Songwriting heutzutage (rant inside)

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Songwriting heutzutage (rant inside)

Hallo zusammen,

gestern morgen beim Frühstück wurde das Stück hier als der neue heiße Scheiß im Radio angekündigt:



Zugegeben, die Nummer ist au f den ersten Blick ganz effektvoll arrangiert (wenn auch ziemlich bieder), und voll auf die Fresse hochexcited.
Vorne bis hinten volle Hysterie! Ohne Pause Geballer! (Ermüdend, das allein.)
Aber das Writing?
dreieinhalb Akkorde, die ganze Zeit, dazu eine hingeknödelte Zweieinhalb-Töne-Melodie
Tumbes Gesimpel.




Surf ging mal so:


In den ersten zehn Sekunden die erste Modulation, die mich immer wieder sofort packt.
Im Folgenden pfeifbare Melodien, interessante Wendungen harmonisch pfiffig und erstaunlich komplex, obwohl es harmlos klingt.
Einfach, ohne schlicht zu sein.

Was ist los mit dem Songwriting in letzter Zeit?
Nach Mumfords&Sons gibt es im Radio eine einfallslose Soße auf die Ohren, als hätte es die 60er und 70er nie gegeben.
Das ist, zugegeben, nicht wirklich neu, aber irgendwann muss doch die Talsohle erreicht sein?
Was soll den da noch kommen?


Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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Re: Songwriting heutzutage (rant inside)

Woody schrieb:
In den ersten zehn Sekunden die erste Modulation


Und das obwohl die damals viel weniger Modulationspedale zur Auswahl hatten als wir heute

Songwriting ist halt nix, womit man Geld verdient. Und wenn etwas im Radio als der neue heiße Scheiß angepriesen iwrd, dann gehe ich davon aus, dass dahinter jemand steckt, der Geld hat (für das Marketing) und noch mehr Geld will. Wer gutes Songwriting hören möchte, sollte sich nicht auf den Medien-Mainstream verlassen, sondern muss stöbern. (Ich gebe freimütig zu, dass mich dieses Stöbern zunehmend ermüdet und ich dann gern auf das gute Songwriting in meiner Tonträgersammlung zurückgreife.)

Insofern: Es kommt sicher ständig was gutes Neues. Man findet es halt nur nicht.

Grüße vom
Stardustman.
 
Man soll nicht alles glauben, was man denkt.
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Dabei sind das doch wieder mal die 4 (VIER!) Akkorde, aus denen die Top100 besteht. Sei doch nicht immer so überkritisch
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Ist eben gefällig, bedient die Schemata und Klischees, die offenbar immer noch gültig sind. Lange Haare, Bart ist derzeit hölle angesagt, Mädels im Bikini, Skateboard, Surfen. Außerdem ist das kein Songwriting, sondern auch Schemata, gute Melodie (gut?), drumherum geplänkel.
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Moin.

ich denke mal der Song ist den möglicherweise limitierten technischen Fähigkeiten der Band angepasst.

Für's Radio genau das Richtige. Stört beim Bügeln nicht.
 
Gruss, tommy
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Hallo!

Ja, es wird schlimmer. Ich sag nur "this girl is on fire", wo eben jede Textzeile fünfhundert Mal wiederholt wurde. Bei deutschsprachigen Bands ist es im Moment total in, sentimental zurück zu sehen - Revolverheld, Die Toten Hosen etc. bejammern und beweihräuchern sich gegenseitig.

Aber es gibt auch Lichtblicke. Dieses Duett von P!nk mit dem Typen, dessen Namen ich immer wieder vergesse, ist grandios gemachter Pop.

Also alles wie immer.

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Ist halt das übliche Geschrubbe von heute. Vorhersagbar.
Eigentlich nicht das, was »Künstler« wollen.

Jörg
 
BlaBla-WuffWuff
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Joa, vorherhersehbar, irgendwie kalkuliert, irgendwie blöd, irgendwie nur vier Akkorde.

