Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

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Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ich habe diese LP Special mit einer Brücke, die sich mit Inbusschüssel feststellen lässt:

http://www.gibson.com/Products/Electric-Guitars/2015/USA/Les-Paul-Special-Double-Cutaway.aspx

Nun hab ich irgendwo gelesen, man solle aus klanglichen Gründen diese Inbusschrauben lieber nicht festziehen. Ich habe sie also gelockert, nun aber hängt diese Brücke schon ein bißchen arg schräg zwischen diesen beiden Schrauben.

Was meint Ihr: schadet das auf Dauer, wenn die Brücke nur noch über die Kanten die Schrauben berührt ? Einen Unterschied höre ich auf die schnelle sowieso nicht.
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Meinst du die beiden Inbusschrauben, welche auf den verlinkten Bildern hinten rausstehen? Die sind nicht zur Befestigung da, sondern um die Länge der Saiten einzustellen, und damit die Oktavreinheit für verschiedene Saitenstärken.
Oder gibt es da noch andere?
 
D'oh!

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Squier Strat VII
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

ja, die meine ich schon.

Bist Du da sicher ? Dass diese Schrauben die Oktavreinheit beeinflussen können ist mir schon klar, aber die Besonderheit dieser Wraparound-Brücke ist doch, dass die Oktavreinheit fix ist und nicht wie bei den üblichen Stegen per Saitenreiter verstellt werden kann.

Ihr eigentlicher Zweck ist IMHO, dass die Brücke beim Saitenwechsel nicht herunterfällt und Dellen schlägt.
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

schorsch27 schrieb:
Ihr eigentlicher Zweck ist IMHO, dass die Brücke beim Saitenwechsel nicht herunterfällt und Dellen schlägt.


Nein, Monkey hat schon recht. Mit diesen Schrauben wird die Oktavreinheit eingestellt.
Die Brücke an sich wird durch den Saitenzug in Position gehalten.
 
Gruss
frank
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ja, ich bin sicher.
Wenn die Schrauben die Wrap around Brücke fethalten sollen, dann müßte schon ein passendes Gewinde in den dicken Schrauben sein. Das glaube ich nicht, und ergibt mechanisch auch keinen Sinn.
Der Vorteil der Wrap around Brücke ist, du mußt die Saiten nicht untereinander einstellen. Aber um die Gitarre auf unterschiedliche Saitenstärken anpassen zu können, oder um einen ungenauen Sattel auszugleichen, kannst du die Brücke insgesamt weiter rausdrehen, oder sogar verkippen.

Meine Wrap around Brücke funktioniert jedenfalls so, das ist bei Gibson glaube ich nicht anders.

Welche Quelle schrob denn von besserem Sound?
 
D'oh!

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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

schorsch27 schrieb:
das war Rebellius in Gitarre und Bass 12/12. Hier ein link, (evtl muss man da bei thomann angemeldet sein)http://www.thomann.de/de/abm_2504n_bridge.htm
ganz unten das pdf anklicken

Das würde auch Deinen Einwand beantworten, warum man das nicht mit Gewinde löst.


Irgendwie fühle ich mich hier missverstanden...
Mit diesen Inbusschrauben das Tailpiece befestigen zu wollen, ist Quatsch. Ich wollte mit dem "Gewinde" nur verdeutlichen, das es Quatsch ist...

Die Saiten mit ihrem Zug halten das Tailpiece in Position gegen die Stehbolzen. Um die Oktavreinheit einzustellen, gibt es die Gewindestifte mit Innensechskant. Nimmt man die Saiten runter, ist das Tailpiece lose und folgt der Schwerkraft. Festhalten und aufpassen verhindert Dellen, ein untergelegtes dickes weiches Tuch auch.

Was Rebellius sagt, kann ich leider nicht lesen. Allerdings kann die Art der Verbindung zwischen Steg und Korpus einen Unterschied machen. Deswegen sind auf meinen Tremologitarren diese schwebend eingestellt, das klingt für mich besser. Voraussetzung ist eine saubere Messerkante. Ist etwas OT, da andere Stegart...
 
D'oh!

