Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

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Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Liebe Ebayer,

Hier der Link zum Thema: Auktion vorzeitig beenden. Es gibt scheinbar ein Urteil dazu:

http://help.orf.at/stories/1749341/

Das Thema/Problem wurde ja schon ab und zu diskutiert hier.

LG
Auge
 
Traurige Erkenntnis:
...Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht...
...Andere zu stalken und auf die Füße zu treten bedeutet nicht besser zu sein sondern sich besser zu fühlen...
Homepage: http://www.AugeundSo.at
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Mal kleinlich nachgefragt: gilt dieses Urteil denn weltweit?
Ich sehe, dass das übers ORF geht, vllt gibt es länderspezifische Bestimmungen.
 
kann Spuren von Ironie, Sarkasmus oder eigener Meinung enthalten, der Genuss für Musiker ist unbedenklich
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

bebob schrieb:
Mal kleinlich nachgefragt: gilt dieses Urteil denn weltweit?
Ich sehe, dass das übers ORF geht, vllt gibt es länderspezifische Bestimmungen.


Du hast nicht in den link reingeguckt, gell? Erster Satz: "In Deutschland..."
Das Urteil ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Gilt also bundesweit und endgültig, für alle Gerichte.
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Finde ich erstaunlich, denn es ist ja eigentlich noch kein vollständiger Kaufvertrag zustande gekommen? Wie sieht es aus wenn ich einen Porzelan Teller Verkaufen will und der mir Ruterfällt und Kaputt geht?
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

... das sind die Ausnahmen die noch zugelassen sind.
Wie zwischenzeitlicher Diebstahl, etc...
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Chris_1981 schrieb:
Finde ich erstaunlich, denn es ist ja eigentlich noch kein vollständiger Kaufvertrag zustande gekommen? Wie sieht es aus wenn ich einen Porzelan Teller Verkaufen will und der mir Ruterfällt und Kaputt geht?


Wenn ich die Berichte zum Urteil richtig verstanden habe:

Das Gericht hat es so eingeordnet, dass bei einer ebay Auktion mit Startpreis 1€ dem Verkäufer klar sein muss, dass er 1€ (also weit unter Preis) wie auch 100.000€ (weit über Preis) erzielen kann. Mit dem Einstellen geht er bewusst dieses, ich nenne es, "Lotto-spielen" ein. Das bewertet das Gericht -sozusagen- als die AGBs die gelten.

Mit der Abgabe des ersten Gebots ist dann "bei einer Auktion" ein (Vor)Vertrag zustande gekommen. Wenn ich das richtig verstehe, immer mit demjenigen, der momentan das Höchstgebot hält.

Den zweiten Teil Deiner Frage hat das Gericht auch bewertet und so eingeordnet: wenn bereits ein Gebot abgegeben worden ist, Dir der Teller aber während des Auktionszeitraums runterfällt, dann kannst Du die Auktion trotz eines Gebotes beenden (Kein Vertrag kommt zustande). Du bist aber natürlich "beweispflichtig", was ja einfach zu bewerkstelligen wäre, inden man die Scherben zeigt. Also: nix wegwerfen, in dem Fall.

Ich finde das Urteil nachvollziehbar und zudem klug. Auch, was die Beweispflicht anbetrifft. Denn das ist ganz normaler, rechtlicher Alltag, dass (außer z.B. im Strafrecht) jeder seine Argumente glaubhaft darlegen und beweisen können muss.

Gruß
Ralph
 
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Chris_1981 schrieb:
Finde ich erstaunlich, denn es ist ja eigentlich noch kein vollständiger Kaufvertrag zustande gekommen? Wie sieht es aus wenn ich einen Porzelan Teller Verkaufen will und der mir Ruterfällt und Kaputt geht?

Chris,
das hier angesprochene Urteil ist ja nicht das erste in dieser Angelegenheit.
Soweit ich erinnere, wurden damit Ebayauktionen den ganz normalen und alltäglichen Autionen gleichgestellt. Für diese gibt es ein eigenes Auktionsrecht. Und das besagt, mit jedem Höchstgebot wird ein Kaufvertrag geschlossen, der sowohl Rechte als auch Pflichten für beide Vertragsparteien nach sich zieht.
Daraus folgt, dass bei Nichterfüllung einer Pflicht, die Möglichkeit besteht, die Erfüllung einzuklagen, und falls das nicht möglich ist, Schadensersatz zu verlangen.

Das gilt auch für die Herausgabe Deines defekten Tellers, wenn der Käufer das denn verlangt. Ist ein abstruses Beispiel, denn welcher Käufer wird darauf wohl bestehen?
Gleichzeitig kann der Käufer vom geschlossenen Kaufvertrag zurücktreten, denn die Sache befindet sich nicht mehr im ursprünglich angebotenen Zustand.

Was mich wundert: Warum kann ein höchstrichterliches Urteil nicht ohne jede weitere Diskussion hingenommen werden? Es dient doch nur der Schaffung von Rechtsfrieden.
 
