Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

schroeder schrieb:
Alanis Morissette - the collection

Sie gehört zu denen, die bewiesen haben, dass man gut, erfolgreich und emotional sein kann.

Die deutsche Musikzszene wird wohl noch Jahre brauchen, bis sie Leute mit solchem Niveau vorweisen kann. Bis dahin gibt's eben das Zeug aus den USA...


die "deutsche musikszene" hat mehr als genug von solche leuten, da würde frau morissette gerade verblassen, nur die "deutsche musikindustrie" scheut sich davor, künstler aufzubauen, die man nicht ganz schnell abmelken kann und deren werke nicht klingelton geeignet sind.

lg

alex
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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Hallo Honeyweed,

am Ende ist immer die böse Industrie an allem Schuld, aber es gibt auch in diesem Land eine Menge ambitionierte Klein- und Spartenlabel, dort können echte Talente die nötige Erfahrung sammeln für den großen Sprung nach vorne. Trotzdem tut sich nicht wirklich viel.

C-ya
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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

schroeder schrieb:
Hallo Honeyweed,

am Ende ist immer die böse Industrie an allem Schuld, aber es gibt auch in diesem Land eine Menge ambitionierte Klein- und Spartenlabel, dort können echte Talente die nötige Erfahrung sammeln für den großen Sprung nach vorne. Trotzdem tut sich nicht wirklich viel.

C-ya


mmh, schroeder - wie sage ich es dir am besten? ich weiss ja nicht welche romantische sicht der dinge du da an den tag legst, aber dir ist hoffentlich schon klar, dass jeder mensch auch seine miete zahlen muss und was zu essen in den bauch braucht? nehmen wir jetzt also an, das absolut geniale talent wendet sich an dein "klein- und spartenlabel". ja, und dann? was passiert dann, deiner fachmännischen insidermeinung nach? wo kommt das geld für den lebensunterhalt her? das geniale talent hat dann zwei möglichkeiten: gitarrenunterricht, saiten verkaufen im nächsten musikshop oder callcenter weil von den gigs kann das talent sicher nicht leben. das album das aufgenommen wurde steht zwar in den einschlägigen läden aber kann ja auch vom "klein- und spartenlabel" nicht ausreichend beworben werden, weil die nämlich nur so geniale talente unter vertrag haben, die aber leider alle keine tonträger verkaufen. usw. usf.

sorry, aber ich unterstelle dir jetzt mal das du keinen blassen von der realität im professionellen umfeld hast. aber ich lasse mich gerne vom gegenteil überzeugen, am besten durch beispiele.

gruss

alex

p.s. die diskussion gehört hier eigentlich nicht hin, ist aber dennoch interessant! banger, mad - einmal die schere bitte
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Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Hallo Leute,

Honeyweed und ich denken, das ist ein interessantes Thema, also hier der eigene Thread, vielleicht sehen das andere ja auch noch so.

C-ya
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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

honeyweed schrieb:
... das geniale talent hat dann zwei möglichkeiten: gitarrenunterricht, saiten verkaufen im nächsten musikshop oder callcenter weil von den gigs kann das talent sicher nicht leben. das album das aufgenommen wurde steht zwar in den einschlägigen läden aber kann ja auch vom "klein- und spartenlabel" nicht ausreichend beworben werden, weil die nämlich nur so geniale talente unter vertrag haben, die aber leider alle keine tonträger verkaufen. usw. usf.



Gib es zu viele Talente, oder zu wenig Talent-Erkenner, oder zu viel akustischen Müll, oder zu wenig mutige Kneipenbesitzer, oder zuwenig Bookingfähigkeiten unter den talentierten Musikern?...so gesehn hoffnungslos, oder ? Man könnte die Liste beliebig fortsetzten und zu jedem Punkt würde immer irgendjemand mit dem Kopf nicken.

Der Punkt ist aber nicht - das kann aus diesem und jenem Grund nicht funktionieren, also fertig - sondern - hab ich genug Energie, trotzdem an meine Vision weiter zu arbeiten, auch ohne Außenbeistand?

