Taktfest, Taktfrust

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RE: Taktfest, Taktfrust

gitarrero100 schrieb:
muelrich schrieb:
Und noch ein tipp. Ein Kumpel hat mir mal erzählt, dass er Jazzfeeling beim Solieren übt, indem er das Metronom auf die 2 und 4 dudeln lässt. Und der kerl swingt und groovt wie Sau.
Das Metronom auf 2 und 4 klicken zu lassen, dass ist eine der besten Timing Übungen, die ich kenne...

Also mein Metronom kann sowas abgefahrenes nicht. Da gibt es immer ein Klick auf die eins und der Rest ist Klack-Klack.
Ich könnte es höchstens auf 2/4-Takt einstellen und dann auf der 2 beim Metronom meinen Takt beginnen lassen, aber ob ich damit den Sinn der Übung erfasst habe, ich weiß ja nicht .

@Rat Tomago

gitarrero100 schrieb:
Rat Tomago hat mir mal im Chat ein paar Übungen verraten... Rat, wenn du mitliest, könntest du die noch mal erläutern... Ich weis die nicht mehr genau...
( hätte ich sie mir aufgeschrieben! )
Ja, mach doch mal.

Schönes Wochenende

Daniel
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Verfasst am:

RE: Taktfest, Taktfrust

nolinas schrieb:
e]
Also mein Metronom kann sowas abgefahrenes nicht. Da gibt es immer ein Klick auf die eins und der Rest ist Klack-Klack.



Braucht es auch nich! Nimm immer die Häfte des eigentlichen Tempos. 50 bpm wären dann gedachte 100 bpm, was auch das eigentlich Übugstempo darstellen würde. Will ich 80 Bpm, stelle ich das Metronome auf 40 Bpm usf.. Die Schläge sitzen dann auf 2 und 4. Die 1 und die 3 antizipierst du gedanklich.


Alleine das mag zu Beginn schon "strange" erscheinen, aber in der Tat ist das eine gute Übung. Alleine die Eins zum Einstieg zu spüren, das ist einfach lehr- und hilfreichreich, um seine eigene Fähigkeiten zu trainieren.
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
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RE: Taktfest, Taktfrust

Ja, so

Marcello schrieb:
Braucht es auch nich! Nimm immer die Häfte des eigentlichen Tempos. 50 bpm wären dann gedachte 100 bpm und die Schläge sitzen auf 2 und 4. Die 1 und die 3 antizipierst du gedanklich.
meinte ich das
nolinas schrieb:
Ich könnte es höchstens auf 2/4-Takt einstellen und dann auf der 2 beim Metronom meinen Takt beginnen lassen, aber ob ich damit den Sinn der Übung erfasst habe, ich weiß ja nicht .


Danke für die Klarstellung.

Gestern habe ich noch was anderes ausprobiert, nichts umwerfend neues, aber egal.
Ich habe das Metronom auf 40 bpm gestellt und von Schlag zu Schlag immer einen ganzen Takt gespielt. Mit etwas Übung brachte ich die restlichen Noten eines Taktes gleichmäßig darin unter.

Schönen Samstag noch

Daniel
Verfasst am:

RE: Taktfest, Taktfrust

nolinas schrieb:
Gestern habe ich noch was anderes ausprobiert, nichts umwerfend neues, aber egal.
Ich habe das Metronom auf 40 bpm gestellt und von Schlag zu Schlag immer einen ganzen Takt gespielt. Mit etwas Übung brachte ich die restlichen Noten eines Taktes gleichmäßig darin unter.

Daniel


Leg noch einen drauf und lass den Schlag mal bei 2, 3, oder sogar 4 kommen...

Das kommt sicher auch geil... Muss ich jetzt demnächst auch mal probieren.

Mfg Gitarrero100
Verfasst am:

RE: Taktfest, Taktfrust

gitarrero100 schrieb:
Leg noch einen drauf und lass den Schlag mal bei 2, 3, oder sogar 4 kommen...
Immer langsam mit den alten Gäulen! Ich versuche mich gerade an der 2 und 4 Nummer. Das ist schon recht tricky , für mich jedenfalls erstmal.