Gruss
frank
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Ich finde die Rechtslage ebenfalls klar und eindeutig.
Umso befremdlicher finde ich, dass ich in letzter Zeit immer mehr Auktionen sehe, wo eindeutig darüber informiert wird, dass der Artikel auch anderweitig angeboten und ggf. auch verkauft wird.

Dies ist eindeutig rechtswidrig aus meiner Sicht.
 
www.beatcrazy.eu
LOWBRIDGE - das aktuelle Album:
http://www.beatcrazy.eu/lowbridge---new-album.html
---------------------------------------------------------
Ich bin Beta- Tester für Kemper GmbH
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Doc Line6forum schrieb:
Ich finde die Rechtslage ebenfalls klar und eindeutig.
Umso befremdlicher finde ich, dass ich in letzter Zeit immer mehr Auktionen sehe, wo eindeutig darüber informiert wird, dass der Artikel auch anderweitig angeboten und ggf. auch verkauft wird.

Dies ist eindeutig rechtswidrig aus meiner Sicht.


Daran wird sich auch nichts ändern. Es wird weiterhin Menschen geben, die von der Reichweite von eBay profitieren wollen und ihre Angebote in Foren mit "Sonderpreis für Mitglieder SMILEY SMILEY SMILEY" verlinken.

Ist genau so wie mit Blitzanlagen an Strecken mit Geschwindigkeitsbeschränkung: Anstatt einzusehen, dass man klar und eindeutig zu schnell war, sucht man nach juristischen Tricks und schimpft über die Abzockmentalität der Kommunen.

Menschen sind halt so.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Doc Line6forum schrieb:
Ich finde die Rechtslage ebenfalls klar und eindeutig.
Umso befremdlicher finde ich, dass ich in letzter Zeit immer mehr Auktionen sehe, wo eindeutig darüber informiert wird, dass der Artikel auch anderweitig angeboten und ggf. auch verkauft wird.

Dies ist eindeutig rechtswidrig aus meiner Sicht.


Das ist auch gegen die Ebay-Regeln. Genauso lässt Ebay es zu, die Auktion unter bestimmten Bedingungen abzubrechen, was meiner Ansicht nach auch für Privatverkäufer sinnvoll ist, da Ebay ja ansich mal ein Online-Flohmarkt gewesen ist.
Der Verkäufer hat sich nur nicht an die Regeln gehalten, deswegen ist das Urteil korrekt.

Ich weiss nicht, wie das rechtlich aussieht, meiner Ansicht nach macht das durchaus Sinn, unter bestimmten Bedingungen eine Auktion abzubrechen. Ausnutzen sollte man das natürlich nicht.
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Wer einen gewissen Preis erzielen möchte, stellt eben zum Mindestpreis ein (gebührenpflichtig), oder ein Sofortkaufangebot mit Preisvorschlag (kostenlos).

Normale Auktionen kann man immer noch mit rechtlich zulässigem Grund beenden (Irrtum ...), ohne dass der Höchstbietende einen Anspruch hat. Wer ganz sicher gehen will, lässt ein oder zwei Bekannte neue Höchstgebote abgeben, so dass kein Risiko wie im o.g. Gerichtsurteil besteht.
 
_______________________________
www.bakersbreeze.de
Finest Southern Rock
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Django Telemaster schrieb:
... da Ebay ja ansich mal ein Online-Flohmarkt gewesen ist.
Der Verkäufer hat sich nur nicht an die Regeln gehalten, deswegen ist das Urteil korrekt.

Ich weiss nicht, wie das rechtlich aussieht, meiner Ansicht nach macht das durchaus Sinn, unter bestimmten Bedingungen eine Auktion abzubrechen. Ausnutzen sollte man das natürlich nicht.


Und die Bedingungen hat das Gericht in diesem Fall ja auch präzisiert.

Man muss immer sehen, vor Gericht landen Einzelfälle. Auch vor dem Bundesgerichtshof. Und die Umstände jedes Einzelfalles sind nicht eins zu eins übertragbar auf alle kommenden Ereignisse.
"Letzte Instanzen", wie der BGH, nutzen natürlich auch die Gunst der Stunde, ordnen Rechtsansichten ein, oder präzisieren Gesetze. Manchmal schließen sie auch Lücken, die der Gesetzgeber nicht bedacht hat.
In der Berichterstattung heißt es dann immer "Grundsatzurteil". Und viele "untere" Instanzen schauen natürlich "auf die da oben vom BGH."

Im aktuellen Fall ging es wohl darum, das jemand sein Auto für 1€ Startpreis eingestellt hatte, jemand diesen 1€ geboten hatte UND DANN hat der Anbieter die Auktion abgebrochen, weil er sein Auto abseits ebays verkauft hatte.

Das wäre, übertragen auf einen Gitarrenkauf: Du gehst an einem Geschäft vorbei, siehst eine Gitarre, die Du kaufen willst. Du zahlst diese Gitarre an (nehmen wir den 1€), rennst zum Bankautomat, um das restliche Geld zu holen. Als Du zurückkommst, sagt der Verkäufer: "Habe sie verkauft, da hat mir jemand mehr geboten, hier Dein Euro".

