Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Hallo!

Meiner Meinung nach muss man Dynamikwechsel innerhalb von Songs genauso üben wie deren Akkordwechsel. Das Thema Dynamik hat mit Lautstärke auch nur bedingt etwas zu tun. Das wird gern miteinander verwechselt.

Von den Beiträgen der Marke "wenn nicht laut, dann nicht Rock´n Roll" distanziere ich mich inhaltlich. Was dort geschrieben steht, sehe ich als grundfalsch an. Mehr möchte ich dazu lieber nicht schreiben.

Groove ist ein schwieriges Thema. Ich kenne nicht nur kein entsprechendes deutsches Wort, sondern nicht einmal eine Definition von Groove, der ein Großteil der Musiker zustimmen würde.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich mit subjektiv unsympathischen Menschen oder in schlechter Stimmung nicht grooven kann. Zum Groove gehören für mich die "good vibrations" dazu und nicht nur, dass alle gemeinsam auf irgendeiner Zählzeit landen. ("Good vibrations" kann ich übrigens auch nicht übersetzen. "Gute Schwingungen" klingt nach einem Esoterik-Kurs für Hausfrauen bei der Volkshochschule.)


Gruß

erniecaster



P.S. Ich rege an, den Groove-Teil dieses Threads abzutrennen und ggf. an einen alten Groove-Beitrag anzuhängen.
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

mad cruiser schrieb:
Pfaelzer schrieb:
Der Klugscheißer in mir möchte zur Thematik "laut" nur angemerkt haben, dass Frequenzempfinden pegelabhängig ist.
Das bedeutet im Klartext, dass die Wahrnehmung des Bandsounds ... hinsichtlich der Frequenzstaffelung sich je nach Schalldruckpegel ändert.

Nur leicht OT, aber ein Gedanke in diesem Zusammenhang:

Bei den heutigen Rechenleistungen in Modelern, egal welcher Firma, sollte es doch möglich sein, die Fletcher-Munson-Parameter in Verbindung mit dem Ausgangspegel regelbar zu machen. Wenn ich richtig verstanden habe, werden dann die abgespeicherten Programme je nach Pegel "gehörrichtig" hochgerechnet und die Verhältnisse zwischen den Speicherplätzen sind nicht über dem Jordan, wenn ich aus irgendeinem Grunde mal wesentlich leiser drehen muß als üblich.

Kann mir mal jemand sagen, warum das nicht gemacht wird? Oder sollte man das dem guten AFX-Macher mal in´s Öhrchen flüstern? Das wäre doch mal ein Update wert.


Der Line 6 Vetta hat das schon, zumindest im Ansatz. Kommt aber eher wie ein Loudness- Schalter rüber. Ich stimme aber zu, daß das wirklich ein lohnendes Feld wäre.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

felipe de la muerte schrieb:
Ich hab mir gestern ein paar Jazz-Ensembles live angesehen. Seit langem ein Konzert, bei dem ich meinen Ohrenschutz nicht gebracht habe. (edit: Irrtum. Beim Vorletzten brauchte ich auch keinen!)
Das, was die produziert haben, ist Dynamik.
Das, was Motörhead macht, ist überdrehte Lautstärke. Ohne Dynamik.
Lautstärke ist ungleich Dynamik.
Nur damit das nicht mehr verwechselt oder gar als Lautstärke/Dynamik geschrieben wird.

Weiters:
Lautstärke ist ungleich "Druck", auch wenn ein bestimmter Schallpegel von nöten ist, um physisch spürbaren "Druck" zu erzeugen. Der für "Druck" benötigte Pegel unterschreitet aber die Grenze, die Ohrensausen nach Konzerten beschert.

Erzeugt wird "Druck" durch das Zusammenspiel der Instrumente einer Band, insbesondere der Rhythmussektion (Drums, Bass, Rhythmusgitarre).
Druck, Groove, und diese schönen Sachen sind abhängig von a) den technischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker und b) noch viel mehr vom Zusammenspiel der Musiker in der Band, wobei hohe a)-Werte b) erleichtern können.

Oder so ähnlich.


Da bin ich ganz bei dir (abgesehen davon, dass ich Jazzkonzerte meide )!

So sehe ich das auch.

Und ja. Groove und Dynamik sind arbeit in einer Band. Das passiert meist nicht von selbst.
Auge
 
...Genau!
Meine Live Projekte:
Auge Music - Qualität zählt!

