Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

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Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

Eigentlich mag ich keine Strats - und schon garnicht welche in diesem sterilen Krankenhaus-Weiß.: die Potis sind immer im Weg und von der Funktion unsinnig aufgeteilt. Ständig dotzt man an das Lautstärkepoti und die 3 Einspuler klingen nicht soo besonders unterschiedlich. Und die eigentlich für den Bauch vorgesehene Delle drückt unförmig auf die Brust.

https://fret-king.com/black-label/corona-gw-geoff-whitehorn.html

Da aber bei kaum einem anderen Modell die tiefen Lagen mit der linken Hand ohne große Verrenkungen zu greifen sind (was an dem sehr weit links liegendem Gurtpin liegt – ein Fakt, dem bei Ergonomiefragen IMHO zu wenig Beachtung geschenkt wird) bin ich dann doch bei der Geoff Whitehorn hängen geblieben, weil sie im Gegensatz zu den Fender-Originalen

• einem stets unentschlossenen Benutzer eine unvergleichliche Auswahl an TA-Kombinationen bietet
• optisch recht originell vom Original abweicht
• keine verkrampfte Traditionspflege als Selbstzweck verkörpert

Das „Tremolo“ ist in beide Richtungen völlig stabil, die Befestigung mit Madenschraube finde ich praxistauglicher als die üblichen Gewindeversionen. Da das Modell statt mit den üblichen Spielzeug-Fädchen gleich mit 10er Saiten ausgeliefert wird, entfallen Saitenwechsel und Neujustage des perfekt eingestellten Vibrators. Der Hebel bleibt zuverlässig dort stehen, wo man ihn loslässt und nicht, wo ihn die Schwerkraft baumeln lässt. Nachdem ich die unbeabsichtigte Lautstärkeverstellung am oberen Poti mit einem Bierflaschengummi gebändigt hatte, konnte ich meine ursprünglichen Strat-Aversionen nach und nach abbauen – zumal ich im weiteren Verlauf nur noch angenehm überrascht wurde und das Weiß in Kombination mit dem Schlagbrett in echt garnicht mehr so steril wirkt. Schön auch die Kabelbuchse, die wie bei richtigen Gitarren von unten in die Zarge eingelassen ist und nicht noch mehr Wirrnis auf die traditionell unaufgeräumte Strat-Oberfläche bringt. Meine Winkelstecker kann ich daher weiterverwenden.

Bis auf die Lackierung (da schimmert eine Unebenheit am Stoß der beiden Holzhälften durch) ist die Verarbeitung top: die Oktavreinheit passt, die Bünde sind tadellos entgratet. An die Jumbo-Frets gewöhnt man sich schnell, das relativ flache Griffbrett (10“-Radius) war auch ein wichtiger Grund für den Kauf (Slide).

Die Tonabnehmerbestückung ist einzigartig: Humbucker am Steg, Singlecoil in der Mitte und P90 am Hals. Und die lassen sich nicht nur im üblichen 5-Wege-Modus verschalten, sondern bieten noch weitere Klangfarben durch 2 Drück-Potis: mit dem unteren lässt sich der Humbucker splitten (und gesplittet mit dem Nachbarn kombinieren!), das mittlere Poti verbandelt wahlweise den Hals- mit dem Steg-PU oder alle 3 Tonabnehmer miteinander. Wenn ich richtig mitgezählt habe, ergibt das 11 (in Worten: elf !)Tonabnehmerkombinationen, von denen sich nach meinen ersten Höreindrücken zumindest 9 auch hörbar unterscheiden.

Damit diese Rezension auch mal ein Ende nimmt, will ich mich auf die fürs Erste herausstechendsten Sounds beschränken – ich hab noch viel auszuprobieren:
• der Humbucker wäre im mittleren Zerrbereich für mich die erste Wahl für sahnig mittenlastige, aber trotzdem transparente Soli mit Sustain. Clean hingegen ist er eine Enttäuschung: blechdosig farbloses Mittelwellenradio, ohne Höhen und Tiefen.

• Mein Favorit im Cleanbereich ist die Kombination aus dem sehr warm klingenden P90 im Kombination mit seinem Nachbarn. Das hat ein bißchen von Archtop und will eigentlich garnicht so sehr nach Strat klingen. Auch solo macht der P 90 eine gute Figur, da nehm ich aber dann etwas die Bässe raus, weil er untenrum etwas dumpf klingt

• klassischen Strat-Sound bringt der Einspuler: cleane Mitten und Höhen mit seidigen Bässen und ordentlich Nöck oder halt den kreischend sägenden Zerrsound, den man von einer Strat erwartet. Der gesplittete Humbucker macht das ähnlich, aber etwas dünner und fragiler.