Mag alles sein. Das Ding ist:
Wenn mir einer sagt, ich solle doch mal kurz 'n 4-Akkorde-Song raushauen, der Millionen von Klicks bei Youtube generiert und ne Single auf 1, müsste ich ihn leider enttäuschen müssen. Warum?
Weil ich keine 4-Akkorde-Songs, die Millionen von Klicks bei Youtube generieren und Singles auf 1 sind schreiben kann.

Man kann sich darüber lustig machen, oder es eben besser machen. Das Erste will ich nicht, weil ich das Zweite nicht hinkriege.
 
"Ein Lothar Matthäus hat es nicht nötig, von sich in der dritten Person zu sprechen." (Lothar Matthäus auf die Frage bei einer Pressekonferenz, warum er öfter von sich in der dritten Person spreche)
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

erniecaster schrieb:
Hallo!

Ja, es wird schlimmer. Ich sag nur "this girl is on fire", wo eben jede Textzeile fünfhundert Mal wiederholt wurde. Bei deutschsprachigen Bands ist es im Moment total in, sentimental zurück zu sehen - Revolverheld, Die Toten Hosen etc. bejammern und beweihräuchern sich gegenseitig.r


... dazu muss ich unbedingt mithetzen:
Revolverheld, Die toten Hosen und die Broilers das ist überhaupt nicht auszuhalten ...
Revolverheld: Wer Texte schreibt in denen "die kleine Kneipe an der Ecke" vorkommt und eine derartig gewollte Melodie drunter legt, zeigt soch inhaltlich auf Freddie Quinn Niveau, ist diesem aber ästhetisch unterlegen.
Die toten Hosen: Wer Lieder schreibt, die von CDU und SPD im selben Wahlkampf eingesetzt werden und anschließend rumweint, anstatt schamhaft ins tiefste Sibirien auszuwandern, der muss sein Dasein zu Recht in öffentlich-rechtlichen Talkshows fristen ... eklig ...
Broilers: Wer meint Deutschpunk zu sein und dann so ein Konsensgejammer von sich gibt, muss wohl Hosen Nachfolger werden
Und als Zugabe:
Die Ärzte: ehemals subversiver Sprach- unf Stilwitz entwickelt sich zur ganzjährigen gesamtdeutschen Karnevalshitfabrik, findet wirklich jeder lustig, ist amtlich gemacht, knorke Typen dahinter ... führt nur leider zu fieser Hirnlähmung ...
 
Gruesze Ralf
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Julle schrieb:
Mag alles sein. Das Ding ist:
Wenn mir einer sagt, ich solle doch mal kurz 'n 4-Akkorde-Song raushauen, der Millionen von Klicks bei Youtube generiert und ne Single auf 1, müsste ich ihn leider enttäuschen müssen. Warum?
Weil ich keine 4-Akkorde-Songs, die Millionen von Klicks bei Youtube generieren und Singles auf 1 sind schreiben kann.

Man kann sich darüber lustig machen, oder es eben besser machen. Das Erste will ich nicht, weil ich das Zweite nicht hinkriege.




Du vertauschst Ursache und Wirkung.
Zumal nach der Logik auch 'Haupschule' von Hgich.T morgens zum Frühstück im Radio laufen müsste und ein total geiler Song sein müsste.

Ich verstehe ja, dass es im Radioprogramm nicht nur Kulturprogramm geben kann.
Nur weltbewegende Songs sind auch auf Dauer anstrengend.
Ich verstehe nur nicht, dass es immer schlichtere Songs mit immer crunchigeren Mastern und immer nerviger-nöligeren Stimmen sein müssen. (We are the people, anyone? Oder die neue Steigerung, Stolen Dance?)
Ich nehme mittlerweile zu jeder Autofahrt eigene Musik mit.
Das war vor einiger Zeit noch anders.

