Unsound

Seite 1 von 4
Verfasst am:

RE: Unsound

Ich nehme jetzt einfach mal einen mir "nicht ganz anvertauten Standpunkt" an....:

das Internet hat die Musik und das Musikbusiness revolutioniert....

Ich habe ein Problem mit dem Inhalt des Trailers (den ich nur 3 Minuten angesehen habe - hier bin ich mir treu geblieben )....es werden vordergründig sinkende Absatzzahlen der Musikindustrie genannt....

Wenn Musik irgendwann kein "riesen Geschäft für ein paar Musikbosse" mehr ist, war die Revolution dann nicht doch erfolgreich.... .

Muss dadurch kollektiv die Qualität den Bach runter gehen und wenn ja, na und (das meine ich ernst), wenn die moderne Technik den Zugang zur Musik für sehr viele Menschen erleichtert, ist das auch eine positive Entwicklung!
Wir sind eh viel zu "qualitätsgedrillt....." btw. ich sehe auch keine Abnahme der Qualität die letzten 25 Jahre, ganz im Gegenteil.

ja, und das aus meinem Munde....
Verfasst am:

RE: Unsound

Na, da hättste doch mal noch ein paar Statements länger dranbleiben sollen.
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
Verfasst am:

RE: Unsound

ollie schrieb:
Ich habe ein Problem mit dem Inhalt des Trailers (den ich nur 3 Minuten angesehen habe

Dein Pech, die ersten drei Minuten sind nur Intro.
Ab 3:06 geht um das Thema des Films.


@woody
Danke für den Link.

Gruß,
Verfasst am:

RE: Unsound

Danke für den Link.
Es geht um mehr als nur Musik, es geht um den Schutz geistigen Eigentums.
Ein komplexes Thema.
Lohnt sich, differenziert zu betrachten.
 
www.beatcrazy.eu
LOWBRIDGE - das aktuelle Album:
http://www.beatcrazy.eu/lowbridge---new-album.html
---------------------------------------------------------
Ich bin Beta- Tester für Kemper GmbH
Verfasst am:

RE: Unsound

Danke für den Trailer. Spannedes und wichtiges Thema. Beschäftige ich mich auch schon ein paar jahre mit.

Gibt es irgendwo weitere Infos, wann und wo der Film zu sehen sein wird? Ist das Ein Crowdfunding Projekt?




ollie schrieb:
Wenn Musik irgendwann kein "riesen Geschäft für ein paar Musikbosse" mehr ist, war die Revolution dann nicht doch erfolgreich.... .


Glaub mal, dass die "Musikbosse" wohl noch die sind, die am ehesten verdienen. Das große Geschäft ist zwar zusammengebrochen, aber gescheffelt wird immernoch genug. Sowohl im Illegalen Bereich als auch im Legalen.

Besonders bei den Streamingportalen liegt einiges im Argen. Was da letztenendes beim Künstler ankommt, ist gelinde gesagt schon fast lächerlich. ...und die Majors sind nicht selten Teilhaber dieser Dinger.

Gruß
.Gurki
 
In einer bodenlosen Lodenhose hängen Deine Hoden lose.
Verfasst am:

RE: Unsound

Glaub mal, dass die "Musikbosse" wohl noch die sind, die am ehesten verdienen. Das große Geschäft ist zwar zusammengebrochen, aber gescheffelt wird immernoch genug. Sowohl im Illegalen Bereich als auch im Legalen.

Besonders bei den Streamingportalen liegt einiges im Argen. Was da letztenendes beim Künstler ankommt, ist gelinde gesagt schon fast lächerlich. ...und die Majors sind nicht selten Teilhaber dieser Dinger.

