Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

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Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

Hi,

eigentlich ist alles in der Überschrift gesagt: Was kann man von den alten deutschen Gitarren aus den 50ern und 60ern erwarten. Jetzt mal vorausgesetzt sie sind in gutem Zustand. Mir gehts konkret um Archtops und auch deren andere Eigendesigns, also weniger um irgendwelche SG-Nachbauten und so.

Hintergrund ist folgender: Ich will mir irgendwann mal eine Archtop zulegen, so zum "Hobby-Jazzen". Da kommt eine 6000,- Euro Gibson natürlich nicht in Frage. Epiphone, Ibanez usw. sind mir vom Hals her zu dünn. Ich suche was mit fettem Hals. Ich hab gelesen, dass die alten Höfner etc. dicke Hälse haben sollen. Stimmt das?

Und wie sind die eben allgemein so von Sound und Bespielbarkeit her gesehen? Ist das deutlich schlechtere Qualität gewesen damals im Vergleich zu den Amis oder sind die auch gut gewesen, aber halt nicht vom Vintagehype erfasst worden (weil sie kein Eric Clapton um die Schulter hängen hatte...)? Man kriegt die ja für 500-1000 Euro. Hat man da was Vernünftiges an der Hand oder sind das eher skurille Ausstellungsstücke zum an die Wand hängen?

Lasst mal hören, was ihr meint. Hat wer so ein Ding zuhause?

LG Daniel

P.S. Ich hatte mal eine alte "Triumphator De Luxe" aus dem Neckermannkatalog in der Hand, ohne Tonabnehmer. Also wenn die Höfner und Framus Dinger auch so sind, dann ist das nicht gerade die Qualitätsstufe, die ich suche...
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RE: Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

Moin,
unbedingt anspielen, da gibt es von gut über brauchbar bis Schrott alles. Viele sind auch verbastelt, oder schlecht repariert.
Bespielbarkeit ist nix für zarte Fingerchen, zumindest die zwei dich mal hatte waren schwer bespielbar. Sound typischerweise etwas dumpf, die Decken waren aufgrund der Bauart recht steif. Hals hat ordentliches Baseballschlägerformat, meist ohne Halseinstellstab.

Für mich war das nix.

Blind kaufen für 500-1000 Euro ist mMn Geld zum Fenster raus geschmissen. Für einen guten Zustand würde ich max. 250,-€ ausgeben wollen. Sofern ich eine haben wollte. Ich bin aber kein Experte.

Ciao
Monkey
 
D'oh!

On sale:
Squier Strat VII
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RE: Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

Hallo,

das ist zu 90% Schrott. Ich habe ca. zwei Dutzend besessen und jede dieser Gitarren war schlechter als aktuelle Fernost-Jazzgitarren.

Schau dir statt dessen Eastman, Ibanez und Godins Kingpin an. Auch preiswert und vor allem den Preis wert.

Gruß

e.
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Re: Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

Telephonist schrieb:
Und wie sind die eben allgemein so von Sound und Bespielbarkeit her gesehen? Ist das deutlich schlechtere Qualität gewesen damals im Vergleich zu den Amis oder sind die auch gut gewesen, aber halt nicht vom Vintagehype erfasst worden (weil sie kein Eric Clapton um die Schulter hängen hatte...)? Man kriegt die ja für 500-1000 Euro. Hat man da was Vernünftiges an der Hand oder sind das eher skurille Ausstellungsstücke zum an die Wand hängen?


Kurze Antwort: kommt drauf an.
Es gibt tolle Gitarren, aber auch viel Mist, wo bei die tollen Gitarren wiederum nicht ganz billig sein müssen.
Ich habe eine Höfner President von 1963, und die ist von der Konstruktion im Grunde eine L5. Lange Mensur, massive Fichtendecke, Nitrolack...
Das ist meine Haupt-Jazz-Axt, und ein tolles Instrument.
Dafü muss dann aber nicht nur die ursprüngliche Substanz stimmen, die Gitarre muss während der letzten 50 Jahren auch so behandelt worden sein, dass sie heute noch gut in Schuss ist.

Ich hab meine Gitarre damals hier gekauft, Norbert Schnepels Sammlung ist sehr sehenswert, und er hat in Deinem Preisrahmen sicher eine gewisse Auswahl.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Was taugen alte Höfner/Framus und Konsorten (Archtops)?

Hallo,
wenn es nicht nur explizit um "Jazz-Boxen" geht:
Der "Guitardoc" in Berlin hat einige alte Höfner Bodies uas den 60ern aufgekauft und bietet die jetzt aufgearbeitet in Form der Modelle "Franklin" und "1260" als NOS an. Spezifikationen kann man da glaub ich weitgehend selber wählen...
Ich wollte bei einem Berlin Besuch eine anspielen, das Vorführmodell war aber aktuell anderweitig vergeben so daß ich nicht selbst testen konnte. Die Teille sehen - wie ich finde - aber echt verlockendend aus und die Franklin klang was ich gehört hab auch sehr nett...

Daneben hat besagter Laden auch noch eine Auswahl an "Vintage" Höfnern...

http://www.guitardoc-vintage.de/hoefner-lounge/modelle/details/franklin-68-blue-sparkle-bullet

http://www.guitardoc-vintage.de/hoefner-lounge/modelle/details/hoefner-1260

http://www.guitardoc-vintage.de/hoefner-lounge/modelle/

Gruß,
Wolfram
Verschoben: 18.01.2016 Uhr von Schnuffi
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