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung was dann passiert ist...

Einwandfreie Deals mit folgenden GW'lern: Armint, A.N.Other, burstcracksplit, Docter, Duesentrieb, gitarrenruebe, grommit, lowbee, taschakor, Patzwald, Schrabbelman, twulf, WaveMaster und Wolfgang.
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

Hi.

Es kommt u.a. darauf an, was du mit dem Bassreflex bewirken willst.
In der Regel verstärkt man damit den Bass bis zu einer gewünschten
Frequenz, ab der er dann sehr steil abfällt. Die Frequenz kannst du selber
festlegen, und dann berechnest du anhand der TSP und des Innen-
volumens der Box die Tunnellänge und den erforderlichen Durchmesser.
Ansonsten gibt es noch die Trial and Error Metode, mit einem stauchbaren
Bassreflexrohr, dass du einfach einbaust und dessen länge nach Gehör
bzw. Geschmack einstellst. Die Gefahr dabei (genau wie bei der Festlegung
auf eine willkürlich gewählte Resonanzfrequenz) ist jedoch, dass es
bei jeglichen Tunnellängen schlecht klingt und man nutzlose, bis
Klang schädigende Löcher gemacht hat.
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

Danke sehr schön und anschaulich erklärt!!

Ich habe mir natürlich so was auch schon gedacht, wollte trotzdem mal doof fragen...
manchmal hat ja der eine oder andere einen ganz einfachen Tipp.
Das mit dem Dämmen werde ich mal ausprobieren (mal schauen welche Materialien MESA, ENGL oder auch andere verwenden) und mal testen was geht, wie es klingt.

Gut die Hoffnung auf Bassreflex ist jetzt natürlich zerstört...
aber vielleicht auch gut so, bevor man irgendeinen Blödsinn macht, der am Ende weder was bringt, sogar vielleicht Schaden anrichtet! Ne, ne, das lass ich lieber sein...

Vielleicht bekommt man ja mit dem Dämmen schon genügend Bass
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

...hab mal eruiert das sich Dynavox Polyesterwatte oder auch andere Dämm-Polyesterwatte wohl sehr gut eignet und kostet ca. 3-4 Euro für 20l. Das werde ich dann mal testen!

...und dieses WE kommen schon mal die Beamblocker rein (in Eigenbau).

Aber alles in allem klingt die Box in meinen Ohren schon recht gut!
Das Gehäuse hat nahezu die Größe von der MESA 212 und es sind auch 2 Vintage 30 verbaut...
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

asatmann schrieb:
Beschreib doch bitte mal, wie du die Beamblocker gebaut hast - würde mich sehr interessieren.

Gruß Uli


mich auch!
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
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RE: Boxen Selbstbau | Bassreflex | Dämmstoff

...hier bitte von HaWe's "Fitzkiller"!! Noch mal vielen Dank HaWe!!

Erforderliches Material für 2 Speaker:

1 x Styroporkugel mir 12 cm Durchmesser (gibts im Bastelbedarf)
1 x Plakafarbe seidenmatt (gibts im Bastelbedarf) ACHTUNG: Auf keinen Fall anlösende Farbe nehmen!
1 x doppelseitiges Klebeband extrastark (gibts im Bastel- oder Heimwerkerbedarf)
1 x Stück dünne aber feste Pappe ca. 20 x 20 cm (hat man bestimmt irgendwo rumfliegen)

Bauanleitung:

- auf das Stück Pappe einen Kreis mit 10,5 cm Durchmesser zeichnen
- das Innere des Kreises sauber ausschneiden
- die Pappe mit dem so erstellen Loch, als Schablone auf die Kugel legen und mit einem Kugelschreiber die Schnittlinie auf der Kugel anzeichnen.
- mit eine scharfen Messer oder einer ganz feinen Säge den Kugelabschnitt sauber abschneiden
- den gesamten Kugelabschnitt mit Plakafarbe mindestens 3 x satt streichen (damit wird die Oberfläche gehärtet und eventuell vorhandene Poren geschlossen)
- doppelseitiges Klebeband auf die gerade Schnittfläche des Kugelabschnittes kleben
- Lautsprecher ausbauen
- Kugelabschnitt zentrisch zur Laufsprecheröffnung von innen auf den Bespannstoff aufkleben
- wer nicht kleben möchte kann die Befestigung auch mittels zweier Binddrahtschlaufen bewerkstelligen
- Lautsprecher wieder einbauen
- FERTIG!
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