Gibt´s hier Schaltplan-Versteher?

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Tag!

Spätestens seit diesem Topic:
http://www.sick-guitars.ch/forum/topic.asp?TOPIC_ID=815
wissen wir, dass die Diskussion "Röhre vs. Transistor" eigentlich
überflüssig ist. Trotzdem würde ich mir gerne mal über eine Sache
Gewissheit verschaffen. Gibt´s hier jemanden, der anhand eines
relativ übersichtlichen (=wenige Bauteile) Schaltplans sieht,
ob ein Signal per Röhre oder Transistor verzerrt wird?
Die Bauteile erkenne ich ja problemlos, aber die Schaltungen
kann ich jetzt nicht so ohne weiteres verstehen.
Danke,
elvis

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Ahh, Polli!

Mein Sahneteilchen V-Twin (Boogie) zerrt gerüchteweise auch "Solid State",
ist aber (meiner Ansicht nach) "unglaublich dynamisch" und so weiter...
Im Netz gibts einige Topics zum (verzerrten) Klang verschiedener Röhren, u.a. auch im V-Twin.
Sind diese Diskussionen dann nicht "Gras-wachsen-Hörerei",
wenn der ´eh mit Silikon zerrt?
Hier ist der Schaltplan: (Datei ist relativ klein)
http://www.vanhelden.demon.nl/gear/v-twinp.gif
(Die Röhren und die Klangabteilung sind in der oberen Hälfte abgebildet,
die Flip-Flop-Taster/Schalter (Clean/Blues/Lead) in der unteren;
ich finde die Verbindung beider Abbildungen nicht, weiss also nicht,
ob der Schaltplan professionellen Ansprüchen genügt. Gut aussehen tut er jedenfalls!)
Tausend Dank schonmal,
elvis

P.S. nur, wenn´s nicht zuviel Mühe macht!!!





... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Hi King!

Also, ich kann zwar keinen Schaltplan lesen, aber mein Kumpel hat auch so ein Teil und da haben wir mal 2 Vorstufenröhren aus dem Sol reingepackt und es klang definitiv anders, also nicht nur ein bischen, sondern ziemlich. Experimentieren lohnt also.

Mach’s gut
 
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Also, sieht so aus, als wird die Verzerrung VOR der Röhre V2(a) gemacht ( die 5 Dioden 1N4148 Silcon ), erst dann gehts zum "runden" durch die ECC-83/12AX7. Nun weine nicht, wenn´s gut klingt, ist es in Ordnung. Ist etwas nervig zu lesen, weil kein Papier-Plan, ich nehme ACDsee zum Betrachten des Plans...man muß immer hin und her schieben.
Ich schreibe demnächst mal was über Verzerren, warum und wieso und überhaupt!


Polli the Wolle
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Hallo!
Also, ich bin auch noch nicht so lange dabei, aber da wo Clean/Blues und Clean/Lead steht, sehe ich irgendwie keine Röhren, nur Transen/FETs. Polli? Was meinst du dazu?
Gruss, Peter
 
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Polli - Super!
Ich hab eben irgendwo im Netz (ich glaub www.blueguitar.org) gefunden, dass es häufig genau so gemacht wird, wie Du es beschrieben hast. Die Sillikon-Zerre passiert ZWISCHEN 2 Röhren.
Spätestens damit verlege ich mein "Röhre vs. Transe" nach "Analog vs. Digital" ;-)!
Auf jedenfall klingt er nachwievor supi, da bin ich ganz undogmatisch!