Ich hab auch gar nichts gegen Vier-Akkord-Songs per se.
Ich empfinde nur vieles was mir als tolle neue Musik angeboten wird als ziemlichen Scheiß.
Klar gibt es Ausnahmen, Pink und dieser Typ zum Beispiel.
Natürlich gibt es noch Musiker, die große Musik machen, auch heute.
Elbow fallen mir noch ein, auch wenn das nicht immer so ganz meins ist, aber es ist toll gemacht.
Und dann läuft nur Ranz im Radio, so oft hintereinander, dass man froh ist, wenn dann die nächste Hitsau durchs Dorf getrieben wird, und man den Scheiß von gestern nicht mehr hören muss.
Verkaufsfördernd kann das ja auch nicht sein.




Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Inhalt auf Wunsch des Users gelöscht
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Woody schrieb:
Ich nehme mittlerweile zu jeder Autofahrt eigene Musik mit.
Das war vor einiger Zeit noch anders.


zu 1.: ich auch
zu 2.: Gibts im Westen nicht sowas wie MDR Figaro. Da läuft immer wieder schönes Zeuchs.

Ansonsten bin ich bei Dir. Fernsehunterhaltung für die "Massen" wird ja auch immer simpler ....
 
mein blog: www.hans-ulrich-mueller.de
email muelrich(at)yahoo.de
www.youtube.com/muelrichmusic
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Rabe schrieb:
Die toten Hosen ...


Dass sich nach dieser Nummer kein Loch aufgetan und Campino verschluckt hat, hat mich aus der Kirche austreten lassen:

 
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Leveler Reveler schrieb:
Und jetzt postet bitte jeder, der hier jammert, seinen besten eigene Song! Ich erwarte Perlen des Songschreibertums...

Übrigens: Früher war alles besser!


Gute Idee ... und jeder der an einer Gitarre Verarbeitungsmängel beklagt zeigt seine selbstgebaute, jeder der mit dem Sound eines Verzerrerd unzufrieden ist: erstmal selberlöten, bei politischet Unzufriedenheit: erstmal selber Partei, Staat oder UNO gründen.
Wer Service und Pünktlichkeit der Bahn unzureichend findet soll doch mal seinen eigenen Fahrplanentwurf einreichen und wer es blöd findet, dasd seine Sngehörigen durch Piloten oder Wartungsfehler umkamen, sollte vor der Klage einen Pilotenschein machen oder eine Technikerausbildung ...

Und ja klar früher iss immer alles besser als im Moment, schon allein, weil früher länger ist als gerade eben ...

Radio war aber immer schon scheisse, ich will es nur immer nicht wahrhaben, dass es mit mehr Sendern nur mehr Scheiße geworden ist ....
 
Gruesze Ralf
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RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

woody:Was ist los mit dem Songwriting in letzter Zeit?


Keine Ahnung, ich find auch die Frage nicht so wichtig. Ich glaube, es ist heute nicht anders als früher. Nur dass mehr Shice evtl. das Gute überdeckt.
Ich mag einfache Kompositionen sehr, auch gerne mit wenig Akkorden. Es muss halt berühren. Geht mir so mit dem Song "Home" von Christoph Müller.
Einfach und mich triffts ins Herz!

Verfasst am:

Re: Songwriting heutzutage (rant inside)

Ich kriege gleich 'n Kasper:

Wir leben in einer Welt in der ihr WÖRTLICH, im WORTSINNE mit einem Tastenklick eigentlich ALLES auf der Welt in jeden Raum eurer Wohnung beamen könnt, wo ihr Tausende von Songs - in einer Hosentasche transportiert - in euer Auto mitnehmen könnt, in der Millionen Bands und Künstler auf der Welt fast ohne Vertriebsumwege oder irgendein langes Warten darauf harren, mit ein, zwei Klicks von Euch gefunden zu werden.

Das ist geradezu lächerlich, was ihr für Möglichkeiten habt.

Und was passiert, und das AUSGERECHNET VON LEUTEN DIE SICH ANGEBLICH SEHR FÜR MUSIK INTERESSIEREN?

Sie sitzen vorm Radio wie anno 1950 und finden scheiße was kommt.