Die Umstände werden nie optimal sein. Ich muß Prioritäten setzten und danach handeln. Vielleicht gelingt mir dann die richtige Formulierung für mein Projekt oder für meine Band, oder es kommen endlich Kontakte zustande mit den so wichtigen Menschen, die das wertschätzen was ich mache, oder ich mach dann doch diesen einen Scheißjob, aber auch weiter meine Musik. Oder aber ich mach was ganz anderes, was auch in Ordnung ist, aber hinterher nicht Jammern über die verlorene Zeit . Das klingt so banal einfach, ist es aber nicht, es sei den, man hat keine andere Wahl mehr...so kurz bevor man ins Gras beißt, wenn man welches hat...

klugscheißende Grüße ,

Uwe
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Re: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

schroeder schrieb:
Honeyweed und ich denken, das ist ein interessantes Thema, also hier der eigene Thread, vielleicht sehen das andere ja auch noch so.


Ich habe die entsprechenden Beiträge aus dem "Was hört ihr grad"-Thread hier rein verschoben.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

honeyweed schrieb:
schroeder schrieb:
Hallo Honeyweed,

am Ende ist immer die böse Industrie an allem Schuld, aber es gibt auch in diesem Land eine Menge ambitionierte Klein- und Spartenlabel, dort können echte Talente die nötige Erfahrung sammeln für den großen Sprung nach vorne. Trotzdem tut sich nicht wirklich viel.

C-ya


mmh, schroeder - wie sage ich es dir am besten? ich weiss ja nicht welche romantische sicht der dinge du da an den tag legst, aber dir ist hoffentlich schon klar, dass jeder mensch auch seine miete zahlen muss und was zu essen in den bauch braucht? nehmen wir jetzt also an, das absolut geniale talent wendet sich an dein "klein- und spartenlabel". ja, und dann? was passiert dann, deiner fachmännischen insidermeinung nach? wo kommt das geld für den lebensunterhalt her? das geniale talent hat dann zwei möglichkeiten: gitarrenunterricht, saiten verkaufen im nächsten musikshop oder callcenter weil von den gigs kann das talent sicher nicht leben. das album das aufgenommen wurde steht zwar in den einschlägigen läden aber kann ja auch vom "klein- und spartenlabel" nicht ausreichend beworben werden, weil die nämlich nur so geniale talente unter vertrag haben, die aber leider alle keine tonträger verkaufen. usw. usf.

sorry, aber ich unterstelle dir jetzt mal das du keinen blassen von der realität im professionellen umfeld hast. aber ich lasse mich gerne vom gegenteil überzeugen, am besten durch beispiele.

gruss

alex

p.s. die diskussion gehört hier eigentlich nicht hin, ist aber dennoch interessant! banger, mad - einmal die schere bitte


Also von der Realität habe ich schon eine Ahnung, denn in der Tat muss auch ich Miete bezahlen und meinen Kühlschrank irgendwie mit was Essbaren füllen.

Meines Wissens ist es so, dass kleinere Labels oft nur dehalb überleben können, weil sie Kooperationsverträge mit großen abgeschlossen haben. Das bedeutet, dass interessante Bands von den kleinen Labels an die großen durchgereicht werden, falls sie Marktpotential haben. Weil der Durchschnittsgeschmack der Masse wohl eher beschränkt ist, führt das dazu, dass sich nur Massenware gut verkaufen lässt. Die Folgen sind klar und sichtbar. Soweit ok.

Trotzdem gibt es immer wieder in den USA, wo die Konkurrenzsituation noch viel härter ist als in Deutschland, schließlich spucken die privaten Musikcolleges dort jährlich hunderte, wenn nicht gar tausende Musiker aus, die das Prädikat "profesionell" verdienen, tolle und spannende Musik, die auch noch bis ins Detail perfekt gemacht und produziert ist.