@Floyd:
In Quadrat C1 und in Quadrat D2 sehe ich je 2 Röhren (ECC83) :)

1000Dank,
elvis

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Oh, da warst du wohl schneller :) Es ist ja auch nicht gesagt, dass der Schaltplan richtig ist ... oder? Außerdem ist die Größe echt dumm.

elvis: Ja, die seh ich auch :) Wenn du aber fast ganz nach unten scrollst und fast ganz nach rechts, dann steht da doch Clean/Blues und Clean/Lead. Was ist das denn für ne Abteilung? Oder wird da nochmal was am Sound gemacht?
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by elvis
Polli - Super!
Ich hab eben irgendwo im Netz (ich glaub www.blueguitar.org) gefunden, dass es häufig genau so gemacht wird, wie Du es beschrieben hast. Die Sillikon-Zerre passiert ZWISCHEN 2 Röhren.
Spätestens damit verlege ich mein "Röhre vs. Transe" nach "Analog vs. Digital" ;-)!
Auf jedenfall klingt er nachwievor supi, da bin ich ganz undogmatisch!

@Floyd:
In Quadrat C1 und in Quadrat D2 sehe ich je 2 Röhren (ECC83) :)

1000Dank,
elvis

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!

</td></tr></table>

Es sind nur 2 Röhren, jede hat ein doppeltes Triodensystem, daher V1a + V1b für ECC-83-die Erste und V2a + V2b für die zweite ECC-83. Wömit die jetzt das Zerren bei Blues machen ( wenn es da zerrt ?? ) weiß ich nicht genau, vermutlich übersteuern sie einen OP-Verstärker (IC)

Polli the Wolle
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W°°
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:
Sind diese Diskussionen dann nicht "Gras-wachsen-Hörerei",?

</td></tr></table>

Hi Elvis,

das sind sie definitiv!

Mehr noch. Sie sind schlicht albern.
Die ganzen Prinzipien, wonach Schaltungen, Lacke, Hölzer anderen Dingen _grundsätzlich_ überlegen sind stammen von Leuten, die Grundsätze brauchen, da ihnen die Ohren zur Beurteilung fehlen.

Ich war mal auf einer Hausmesse, als ein Kunde die Hälse von ausgestellten Gitarren abklopfte. Auf meine Frage erklärte er mir: Ein knorriger Klang würde das.. - ein hölzerner das... machen. Statt auf eine Diskussion zu dieser "tollen" Erkenntnis einzugehen, fragte ich ihn, ob er vielleicht gar nicht spielen könne. Da war er wieder weg... Der Specht.
Wie man beim JCM 800 sieht, macht die Schaltung, nicht die Röhre den Ton. Die Röhre regelt nur den Verkauf.
Und neuerdings legen die alten Röhrenfreaks alte Verzerrer vor ihre alten Verstärker und behaupten: Jetzt klingt’s noch geiler!

Ja also nein, also bitte!
Leute, die über einen Hybrid Amp die Nase rümpfen, einen Transistor nicht mal testen wollen (habe ich erlebt!) ersteigern einen ollen Tubescreamer und verbinden ihn und andere Signalfresser mittels hochkapazitiver Kabel und schlechter Stecker mit ihrem Röhrenverstärker....
Und schon geht die Sonne auf![xx(]

Das ist so innovativ, so geistreich und signalgetreu, daß da noch kein Verstärkerhersteller grauf gekommen ist. [V]

Vor allem ist es etwas ganz anderes, wenn die Dioden und Transistoren auf dem Boden liegen und nicht im Verstärker sind.
Das hört man auch direkt![^]
(Klingt erdiger...)

Polli, die Tropfen UND die Pillen! Bitte!!!



Grüße aus dem milden Westen!
W°°
 
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Hallo nochmal!

Also, es ist schon so, das der größte Teil der Röhrenklangdiskussionen Voodoo ist was den Einfluß auf den Klang angeht. Aber ohne Witz und ohne schlechtes Gewissen sage ich hier, dass es ein Unterschied war als andere Röhren drinnen waren, nicht an der Intensität der Zerre, aber sehr wohl im Dynamikverhalten eben dieser. Der Sound war hörbar verändert und wenn ich als halbtauber sowas sagen kann , heißt es was,-))

Macht’s gut!

Trotzdem spiele ich Röhre, schon alleine wegen der Optik und weil ich ein Traditionalist bin und ich find’s gut so,-))
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Johnny_Thul
Hallo nochmal!