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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ich zitier mal die Passagen:
"...bietet ABM zudem seineT.O.M.-Brücken mit Locking-Funktion an. Zwei kleine Inbusschrauben drücken dabei auf die Haltebolzen, sorgen für einen absolut festen Sitz und verhindern so ein Abfallen beim Saitenwechsel.
Nicht wenige Experten behaupten allerdings, dass eine Tune-o-matic-Brücke ohne Locking-Funktion besser klänge,weil der Steg etwas Luft zum
Atmen braucht, um Transparenz

"Bei beiden Brücken handelt es sich um den sogenannten Nashville-Typ mit den üblichen metrischen M5-Bolzen bzw. -Hülsen. Die ABM-Brücke verfügt zudem über eine Locking-Funktion,die das Abfallen beim Saitenwechsel verhindert, aber auch Einfluss auf den Ton nimmt."........

"ABM schließt sich dieser Meinung an: „Der Brückenkorpus
muss als ganze Einheit leicht schwingen können, um das Sustain und ein
luftiges Obertonbild an die Bolzen weitergeben zu können!“ Deshalb liegen die Locking-Schrauben der Testgitarre auch nur bei und sind nicht montiert. Ein Kurztest hat denn auch gleich bewiesen, dass mit festgezurrter Brücke der Ton zwar noch definierter und direkter erscheint, aber man gleichzeitig Bass- und Höhen-Einbußen und damit weniger Vitalität und Dynamik hinnehmen muss. Also Schräubchen erst mal wieder
raus gedreht ..."
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ich habe KEINE Ahnung von der Gitarre oder der Brücke, habe aber den Eindruck, dass du und Rebellius von zwei verschiedenen Brücken und besonders von zwei verschiedenen Schrauben reden.

Du von Schrauben die den Saitenhalter/Steg *als ganze Einheit* zur Oktavreinheit verstellen können und Rebellius von Schrauben auf einem Steg welche seitlich das System an den Haltebolzen fixieren um es vom Runterfallen ohne Saitenspannung zu hindern (und vielleicht eine stabilere Übertragung zu gewährleisten falls man das klanglich will).

Ist das möglich?

Edit: Wenn ich die Gibson-Seite herunterscrolle, sehe ich ein ganz offizielles Bild von Gibson wo man die Saiteneinheit keck knirschend schräg in den Bolzen hängen sieht. Wenn das deine Sorge ist: Gibson macht es auch so.
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ah so, deswegen. Tune-o-matic Brücke und Wraparound Brücke sind zwei verschiede Arten von Brücken. Bei der ersten gibt es viel zu diskutieren und philosophieren, die zweite ist eher für Menschen gemacht, die nur spielen wollen.

In diesem Sinne...
 
D'oh!

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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

groby schrieb:
Ich habe KEINE Ahnung von der Gitarre oder der Brücke, habe aber den Eindruck, dass du und Rebellius von zwei verschiedenen Brücken und besonders von zwei verschiedenen Schrauben reden.


Da hast du den richtigen Eindruck, im Artikel ging es nicht um Wraparounds.

Und ja, es gibt Leute, die hören bei Tailpiece und Tune-o-Matic-Brücken Unterschiede zwischen den "normalen" und denen die man gegen herausfallen sichern kann.
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

habe aber den Eindruck, dass du und Rebellius von zwei verschiedenen Brücken und besonders von zwei verschiedenen Schrauben reden.
so isses. Mir war es in der Eingangsfrage auch überhaupt nicht wichtig, ob es sich um eine Wraparound oder um eine "richtige" Brücke handelt.

Mit gings einzig und allein um die Frage, ob jemand Erfahrungen zu den klanglichen Auswirkungen des Festzurrens bzw. Lockerns der beiden Madenschrauben (nicht der Stud Locks/Locking Studs) beitragen kann und ob das langfristig mechanisch schädlich* sein kann (das wurde oben schon beantwortet). Und das ist unabhängig von Wraparound oder nicht - zunächst zumindest.

Es wurde erst durch Minkeyinme's Beitrag zum Thema, der die Oktavreinheit ins Spiel brachte - und das ist jetzt das Thema, das mich interessiert.