Die Einspuler kann man getrost auch leise spielen, da sich das Brummen/Rauschen bei allen Einstellungen in angenehm engen Grenzen hält.

Man kriegt viel Gitarre fürs Geld, ich kann sie nur wärmstens empfehlen. Der Klangfarbenreichtum ist enorm, trotzdem sollte man keine Wunder erwarten. Eine Paula oder eine Tele ersetzt sie nicht. Wäre auch schlimm, wenn man mit einer einzigen Klampfe zufrieden wäre.


Zuletzt bearbeitet von schorsch27 am 04.10.2017, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

Nicht böse sein.

Hab mir mal ein paar Bilder angesehen.
Wahrscheinlich ne tolle Gitarre, aber sowas von nicht mein Geschmack.

Das sind so Gitarren die ich seit Jahren ignoriere.

Die Gitarre sagt: "Ich möchte alles sein kann mich aber nicht entscheiden".

Strat mit Humbucker, P90 und Singlecoil, komischem pickguard und 90s body.

Wem es gefällt ok, mich gruselt es dabei.

gruß
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

Wenn man für aufgeräumte Gitarren ist, ist dieses PU-Sammelsurium wirklich ein Schlag in die Fresse

Und das nicht nur optisch, sondern ich bin gar kein Freund von öchzig Verschaltungen.
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

BTW: Geoff Whitehorn macht, ähnlich wie Steve Stevens oder Zakk Wilde, für alles Werbung, wo es ein paar € zu erwarten gibt ...

oder wie es das kleine Arschloch formulieren würde: "Bitte hierein stecken" ...
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

Ich finde die Gitarre sympathisch, was ich so sehe (schade, dass ich zum Sehen googeln musste statt ein Bild im Posting zu finden, aber egal).

Auch die Pickup-Bestückung ist - auf ihre eigene Art - logisch und sinnvoll.
Ist halt keine Standard-Strat. Braucht der Markt ja auch echt nicht.

Von den Schaltungsmöglichkeiten kann man die etwas versteckten einfach ignorieren und hat dann eine intuitiv bedienbare Stratschaltung.

Ästhetisch verstehe ich diesen Zinken im Schlagbrett nicht, aber soll wohl ein Abgrenzungsmerkmal sein.
Nett hingegen diese ganz leichte Offset-Tendenz im Korpus. Bisschen schnittiger.
Und dann obendrauf leider das Gegenteil von schnittig: die Kopfplatte, nun ja.

Aber schön. Interessante Gitarre.
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

Ich finde die Yamaha Pacifica 311 bzw 611 in der Kategorie "Strat goes P90-Klampfe" optisch stimmiger, obwohl es eher das Konzept "Strat goes Nik Huber Krautster II" ist. Also kein Minuspunkt für die Fret King.

Diese hat dafür mehr Schaltungsvarianten als die Yamaha und zudem ein funktionierendes Tremolo und die Strat-typische Poti/Schalteranordnung (die ich ja überlegen finde ... ist Gewöhnungssache)... ist also deutlich stratiger. Meist ist das eine gute Sache (sage ich jetzt mal als Besitzer von vier Strats).

Das Review als solches ist (bis auf ein fehlendes Bild) vollständig und gelungen.

Dass Reviews von selbst gerade erst gekauften Gitarren immer etwas durch rosa Wolken getrübt sind, liegt ja in der Natur der Sache. Und wozu bei etwas, wo es um Leidenschaft geht, objektiv sein?
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

perfekt, die Oktavreinheit ist förmlich zu sehen.
Man muss da wahrscheinlich "img" anklicken, aber was dann einfügen ?
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RE: Fret King FKV6GW Geoff Whitehorn

schorsch27 schrieb:
Man muss da wahrscheinlich "img" anklicken, aber was dann einfügen ?


Erst suchst du im Netz das Bild (oder lädst es selbst irgendwo hoch)

dann kopierst du die Bild-Adresse (image-URL)

dann klickst du im guitarworld-Beitrag auf IMG, und zwischen [ img ] und [ / img ] fügst du die Bild-Adresse dann ein.

Fertig.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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