Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

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Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Huhu,
kann mir jemand den Unterschied zwischen den beiden Heads erklären?
Beide werden ja auch betitelt mit "Super Lead MK II, Model 1959"?
Gibt es da abgesehen von der Form des Gehäuses und der frontseitigen Bezeichnung irgendwelche Unterschiede?
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Wahrscheinlich schon, denn Unterschiede gibt es ja schon innerhalb einer Baureihe. In der Grundkonstruktion sind aber m.W. beide gleich: Einkanaliger NonMV Amp mit vier Eingängen.
 
Gruesze Ralf
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Ich denke es kommt eher auf das Baujahr an. 1959 und 2203/2204 (JCM 800) wurden eine Zeit lang parallel verkauft. Irgendwann gingen dann aber die JMP Headshells/Gehäuse aus und so wurde noch fröhlich eine Zeit lang mit dem JCM Gehäuse weiterproduziert. Genau so wie vorher der 2203/2204 zunächst ins JMP-Gehäuse verbaut wurde.
Es kann sein, dass es bauteiltechnisch im Detail leichte Veränderungen gab (was bei Röhrenamps ja permanent stattfindet) und es deshalb leicht verschieden klingt. Daher würde ich eher vom Baujahr statt vom Gehäuse her auf Klangunterschiede schließen. Vom Schaltungsdesign sollten die aber schon ähnlich/gleich sein.
Nennenswert wurden Bauteile und leicht die Schaltung verändert, als keine 1959 mehr gebaut wurden (JCM 800 von vertikale Inputs auf horizontale).
Die Marshall-Insider-Freaks werden da aber sich noch genaueres wissen
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Also das Baujahr ist 83. Das Ding wurde auch mal modifiziert mit einem zusätzlichen Switch der die Leistung zwischen 50 und 100 Watt wechseln kann. Der auffälligste Unterschied im Vergleich zu "neueren" 800ern ist ansonsten halt der fehlende Master-Volume.

Wollt halt immer nen JCM 800 (also keinen Reissue, sondern wirklich aus der Zeit meiner Helden ) haben und käme da recht günstig dran. Bin aber leider halt auch kein Amp-Experte, und bin daher unschlüssig ob das Teil was taugt oder man eher auf nen 2203 aufwärts sparen sollte (der mich vermutlich im Schnitt ca. das Doppelte kosten würde)?
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Wenn Du einen JCM800 aus den 80s willst, dann meinst Du eher den 2203, das ist DER typische 2203.
Das ist schon was andres, wie ein 1959 aka Plexi. Verbastelt dazu ... würde ich nicht machen.

Die 2203 aus den 80ern bekommt man doch noch für überschaubares Geld, mit offenen Augen und ohne Zeitdruck kommt dann der gesuchte Amp für einen realistischen Preis.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Raptor schrieb:
Wollt halt immer nen JCM 800 (also keinen Reissue, sondern wirklich aus der Zeit meiner Helden ) haben und käme da recht günstig dran.

einfach antesten ob er gefällt.
Wenn du den Sound deiner (und auch zum Teil meiner) Helden im Ohr hast und jetzt völlig euphorisch einen 800er an die klassische Marshall 300 Watt Box anschließt, könnte es sein, dass du etwas enttäuscht bist.....
Zu der Zeit, in der diese Amps ihre Hochkultur erlebten, wurde auch schon sehr viel modifziert, weil diese Kisten doch von der Stange sehr, sehr harsch und ehrlich klingen....und jeder wollte einen "besserklingenden Marshall haben (sonst gäbe es all die Bogner und Deizels nicht - das waren nie Trittbrettfahrer sondern Soundfetischisten).
Eher für Classic/Bluesrock geeignet als für diese Heavy Sägen, a`la Maiden, Priest und Accept.....

Ich kannte sehr viele, die zu dieser Zeit 800er spielten (fast die halbe Rockwelt), aber wenige waren unversucht, diese Teile nicht irgenwie "angenehmer und spielfreundlicher" klingen zu lassen....

Heute aus der Retrospektive sieht man das anders. Man will den Ursprungsound wieder haben. Da weht die "Kultfahne" bei der Sounderwartung deutlich mit und man polt seine Erwartungen um....für Klassik-Rock-Riffs die erste Wahl!

Insofern - check das Teil....der "amtliche 800er ist der 50 Watt Einkanaler ohne Master (ich denke es war der 2203).
Ich wollte nie diese Kiste spielen....mir waren Peavey immer lieber....(Vinnie Moore, Tony Macalpine).
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

[quote="ollie"]
Raptor schrieb:
Insofern - check das Teil....der "amtliche 800er ist der 50 Watt Einkanaler ohne Master (ich denke es war der 2203).
Ich wollte nie diese Kiste spielen....mir waren Peavey immer lieber....(Vinnie Moore, Tony Macalpine).