Auch wenn es insgesamt weniger Deutsche als Amerikaner gibt, müsste sich doch der/die ein oder andere Deutsche/r nicht nur hierzulande aus dem üblichen Brei hervorheben, trotzdem erfolgreich sein und sich trotz der seltsamen Sprache auch international gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Rammstein sind dabei allerdings keine Ausnahme, denn die reiten, ob bewusst oder unbewusst, das bleibt offen, auf der "die Deutschen sind böse"-Welle. Aber wie bei Laibach (sind ja keine Deutschen) gilt auch hier: Es sind die Konsumenten, die diese Image wollen!

Kurz gesagt: Wahrscheinlich haben wir Deutschen in der Masse einen abscheulichen Musikgeschmack, sonst hätten wir auch gute Künster in diesem Land, die dauerhaft erfolgreich wären. Das ist es, was ich glaube.

C-ya
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Ich glaube auch das der Musikgeschmack der Deutschen in die falsche Richtung geht, meiner Meinung nach hören sich viel zu viele Leute solche flachen Kommerzproduktionen aus dem Pop oder HipHop Bereich an. Das dann zumeist noch von ausländischen Künstlern (zumindest Pop sehr stark), was dazu führt dass nur wenig Deutsprachige Künstler überhaupt die Möglichkeit erhalten sich zu beweisen, z.B. durch Radio usw. Hier fände ich eine Radioquote für deutschsprachige Musik sinnvoll - Viele Leute kennen leider auch gar nichts anderes als Pop oder HipHop, es muss ja nicht gleich jeder Metall ausprobieren, aber man passt sich eben der Mehrheit an und redet (oder hört) ihr nach. Wie so oft bei uns. Und wenn man dann doch mal Leute sieht die z.B. af die härtere Gangart stehen, dann kennen sie nur Korn, Slipknot und SoaD...
Ich glaube die wissen nichtmal dass es harte deutschsprachige Musik gibt...
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Tralala schrieb:
Ich glaube auch das der Musikgeschmack der Deutschen in die falsche Richtung geht


Und wer will das entscheiden?
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RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

lustig,
grad ich als Öreicher sehe den deutschen musikmarkt anders und beneid euch um die vielen band sund künstler die dort deutschsprachig erfolgreich sind.
über geschmack kann man nicht streiten aber es gibt doch eh soviel bei euch.....oder bin ich am falschen dampfer....?
 
Traurige Erkenntnis:
...Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht...
...Andere zu stalken und auf die Füße zu treten bedeutet nicht besser zu sein sondern sich besser zu fühlen...
Homepage: http://www.AugeundSo.at
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Klar Mad,

Maßstäbe sind immer subjektiv. Aber die andere Alternative wäre zu sagen: "alles ist gut so wie es ist, weil immer der Kunde entscheidet, was er für sein sauer verdientes Geld kauft" The all american way!

Oder (ich glaube das hat Lagerfeld gesagt) "Erfolg kann man nicht kritisieren".

Ich denke: Wer ist schon Lagerfeld? Mir jedenfalls bedeutet dieser Mensch gar nichts und seine Meinung aus diesem Grunde auch.

C-ya

Edit:

Hallo Auge,

ich frag mich auch schon länger, wo eigentlich die Österreicher in der Neuen Neuen Deutschen Welle blieben. Es kann (und darf) doch nicht so sein, dass ihr dem Beispiel Herwig Mittereggers (Spliff) folgen und erst nach Berlin umziehen müsst, um erfolgreich zu sein.

Wenn es um TV- oder Kino-Komödien geht ist alles was auch Österreich kommt zum Beispiel um Längen besser als der meist eklig klischierte Kram aus Deutschland. So empfinde ich das zumindestens.

Aber den kanadischen Musikern geht es wohl ähnlich. Erst über den Umweg USA schaffen es die meisten.

C-ya


Zuletzt bearbeitet von schroeder am 23.01.2007, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Jeder von uns hat es doch in der Hand, das "Nischenbands" oder wie immer man nicht mainstreamlastige Musik nennen möchte, nach vorne kommt. Kauft deren CDs. Bringt sie in die Charts, oder boýkottiert das "normale" Radio, im Netz gibt es so viele Radiostationen mit "Nischenmusik"...aber solange ein Markt vorhanden ist für Mainstream, so lange wird das auch gespielt.

das geniale talent hat dann zwei möglichkeiten: gitarrenunterricht, saiten verkaufen im nächsten musikshop oder callcenter weil von den gigs kann das talent sicher nicht leben.


