Läufe in den hohen Bünden

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RE: Läufe in den hohen Bünden

Hey, erst mal danke für die vielen Antworten.

Welche Gurtlänge für mich ideal ist, werde ich wohl noch eine Weile austesten müssen. Ich habe in der Vergangenheit schon einige Längenänderungen hinter mir.
Um mal endgültig ein paar Fehlinterpretationen aus dem Weg zu räumen:
- Mir geht es nicht darum, wie ich Mädels begeistere, sondern darum, möglichst bequem (im Stehen) zu spielen.
- Meine Gitarre hängt höher, als die von Chuck und tiefer als die der Stones. (Weder meine Arme, noch meine Gitarre kommen zu meinen Knien )
- Im Sitzen greift es sich für mich einfacher.
- Möglicherweise bin ich uncool.

Wenn ich die Gitarre auf Stones Höhe habe, tut mir nach kurzer Zeit die Schulter weh. Aber ich denke, ich werde mich noch ein wenig an die Ideal-Länge und Haltung bei Solos herantasten.
 
Viele Grüsse
Ulilala


Zuletzt bearbeitet von ulilala am 04.02.2010, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Kauf Dir 'ne Les Paul, die spielen sich auch im sitzen scheisse
 
At the end of the day, a guitar is a piece of wood, and you either have good wood or bad wood. Quite often you change your pickups and electronics anyway, so really, having that little transfer on the headstock makes zero difference. (Steve Rothery)
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RE: Läufe in den hohen Bünden

nichtdiemama schrieb:
A propos tief hängen: scheint eine neuere Mode zu sein, welche z.B. die frühen Stones nicht kannten.


:D

Tschö
Stef


Das war ein Auftritt im französischen Fernsehen bei dem das Equipment der Stones nicht rechtzeitig angekommen ist. Die musste auf schnell aufgetriebenen Gitarren (man achte auf den "Bass") und ohne Gurte playback spielen (achte mal auf den Drummer).
Dass er die Gitarre so hoch trägt liegt also einfach daran dass er ohne Gurt spielt
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Persönlich sehe ich ja in den Ramones das Maß aller Dinge, was Gurtlängen angeht und bei der letztlich viel wichtigeren Frage ob ich jemals einen Ton auf der tiefen E-Saite oberhalb vom 15. Bund mit dem kleinen Finger greifen muss. Sowas überlass ich gerne der Jugend, die deren Eltern sich bei den Ramones erst kennengelernt haben.

Grüsse
Opa Riddi
 
Bildzeitung zu lesen, stellt keinen Weg aus der Unmündigkeit dar. (fm)
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Inhalt auf Wunsch des Autors am 09.10.2013 gelöscht.
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Pfaelzer schrieb:
Musik mag doch mehr mit Empfangen von Schallwellen denn mit Empfangen von Lichtwellen (=Sehen) zu tun haben...(ja, ich weiß, das ist old-school und uncool).


In einer "idealen" Welt, sicher, oder wenn alle anderen Blind wären!

Ohne Attidude geht´s nunmal nicht. Pop und Rock ist musikalisch einfach zu strunz doof, als das man da rein mit tollem Spiel weg käme..

Allerdings darf man dann auch nicht drüber nachdenken, wie das mit dem "kleinen Finger ab dem 12. Bund" gut geht..
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Lustiges Thema!
M.M.n. hängt das von der pers. anatomischen Ausstattung (Körpergröße/-fülle, Hand- und Fingergröße und -haltung), der Ergonomie der Gitarre und von der eigenen phys. Beweglichkeit ab.

Kein Mensch wird sich eine Flying V unters Kinn hängen...