Gruß
.Gurki


In der Tat!
Hier stößt ein altes System auf etwas neues und versucht dort sich zu integrieren. Die, die sich heute darüber beklagen sind meistens diejenigen, die sich im sicheren Hafen des Alten wähnten und nun feststellen, dass das neue diese Sicherheit nicht mehr bietet. Für einen Großteil der Musiker fand das alte System überhaupt nicht statt, weil sie dort nicht hineingepasst haben.
Wenn wir davon reden, dass dort heute schlecht verdient wird, muss man einfach sehen, dass sehr wenige Künstler dort gut verdient haben. Diejenigen, die sich immer noch darin befinden, im alten System also, stellen nun fest, dass sie wesentlich weniger an Zahl geworden sind und das sie wesentlich weniger vom verbleibenden Kuchen bekommen.
Die Wahrheit ist jedoch, dass im alten System schon bereits recht wenig an Künstler durchgereicht wurde und nun wird, von den gleichen Leuten wie vorher, noch weniger durchgereicht. Aber auf der anderen Seiten- und letztlich auch heute immer noch - befindet sich ein viel größerer Teil,der sich nie innerhalb dieser "Industrie" befand, ergo dort auch nichts verlieren kann, aber im Grunde dort um jeden Preis hinein will, weil es so verheißungsvoll erscheint, obwohl es heute noch weniger so existiert, wie vor vielleicht 10 Jahren noch. Ein Plattendeal ist auch heute noch ein Plattendeal und der Quasi-Ritterschlag des Musikers...

Es stellt sich die Frage der Relevanz dieser Gruppe, die sich hier beklagt, denn wenn wir es genauer betrachten, bieten die heutigen Zeiten für den größten Teil der Kunst- und Kulturschaffenden viel mehr Möglichkeiten als es zuvor der Fall war.
Es stellt sich jedoch die Frage , wie man sich diese Möglichkeiten im positiven Sinnen zu nutze machen kann. Alles was es heute gibt, ist letztlich nicht wirklich anders als das , was vor dem Netz 2.0 existierte. Ich denke, wir sind da noch nicht am Ende der Entwicklung. Stellt sich also die Frage, wer interesse daran haben könnte, eine Dunkle Zukunft zu prognostizieren. Mir fällt dazu nur eine Interessensgemeinschaft ein...ich glaube, es gibt da noch ´ne Menge verkorkster Ideologie aufzuarbeiten.
Da steht man bei wirklich vielen Fragen auf´m Schlauch...
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
Verfasst am:

RE: Unsound

Marcello schrieb:
Es stellt sich die Frage der Relevanz dieser Gruppe, die sich hier beklagt, denn wenn wir es genauer betrachten, bieten die heutigen Zeiten für den größten Teil der Kunst- und Kulturschaffenden viel mehr Möglichkeiten als es zuvor der Fall war.
Es stellt sich jedoch die Frage , wie man sich diese Möglichkeiten im positiven Sinnen zu nutze machen kann. Alles was es heute gibt, ist letztlich nicht wirklich anders als das , was vor dem Netz 2.0 existierte.


Du widersprichst Dir mit Deinem letzten Satz.
Davon ab, die Möglichkeiten, von denen Du sprichst, die sehe ich nicht, zumindest keine, bei denen ich mich ernstgenommen fühle.
Ich könnte in meiner Gegend regelmäßig Auftritte mit eigenem Zeug spielen...so lange es GEMA-frei ist.

Hier geht es drum, dass ich meine Freunde, Fans und Bekannten in Kneipen bringe, damit sie dort den Konsum ankurbeln, und ich 'darf' im Gegenzug mein Zeug präsentieren, für lau? Ernsthaft?
Ansonsten wird es immer schwieriger, Orte zu finden, an denen man spielen kann, und nicht draufzahlt für Sprit, neue Saiten, GEMA, weil: 'nee, Du bist der Veranstalter, ich stell hier bloß die Räumlichkeiten.'

In Sachen Platten machen, klar.
Ich habe eine DAW, ich habe ein Audiointerface, ich habe 2-3 Mikrofone.
Von einem Label trennen mich ein paar Seiten Papier, eine Unterschrift und ein dreistelliger Eurobetrag,
Danach könnte ich für die Presswerkkosten ein Album nach dem anderen raushauen.
Und dann? Was ermöglicht mir das?
Einen Eintrag in Torrent-Hashtables?