Daniel
Verfasst am:

RE: Taktfest, Taktfrust

Hallo,

also ich bin eigentlich ein Verfechter eines guten Timings.
Allerdings sollte musikalisch etwas differenziert werden. Ein Akkustik- oder gar Klassikgitarrist hat meistens eher die Möglichkeit etwas "freier" in dieser Angelegenheit zu sein. Mehr noch: Er kann sein Spiel, insbesondere dann, wenn es ein polyphoner (mehrstimmiger) Vortrag ist durch leichte "gefühlvolle" Timing bzw. Tempovariationen spannender machen. Stichwort "ritardando".
Allerdings bin ich da der Meinung, dass man das wirklich nur gekonnt hinbekommt, wenn die eigentliche Basis stimmt.
Ich finde "Time" zu interpretieren ist schwierig, wenn man kein "Time" hat.

In der oftmals (nicht immer) etwas "starreren" Rockmusik ist die Variation da schon schwieriger, weil das nur mit einer gut eingesopielten Truppe geht, die sich "blind" versteht. Diverse Glücksgriffe lasse ich jetzt mal außen vor.

Das Mit der "2" und "4" kam ja schon zu Genüge, ich würde gerne noch etwas anders anregen.
Ist ein bisschen trocken, aber kann extrem helfen.
Ich finde es äußerst sinnvoll gutes Timing auch mal ohne Instrument zu üben. Es hat durchaus etwas "körperliches" Time zu haben, zu fühlen und die exakte Bedienung des Grunschlages innerhalb eines Musikstückes zu erreichen.

Sofern Du ein Quartzmetronom mit Lautstärkeregler hast, versuche einmal Folgendes:

Wähle ein langsames Tempo (nicht schneller als 72bpm). Nimm das Metronom locker in die Hand, so dass der Daumen den Volumeregler "im Griff hat"
Stelle Dich hin und höre auf den Klick. Nun klopfe den Takt mit den Füssen mit. Achte dabei auf Lockerheit und gleichmäßige Atmung, sei nicht verkrampft, wippe vielleicht sogar etwas mit dem Oberkörper mit.
Nach einer gewissen Zeit, wenn du Sicherheit erlangt hast, stelle die Lautstärke runter und lasse den Fuß exakt einen Takt weiterlaufen (also 4 beats bei einm 4/4 Takt).
Ziehe die Lautstärke wieder hoch. Wenn nun Fuß und Klick exakt synchron sind ist das schon mal ganz gut. Wiederhole den Vorgang.
Also: Ein Takt - Klick aus - ein Takt Klick an. immer wieder
Wenn Du damit Sicherheit erlangt hast, erhöhe die Dosis.
Erst zwei Takte, dann drei usw.
Ist ein hartes Brot.
Wichtig ist dabei Folgendes:
Hechle nicht dem Ideal hinterher, immer eine möglichst lange Zeit im Time zu sein.
Alleine die Tatsache, dass Du Dich so damit beschäftigst, macht Dich dafür sensibel und verbessert Deine Fähigkeit in dem Bereich.

Eine weitere Übung, die ganz sinvoll ist (aber auch nicht zu dogmatisch betrieben werden sollte) ist das "Metronom auslöschen"
Auch hier wählst Du ein langsames Tempo und versuchst, entweder Schnippen oder Klatschen, Klanghölzer oder irgendetwas anders (ein Ton auf der Gitarre?) mit dem Klick zu synchronisieren. Je genauer Du dabei bist, dest weniger wirst Du den Klick hören, da Du mit dem von Dir erzeugten Klang, den Klang des Metronoms überdeckst. Das erfordert sehr viel Entspannung und auch ein Experimentieren mit der Lautstärke des Klicks.
Auch hier kannst Du es schaffen deine Treffer zu erhöhen. Manchmal verschwindet der Klick gänzlich. Das ist dann fast schon wieder erschreckend...

Ich finde, das dass eigentlich die Sinne für Time stark schärfen kann. Es ist dabei auch gar nicht so wichtig zu 100% ergebnisorientiert zu sein. Das bloße Beschäftigen damit ist schon oft genug.

Sorry, das war jetzt üppig, aber ich finde Time einfach geil.
Ich hätte da noch ein paar Übungen parat....

Probiere es aus, wenn Du magst und lasse Dir Zeit. So nach 4 Wochen kann sich da allerdings schon etwas entwickelt haben.
Und glaube mir: Es ist unheimlich toll, seinem Drummer zu sagen um wieviel beats er wieder schneller geworden ist
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
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