Das Talent und jeder andere auch hat nicht nur diese Möglichkeiten, es kann auch einen nicht musikspezifischen Job machen. Und es wäre dumm, würde es nur auf Musik setzen. es ist die Regel das nicht jeder Musiker zum Star/Topseller wird wie z.B. Grönemeyer oder Rammstein .Entweder man ist gut genug in gutbezahlten Gala/Top40 - Bands zu spielen oder du musst arbeiten. Wenn du dann die Musik so liebst das du nach der Arbeit noch 4 Stunden üben kannst, recorden, was auch immer, bereit bist alles andere zurückzustellen,dann wird sich ein Erfolg in irgendeiner Form auch einstellen. Wenn du dazu nicht bereit bist, dann hast du den Erfolg auch nicht verdient.
Wer glaubt die Musikindustire hat den Auftrag, Kultur zu schaffen, der irrt. Das Einzige was die müssen ist Geld verdienen.Und das ist auch legitim.Ich bin eigentlich oft auf Konzerten. Wenn ich dann sehe das eine Band ihre CD dort für 15 Euro verkauft bekomm ich Schmerzen.Auf der einen Seite wird über zu hohe CD Preise gemotzt und dann verkaufen sie das Album zum gleichen Preis wie was weiss ich..Media Markt oder Amazon. Und das, obwohl dort kein Vertrieb,kein Einzelhandel mit dran hängt.Also der MI vorzuwerfen sie wäre zu sehr kommerziell, sollten sich einige Leute noch mal überlegen.8 Euro für eine CD einer "Amateurband"..ok...aber 15?? Nee,diese Leute sind nicht besser als ´ne Firma wie Sony..sie wollen Geld verdienen.Also erstmal an die eigene Nase fassen... es gibt eine ganz ausgezeichnete Untergrundszene in allen Stilrichtungen, gerade im HipHop...wär diesen Leuten vorwirft sie seien kommerziell, der sollte sich erstmal mit dieser Szene auseinandersetzen...letztendlich ist jeder der Musik als Hobby betreibt und mehr einnimmt als er für seinen Gig aufwenden muss kommerziell . Hobbys kosten Geld...´n Schlittschuläufer der seine Pirouetten auf´m Teich dreht nimmt auch kein Geld dafür wenn Leute ihm dabei zusehen. Warum freut sich der Durchschnittsmusiker nicht einfach darüber das er vor Leuten seinen Beitrag zur Kultur darbieten darf...Sein Hobby öffentlich ausleben kann .Nee, er will gleich Geld sehen..und ´n superfettes catering...aber rummosern wen eine Firma geld verdienen möchte...
 

Wenn du eine weise Antwort willst, must du vernünftig fragen... Johann Wolfgang von Goethe
Das Leben ist nicht zu Ende, nur weil ein Traum nicht in Erfüllung geht.
Es hat nur einen Weg versperrt, damit man einen anderen sucht...
Chinesische Weisheit
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Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

honeyweed schrieb:
nehmen wir jetzt also an, das absolut geniale talent wendet sich an dein "klein- und spartenlabel". ja, und dann? was passiert dann, deiner fachmännischen insidermeinung nach? wo kommt das geld für den lebensunterhalt her? das geniale talent hat dann zwei möglichkeiten: gitarrenunterricht, saiten verkaufen im nächsten musikshop oder callcenter weil von den gigs kann das talent sicher nicht leben. das album das aufgenommen wurde steht zwar in den einschlägigen läden aber kann ja auch vom "klein- und spartenlabel" nicht ausreichend beworben werden, weil die nämlich nur so geniale talente unter vertrag haben, die aber leider alle keine tonträger verkaufen. usw. usf.

sorry, aber ich unterstelle dir jetzt mal das du keinen blassen von der realität im professionellen umfeld hast. aber ich lasse mich gerne vom gegenteil überzeugen, am besten durch beispiele.


