Aria Experience


physioblues
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Hai,

heute hatte ich some time and some money to spend. Eigentlich ja wenig Zeit und noch weniger Geld, aber das hört sich nicht so gut an.

Jedenfalls bin ich eher durch Zufall morgens an einen Musikladen angespült worden. Die Kinder schön bei den Tasteninstrumenten und bei den Drums/Percussions verteilt und nach den Sechsaitigen geschaut. Alles billige Durchschnittsware, einige Ibanez Artcores, einige Hagströms und eine PRS/SE und eine Moore aus der Fernost Serie waren die qulitative Speerspitze.

Dann blieb ich doch noch an einem Gitarrenständer mit vier Aria MM Modellen hängen ( Maccaferri / Selmer Style ). Voll manouche angefixt greife ich mir dann gleich die erste und denke mir gleich spontan, der Hals fühlt sich irgendwie komisch an. Ein fluchtender Blick entlang der seitlichen Halskante offenbart dann auch gleich eine regelrechte S Form des Griffbrettes, also vom ersten bis ca 14. Bund konkave, dann bis Griffbrettende konvexe Wölbung. Gut, kann ja mal sein. China Fertigung, da kann es schon mal wie Ying und Yang aussehen.

Ich nehme also die nächste und siehe da, wieder ein an Vorarlbergs Topographie erinnerndes Griffbrett.. Nummer drei und vier.... na.... genau ! Ebenso !!! Und obwohl dieser Laden wirklich nicht gerade viel Zeit in das SetUp der Verkaufsware investiert ( ausser der Hagström Jazz Mama war keine Gitarre richtig gut eingestellt ) kann man dem Händler hier keinen Strick draus drehen. Ausser dem Vorwurf, solche Gitarren nicht gleich wieder zurück zu schicken. Manchmal sind eben 220.- Euro für eine Gitarre immer noch 220.- Euro zuviel.

Mittags gelang es mir dann meine Frau dahin gehend zu beeinflussen, dass sie eine kleine Bummelei in der Stadt meines Lieblingsgitarrendealers vorschlug.
" Gnädigerweise " ließ ich mich dann überreden mit zu kommen, wenn ich wenigstens eine halbe Stunde ohne Kinders in diesen Laden gehen könne. Das Wetter spielte mir dann dann dahingehend in die Karten, dass schöner Sonnenschein Kinder und Frauen auch über längere Zeit auf einem schönen Marktplatz mit Brunnen und Eiscafe zu beschäftigen weiß. Aus jener zugesagten halben Stunde wurde dann jedenfalls gleich mal Spielfilmlänge.
Neben der fast schon spirituellen Erfahrung eine unglaublich gute 61er ES 175, eine nicht mindere 63er Strat und eine Guild Starfire IV mit der SerNo 000001 spielen zu dürfen, widmete ich mich dann wieder dem erschwinglichen Lager der Fernostgitarren zu.

Schon bei einem meiner letzten Besuche viel mir diese Gitarre auf:
http://www.ariaguitars.com/int/03_products/pro_eg_fa_70.html
Also wieder Aria !!
Aber diesmal positiv.

Ich habe die Gitarre dann gegen diverse entsprechende Epiphones und Ibanez Artcores getestet und bin letzten Endes tatsächlich mit einer sehr gut verarbeiteten, hervorragend bespielbaren und sehr gut klingenden Jazz Gitarre für 399.- Euro aus dem Laden geschlichen.
Ein gutes Pärchen PAFs liegen zu Hause eh noch bereit, sollten mir die werksseitigen PUs nicht passen.
Mir fällt dabei gerade ein, dass ich wieder einmal eine Gitarre gekauft habe, die ich nicht an einen Amp angeschlossen habe. Die akustische Basis stimmt einfach !
Diese Gitarre ist jedoch noch aus der Zeit der Koreafertigung bei Aria, ehemaliger UVP war bei 750.- Euro. Ach so, in diesem Laden ist jede Gitarre top eingestellt, so dass antesten eine wahre Freude ist ! Ein kleiner feiner Laden.

Was ich damit sagen will ?
Ich will nicht sagen, dass China Fertigung immer schlechter ist. Gerade die Ibanez Artcores waren sehr gut verarbeitet und einstellbar. Ich will auch nicht sagen, dass alle Arias aus chinesischer Fertigung schlechte Gitarren sind. Aber ich meine, bei China Ware muss man unbedingt selber Hand an die Gitarre legen, bevor man kauft. Sonst darf man sich nicht über Ärger beschweren.
Korea Gitarren machen mir dagegen immer mehr Spaß. Ich habe eine Epi Sheraton, eine Cort Parkwood und jetzt die Aria aus koreanischer Fertigung. Allesamt gute Gitarren mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis zu dem Preis, den ich bezahlt habe.

Und was mir wieder einmal auffiel: Man kann seine Gitarren so und so verkaufen. Der eine stellt sie penibel ein und schickt krumme Hunde wieder zurück, der andere stellt die Gitarren aus dem Karton direkt in den Laden. Dann kann ich gleich online kaufen.
 
little-feat
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Ein schöner Beitrag, der mir ganz und gar aus der Seele spricht.

Etwas anstrengend zu lesen, mach doch mal ein paar mehr Absätze (kleine deutsche Nörgelei, gell)

Ich habe mich über die Jahre auch immer mehr zum Pragmatiker in Sachen Gitarren entwickelt, dem es völlig egal ist, wo die Klampfe zusammengebaut wurde. Wenn sie klingt, darf sie gerne aus Puerto Rico, Senegal, Feuerland oder sonstwoher kommen.

