Defekte Humbuck oder eingestreutes Störsignal?


A
Anonymous
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Ein großes hallo an Alle!
Leider bin ich bisher auf mein spezielles Problem hier noch nicht gestoßen, deshalb jetzt die Frage an euch. Ich würde mich freuen zeitnah Rat zu bekommen!

Es geht um eine Gibson LP Standard, an der nicht gebastelt wurde, d.h. was die PUs und Elektronik angeht noch im originalen Zustand ist.

Folgendes Problem: Ich habe vor allem wenn die Potis voll auf sind ein sehr lautes Brummen auf meinem Signal. Beide Tonabnehmer sind betroffen. Das Brummen ist lauter als bei single coils und unterscheidet sich klar vom "Grundrauschen" des Röhrenamps.

Nun kommt das verwunderliche: Sobald ich einen der PUs, die Ausgangsbuchse oder den Schraubring des PU Wahlschalters berühre ist das Brummen/Rauschen weg und das Signal ist einwandfrei.

Das ganze ist Unabhängig vom benutzten Kabel.

Kennt jemand das Problem bzw. eine Lösung?

Ich habe das Elektronikfach bereits aufgeschraubt, aber nach einer optischen Kontrolle ist dort alles in Ordnung: Alle Lötstellen fest, Kontakte getrennt usw...
Liegt das Problem bei der Paula oder im Signalweg? Ich bin kein Fachman, aber für mich scheint da etwas mit der Erdung?? nicht zu stimmen?

Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, das da ein schwerwiegender Defekt vorliegt.... naja helft mir mal auf die Sprünge!

Danke für eure Hilfe!

Viele Grüße

Dan
 
frank
frank
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dan":3qqqoa1b schrieb:
Ich bin kein Fachman, aber für mich scheint da etwas mit der Erdung?? nicht zu stimmen?

Ich würde auch vermuten, dass die Erdung unterbrochen ist. Ein rein optischer Test kann fehlerhaft sein. Z.B einen Kabelbruch könntest Du dabei nicht erkennen.

Also musst Du bei der Erdung genauer prüfen.
 
A
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Hey Frank, danke für die fixe Antwort!

Mit " Erdung genauer prüfen" meinst du also alle Erdungen auf Durchgang prüfen, oder wird die Sache komplexer?
Hast du einen Tipp wie dabei am pfiffigsten vorgehe?

beste Grüße & DANKE!!!!

Dan
 
A
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Hallo,
wenn das Brummen auch nicht verschwindet, wenn du die Saiten oder die Bridge berührst, ist evt. die Verbindungsmasse von den Potis zur Bridge unterbrochen.
Wenn du die Möglichkeit hast mit einem Multimeter mal die ohmsche Verbindung zur Bridge ( Tailpiece ) zu Überprüfen, könntest du das Problem weiter einkreisen.

Meine letzte Gibson Les Paul, allerdings mit P-90'er Single Coils hat auch vom Werk aus sehr stark gebrummt.
Ich konnte das Problem nur lösen, indem ich die komplette Verdrahtung neu ausgeführt habe.

Wenn du Glück hast ist halt nur diese eine Verbindung gebrochen !!

Gruß
Sven
 
A
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Hallo Sven,

auch Dir vielen DANK!!!!
Ja, ich habe das gescheckt, wenn die Bridge berühre, tut das dem Brummen leider keinen Abbruch, nur besagter Griff an die PUs selbst hilft....
Ich werde dann mal auf die Suche gehen und sehen ob ich bei der Verbindung zu den Potis was finde! Es wäre jedenfalls der Horror, die ganze Verdrahtung nochmal zu machen.... aah!

auch Dir beste Grüße

Dan
 
A
Anonymous
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So Sven und Frank, ich habe mir gerade vom Hausmeister ein Multimeter geborgt und die Erdungen auf Durchgang geprüft!
Die PUs, Potis sind geerdet, keine "Wackelkontakte", keine "Kurzen".
Nur folgendes habe ich fest gestellt:
Ich habe keinen Durchgang vom tailpiece zu den PU Erdungen bzw. Poti Erdungen? Sollte diese vorhanden sein?
Heißt das nun weiter, dass genau diese Verbindung den Fehler, bzw. das Brummen verursacht?

Ich glaube wir kommen dem Problem näher oder?

Grüße & Danke !

Dan
 
frank
frank
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Ich bin auch nicht der Mann mit der Lizenz zum Löten. Darum verweise ich auf diesen Artikel, den das Forumsmitglied "Onkel" geschrieben hat.

Lies ihn mal durch. Ich denke, Du wirst der Problemlösung näher kommen; denn er spricht auch die Erdung einer Les Paul an bzw. deren Bridge.

http://www.guitar-letter.de/index.php?K ... itarre.htm
 
T
tommy
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...nur zur Kenntnis,

das Kabel zur Saitenerdung hat Verbindung zur Steg Einschlaghülse.

Ab Werk wird o.g. Kabel "unterirdisch" in die Bohrung der Einschlaghülse geführt. Anschließend wird Letztgenannte in die Bohrung gepresst. Hierbei wird das Kabel dann "eingequetscht".

Da sind schon mal Brüche möglich (auch schleichend).

Verbinde doch mal einen der von Dir genannten intakten Massepunkte mit dem Steg/Stoptail/Saiten.

Zumindest beim Berühren der Saiten müsste dann das Brummen weg sein.
 
A
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Hallo Dan,
prima, dann lag ich ja richtig mit meiner Vermutung!