Lieber honney, ich kann Dich leider auch nicht vom Gegenteil überzeugen. Unsere Band ist auch bei einem kleinen Label und viele Freunde von mir auch. Der CD-Verkauf geht eher schleppend und hauptsächlich über Gigs. Kenne auch keine Band, die es vom kleinen zum großen Label geschafft hat.

Ich kenn ne Band, die machen einfach Touren durch Deutschland und Osteuropa um sich eine Fangemeinde aufzubauen. Das scheint halbwegs zu funktionieren, aber mehr als ein unterstes Beamtengehalt kommt da nicht raus, ausser Spesen, Überleben und Spass.

Man kann so versuchen, dass man viel Zeit investiert, seinen Job hinschmeisst und bereit ist, über Jahre kaum Geld zu haben oder man hat einfach mal Glück. Mit TV-Unterstützung durch Bohlen und Co verschwinden die Superstars stets wieder in der Versenkung.

Musik, die mir gefällt, lässt sich wohl nicht so gut verkaufen, deshalb kauf ich auch nicht viel. Sicher kann man sich die Sachen von Juli über Gröne bis Xavier N auch mal anhören. Aber deutschsprachige Band haben meist mit von Metaphern übersäten hymnenartigen Songs Erfolg. Der Gag " Wo bist Du meinen Sonnenlicht " ist meiner Meinung nach von Xavier Ns Texten nicht mal so weit entfernt.

Es gab mal ne Studie im Rahmen der Tokio-Hotel-Idee, dass besonders 10 bis 14jährige Mädchen gerne CDs kaufen. Die kennen sich noch nicht so gut mit Rechneren aus und möchten auch gerne die originalen Inlets besitzen. Asiatisches Outfit ist zur Zeit auch angesagt, also hatte man schon zwei Entscheidungskriterien für die Bandidee von TH. Weis leider nicht mehr, in welcher Zeitschrift der wirklich interessante Artikel stand.

Von ner Top40 Band würd wohl kaum einer ne CD kaufen, die müssen sich schon live ihr Geld erspielen.

Mir ists eigentlich auch egal, ob die Musik aus Deutschland kommt oder anderswoher. Wenn hier jemand ein schönes MP3 reinstellt ich ne geile Amateurband sehe freue ich mich, aber ob ein Weltstar aus Deutschland ist oder nicht für mich zweitrangig.
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Alanis Morissette - the collection

Sie gehört zu denen, die bewiesen haben, dass man gut, erfolgreich und emotional sein kann.

Die deutsche Musikszene wird wohl noch Jahre brauchen, bis sie Leute mit solchem Niveau vorweisen kann. Bis dahin gibt's eben das Zeug aus den USA...


Hallo,

zu behaupten, in Deutschland täte sich nichts, ist leider ein Zeichen
dafür, sich nicht genügend mit der deutschen Musikkulturlandschaft
auseinander zu setzen und gesetzt zu haben. Das Niveau ist vorhanden,
emotionale und spielerisch fantastische Musik zu machen. Nur die
Musikindustrie hat davon immer noch nicht genug mitbekommen. Das
ist eher das Problem, war es immer, wird es vermutlich auch weiterhin
sein, solange alte Geldsäcke darüber befinden, wer im Radio läuft
und was Otto-Normal-Verbraucher als musikalischen Einlauf täglich
im Radio zu konsumieren hat ...
 