Sperr die Ohren auf, verlaß dich auf dein Gefühl (wenn du eines hast) schalte den Kopp ab, glaube daran, daß es eine Welt außerhalb Thomann gibt, vergiß die bunten Bilder, hör auf deine Hände......na ja, umsonst.

Dieser "made in USA" Snobismus geht mir schon lange mächtig auf den Senkel.

Aber der Glaube versetzt halt Berge (warum sind die Kirchen eigentlich so leer)

Gute Pickups machen sicher 50% Klang aus - heißt ja auch "elektrische Gitarre", + Amp + Lautsprecher und die Finger halt.

Ich denke, du hast es richtig gemacht.

Tom
 
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Hi Stefan,
ne FA-70 für 399 Zacken kann man schon als Schnäppchen bezeichnen. Ich hatte dieses Modell voriges Jahr auf der Messe über längere Zeit angetestet und war auch sehr überrascht, mit wieviel Bauch die rüberkam.
Ein Freund von mir spielt seit längerer Zeit ne FA-50 mit Floating Neck Pickup im Acoustic Blues Quartett und diese klingt auch sehr fein. Überhaupt macht die FA-Serie einen guten Eindruck ;-)

Na denn mal viel Spaß damit :top:

PS: Die Kiddis 'n Eis und der Paps ne Semi, so ist recht :lol:
 
physioblues
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little-feat":29o8ikjk schrieb:
Ein schöner Beitrag, der mir ganz und gar aus der Seele spricht.

Etwas anstrengend zu lesen, mach doch mal ein paar mehr Absätze (kleine deutsche Nörgelei, gell)

Du hast recht.
Ist es besser ?
 
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Guest
little-feat":39sg33yw schrieb:
...
Dieser "made in USA" Snobismus geht mir schon lange mächtig auf den Senkel.
Aber der Glaube versetzt halt Berge...

Jo, kann ich auch nicht immer nachvollziehen, wieso "made in USA" als Qualitätssymbol gelten soll.

Guckt man sich andere Produktbereiche an (Hifi, Autos usw.) , dann sieht man oft, dass "made in Japan" oft höherwertig verarbeitete Ware verspricht als "made in USA".

Um wieder in-topic zu kommen:
die Amps von Ceriatone aus Malaysia sind besser verarbeitet und konstruiert als mancher Marshall.

MfG
NdM
 
auge
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nichtdiemama":18gfoxiv schrieb:
Um wieder in-topic zu kommen:
die Amps von Ceriatone aus Malaysia sind besser verarbeitet und konstruiert als mancher Marshall.

MfG
NdM
inwiefernäussert sich das. die bessere/schlechtere verarbeitung?
welche modelle gegen welche verglichen?
wieviele ceriantones gegen wieviele marshalls verglichen?
das interessiert mich.
da auge
 
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Guest
Magman":1kt3tkdr schrieb:
Überhaupt macht die FA-Serie einen guten Eindruck ;-)

Absolut, von meiner FA80 bin ich auch immer wieder begeistert, eine 500 € Klampfe, die es immer mit zigfach teureren Epis, Gibsons und Grätschen aufnehmen kann.

@physioblues

mit 399 Euro hast du einen verdammt guten Schnapp gemacht! Warum passiert mir sowas nie? :roll: :cool:
 
physioblues
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Sascha´s Strat":374nvazj schrieb:
@physioblues

mit 399 Euro hast du einen verdammt guten Schnapp gemacht! Warum passiert mir sowas nie? :roll: :cool:

HI,

die stand schon eine Weile da rum. Erstmals richtig aufgefallen ist sie mir vor ca. einem Jahr. Da wollte der Händler noch 499.- . Da habe ich mich in Geduld geübt, wohlwissend des Risikos, dass die Gitarre vielleicht auch weg sein kann. Aber irgendwann frisst er den Preis, da war ich mir sicher.
Ich habe das Gespräch dann auch gleich offensiv eröffnet : " Wir hatten doch 399.- für die alte Aria gesagt, oder ? " ;-)
 
physioblues
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nichtdiemama":1m8cck4t schrieb:
Um wieder in-topic zu kommen:
die Amps von Ceriatone aus Malaysia sind besser verarbeitet und konstruiert als mancher Marshall.

MfG
NdM

Hi,

das gerade ist off-topic.
Mit Pauschalisierungen wird man der Sache nie gerecht. Auch nicht bei Amps. Vor allem nicht mit haltlosen, nicht belegten populistischen Vorurteilen.
 
raulin
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physioblues":k5y8166q schrieb:
Mir fällt dabei gerade ein, dass ich wieder einmal eine Gitarre gekauft habe, die ich nicht an einen Amp angeschlossen habe. Die akustische Basis stimmt einfach !

Gerade deswegen kaufte ich mir meine FA-80 an! Alle Artcores, Epis, und ähnlichen im Laden klangen rein akustisch wie sch***e, die Aria jedoch überzeugte mich voll weil sie fast wie eine akustische guitarre klang...
Andererseits, Ich weiss nicht wer der Hersteller des PUs ist, aber von Klang her haben sie auch hier eine sehr gute Arbeit geleistet.

Also, gratuliere, Physioblues, das war ein echtes Schnäppchen (Ich bezahlte 575 euronen für meine Fa-80 vor 3 Jahren)!
Das macht mir neidisch!
 
 

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