Also, es ist schon so, das der größte Teil der Röhrenklangdiskussionen Voodoo ist was den Einfluß auf den Klang angeht. Aber ohne Witz und ohne schlechtes Gewissen sage ich hier, dass es ein Unterschied war als andere Röhren drinnen waren, nicht an der Intensität der Zerre, aber sehr wohl im Dynamikverhalten eben dieser. Der Sound war hörbar verändert und wenn ich als halbtauber sowas sagen kann , heißt es was,-))

Macht’s gut!

Trotzdem spiele ich Röhre, schon alleine wegen der Optik und weil ich ein Traditionalist bin und ich find’s gut so,-))
</td></tr></table>

Bruder Johannes,

ist doch mit keinem Wort in Frage gestellt. Im Gegenteil. Hören mit den Öhren! (Mit dem Öhr) ist das, was ich propagiere. Das tust Du - ich hab’s selbst erlebt.
Ein Röhrenamp macht seine Verstärkung eben aus den Kolben. Das macht die Teile in erster Linie erst mal unberechenbar und zickig. Wer hier von "dem Röhrensound" spricht, disqualifiziert sich bereits. Ein gut konzipierter Amp mit schlechten Röhren ist wie ein Top auf einem Kofferradio.
Das ist das, was ich meine: Wer seine Ohren nicht zu rate zieht, muß sich auf Gemeinplätze verlassen.
(Ich bin übrigens des Tones wegen weder für, noch gegen eine Bauart. Bei gleichen Ergebnissen entscheide ich mich für das billigere/einfachere/leichtere Teil.)

Was Vorlieben und Traditionen angeht:
Ich habe einen Bekannten, der sich jetzt zwei Rectifier 4X12 bestellt hat. Für je € 1600.-
Auf meine Frage antwortete er: "Weil ich sie besitzen will!"
Ein unschlagbares Argument. Find’ ich gut.

Grüße aus dem milden Westen!
W°°
 
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Ob Röhre, Transe oder Digital!
Ich spiel nur, was meine Ohren mögen.
Das is zwar live was anderes als beim Aufnehmen oder beim Proben (habe mir für Gigs ein gesondertes Rack zusammengebaut, das ich auch wirklich nur nutze, wenn’s um Auftritte geht bzw. in den Proben dazu), aber wenn mir das gefällt, ist es wohl auch in Ordnung! Und über meinen Sound hat bis jetzt tatsächlich noch keiner "gemeckert"! *g*


So long, kick ass!
Daniel
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Floyd
Oh, da warst du wohl schneller :) Es ist ja auch nicht gesagt, dass der Schaltplan richtig ist ... oder? Außerdem ist die Größe echt dumm.
</td></tr></table>
Hi!

Ob der Schaltplan korrekt ist, weiss ich nicht.
Aber auf dieser Seite gibts einen Haufen Mesa Schaltpläne,
wer das "Schaltplanisieren" der Boogies in diesem Umfang macht,
wird schon wissen, was er zeichnet.

<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:
elvis: Ja, die seh ich auch :) Wenn du aber fast ganz nach unten scrollst und fast ganz nach rechts, dann steht da doch Clean/Blues und Clean/Lead. Was ist das denn für ne Abteilung? Oder wird da nochmal was am Sound gemacht?
</td></tr></table>
Das Clean/Blues steht am Schalter "S1", der schaltet den Kanal 1
des V-Twin grundsätzlich zwischen Clean und Blues um.

"D12" ist eine Leuchtdiode (glaube ich), die anzeigt,
in welchem Modus Kanal 1 gerade arbeitet.

"D19" ist ebenfalls eine Leuchtdiode, die anzeigt, das der gute
V-Twin sich gerade im Kanal 2 ("Solo") befindet.