Der 2203 ist der 100w Amp mit Master. Man muss sich bei diesem Amp trauen, die (immer so gescholtene unwirksame) Klangregelung zu benutzen, und schon klingt es: Bässe dürfen gerne rein, Mitten und Höhen bei 10-11 Uhr, Presence zwischen 11 und 13 Uhr, und dann sollte das passen. und Für tragende Leads einen TS davor. Der Klassiker.
Damit geht es schon kernig in die NWOBHM Richtung.

Ach so; funzt NICHT bei Zimmerlautstärke. Der Amp will eine 4x12" (auch die mit den ungeliebten 75ern), da muss ordentlich Luft bewegt werden. Deswegen hab ich auch keinen meiner Marshalls mehr. Waren nirgends mehr gscheit einsetzbar.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

[quote="ollie"]
Raptor schrieb:
Insofern - check das Teil....der "amtliche 800er ist der 50 Watt Einkanaler ohne Master (ich denke es war der 2203).

50 Watt Einkanaler ohne Master ist das Modell 1987 - ganz geile Kiste, hatte ich mal. Ohne Pedale aber eben auch nicht bei bandtauglichen Leveln zum Zerren zu bringen.

Absolut Richtig ist, dass man egal was für ein Vintage-Amp, den immer antesten sollte, ob nun verbastelt oder nicht.
"verbastelt" muss nicht immer schlecht sein, was an dem Amp gemacht wurde.
Wie Raptor schon schrieb wollte jeder noch was aus seinem Marshall rausholen, um die Kiste für sich praxistauglicher zu machen. Also müssen Tunings nicht immer schlecht sein.
Ob nun guter Jahrgang / schlechterer Jahrgang, unverbastelt oder getunet: Am besten IMMER anspielen vor dem Kauf!
Kommt man bei so einer Kiste meiner Meinung nicht drum herum.

Ansonsten JCM 800 oder Plexi-Sound: Da gibt es heute sicher sehr sehr viele Alternativen die das in bestmöglicher Qualität ebenso bringen wie das Original.
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

gitarrenruebe schrieb:
Ach so; funzt NICHT bei Zimmerlautstärke. Der Amp will eine 4x12" (auch die mit den ungeliebten 75ern), da muss ordentlich Luft bewegt werden. Deswegen hab ich auch keinen meiner Marshalls mehr. Waren nirgends mehr gscheit einsetzbar.

Was bei den neueren (TSL 100, 50, und JVM 410 ...) mit Master schon funktioniert. Die kann man mit 2x12 sehr gut spielen und auch auf Zimmerlautstärke ......
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Hi!

So schwer ist das ja nun nicht

1987 = 50 Watt Lead, Non Master-Volume (2 Kanäle, 4 Inputs)
1959 = 100 Watt Super-Lead, Non Master-Volume (2 Kanäle, 4 Inputs)

Mit kurzen Unterbrechungen von ca. 1966 bis Heute in Produktion.
Plexi/Metal-Panel/JMP/JCM800-Era - und schliesslich die diversen Reissue-Serien.


2204 = 50 Watt Lead, Master-Volume (1 Kanal, 2 Inputs)
2203 = 100 Watt (Super) Lead, Master-Volume (1 Kanal, 2 Inputs)

Von ca. 1975 bis ca. 1990 - zwischenzeitlich auch als 2203/JCM800-Reissue - in Produktion.
JMP + JCM800-Era - diverse Reissues.


Alle diese Amps waren - mit Ausnahme des 1959/Super Lead - auch als 2x12"-Combos im Angebot.

Alle diese Amps bieten den (bzw. "einen") klassischen Marshall-Sound, und lassen sich mit ein paar "Tweaks" an den persönlichen Geschmack anpassen - oder (falls gewünscht) an den Sound einer spezielle Baureihe annähern.
Die Schaltpläne sind alle verfügbar, und, wie man so sagt, "it´s not rocket-science"


cheers - 68.
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Danke schon Mal für die ganzen Infos und Meinungen!

Ich denke ich halte dann eher nach einem 2203 oder 2204 Ausschau. Die sind dann ja doch eher die "echten" 800er (und kein JMP im JCM Gehäuse). Ich nehme an der zusätzliche Master-Volume macht das Ganze dann auch noch deutlich komfortabler...
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Ich hatte den 2205, 50W Zweikanal mit Hall. Das war mein erster Röhrenamp. Lange her

Der linke Kanal entspricht wohl dem normalen 800er, der rechte hingegen war als cleaner Normalkanal gedacht (nur Volume, Treble, Bass). Michael Schenker hat diese Amps am liebsten gespielt, sagte er jedenfalls mal in G&B und die Bühne stand auch voll mit denen. Tom Morello hat wohl auch ein oder zwei.