Ich weiß, das Beispiel passt nicht 100%, aber es macht deutlich, wie das Gericht das betrachtet hat und weshalb es so entschieden hat.

guitman schrieb:
Wer ganz sicher gehen will, lässt ein oder zwei Bekannte neue Höchstgebote abgeben, so dass kein Risiko wie im o.g. Gerichtsurteil besteht


Das glaube ich nicht. Klar, machen (wir) alle so ; das mit den Bekannten. Wenn Du das vor Gericht zugeben würdest, dass Du ein oder zwei Bekannte hast hochbieten lassen, wäre das auch ein Verstoß gegen die Auktionsregeln. Nur: es müsste natürlich jemand klagen usw..

Ralph
 
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Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Django Telemaster schrieb:
Anderes Urteil dazu:
http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=2196

Dieses Urteil vom AG Gummersbach von 2010 dürfte durch die aktuelle Entscheidung des BGH überholt sein.

Darauf kann sich niemand berufen.

Über sticht unter. Und ja, die deutsche Rechtsprechung steht auch über Ebay, egal, was sie in ihren Regeln schreiben.

Herrjeh, mir kommt's vor, als suche der eine oder andere nach einem Ausweg aus dem vermeintlichen "Dilemma" und begibt sich dabei mit seinen kurzen Hosen ins hohe Gras..

Dabei gibt es doch einen gut gangbaren u d vor allem einfachen Weg:
Der Verkäufer findet während einer laufenden Auktion einen Interessenten ausserhalb von Ebay. Über die Höhe des Verkaufspreises sollte Schriftverkehr existieren. Den Käufer bittet er, ein Gebot in Höhe des angepeilten Vrkaufspreises in der Auktion zu plazieren.
Damit ist er Höchstbietender. Umgehend danach löscht der Verkäufer die Auktion. Der Käufer bezahlt den schriftlich fixierten Kaufpreis und bekommt die Ware.

So leicht geht das.
 
Gruss
frank
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

frank schrieb:
Django Telemaster schrieb:
Anderes Urteil dazu:
http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=2196

Dieses Urteil vom AG Gummersbach von 2010 dürfte durch die aktuelle Entscheidung des BGH überholt sein.

Darauf kann sich niemand berufen.

Über sticht unter. Und ja, die deutsche Rechtsprechung steht auch über Ebay, egal, was sie in ihren Regeln schreiben.

Herrjeh, mir kommt's vor, als suche der eine oder andere nach einem Ausweg aus dem vermeintlichen "Dilemma" und begibt sich dabei mit seinen kurzen Hosen ins hohe Gras..


Das trifft wohl eher auf dich zu. Der BGH hat sich mit den Ebay-AGB gar nicht beschäftigt. Du laberst also nur rum.

frank schrieb:
Dabei gibt es doch einen gut gangbaren u d vor allem einfachen Weg:
Der Verkäufer findet während einer laufenden Auktion einen Interessenten ausserhalb von Ebay. Über die Höhe des Verkaufspreises sollte Schriftverkehr existieren. Den Käufer bittet er, ein Gebot in Höhe des angepeilten Vrkaufspreises in der Auktion zu plazieren.
Damit ist er Höchstbietender. Umgehend danach löscht der Verkäufer die Auktion. Der Käufer bezahlt den schriftlich fixierten Kaufpreis und bekommt die Ware.

So leicht geht das.


Es gibt nur zwei Gründe dagegen: Der Käufer kann oder will nicht über Ebay kaufen, sowas gibts nämlich auch. Der andere Grund wäre, das der Verkäufer einfach kalte Füsse bekommen hat. Auch sowas kommt vor.
Verfasst am:

RE: Auktion vorzeitig beenden. Urteil.

Mal ganz anders gedacht:

Ist das ganze "Spiel" mit den Auktionen nicht vollkommen überholt?

Ich fand Alando ganz toll, danach wurde es immer uninteressanter.
Mittlerweile sind die Gebühren für Verkäufer wirklich unangemessen hoch!
Gebrauchte Waren orientieren sich an den teils vollkommen überzogenen,
in der Bucht aufgerufenen, Mondpreisen.

Ich mag da schon lange nicht mehr wirklich was machen. Höchstens als
"Kaufhaus" nutze ich die Plattform um neue Waren zu finden und zu erwerben.
Ab und zu wollen meine Kids, dass ich was für sie versteigere.

Aber der Reiz ist für mich schon lange gestorben, und dabei fand ich es wirklich
mal ganz toll!

Ich habe keine Lust mehr mich dem Ganzen zu beschäftigen und ich denke
viele andere Leute sind mittlerweile auch "ebay-müde" geworden, und das
wohl auch zurecht.

Schade, dass es kaum noch Plattformen gibt, auf denen man seine Sachen
anbieten kann und die auf ein breites Interesse stoßen!

Es gibt so einige wenige Möglichkeiten, gerade für Musiker, aber viele Leute
scheinen, wenn's nicht direkt bei ebay klappt, auf die hauseigenen Kleinanzeigen
auszuweichen.
Alles legitim, aber ich wünschte mir dass es anders wäre.
Konkurrenz belebt doch das Geschäft, oder?
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