-elvis






... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Nachtrag:
Warum baut eigentlich keiner einen leckeren Preamp (z.B. V-Twin, Schaltplan im Netz)
zusammen mit leckeren Effekten (z.B. Boss-Treter, Schaltpläne im Netz) in ein 19"-Gehäuse.
An der Frontblende Preamp und Flanger/Delay/? schön mit Potis einstellbar,
hinten diverse Ausgänge und Fussschalteranschluss.
Alles analog, kein Midi, keine Menüs (bähh), keine Speicherplätze, nur (3-)Kanalumschaltung und Effekte an/aus.
Das passt locker in eine 19"-Einheit, erfordert nicht besonders viel KnowHow
(die Schaltungen sind ja alle bekannt) und würde, sofern es gut gemacht und bezahlbar ist,
bestimmt gut ankommen. Ist mir schleierhaft, woran das hängt.
Vermutlich "MUSS" ein 19"-Dingens irgendwas mit Speicherplätzen und Modelling Dingsbums (mit durch Rumrechnerei bedingter Latenzzeit, W°°!) haben, sonst ists uncool. Es gab (ist eingestellt) von Digitech mal Röhre/MultiFX-Kombis, die aber eher gurkig geklungen haben, und das Rocktron VoodooValve ist auch nicht wirklich verbreitet.
Vielleicht müsst man das ganze eher als Combo vertreiben, dann hätte man nicht das 19"-Image-Problem. Aber vermutlich sind die Analog-Schüsseln inzwischen teurer als ein Prozessor mit Algorithmen.

Der Schaltplan vom V-Twin ist ja wirklich nicht kompliziert, innendrin ist da einfach auch nicht viel. Auch ein Boss Flanger ist kein Hexenwerk (http://www.geocities.com/j4_student/Bf2.gif),
einen Schaltplan vom Delay gibts hier http://electroharmonix.ronsound.com/schem.html für 2 Dollar. Polli, nimmst Du Urlaub und baust mir einen solchen "Pollinger Mesaboss" ? [;)]
-elvis

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Ich gehe bei der ganzen Diskussion noch einen Schtritt weiter: die geilsten Sounds mittels Röhre, Preamp usw. von denen hört in 5 Meter Entfernung ( beim Puplikum ) keiner mehr viel. OK, ob die Zerre unten was im Ärmel hat, oder wie ´ne Flex eingestellt ist schon, aber alles worauf wir Wert legen ( wir: in 1-2 Metern als Klampfer vor unserem Lautsprechern ) ist bei vollem Saal kaum zu hören. Natürlich klingen die Amp-Hersteller und Typen alle anders, der hörende Laie ( der evtl. tanzen will ) hört nur verzerrt, oder clean und bringt seine Assoziationen mit dem Sound zu dem Stück mit ins Spiel. Born to be wild muß nicht klingen wie Born to be wild von der Platte: egal ab man es mit Marschi, VOX, Fender usw. zerren lässt, jeder weiß, was gemeint ist, wenn der Groove stimmt! Ist hart, ist aber so... Allerdings lässt sich das Zeugs besser spielen, wenn es dabei so klingt, wie wir (=Gitarrist) es kennen. Bei CD-Aufnahmen mag das anders sein, ohne Frage. Mit anderen Worten: wer in einer Kapelle (...) mit brezelt, dem kann eigentlich egal sein, ob der Sound aus einem gut klingenden Billigheimer kommt ( Transe, Tube-egal ) oder aus einem sauteuren handgeschmiedeten Luxus Amp. Wahrscheinlich stehe ich mit der Meinung alleine da, also: fallt über mich her...


Polli the Wolle
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote: Born to be wild muß nicht klingen wie Born to be wild von der Platte:

</td></tr></table>

Richtig! Born to be wild muß gar nicht klingen. Getreu dem Motte: Eine Linsensuppe erhält einen besonders pikanten Geschmack, in dem man sie kurz vor dem Servieren gegen ein saftiges T-Bone Steak austauscht.

Aber im Ernst - viele Sounds guter Studioproduktionen lassen sich zu hause nur sehr blass reproduzieren.