Klar, damit ich Geld verdienen kann, muß ich ein Produkt anbieten, was die Leute haben wollen.
Aber selbst von Musik, die die Leute hören wollen kann man heute kaum noch leben.
Das ist der Trend.

Und das ist nur die Seite der Musiker.
Da gibt es ja noch eine ganze zweite Reihe von immer prekäreren Existenzen,
Tontechniker für live und Studio, Produzenten, Booker, Promoter, Beleuchter...
Auch die haben es zunehmernd schwer, bezahlte Jobs zu finden, Leute, die über Jahre konstent gut gewirtschaftet haben werde ihrer Existenz beraubt.


Marcello schrieb:
Ich denke, wir sind da noch nicht am Ende der Entwicklung. Stellt sich also die Frage, wer interesse daran haben könnte, eine Dunkle Zukunft zu prognostizieren. Mir fällt dazu nur eine Interessensgemeinschaft ein...ich glaube, es gibt da noch ´ne Menge verkorkster Ideologie aufzuarbeiten.
Da steht man bei wirklich vielen Fragen auf´m Schlauch...


Mach hier mal keine nebulösen Andeutungen, fang mal an mit der Aufarbeitung!
Nee, im Ernst, ich komm hier nicht mit, worum geht es?


Viele Grüße,
woody

PS das hier hattest Du gesehen?
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Unsound

Woody schrieb:
Und das ist nur die Seite der Musiker.
Da gibt es ja noch eine ganze zweite Reihe von immer prekäreren Existenzen,
Tontechniker für live und Studio, Produzenten, Booker, Promoter, Beleuchter...
Auch die haben es zunehmernd schwer, bezahlte Jobs zu finden, Leute, die über Jahre konstant gut gewirtschaftet haben werde ihrer Existenz beraubt.



Viele Grüße,
woody


Da sehe ich auch ein grosses Problem! Allerdings zieht sich das ja leider durch die ganze Wirtschaft, dass es immer mehr prekäre Jobs gibt die von einem Tag auf den anderen weg sein können und aus dem System fallen.
Das macht es nicht besser!

Grundsätzlich hat die Musik das Problem, dass sie zu einer Hintergrundsache geworden ist die jederzeit verfügbar ist und daher nix mehr kosten darf.
Welcher jugendliche rezipiert heute noch ein Album in allen Facetten und möchte dann unbedingt die Band/den Künstler live sehen und dafür ordentlich zahlen?

Lg
Auge
 
Traurige Erkenntnis:
...Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht...
...Andere zu stalken und auf die Füße zu treten bedeutet nicht besser zu sein sondern sich besser zu fühlen...
Homepage: http://www.AugeundSo.at
Verfasst am:

RE: Unsound

auge schrieb:
Welcher jugendliche rezipiert heute noch ein Album in allen Facetten und möchte dann unbedingt die Band/den Künstler live sehen und dafür ordentlich zahlen?

Lg
Auge


Die Antwort kannst du dir selbst geben: http://www.jamba.de/

Hier wird Geld verdient! Und ab diesem Moment - als ein neuer Chartentry in den Top 100 zum Klingeltonlieferanten degradiert wird kann man sich mal Gedanken über die Wertstellung machen.

Das ist sicher auch globales Problem auf allen größeren Musikmärkten. Ich will nicht unnötig pauschalisieren, aber es gibt Jugendliche die haben Terrabyte von "Dateien mit musikalischem Inhalt", einfach weil es cool ist.

Ich bin ganz ehrlich ratlos! Es gibt sicher noch ein paar die mit Musik Geld verdienen, aber die Schere geht weiter auf, der musikalische "Mittelstand" bricht weg.

Man kann einen Trend unmöglich wieder umkehren. Daher bewundere ich junge Künstler die mit viel Energie ihr "Business" betreiben und alles selbst machen - aber die leben dann auch wie eine Kirchenmaus und wie lange hält man sowas durch?