Dass diese Madenschraubenhttps://www.bing.com/images/search?q=wraparound+bridge+&view=detailv2&&id=224BB422C9E9AB14265B0756F594C72F16E4D910&selectedIndex=24&ccid=mC7g7uOH&simid=608051573437301687&thid=OIP.M982ee0eee387e294a7bd23908670eaedo0&ajaxhist=0 Auswirkungen auf die Oktavreinhait haben können, ist mir klar. Aber dass es deren eigenticher Zweck ist, wäre mir neu. Mich würde daher schon interessieren, aus welcher Quelle diese Information stammt.
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* mit Schrägstellung meine ich die, die man sieht, wenn man von der Seite auf die Gitarre blickt, nicht von oben. Der Link in meinem Eingangsposting zeigt diese Schrägstellung in der Seitenansicht ziemlich weit unten im Bild zwischen den Potiknöpfen. Genauso wie in diesem Bild siehts bei mir aus. Wenn ich die Madenschrauben hingegen festziehe, steht die Brücke ziemlich waagrecht
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Zuletzt bearbeitet von schorsch27 am 26.03.2016, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

schorsch27 schrieb:
Aber dass es deren eigenticher Zweck ist, wäre mir neu. Mich würde daher schon interessieren, aus welcher Quelle diese Information stammt.


Hä?

Ich bin baff.

Du kannst mit deinen Schrauben nichts "festzurren".

Nimm doch mal die Saiten ab und schaue, wie das Ding ohne Spannung herunterfällt. Oder schaue nach, wo das sein soll, wo diese Schrauben in etwas hineingreifen oder wo sie etwas festklemmen sollen. Sie schaffen nur mehr oder weniger Abstand zu den Bolzen entgegen des Saitendrucks.

Der Eindruck von "fest" entsteht nur optisch weil die Einheit beim Nach-hinten-Rausdrehen der Schrauben plan auf ihren Bolzen zum Aufliegen kommt und nicht mehr schräg herumschwebt. "Fest" ist da immer noch nichts.

Du hast auch keine Wahl wie Rebellius, denn der redet von einer optionalen seitlichen Fixierung einer völlig anderen Art von Hardware. Du hast keine Option. Wenn die Gitarre oktavrein sein soll, muss du die Brückenschrauben so einstellen dass es passt. So wie ein einziger großer Global-Saitenreiter.
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

Ach ja. Eine Quelle:


The Wraparound Guitar Bridge
By Dave Hunter from Guitar Amps and Effects For Dummies


http://www.dummies.com/how-to/content/the-wraparound-guitar-bridge.html

"Intonation adjustment is made by tightening or loosening a small hex-screw threaded in each end of the bridge behind its U-shaped mounting bracket, which moves the bridge slightly forward or backward to adjust string length."
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

o.k., "festzurren" ist der falsche Begriff, ich versuchs anders zu erklären:

Wenn ich die Madenschrauben lockere, hat die Brücke relativ viel Berührungsfläche mit den Studs und steht dadurch relativ waagrecht. Wenn ich die Madenschrauben weiter reindrehe, beschränken sich die Kontakte nur noch auf 2 Punkte und ein paar Kanten. Das hat Auswirkungen auf den Klang - vergleichbar vielleicht mit dem Unterschied zwischen Schraubhals und geleimten Hals (naja, gewagter Vergleich).

Aber wie gesagt, diese Frage ist für mich beantwortet. Mir gehts nur noch um das Thema, ob die Madenschrauben der Einstellung der Oktavreinheit dienen sollen, und da muss ich mir jetzt ersma Deinen Link zu Gemüte führen, danke !
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RE: Wraparound-Brücke lockern oder fixieren ?

schorsch27 schrieb:
Wenn ich die Madenschrauben lockere, hat die Brücke relativ viel Berührungsfläche mit den Studs

Sofern die Radien von Brücke und Studs nicht auf den Mikrometer genau passend sind: Nö.

schorsch27 schrieb:
Das hat Auswirkungen auf den Klang

Hier haste mal was zum Klang: Eine nicht oktavreine Gitarre klingt 1000× beschissener, als man es mit mehr Berührungsfläche wieder herausholen könnte.
Also stell das Brett anständig ein und dann spiel es!
 
Gruß & Grooves,
Andreas
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