Reiseblog: http://experience.augustyn.at
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Inhalt auf Wunsch des Autors am 09.10.2013 gelöscht.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"
Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, aber man kann ja mal darüber nachdenken und ein wenig Diskussionsfutter unter´s Volk werfen.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Chris K jr. schrieb:
So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"
Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, aber man kann ja mal darüber nachdenken und ein wenig Diskussionsfutter unter´s Volk werfen.


Egal, von wem die Aussage nun stammt: Sie ist der pure Quatsch und taugt somit noch nicht einmal zur Provokation.


Zuletzt bearbeitet von Doc Line6forum am 07.06.2009, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Chris K jr. schrieb:
So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"
Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, aber man kann ja mal darüber nachdenken und ein wenig Diskussionsfutter unter´s Volk werfen.


15 Watt auf 1x8", und absolut keine Kinderkacke
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Chris K jr. schrieb:
So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"


Das ist genauso verknöcherte Dogmatik,
wie die, gegen die der Rock'n'Roll sich damals wandte.
Tote, inhaltsleere Pose.
Is Rock, weil is laut.



Gruß,
Woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Pfaelzer schrieb:
Der geneigte Gitarrist der Fraktion "ohne Schallddruck kein R'n'R" sollte freundlich bedenken, dass ohne soundliche und rhythmische Abstimmung mit den Kollegen an Schlagzeug und Bass im Endeffekt die aufgerissene Gitarre nur als unangenehm laut und krachig empfunden wird.


Da ich ja vermutlich bereits in dieser Ecke einsortiert bin, will ich mal für diese Fraktion Partei ergreifen:

Auch beim allerbesten Willen vermag ich nicht zu erkennen, warum jemand, der sagt, gescheiter R&R benötigt auch ein Mindestmaß an Lautstärke, automatisch jemand sein soll, der keine Ahnung von Groove, von tightem Spiel, von Dynamik, von Frequenzverteilung innerhalb der Band und all dem anderen kleinen Einmaleins des gemeinsamen Musizierens haben sollte.

Wenn von einem "Mindestmaß an Laustärke" gesprochen wird, sind doch nicht das Niveau von Motörhead, exploding Jazz Heads oder sonstige schwangerschaftsabbrechende Pegel gemeint.

Diese Pauschalisierung ist mindestens so falsch wie die Vermutung, alle Jazzer seien gute Musiker.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Ich mische mich noch mal ein.

Bei vielen Amps mags sicherlich so sein, dass sie ab einem gewissen Gain-Stand erst richtig gut klingen.
Ist bei meinem auch so, weswegen ich auch seltenst wirklich leise spiele.

Aber wie schon gesagt ist "laut" nicht gleich "laut"!

Ich unterscheide da...

1.) Zu leise!
Es kommt kein richtiges Gefühl von Druck auf, der Sound ist einfach zu lasch.


2.) Laut!
Und zwar in dem Maß in dem der Sound kräftig und ansprechend ist.

3.)Zu laut!
Es kommt nur noch Krach rüber, die Ohren tun weh, einfach nicht mehr schön!

Deswegen bewege ich mich um Bereich 2 herum. Der Cleansound ist kraftvoll und massiv, der Zerrsound brettert schön, aber klingt immer noch angenehm und verbrät nicht das Trommelfell.
Das Solo heult, der Rückkopplungen arten nicht aus sondern halten sich immer in einem gewissen Rahmen.

So kann man doch Musik machen!

Ich verzichte auch auf sämtliches 4x12" und 120Watt und sonstiges.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Hallo!

Chris K jr. schrieb:
So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"
Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, aber man kann ja mal darüber nachdenken und ein wenig Diskussionsfutter unter´s Volk werfen.


Eine Unzahl von albernen Smileys, dazu ein Rechtschreibfehler. Genau das richtige Umfeld für eine derartige Aussage.

Darüber kann man nicht nur nachdenken, man sollte es sogar.

Gruß

erniecaster
 
Ziegenkäse ist Rassismus!
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

erniecaster schrieb:
Hallo!

Chris K jr. schrieb:
So, und um dem ganzen noch eine provokannte Note zu verleihen: "50 Watt Vollröhre (mindestens) + 4X12er, drunter ist Kinderkacke!"
Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, aber man kann ja mal darüber nachdenken und ein wenig Diskussionsfutter unter´s Volk werfen.