Wäre mal interessant, da mehr von "Insidern" hier aus unseren Reihen zu erfahren.
Verfasst am:

RE: Unsound

Mit der Musik Geld verdienen kann man nach wie vor - nur nicht die große Kohle:
- Unterricht
- Auftritte, v.a. Cover
- Musik für Werbung + Business
- Studiojobs....

Ein Bekannter von mir, Donikkl - bekannt für den Wiesenhit "so a schöner Tag", macht Musik für Kinder und das recht erfolgreich. Hat bis vor einem Jahr alles selber gemacht. Er verdiente pro CD ca. 6-7 €. Nun hat er einen Major Deal bei Sony und jetzt bekommt er pro CD nur noch Centbeträge.....Dafür kommt er halt an größere Auftritte und div. Fernsehshows ran und erhofft sich dadurch noch mehr Popularität. Ich bin gespannt, ob die Rechnung aufgeht - er jammert schon etwas.....

Musik hat allgemein an Attraktivität verloren. Du musst heute entweder ganz was besonderes machen oder eine Nische besetzen, ansonsten ist die Halbwertszeit für Popularität deutlich zurückgegangen. Das kann sich wieder ändern, oder auch nciht - wer weiß....
Verfasst am:

RE: Unsound

ollie schrieb:
......


Ollie, das geht am Thema vorbei.

Ich verdien ja Kohle mit Cover und es geht noch mehr mit Hochzeiten, mit Oktoberfesten usw. usf.

Hier gehts aber um Urheber! Das sind die deren Songs du und ich Covern.
Hier gehts um Musiker die etwas neues machen.
Um Kreativität.

Und wenn da bald niemand mehr davon Leben kann (ohne Versicherungsjob logischerweise) dann wirds düster werden.

Lg
Auge
 
Traurige Erkenntnis:
...Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht...
...Andere zu stalken und auf die Füße zu treten bedeutet nicht besser zu sein sondern sich besser zu fühlen...
Homepage: http://www.AugeundSo.at
Verfasst am:

RE: Unsound

sicher war das jetzt nicht der Kern des Themas, es sollte nur ein Zusatz sein. Mir ging es darum, der Verzweiflung "Musiker (allgemein) haben gar keine Zukunft mehr" etwas entgegenzuhalten.

Kreativität:
im Prinzip ist es doch unsere Unterhaltungsindustrie. Wir sind übersättigt. Es war alles schon mal da..... Was soll da noch begeistern. Ich finde es eigentlich traurig, wenn man das Kreative in der Musik nicht mehr schätzen kann. Es liegt meiner Meinung nicht am Angebot (kreative Geister gibt es genügend) sondern an der Nachfrage. Musik wird millionenfach raubkopiert (schon eine andere Dimension als wir mit unseren BASF/AGFA 90 Minuten Cassetten), jeder Song kann irgendwo im Netz kostenlos gestreamt werden.
Wenn wir einen Song mit der Partyband covern, verweisen wir nur noch auf Links, früher hat man das feinsäublerich für jeden zusammengestellt (ich vermeide absichtlich das Unwort "kopiert").

Von meinen jüngeren Kolleginnen und Kollegen schaut mich jeder mit großen Augen an, als sei ich von einem anderen Stern wenn ich erzähle, dass ich 1000 LPS und in etwa die gleiche Summe an CDs zu Hause besitze......und jede hat für mich einen besonderen Wert.

Kreativität wird aber nach wie vor geschätzt sie wird nur nicht mehr so honoriert.....Diejenigen - und das sind die meisten - die erfolglos kreativ sind werden den Unterschied nicht merken, ganz im Gegenteil, für die gibt es viele Verbreitungsmethoden, die es einem sogar leichter machen.

Allerdings sehe ich es nüchtern: "Kunst war per se schon immer brotlos". Nur einige wenige haben sich daran bereichert, meistens waren`s und sind`s die kreativen Geschäftemacher.....ohne Förderer kommt man zu nichts.....und daran hat sich nichts geändert.
Verfasst am:

RE: Unsound

auge schrieb:
Woody schrieb:
Und das ist nur die Seite der Musiker.
Da gibt es ja noch eine ganze zweite Reihe von immer prekäreren Existenzen,
Tontechniker für live und Studio, Produzenten, Booker, Promoter, Beleuchter...
Auch die haben es zunehmernd schwer, bezahlte Jobs zu finden, Leute, die über Jahre konstant gut gewirtschaftet haben werde ihrer Existenz beraubt.