Also die Verbindung ist intern über das Tailpiece mit einem starren Draht gelöst. Leider handelt es sich hier nicht um einen popeligen Kupferdraht sondern um einen massiven Stahldraht, der nicht brechen darf wenn im Werk die Tailpiecebuchse eingepresst wird.

Prüfe doch mal nach ob dieser Draht ordentlich auf dem Poti aufgelötet ist ( Mit größter Wahrscheinlichkeit am Neck-Volumenpoti !! )

Wenn ja würde ich dir raten, die Les Paul zum Gitarrenbauer zu geben. Kosten kann das kaum was, da du die Diagnose bereits gestellt hast.
Ich denke, der Gitarrenbauer bekommt die Buchse heile raus und mit einem neuen passenden Draht wieder sauber in die Les Paul.

Ich weiß jetzt nicht wo du wohnst, sonst könnte ich dir das machen....

Beste Grüße
Sven
 
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Hey Sven, Tommy und Frank

merci beacoup für Eure Tipps und eure klasse Hilfsangebote!!!!
Also ich habe nach Euren Hinweisen die Platte auf der die Potis montiert sind und die Potis nochmal genau angeschaut und nach dem Stahlstab der von einem Poti zum Tailpiece führt gesucht. Und siehe da, ich wurde fündig, mir war dieses massive Stück Draht sogar bereits zuvor aufgefallen. Nachdem ich dem Verlauf des Drahtes vom der Lötstelle am Poti bis zum Eintritt ins "Innere" verfolgt habe, stellte ich fest, dass der Draht kurz vor seinem Eintritt in den body gebrochen war, also keine Verbindung besteht.

Wenn ich euch richtig verstehe, sollte das des Pudels Kern sein....

ich werde morgen versuchen die Verbindung wieder herzustellen und dann sehen ob das Prob. behoben ist. Dazu werde ich versuchen die Lötstelle des Drahtes am Poti zu lösen, da an diesem Punkt noch ca. 1cm Stück des "Kupfer??"drahts übersteht und dieses mit der anderen tailpiece-Hälfte des Drahtes zu verbinden. Das sollte doch eigentlich ohne größere Hürden zu machen sein, oder muss ich hier dringend auf etwas achten?

Denkt ihr ich sollte in jedem Fall nochmal den Git.Bauer schauen lasssen?

Viele Grüße aus Rhein-Main

Dan
 
A
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Hallo Dan,

genau," des Pudels Kern" voll iins Auge ( hoffentlich lesen hier die Tierschützer nicht mit !!? )

Wenn du die Verbindung ordentlich wieder hinbekommst, und es nicht mehr brummt, sollte es das gewesen sein......

Bezgl, des Gitarrenbauers, keine Ahnung, wie du dich handwerklich selbst einschätzt, im schlimmsten Falle brummt es halt wieder während eines Live-Auftritts...... mußt du halt selbst entscheiden !!

Beste Grüße
Sven
 
T
tommy
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Norderstedt SH
dan":9oopo6oj schrieb:
Dazu werde ich versuchen die Lötstelle des Drahtes am Poti zu lösen, da an diesem Punkt noch ca. 1cm Stück des "Kupfer??"drahts übersteht und dieses mit der anderen tailpiece-Hälfte des Drahtes zu verbinden. Das sollte doch eigentlich ohne größere Hürden zu machen sein, oder muss ich hier dringend auf etwas achten?

Moin!

Keine grosse Sache. Du solltest nur darauf achten, einen ausreichend dimensionierten Lötkolben zu benutzen (mind. 25 Watt. Er sollte eine konstante Temperatur von mind. 350 Grad C halten können).
Das Poti darf nicht zu lange erhitzt werden, um keinen Schaden zu nehmen. Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird ist, daß mit einem popeligen Lötkolben ewig am Potigehäuse rumgebraten wird, bis es schließlich so warm wird, daß die Innereien "schmilzen".

Rein theoretisch könntest du die Kabelbruchstellen sogar wieder zusammenlöten oder schlimmstenfalls eine Lüsterklemme benutzen. Ist bloß nichts für's Auge (liebe Grüsse nach Österreich!) ;-)
 
A
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:-D :-D :-D
Hallo an Euch alle & ein besonderes Hallo natürlich an die die mir so schnell und kompetent geholfen haben!

Ich habe wie angekündigt die gebrochene Erdung zwischen tailpiece und Poti wieder hergestellt. Das war im Ergebnis mehr Fummelei als erwartet, da das E-Fach nun nicht wirklich geräumig ist, hat aber trotzdem geklappt.
Ich habe darauf verzichtet das überstehende, abgetrennte Kupferdrahtstück abzulöten, da an diesem Punkt noch eine andere Erdung dazugelötet war und stattdessen die beiden Drahtenden vorsichtig zusammen gebogen, sodass sie wieder Kontakt hatten, die Drähte ordentlich erhitzt und dann die Verbindung mit Lötzinn gefixt. Die Verbindung sieht für meine Begriffe jetzt ziemlich stabil aus und funktioniert.
Der Praxistest war positiv und das störende Brummen ist komplett weg. Auch bei geringem volume-level an der Git. brummt gar nichts mehr!
Bleibt nur zu hoffen, dass die Reparatur von Dauer ist!

Ich danke euch nochmals für eure flinken Antworten, ihr habt mir den Gang zum luthier erspart!

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

Dan
 
frank
frank
Well-known member
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3.682
Hi Dan,

danke für die Info über den Ausgang der Sache. Das ist nicht immer die Regel.
 

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