Dass das Sozialprestige der 2203 und 2204 deutlich höher ist, spiegelt sich auch in der Preisgestaltung auf dem Gebrauchtmarkt. Mit etwas Glück findest du einen 2205 oder 2210 (das 100W-Pendant, wobei ich die 100er immer überdimensioniert finde) für'n Appel und'n Ei. Bei ebay-Kleinanzeigen sind mehrere drin, sehe ich gerade.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Raptor schrieb:
Ich denke ich halte dann eher nach einem 2203 oder 2204 Ausschau. Die sind dann ja doch eher die "echten" 800er (und kein JMP im JCM Gehäuse). Ich nehme an der zusätzliche Master-Volume macht das Ganze dann auch noch deutlich komfortabler...

Bist ein bisserl spät dran. Mein JMP 2204 fand gestern einen neuen Besitzer.

Mastervolume ist schon brauchbar um den amp auch mal daheim spielen zu können. Allerdings klingt er noch viel besser, wenn er aufgedreht wird. 4x12 ist nicht unbedingt erforderlich, aber 2x12 sollte es schon sein.
Im Gewissen Rahmen reicht auch eine 1x12 (hab eine TT Studio mit WGS ET65).

Zum Thema: Ich hatte die Gelegenheit meinen JMP 2204 (1979) gegen einen JCM 2204 (1982) zu testen. Beide klangen nahezu identisch und im Blindtest hätte ich meinen Amp nicht heraushören können. Ich denke mal der Hauptsächliche Unterschied von JMP zu JCM (den frühen mit vertikalen Input) liegt nur in der Optik.
 
Ich lebe zwar über meine Verhältnisse, aber immer noch unter meinem Niveau!
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

ferdi schrieb:
Ich hatte den 2205, 50W Zweikanal mit Hall. Das war mein erster Röhrenamp. Lange her

Der linke Kanal entspricht wohl dem normalen 800er, der rechte hingegen war als cleaner Normalkanal gedacht (nur Volume, Treble, Bass). Michael Schenker hat diese Amps am liebsten gespielt, sagte er jedenfalls mal in G&B und die Bühne stand auch voll mit denen. Tom Morello hat wohl auch ein oder zwei.

Dass das Sozialprestige der 2203 und 2204 deutlich höher ist, spiegelt sich auch in der Preisgestaltung auf dem Gebrauchtmarkt. Mit etwas Glück findest du einen 2205 oder 2210 (das 100W-Pendant, wobei ich die 100er immer überdimensioniert finde) für'n Appel und'n Ei. Bei ebay-Kleinanzeigen sind mehrere drin, sehe ich gerade.


Der Lead Kanal des 2205 entspricht nicht dem 2204. Der Zerrsound wird hier ganz wesentlich von den Begrenzungsdioden bestimmt. Ich hatte den auch mal und würde den nicht wiederhaben wollen, auch wenn ich Tom Morello mag.
 
Gruesze Ralf
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Ich habe damals bevorzugt den Normalkanal gespielt, mit einem Ibanez FAT CAT, einem Ratten-Clon. Fand ich besser als den Leadkanal.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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RE: Marshall Experten gefragt: Unterschiede zwischen JCM 800 1959 vs. JMP 1959

Raptor schrieb:
Also das Baujahr ist 83. Das Ding wurde auch mal modifiziert mit einem zusätzlichen Switch der die Leistung zwischen 50 und 100 Watt wechseln kann. Der auffälligste Unterschied im Vergleich zu "neueren" 800ern ist ansonsten halt der fehlende Master-Volume.


Die Leistungsreduzierung wurde wahrscheinlich durch das Abschalten eines Pärchens EL34 realisiert. Dadurch ändert sich die Ausgangsimpdanz, sollte man wissen. 100W braucht aber mMn wirklich kein Mensch, außer man spielt nur open air in echt großen Locations. Das fehlende Mastervolume ist jetzt nicht unbedongt ein Vorteil, denke ich. Ob die ganzen Mods gut gemacht sind oder ob der Amp "verbastelt" ist, kann man so nicht beurteilen.
 
Vor kurzem habe ich gesehen, dass eine Decke vor meinem Amp lag. Es war 6:57 Uhr morgens. Ich habe sie weggezogen.
Alter, da ging die Sonne auf. Das klang, als hätte jemand eine Decke vorm Amp weggezogen.

https://soundcloud.com/user-868938649
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