Viele Grüße,
woody


Da sehe ich auch ein grosses Problem! Allerdings zieht sich das ja leider durch die ganze Wirtschaft, dass es immer mehr prekäre Jobs gibt die von einem Tag auf den anderen weg sein können und aus dem System fallen.
Das macht es nicht besser!

Grundsätzlich hat die Musik das Problem, dass sie zu einer Hintergrundsache geworden ist die jederzeit verfügbar ist und daher nix mehr kosten darf.
Welcher jugendliche rezipiert heute noch ein Album in allen Facetten und möchte dann unbedingt die Band/den Künstler live sehen und dafür ordentlich zahlen?

Lg
Auge


Ich finde, Auge weist da schon richtig drauf hin!
Zum einen müssen wir uns scheinbar von diversen Kulturen verabschieden, wobei die Frage noch zu beantworten ist, ob Kultur wirklich ein "Freund" ist. Aber dennoch wurde Ausgaben im kulturellen Sektor einfach so gut wie auf Null reduziert. Dieser Sektor war auch immer schon ein Zuschußprojekt, denke ich. Auch hier wurden öffentliche Ausgaben gekürzt. Sie werden in den nächsten Jahren nicht zurück kommen von staatlicher Seite. Die Zeiten sind vorbei.

Beleuchter, Promoter etc. PP hatten auch immer schon Jobs, die nun rarer geworden sind, die ich aber nicht so einfach in direktem Zusammenhang mit der sehr starken schrumpfenden, tonträgerverkaufenden Industrie sehe.
Da fehlt Geld, sicher , aber es wird ja nicht nur an CD-Käufen gespart.

Das ist z.B. so eine Sache, die sich meiner Meinung nach ändern muss. Dieser Branche gehörte die Musik nie, nichtsdestotrotz wird Musik und Musikindustrie auch heute noch oftmals gleichgesetzt. Ich halte das für falsch. Der erste Satz im Video bringts eigentlich auf den Punkt und dann wird das in dem Trailer nicht mehr aufgegriffen: Das Musikgeschäft war schon immer scheiße und heute erkennt man, dass es noch viel beschissener ist.


Ich halte es für einigermaßen verrückt, sein Schicksal weiterhin mit dieser Industrie verknüpfen zu wollen. Das früher schon schwer und ist heute definitiv nicht besser.
Die Frage allerdings wie wir den Stellenwert von Musik wieder enstprechend anheben können, ist aber durchaus eine berechtigte Frage. Über diese "Industrie" sollte es aber nicht unbedingt laufen.



Weiß nicht, ob das hier am Kern vorbei geht. Hier geht es ja ohnehin um viel mehr als , dass man das mal eben so definieren könnte

Ein Bekannter von mir, Donikkl - bekannt für den Wiesenhit "so a schöner Tag", macht Musik für Kinder und das recht erfolgreich. Hat bis vor einem Jahr alles selber gemacht. Er verdiente pro CD ca. 6-7 €. Nun hat er einen Major Deal bei Sony und jetzt bekommt er pro CD nur noch Centbeträge.....Dafür kommt er halt an größere Auftritte und div. Fernsehshows ran und erhofft sich dadurch noch mehr Popularität. Ich bin gespannt, ob die Rechnung aufgeht - er jammert schon etwas.....


Finde ich ein super Beispiel für das "screwed up". Er gibt seine Rechte ab und verdient nix mehr, dafür darf er nun etwas machen, was nicht so pralle ist. Und wofür? Für mehr Popularität! ...well...