Leute, was da kommt, ist auch nicht FÜR EUCH. Es ist für Kinder mit kurzatmiger Konzentration, für Mutti zum Mitpfeifen beim Bügeln. Diese Leute investieren NICHTS in das Verstehen von Musik. Das muss die Mutti sofort checken wie der Song geht. Sonst pfeift die Alte nicht mit! Und damit ihr debiles, musikuntrainiertes Konsumentenhirn beim nächsten Mal denkt "Ah, das kenne ich: ladida...". Die blöde Flunz dreht doch den Sender weg, wenn du der mit "Modulation" kommst oder irgendwas, was nicht exakt ihren Erwartungen an Harmonie entspricht.

Das ist keine Musik: Das ist etwas was die Gesellschaft und Industrie glaubt, was Musik sein sollte: bunte, nichtige aber hübsche Zuckerstreusel im Alltag. Das ist deren Musikvorstellung. Bunt, hübsch, süß, billig, unbedeutend, vergessbar, industriell gefertigt.

Das ist eine musikalische Currywurst. So nebenbei. Mag jeder. Bißchen mitgemacht, Inhaltstoffe egal, aber schnell schmecken soll es und begreifbar sein.

Nochmal: Das ist nicht für EUCH: das ist damit Fernsehsender einen Alibi-Dreck haben den sie als "Content" verkaufen während das eigentliche Produkt (Werbung und die ganze "Schick uns eine SMS an..."-Scheiße), also während die Geld-Mach-Kacke unten als Band läuft.

Und das hört ihr, passiv und freiwillig, und bejammert fehlende musikalische Reichaltigkeit darin?

HÄ?
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Re: Songwriting heutzutage (rant inside)

groby schrieb:
#!§XXX%@!$?


In der Sache stimme ich Dir zu.

Aber der Vergleich mit der Currywurst ist absolut daneben und beleidigt eine kulinarische Zierde meiner Heimat. Du solltest das noch einmal überdenken.
 
Man soll nicht alles glauben, was man denkt.
Verfasst am:

RE: Songwriting heutzutage (rant inside)

Woody schrieb:
Ich hab auch gar nichts gegen Vier-Akkord-Songs per se.
Ich empfinde nur vieles was mir als tolle neue Musik angeboten wird als ziemlichen Scheiß.


Finde ich auch!

Ich glaube wir haben uns da missverstanden

Natürlich ist ohne Ende der Radiomucke heutzutage absolut unerträglich. Jeder, der das abstreitet, ist taub. Oder blöd. Oder beides.
Und trotzdem ist es ja so: Es gibt Bands, die machen Scheißmucke (wobei ich dein Beispiel jetzt garnicht so schlimm finde; okay, ich würds nicht kaufen, aber da fällt mir schlimmeres ein), die sich aber trotzdem verkauft wie blöd. Irgendwas an der Musik ist es dann, was die Leute zum kaufen bewegt und was vielen Menschen gut gefällt; und genau davor habe ich höchsten Respekt.
Man kann Songs wie den oben natürlich so beschreiben, dass es nur 4 Akkorde sind mit langweiliger Melodie und miesem Mix/Master. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit bzgl. der Qualität des Songs: Er hat 4 Akkorde, die Melodie ist irgendwie lahm, und er ist schlecht gemischt, ABER er gefällt vielen Menschen. Und das muss man erstmal hinkriegen - wenn ich Songs mit vier Akkorden schreibe, gefallen sie mir nur so mittelmäßig und allen anderen überhaupt nicht. Wäre "4 Akkorde plus lahmer Melodie" das einzige, was man für einen Hit braucht, wäre ich längst reich und berühmt. Und weil ich's nicht bin, habe ich Respekt vor dem Handwerk "Hit schreiben". Und nur so war mein Posting gemeint; nicht, dass ich das Zeugs da oben oder Radiomusik generell toll finde und auch nicht, dass Popularität etwas über die Qualität der Musik per se aussagt.
 
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