Da hier ein paar Gitarristen angesprochen wurden, sollte man sich deren "körperbetontes Solieren" näher betrachten.
Ein Zakk Wylde oder Doug Aldrich lehnen sich entweder zurück und/oder der Gitarrenhals wandert bei höheren Lagen zunehmend von einer horizontalen Position in eine Vertikale...
Ein Vai oder ein Lukather kippen gerne etwas zur Seite um in die hohen Lagen zu kommen.
Ein Petrucci hingegen ist da eher unbeweglich, da passiert nicht viel mit veränderter Körperhaltung, deshalb hat er sich seine Gitte auch rel. hochgeschnallt...
Und der Keith, naja - der spielt doch eh mit dem ganzen Körper Gitarre, ohne dabei ""schnelle Läufe in hohen Lagen" zu benötigen...

Von daher, ausprobieren, was einem am Besten liegt, ohne nach ein paar Minuten ein Verspannungsgefühl zu bekommen.
Einen direkten Vergleich zwischen sitzend und stehend spielen kann man m.M.n. nicht anstellen, denn selbst wenn die Position der Gitarre annähernd identisch ist, kommt im Stand das Gitarrengewicht auf den Rücken hinzu und auch die Greif- und Schlaghandhaltung sind verändert.
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RE: Läufe in den hohen Bünden

muelrich schrieb:
ROTFL muhaahaa.......


Wenn Rolf nich so ne Trantüte wär könnteste's (Deppenapostroph?) mir Heimzahlen.

Es existiert von mir ein Video von der Aachen Session mit "Slide" Gitarre


Paule hat übrigens kein Problem mit tiefhängender Gitarre und schnell spielen
in den oberen Lagen

 
Auch Cliff konnte es nicht verhindern
Finally its back...

>>>> The Return of the Jedi Rack <<<<
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RE: Läufe in den hohen Bünden

erniecaster schrieb:
Hallo zusammen!

Ich mag die Gitarre lieber ein wenig tiefer.

Gitarren sind Outfit. Eine Gitarre muss auf der Bühne cool aussehen. Außerdem gehört die berühmte Attitude auch dazu.

Natürlich lässt sich eine Gitarre hoch hängend virtuoser spielen. Noch virtuoser sicherlich im Sitzen. Aber ist das Rock´n Roll? Nein.


Ich mag die Gitarre lieber ein wenig höher. Nicht unterm Kinn, aber eher hoch. Tiefer hängend sieht cooler aus, höher hängend weniger cool - aber nicht uncool (könnte man ja folgern). Höher hängend ist sie virtuoser zu bespielen, weil einfach einfacher. Man übertrage die Position einer klassischen Gitarre bei korrekter Haltung auf die am Gurt hängende, dann ist man dem Optimum recht nahe. Zumindest für die linke Hand. Mit dem Plektrum spielt es sich bei vielen Sachen tiefer etwas entstspannter. Bei vielen E-Gitarren mit Shapings fehlt hier einfach die Auflagefläche.
Zurück zur Kernfrage: die Erreichbarkeit der höheren Lagen ist u.a. abhängig von der Bauform der Gitarre. Auf meiner Hamer Studio Custom (rel. fetter Hals) erreiche ich mühelos den 21. Bund der E-Saite (einer geht dann noch) mit dem kleinen Finger (mittelgrosse Hände), auf einer SG sollte das noch besser gehen. Auf meinem Standardgerät (PRS Custom22) geht's bis zum 20., auf der Les Paul immerhin noch bis zum 19. Bund (immer noch E 6th, kl. Finger greift ohne zu überstrecken).
Ich versuche, die Lagen beizubehalten, mache aber auch Ausnahmen, für mache Bendings z.B.
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Inhalt auf Wunsch des Autors am 09.10.2013 gelöscht.
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Piero the Guitarero schrieb:
Paule hat übrigens kein Problem mit tiefhängender Gitarre und schnell spielen
in den oberen Lagen

...


Moin,
der Paule hat aber auch Riesenpranken und Arme bis zum Knie...

Ciao
Der Schuldige
 
D'oh!

On sale:
Rote PRS Gitarre
Squier Strat VII
4 Kanal Komp/Gate/Limit/etc
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Piero the Guitarero schrieb:
muelrich schrieb:
ROTFL muhaahaa.......