Und wieder ein schöner Punkt für Ideologie!
ollie schrieb:
Allerdings sehe ich es nüchtern: "Kunst war per se schon immer brotlos". Nur einige wenige haben sich daran bereichert, meistens waren`s und sind`s die kreativen Geschäftemacher.....ohne Förderer kommt man zu nichts.....und daran hat sich nichts geändert.


Ich habe im meinem Leben noch nie etwas anderes gehört! Gott, was hat dieser Satz mein Leben geprägt!! "Klar, Junge, musik ist Großartig! Aber denk mal an deine Krankenversicherung und daran was du im Alter machst . Möchste dann noch Arbeiten? ( Was ist die Alternative? Den langsam dahin sichenden Arsch in dem Wintermonaten auf die Kanaren shippern zu lassen, mit der Knete die man vorher eingeheimst hat?) Musik, dass ist doch nix Richtiges!"

Und das schlimme ist: Er ist so wenig wahr, wie der nie aussterbende Unfug, dass selbst Mozart ja unheimlich arm gestorben ist. Das ist es dann auch, Woody, was ich mit Ideologie meine. Wie gesagt , eine Lösung habe ich nicht. Aber, wenn ich den größten Bullshit immer und immer wieder vor mir hersage, dann wird er wahr! Das Problem , dass ich bei der heutigen Fülle an Informationen habe, ist im Grunde genommen ja folgendes: Wenn ich in etwas reintrete, muss ich die Unterscheidung treffen können, ob das nun Scheiße oder Schuhpaste ist. Und das ist eigentlich das viel größere Problem.
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."


Zuletzt bearbeitet von Marcello am 23.10.2013, insgesamt 3-mal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Unsound

Ist das nicht auch ein Stück weit ein sehr hausgemachtes Problem?
Künstler/Musiker haben ein Stück weit "Darstellungsdrang" - Profilneurose!
(Fast) Jeder stellt heut irgendwas ins Netz:
Videos, Musik, Hauptsache, es nimmt jemand war ...
Und man wundert sich hinterher, dass niemand mehr für vergleichbare Leistung zahlen will.

Und: Gerade Rockmusiker haben sich die Gagen auch systematisch selbst kaputt gemacht, weil sie in jeder Butze für´n Appel und n Ei gespielt haben.
5köpfige Band in ´ner Kneipe für 250 EUR mit eigener Anlage.
Klar, man will raus, spielen - aber damit haben die Musiker selbst schleichend über viele Jahre den Markt atomisiert.

Ein Abgesang auf wunderschöne Eigentore ...
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Unsound

gitarrenruebe schrieb:
Und: Gerade Rockmusiker haben sich die Gagen auch systematisch selbst kaputt gemacht, weil sie in jeder Butze für´n Appel und n Ei gespielt haben.
5köpfige Band in ´ner Kneipe für 250 EUR mit eigener Anlage.
Klar, man will raus, spielen - aber damit haben die Musiker selbst schleichend über viele Jahre den Markt atomisiert.

...


100 Prozent Zustimmung
Verfasst am:

RE: Unsound

gitarrenruebe schrieb:
Und: Gerade Rockmusiker haben sich die Gagen auch systematisch selbst kaputt gemacht, weil sie in jeder Butze für´n Appel und n Ei gespielt haben.
5köpfige Band in ´ner Kneipe für 250 EUR mit eigener Anlage.
Klar, man will raus, spielen - aber damit haben die Musiker selbst schleichend über viele Jahre den Markt atomisiert.

Ein Abgesang auf wunderschöne Eigentore ...


naja - ist da nicht Ursache und Wirkung etwas vertauscht. Wenn man keine besseren Gagen bekommt, nimmt man halt die, bevor man gar nicht mehr spielt und sich nur noch regelmäßig im Keller trifft um sich gegenseitig zu "beweihräuchern".....
Bei uns zu Hause ist es fast unmöglich, eigene Musik für annehmbare Gage vorzutragen....man darf froh sein überhaupt spielen zu dürfen....
und das ist ein Prozess, der vor 20 Jahren begonnen hat, weil eben immer weniger Interesse an selbstgemachter Musik bestand - weil man so übersättigt ist......
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.