Eine Unzahl von albernen Smileys, dazu ein Rechtschreibfehler. Genau das richtige Umfeld für eine derartige Aussage.

Darüber kann man nicht nur nachdenken, man sollte es sogar.

Gruß

erniecaster


So so, da hast Du aber fein aufgepasst. Und wie klug Du bist. Hinsetzen!
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Bei dem ganzen Hickhack hier eine kleine Anmerkung:

Er muss immer im Gesamtkontext passen.

Spiele ich mit der Soultruppe, bin ich oft mit dem Spidervalve oder dem Bluesbreaker unterwegs, und da schnell zu laut, kann mich aber mit einem offenen 1x12 oder 2x12 Combo immer gut im Bandsound positionieren, ohne mich mit den anderen an den Kopf zu kriegen.

Spiele ich mit ner AC/DC-Covertruppe, kommt mir der 2203 + 4x12" grad recht. Da muss ich halt nachdenken, wie ich mein Gehör schütze.

Spiel ich mit den Folkies, sind wir beim Proben völlig unplugged.

Alles toll - im jeweiligen Kontext. Eine pauschales "Laut ist geil" oder "Es muss leise" find ich daneben.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Inhalt auf Wunsch des Autors am 09.10.2013 gelöscht.
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Pfaelzer schrieb:
e ist mir nicht bewusst, hier irgend etwas zu pauschalisieren. Ich behaupte weder, dass Jazzer gute Musiker sind (Sind Jazzer eigentlich auch Musiker ?


Lieber Pfaelzer, ich hatte nie den Eindruck, dass du allzu sehr pauschalisieren wolltest. Auch hat meine Replik nicht auf dich persönlich gezielt. Dummerweise mußten meine Gedanken genau nach dem Lesen deines Beitrages raus. Das wirst du mir sicherlich nachsehen.

Hinsichtlich deiner Fragestellung über den Jazzer an sich fällt mir die Antwort ebenfalls recht schwer. Wir sollten das aber hier lieber nicht vertiefen. Sonst schwindet die Anzahl unserer Freunde noch mehr.

Pfaelzer schrieb:
... Nach dem Gig 2 äußerst zufriedene Gitarristen: "Alda, das hat supa gedrückt"


Meine Lebens- und Musikererfahrung ist sicherlich ungleich geringer als die, vieler Kollegen hier. Doch seien wir mal ehrlich: So'n Ding ist heutzutage glücklicherweise seltener als ein Sechser im Lotto.
(Stimme aus dem Off: Open Air mit 4 KW ist aber auch nicht wirklich überdimensioniert)

Pfaelzer schrieb:
PS: Die Band hat glaube ich Blues-Rock gemacht....


Schande über sie! Dies können keine wahren Vertreter unserer Zunft gewesen sein.


Zuletzt bearbeitet von Frank_Heritage am 07.06.2009, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Live-Dynamik: PA als Fluch oder Segen?

Moin zusammen!

Bei dem Thema muss sich auch mal der Read-Only einschalten.
Ich spiele seit ca. 10 Jahren als Bassist in überdurchschnittlich lauten Bands. Überdurchnittlich laut sind wir hauptsächlich aufgrund des Drummers. Wenn er leiser spielen würde (was er durchaus kann und auch tut wenn er das Feedback des Mischers bekommt, dass alle Regler unten sind aber die Snare trotzdem Trommelfelle zerschmettert) klingt's halt auch anders.
Wenn man nen Gitarrenamp leiser stellt klingt's auch anders. Das sind allerdings sehr subtile Unterschiede, die einem Konzertbesucher niemals auffallen werden.
Wenn man es einigermaßen professionell anstellen will, muss man gewisse Kompromisse in Kauf nehmen. Die 50 Watt Rock'n'Roll-Lösung funktioniert gut in größeren Hallen und auf Open-Airs. In kleinen Clubs und in Kneipen ist halt Disziplin gefragt. Für den Zuhörer (und um den sollte es ja gehen) ist es halt wichtiger ein ausgewogenes Klangbild zu hören als eine viel zu laute Gitarre, dafür allerdings 100% Feeling des Gitarristen.
Mein Tipp: Sucht euch einen vernünftigen Mischer. Das kostet zwar, kann allerdings bestimmt ne gute Monitorlösung finden und den Sound der Band wesentlich aufwerten.
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