Wenn Rolf nich so ne Trantüte wär könnteste's (Deppenapostroph?) mir Heimzahlen.

Es existiert von mir ein Video von der Aachen Session mit "Slide" Gitarre

Das heb ich mir für ganz schlechte Zeiten auf ...
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Pfaelzer schrieb:
Ich kann mir trotzdem die Gitarre nicht mehr auf die Eier hängen...da sehe ich sie wg. des Bauches nicht mehr....

p


Brüll...
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RE: Läufe in den hohen Bünden

Also, auch wenn der Thread schon ein paar Tage älter ist, hier mein Senf dazu.

Zuerst möchte ich mal kurz anmerken, dass ich diese Probleme viel eher in den unteren Lagen habe, warum auch immer - aber oben geht's eigentlich immer ziemlich gut.

Naja, egal. Das Ding ist, dass die Gitarre, speziell mit Plektrum gespielt, eigentlich eine Scheiß-Ergonomie hat. Dir Nylon-Klassiker haben's da generell etwas leichter. Da wird dann der Hals recht extrem hochgekippt und gut ist. Kannste mit Plek eigentlich verreiben. Und cool aussehen tut's auch nicht.

Wie dem auch sei, normalerweise (jedefalls sagen mir das Selbstexperimente und Unterrichtserfahrung) spielt die rechte Hand doch deutlich besser (speziell bei allen Rhythmus-Aufgaben), wenn die Gitarre a) relativ tief (da ist der Arm dann schön entspannt und muss nicht hochgezogen werden) und b) mehr oder minder in 'nem 90° Winkel zum Körper (so kann das Plek sehr exakt und ohne Winkel anschlagen) hängt.

Für die linke Hand ist das aber Murks. Klar, ganz gut ist das für diejenigen, die viel mit "rumgewickelten" Daumen dämpfen oder gar greifen. Für alles andere ist "tief und 90° Winkel" beschisssen (Ausnahme: die Optik).

Es gab ja mal die Synthaxe. Deren Erschaffer haben dem Problem Rechnung getragen, indem es schlicht und ergreifend 2 Sätze Saiten gab, einen zum Greifen, den einen zum Anschlagen. Sieht so aus:

Tolle Idee, man kann darauf auch super spielen. Nur halt eben absolut nicht machbar mit echten Gitarren.

Das Problem angehen muss man aber irgendwie dennoch.
Stretchgurte waren übrigens für mich nie 'ne wirkliche Lösung, die stretchen nämlich meist genau dann, wenn man's nicht gebrauchen kann.
Berufsbedingt (Musicals, anderer Theaterkram) muss ich oft im Sitzen spielen. Die Linke freut's, aber nach 5-10 Minuten funky Zeugs fängt die rechte Schulter an zu murren. Ich hab deshalb immer noch 'n Gurt um und sitze ziemlich vorne auf der Stuhlkante, um die Gitarre (zumindest streckenweise) tatsächlich hängen zu haben, anstatt sie auf dem Schenkel zu lagern. Doof, das.

Im Stehen ergibt sich dann eben oft das beschriebene Problem, nämlich dass die Fingerchen speziell auf den tiefen Saiten Stress bekommen. Macht sich besonders dann bemerkbar, wenn noch über Bünde hinausgegriffen werden muss. Stretchings des kleinen Fingers werden dann eben richtig fies.

Persönlich habe ich mich dafür entschieden, die Gitarre so hoch zu hängen, dass es für die Rechte gerade noch angenehm ist. Mein "Gemächt" bleibt dabei wohl weitestgehend sichtbar (wozu gibt's denn schließlich Hasenpfoten? Kennen die Balletjungs schon seit Äonen...), ist mir aber vollkommen schnuppe.
Ferner rücke ich am Gurt durchaus mal hin und her, sprich, bei anschlagrelevanten Songs hängt das Teil eher im 90° Winkel, wenn fieses Zeug gefingert werden muss, ziehe ich den Hals höher. Absolut ein Kompromiss, geht aber irgendwie.