VG, Sven

Spiele bei den SONIC HEADS feine SIGN GUITARS und den Shiva vom Bogner's Reinhold!
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

Die deutsche Musikindustrie ist für mich zumindest mal nicht tod, sie ist nur grade wieder mal im Umbruch.
Was im Radio läuft wird Mainstream geschimpft und jeder, egal wen man fragt, sagt, dass er so einen Scheiss nie hören würde, ich frage dann immer, warum es so etwas dann überhaupt gibt.
Deutschland ist es glaube ich leid, immer und immer wieder mit dem Selben vollgepflastert zu werden, außerdem haben wir Deutschen immer noch Angst vor Veränderung, da wir ja was falsch machen könnten, oder etwas Unvorhergesehenes geschehen könnte und das geht ja bei uns schon gar nicht.
Ich will uns nicht schlechter machen als wir sind, deshalb sage ich, dass es durchaus gute und sinnvolle Ansätze gibt.
Seit Jahren schon finden in Jugendzentren und anderen öffentlichen Plätzen an denen viele junge Leute an zu treffen sind regelmäßig Konzerte statt, auch von solchen Bands und Künstlern, die nicht bekannt sind.
Es geht meiner Meinung nach hier in Deutschland wieder mehr zum Individualismus was den Musikgeschmack angeht.
Kein künstlicher Superstar hat überlebt, wie denn auch, gepusht durch Medien und durch die selben wieder fallen gelassen.
Es sind meistens die Künstler die ihre Steine getragen haben während sie ihren Weg gepflastert haben die heute noch groß sind.
Qualitäten hat unser Land in Sachen Musik genug, man nehme nur Rammstein, die weltweit erfolgreich sind, oder Xavier Naidoo und viele andere Bands und Künstler.
Wir Deutschen müssen uns endlich mal wieder trauen zu uns selbst und zu unserem Land zu stehen, sonst dauert das wohl noch einige Zeit bis es in Deutschland zu einer Individualisierung des Einzelnen kommt.
Heute springt jeder dem hinterher, was gerade alle machen, bzw. die Medien vorschreiben was hipp ist.
Man muss sich nur fragen warum.
Die Antwort ist die selbe als die vor rund 400 Jahren wenn man Gelehrte danach gefragt hat, warum die Leute dem absolutistischen Herrscher folgen:
WEIL ES EINFACH IST
Ich persönlich bin jemand der es sich versucht leicht zu machen, aber nicht auf Kosten meiner Individualität.
Viele können sagen sie sind Indiviuell, jedoch übersehen, dass sie einfach nur Dinge rezitieren, die ihnen mal ein anderer gesagt hat.
Kein Musikgenre ist hier ausgenommen.
Es ist eine einfache Formel:
Immer schön zustimmen + nie dagegenreden + machen was von einem erwartet wird (und das zu jeder Zeit und jeder Situation) = ein einfaches Leben auf der ganzen Welt.
Die Frage die sich dabei jeder einzeln stellen und für sich ohne Hilfe anderer und deren Beeinflussung beantworten muss ist einfach nur die:
Will ich individuell sein oder nicht.
Das wir uns nicht falsch verstehen, Individualität ist nicht gegen den Strom schwimmen, sondern zu seiner Aussage, zu seiner Meinung und zu seinen Grundsätzen zu stehen und diese für sich persönlich durch zu setzten.
Auch ist es nicht unbedingt individuell sich krass anders zu kleiden, sondern es zu vertreten, wie man sich kleiden, oder ob man zB Fleisch ist oder Vegetarier ist, oder ob man für oder gegen Felle ist, oder ..., oder...
Es gibt hier unzählige Beispiele.
Individualität kann auch in einer angepassten Gesellschaft sein, sich einfach mal fallen zu lassen und eben nicht im künstlich erzeugten Stress von heute unter zu gehen.
Ich als Schüler sehen es immer häufiger und habe es schon oft genug miterlebt, wie sich Leute vor Exen oder Kurzarbeiten, Abfragen, Vorträgen oder Klausuren extremst nervös und gereizt, sowie aufgeregt und stress machen.
Dabei geht alles viel leichter wenn man ein wenig Ruhe in die Situation mit einfließen lässt.
Zurück zum Haupttopic:
Ob der Deutsche nun Künstler an der Spitze haben will die sich schnell melken lassen oder nicht ist irrelevant.
Wichtiger ist die Frage, ob sich unsere Künstler endlich mal über den Markt erheben können und ihre absolute Übermachtssituation nutzen oder weiterhin nur rumheulen.
Thomas D. sagte mal "Mein Stift ist ein Schwert, mein Schwert".
Diese Aussage respektiere ich sehr, da ein Songwriter viel mit einem Lied anrichten kann, ob im Herzen eines Menschen oder im Hirn, nur sollte Deutschland, wie es hier so schön heißt, endlich lernen, darauf zu hören, denn Ansätze gäbe es wohl genug.