Grüße aus dem milden Westen!
W°°
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Polli
Ich gehe bei der ganzen Diskussion noch einen Schtritt weiter: die geilsten Sounds mittels Röhre, Preamp usw. von denen hört in 5 Meter Entfernung ( beim Puplikum ) keiner mehr viel. OK, ob die Zerre unten was im Ärmel hat, oder wie ´ne Flex eingestellt ist schon, aber alles worauf wir Wert legen ( wir: in 1-2 Metern als Klampfer vor unserem Lautsprechern ) ist bei vollem Saal kaum zu hören. Natürlich klingen die Amp-Hersteller und Typen alle anders, der hörende Laie ( der evtl. tanzen will ) hört nur verzerrt, oder clean und bringt seine Assoziationen mit dem Sound zu dem Stück mit ins Spiel. Born to be wild muß nicht klingen wie Born to be wild von der Platte: egal ab man es mit Marschi, VOX, Fender usw. zerren lässt, jeder weiß, was gemeint ist, wenn der Groove stimmt! Ist hart, ist aber so... Allerdings lässt sich das Zeugs besser spielen, wenn es dabei so klingt, wie wir (=Gitarrist) es kennen. Bei CD-Aufnahmen mag das anders sein, ohne Frage. Mit anderen Worten: wer in einer Kapelle (...) mit brezelt, dem kann eigentlich egal sein, ob der Sound aus einem gut klingenden Billigheimer kommt ( Transe, Tube-egal ) oder aus einem sauteuren handgeschmiedeten Luxus Amp. Wahrscheinlich stehe ich mit der Meinung alleine da, also: fallt über mich her...
Polli the Wolle
</td></tr></table>

Morgähn!
Ich hab als Tontechniker ca. 90 Konzerte gemischt,
am häufigsten 4 semiprofessionelle Rock-Coverbands.
Da waren einige relativ gute Fuddel-Gitarristen mit Riesenverschaltungen aus Racks und Diezel-Tops dabei, auch
PODs waren vertreten. Ich hab aus Gutmütigkeit 2 Gitarren gleichzeitig Stereo mikrofoniert oder hab Kombinationen aus Dry- und FX-Signal am Pult gemischt. Aber allen Gitarristen hat ein 52-jähriger den Rang abgelaufen: Ein leicht kugeliger Gitarrist mit einem 20 Jahre alten Boogie 2-Kanal (Vorgänger von Mark 1, glaube ich), der nicht besonders "atlethisch" gespielt hat, dafür aber einfach "fett" geklungen hat und eine höhere Präsenz auf der Bühne hatte, weil er sich auf sein Spiel und die Interaktion mit dem Publikum UND mit seinen Mitmusikern konzentrieren konnte (und nicht
introvertiert im Bühnennebel auf seiner Midileiste rumsteppen musste,
um "seinen" Sound zum richtigen Zeitpunkt zu finden).
Keinem "Laien" (=Nicht-E-Gitarrist) ist irgendein Unterschied
im Gitarrensound aufgefallen, nur beim erwähnten Boogie-Spieler kam oft Publikum ans Pult ("Der spielt ja echt super!"). "Super" gespielt hat er mit Sicherheit nicht, jedenfalls nicht "virtuos", aber einfach groovy, fett, präzise und dynamisch in Sound und Spielweise mit der Band interagierend.
Und das das Intro von "Entre dos tierras" [Heroes del ...] händisch, also ohne Delay gespielt war, hat genausowenig jemand gemerkt wie das Fehlen von Hall auf der Gitarre, die meisten Hallen hallen (haha) ohnehin genug. Das nur mal als Untermauerung von Pollis und W°°s Standpunkt.
-elvis


... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by elvis
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Polli
Ich gehe bei der ganzen Diskussion noch einen Schtritt weiter: die geilsten Sounds mittels Röhre, Preamp usw. von denen hört in 5 Meter Entfernung ( beim Puplikum ) keiner mehr viel. OK, ob die Zerre unten was im Ärmel hat, oder wie ´ne Flex eingestellt ist schon, aber alles worauf wir Wert legen ( wir: in 1-2 Metern als Klampfer vor unserem Lautsprechern ) ist bei vollem Saal kaum zu hören. Natürlich klingen die Amp-Hersteller und Typen alle anders, der hörende Laie ( der evtl. tanzen will ) hört nur verzerrt, oder clean und bringt seine Assoziationen mit dem Sound zu dem Stück mit ins Spiel. Born to be wild muß nicht klingen wie Born to be wild von der Platte: egal ab man es mit Marschi, VOX, Fender usw. zerren lässt, jeder weiß, was gemeint ist, wenn der Groove stimmt! Ist hart, ist aber so... Allerdings lässt sich das Zeugs besser spielen, wenn es dabei so klingt, wie wir (=Gitarrist) es kennen. Bei CD-Aufnahmen mag das anders sein, ohne Frage. Mit anderen Worten: wer in einer Kapelle (...) mit brezelt, dem kann eigentlich egal sein, ob der Sound aus einem gut klingenden Billigheimer kommt ( Transe, Tube-egal ) oder aus einem sauteuren handgeschmiedeten Luxus Amp. Wahrscheinlich stehe ich mit der Meinung alleine da, also: fallt über mich her...
Polli the Wolle
</td></tr></table>

Morgähn!
Ich hab als Tontechniker ca. 90 Konzerte gemischt,
am häufigsten 4 semiprofessionelle Rock-Coverbands.
Da waren einige relativ gute Fuddel-Gitarristen mit Riesenverschaltungen aus Racks und Diezel-Tops dabei, auch
PODs waren vertreten. Ich hab aus Gutmütigkeit 2 Gitarren gleichzeitig Stereo mikrofoniert oder hab Kombinationen aus Dry- und FX-Signal am Pult gemischt. Aber allen Gitarristen hat ein 52-jähriger den Rang abgelaufen: Ein leicht kugeliger Gitarrist mit einem 20 Jahre alten Boogie 2-Kanal (Vorgänger von Mark 1, glaube ich), der nicht besonders "atlethisch" gespielt hat, dafür aber einfach "fett" geklungen hat und eine höhere Präsenz auf der Bühne hatte, weil er sich auf sein Spiel und die Interaktion mit dem Publikum UND mit seinen Mitmusikern konzentrieren konnte (und nicht
introvertiert im Bühnennebel auf seiner Midileiste rumsteppen musste,
um "seinen" Sound zum richtigen Zeitpunkt zu finden).
Keinem "Laien" (=Nicht-E-Gitarrist) ist irgendein Unterschied
im Gitarrensound aufgefallen, nur beim erwähnten Boogie-Spieler kam oft Publikum ans Pult ("Der spielt ja echt super!"). "Super" gespielt hat er mit Sicherheit nicht, jedenfalls nicht "virtuos", aber einfach groovy, fett, präzise und dynamisch in Sound und Spielweise mit der Band interagierend.
Und das das Intro von "Entre dos tierras" [Heroes del ...] händisch, also ohne Delay gespielt war, hat genausowenig jemand gemerkt wie das Fehlen von Hall auf der Gitarre, die meisten Hallen hallen (haha) ohnehin genug. Das nur mal als Untermauerung von Pollis und W°°s Standpunkt.
-elvis


... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!

</td></tr></table>
..das isses ja...Gitarristen machen die wilde Wutz los, 19" und halbe Kraftwerke, dann kommt der Lümmel von der Tontechnik und haut "seinen" Klinkenstecker ( oder XLR ) hinten in seinen Amp und ab ins Pult...Hahaha oder ein SM-57 davor. Ist ja technisch alles in Ordnung, nur Argumente wie: der Lautsprecher soll atmen, seine Bespannstoff-Verzerrungen gehen mit ein..ist dann nur noch theorethisch wirksam. Vorne beim Klampfer eine 12" Vintage Batterie "Irgendwas in blue, oder green" und letztlich rauskommen tuts aus 18 Zöllern + Mitteltönern + Hochton-Hörnern mit 122db Wirkungsgrad, nämlich aus der PA. Der Vintagegedanke ist dann reichlich hinnüber.Wenn man die Kohle dafür ausgibt, weil man es toll findet und glücklich damit ist, geht das ja voll in Ordnung - keine Abrede - nur soll man die Realität nicht verdrängen..es sei man spielt nur in seinen kleinen Zimmerlein. ( ich werde auch unruhig, wenn ich einen 12" Celestion Blue bekommen kann, glaubt mir!!!!)