Neben all diesen Dingen, die man ja zumindest teilweise beeinflussen kann, gibt's aber die körperlichen Gebrechen (na gut, "Eigenarten").
Steve Morse etwa hat die Klampfe sautief hängen, spielt aber dennoch zahllose Läufe mit brutalen Stretchings. Wie macht der Mann das nur? Ganz einfach: Der hat Affenarme! Ist kein Scherz, kann man sich einfach mal Videos angucken.
Lange Arme begünstigen das tiefhängende Spiel ganz eindeutig. Man hat einfach weniger "Beugung" zu kompensieren. Irgendwie muss der Arm aus seiner bequemsten - sprich: baumelnden - Haltung ja dahin gebracht werden, dass die Finger auf dem Griffbrett was anrichten können. Und je weiter unten der Ellenbogen ansetzt, desto leichter wird das. Weniger Beugung im Ellenbogen und besonders weniger Beugung im Handgelenk sind die körperlichen Vorzüge, die Mutter Natur den Langoberarmigen unter uns gegeben hat.

Und dann ist da noch die Handform (speziell wichtig für die Linke).
Ich habe mir darüber erst dann Gedanken gemacht, als ich einem (ansonsten sehr guten) Schüler mal pertout nicht beibringen konnte, so'n Standard "open C" als Barré zu greifen. Ging einfach nicht, der kleine Finger hatte schon massive Probleme, auf der hohen E-Saite im "normalen" (also ohne Stretchings) Bund zu bleiben. Auf der A-Saite war dann endgültig finito.
Naja, da hab' ich mir dann mal dessen Pfote genauer angeguckt. Das Resultat dieser Untersuchung war, dass Ring- und kleiner Finger bei dem Menschen deutlich kürzer als etwa bei mir waren.
Wenn ich meine ausgestreckte Handfläche angucke, dann ist der Ringfinger länger als der Zeigefinger. Der kleine Finger ragt auch noch über das oberste Gelenk des Zeigefingers hinaus. Das war bei meinem Schüler komplett anders. Der Ringfinger war deutlich kürzer als der Zeigefinger, der kleine Finger hat's gerade knapp über das zweite Gelenk des Zeigefingers geschafft. Ein beinahe unglaublicher Nachteil für's Gitarre spielen (streckenweise auch für die Rechte). Und ja, diese Unterschiede können gravierend sein. Ich habe mir nach dieser mehr oder minder einschneidenden Beobachtung angewöhnt, bei Schülern immer mal irgendwann die Hand anzugucken. Als Nebennotiz: Es handelt sich übrigens meistens nicht um wirklich kürzere Finger sondern um eine andere Formgebung des Handtellers - der Fingeransatz "bricht dann irgwendwie weg". Als Folge sehen die Hände vielleicht elegant aus, für's Spielen ist das Mist. Ich bin dann eher mit guten Handgenen gesegnet, dafür sehen meine Hände aus wie so'n oller Schaufelbagger.
Hier mal ein Foto von meinem linken Patscher, da könnt ihr vergleichen:

(gelb markiert sind die m.M. nach maßgeblichen Verhältnisse)
Die Handformgebung macht wirklich einen RIESENunterschied.

Nun gut, zur Frage "was sieht cooler aus?" kann ich nur sagen, dass ich Tom Morello nicht wirklich uncool finde, und der hat die Axt wirklich fast unterm Kinn. John Lennon ist ebenfalls keine "uncool" Stilikone, ein weiterer Hochträger (der sogar seine rechte Hand Technik ganz und gar umgestellt hatte, da kam der Arm eher von hinten).

Fazit: Probieren, probieren, probieren. Auf "cool" zumindest erstmal pfeifen. Wenn man "eins" mit der Gitarre ist, wirkt's sicherlich cooler als wenn man sich zwingt, das Teil unbedingt vor (oder gar unter) den Eiern zu plazieren.

- Sascha
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