MAX
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

genau, es gibt in deutschlang genug talente, nur leider ist es recht schwierig diese zu finden, da viele es nicht schaffen über einen regionalen erfolg rauszukommen.

das die plattenfirmen geld verdienen wollen ist bekannt. das die ganze zeit am jammern sind auch. tim renner, ehemaliger chef von universal, der größten plattenfirma sagte mal zu mir: wenn man musik als geringwertiges konsumgut vermarktet, muss man sich nicht wundern, wenn es auch als solches betrachtet wird. wenn die jugendlichen z.b. die entscheidung treffen müssen sich eine cd für teuer geld zu kaufen oder ihr jamba-abo zu verlängern...

eine andere sichtweise: seit ein paar jahren geht der trend zu deutschsprachigen musik. das sehe ich mit gemischten gefühlen. also songwriter finde ich es gut, wenn leute versuchen ihre gefühle in ihrer muttersprache auszudrücken. das resultat begeistert mich allerdings nicht immer, aber die englischen texte sind auch nicht immer "gehaltvoller". englischsprachige künstler aus germany haben es seitdem schwer. wenn man z.b. als deutscher künstler versucht mit rock/pop auf einen grünen zweig zu kommen hört man in letzter zeit von den a&r's oft: das ist ja alles ganz super, aber wenn wir sowas haben wollen, dann kaufen wir das vom mutterschiff aus usa oder england, quasi als import, das produkt ist schon fertig und muss nur in deutschland releast werden.

florian brauch, manager von den donots sagte mir dazu: als deutscher musiker muss ich entweder anerkennen, dass musik ein schönes hobby ist oder mich darauf einstellen, das ich dauerhaft ein leben auf "studentenniveau" führen werde, was den lebensstandard angeht. mtv cribs oder ähnliches habe ich noch nie bei einem deutschen künstler gesehen. die deutschen künstler, die mit ihrer musik auch geld verdienen kann man an einer hand abzählen.

der ausgangspost dessen aussage mich geärgert hat, war aber, das es in deutschland keine künstler von grossem format gibt, wie z.b. alanis morisette und das ist eben nicht richtig so. es gibt keine die kommerziell so erfolgreich sind, das mag sein (obwohl alanis auch schon ihre probleme mit ihrem label hatte, weil ihre letzten platten vom verkauf her weit unter den erwartungen geblieben ist).

man muss eben nur genauer hinschauen. es gibt independentlabels die einen guten job machen und für künstler die wirklich hart arbeiten und viele entbehrungen in kauf nehmen gibt es immer einen weg, aber trotzdem finde ich es schade, das leute die so hart arbeiten dafür keinen gerechten lohn empfangen. that's it!

lg

alex
Verfasst am:

RE: Tut sich in der deutschen Szene zu wenig?

honeyweed schrieb:
...
das die plattenfirmen geld verdienen wollen ist bekannt. das die ganze zeit am jammern sind auch. tim renner, ehemaliger chef von universal, der größten plattenfirma sagte mal zu mir: wenn man musik als geringwertiges konsumgut vermarktet, muss man sich nicht wundern, wenn es auch als solches betrachtet wird. wenn die jugendlichen z.b. die entscheidung treffen müssen sich eine cd für teuer geld zu kaufen oder ihr jamba-abo zu verlängern...


Na wenn der gute Tim Renner das erkannt hat, dann frage ich mich aber, was er gegen diese Tendenzen unternimmt. Sieht für mich eher so aus, als würde er mit seinem Motor-Label und Motor-FM in die selbe Kerbe hämmern.

C-ya
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