Polli the Wolle
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Polli
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by elvis
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Polli
Ich gehe bei der ganzen Diskussion noch einen Schtritt weiter: die geilsten Sounds mittels Röhre, Preamp usw. von denen hört in 5 Meter Entfernung ( beim Puplikum ) keiner mehr viel. OK, ob die Zerre unten was im Ärmel hat, oder wie ´ne Flex eingestellt ist schon, aber alles worauf wir Wert legen ( wir: in 1-2 Metern als Klampfer vor unserem Lautsprechern ) ist bei vollem Saal kaum zu hören. Natürlich klingen die Amp-Hersteller und Typen alle anders, der hörende Laie ( der evtl. tanzen will ) hört nur verzerrt, oder clean und bringt seine Assoziationen mit dem Sound zu dem Stück mit ins Spiel. Born to be wild muß nicht klingen wie Born to be wild von der Platte: egal ab man es mit Marschi, VOX, Fender usw. zerren lässt, jeder weiß, was gemeint ist, wenn der Groove stimmt! Ist hart, ist aber so... Allerdings lässt sich das Zeugs besser spielen, wenn es dabei so klingt, wie wir (=Gitarrist) es kennen. Bei CD-Aufnahmen mag das anders sein, ohne Frage. Mit anderen Worten: wer in einer Kapelle (...) mit brezelt, dem kann eigentlich egal sein, ob der Sound aus einem gut klingenden Billigheimer kommt ( Transe, Tube-egal ) oder aus einem sauteuren handgeschmiedeten Luxus Amp. Wahrscheinlich stehe ich mit der Meinung alleine da, also: fallt über mich her...
Polli the Wolle
</td></tr></table>

Morgähn!
Ich hab als Tontechniker ca. 90 Konzerte gemischt,
am häufigsten 4 semiprofessionelle Rock-Coverbands.
Da waren einige relativ gute Fuddel-Gitarristen mit Riesenverschaltungen aus Racks und Diezel-Tops dabei, auch
PODs waren vertreten. Ich hab aus Gutmütigkeit 2 Gitarren gleichzeitig Stereo mikrofoniert oder hab Kombinationen aus Dry- und FX-Signal am Pult gemischt. Aber allen Gitarristen hat ein 52-jähriger den Rang abgelaufen: Ein leicht kugeliger Gitarrist mit einem 20 Jahre alten Boogie 2-Kanal (Vorgänger von Mark 1, glaube ich), der nicht besonders "atlethisch" gespielt hat, dafür aber einfach "fett" geklungen hat und eine höhere Präsenz auf der Bühne hatte, weil er sich auf sein Spiel und die Interaktion mit dem Publikum UND mit seinen Mitmusikern konzentrieren konnte (und nicht
introvertiert im Bühnennebel auf seiner Midileiste rumsteppen musste,
um "seinen" Sound zum richtigen Zeitpunkt zu finden).
Keinem "Laien" (=Nicht-E-Gitarrist) ist irgendein Unterschied
im Gitarrensound aufgefallen, nur beim erwähnten Boogie-Spieler kam oft Publikum ans Pult ("Der spielt ja echt super!"). "Super" gespielt hat er mit Sicherheit nicht, jedenfalls nicht "virtuos", aber einfach groovy, fett, präzise und dynamisch in Sound und Spielweise mit der Band interagierend.
Und das das Intro von "Entre dos tierras" [Heroes del ...] händisch, also ohne Delay gespielt war, hat genausowenig jemand gemerkt wie das Fehlen von Hall auf der Gitarre, die meisten Hallen hallen (haha) ohnehin genug. Das nur mal als Untermauerung von Pollis und W°°s Standpunkt.
-elvis


... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!

</td></tr></table>
..das isses ja...Gitarristen machen die wilde Wutz los, 19" und halbe Kraftwerke, dann kommt der Lümmel von der Tontechnik und haut "seinen" Klinkenstecker ( oder XLR ) hinten in seinen Amp und ab ins Pult...Hahaha oder ein SM-57 davor. Ist ja technisch alles in Ordnung, nur Argumente wie: der Lautsprecher soll atmen, seine Bespannstoff-Verzerrungen gehen mit ein..ist dann nur noch theorethisch wirksam. Vorne beim Klampfer eine 12" Vintage Batterie "Irgendwas in blue, oder green" und letztlich rauskommen tuts aus 18 Zöllern + Mitteltönern + Hochton-Hörnern mit 122db Wirkungsgrad, nämlich aus der PA. Der Vintagegedanke ist dann reichlich hinnüber.Wenn man die Kohle dafür ausgibt, weil man es toll findet und glücklich damit ist, geht das ja voll in Ordnung - keine Abrede - nur soll man die Realität nicht verdrängen..es sei man spielt nur in seinen kleinen Zimmerlein. ( ich werde auch unruhig, wenn ich einen 12" Celestion Blue bekommen kann, glaubt mir!!!!)


Polli the Wolle
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</td></tr></table>

Ja ja. Die Egomanie und die Realität. Wir wären ja keine Gitarristen, wenn wir nicht alle einen Hang zum Exhibitionismus und zur Egomanie hätten. DER Sound muß dynamisch, spritzig, druckvoll sein. Eine Freude für den Musiker. Daß das die pure Selbstbespaßung ist, darüber sind wir uns vermutlich alle einig. Und es ist ein ewiger Krebsgang, zwischen Soundonanie und Tontechnik ein brauchbares Ergebnis für den Zuhörer zu kreieren.
Ich bin mir nach vier CD- und dutzenden Single Produktionen darüber im Klaren, daß eine dynamische E-Gitarre im Bandkontext einer Pop / Rock band nichts verloren hat. Die Abbildung der wahren Dynamik meiner Gitarre wäre ein schlimmer Fremdkörper im Gesamtbild.
Dennoch liebe ich meine Anlage gerade für die aggressive Ansprache.
Mit einem POD pro bekommt man im Studio schnell präzise Ergebnisse.
http://www.kraushaar-gitarren.de/Neufundland.MP3
(Aus Kinofilmproduktion 02)
Ohne Hosenflattern, ohne Herzklopfen, um jeden Ton kämpfend.
Aber geil iss anders.

Ach - zwei Herzen schlagen in meiner Brust.

Grüße aus dem milden Westen!
W°°
 
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So, noch ein Nachschlag in Sachen "unterschiedliche Röhren":
Ich hab jetzt in den V-Twin neue, teure 12AT7 (=ECC81) statt den
normal eingebauten und billigen 127AX7 (=ECC83) eingesetzt.
Laut harmony-central.com und V-Twin Handbuch sollte sich der Sound
und der Gain nun "fundamental ändern" (O-Ton).

Nach 10mal umstecken und hören bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Den Gain drehe ich nun auf 1Uhr, statt auf 11Uhr.
Der Clean-Kanal klingt minimal "weicher".
Der Blues-Kanal hat minimal mehr "seltsame" Mitten bekommen,
er klingt in meinen Augen "härter".
Der Solo-Kanal klingt ebenso minimal "weicher" und weniger "dreckig".
Insgesamt rauschts ein bissel mehr.

Insgesamt ist der Unterschied absolut lachhaft und für mich eher nachteilig
("Blues" ist mein Lieblingskanal). Mit einem kleinen bisschen EQ-ing lässt sich im blinden Test vermutlich gar kein Unterschied hören. Da kommen wieder die alten Röhren rein.

Was echt wesentlich mehr Unterschied macht und fast nichts kostet, ist der Eisatz von härteren Plektren. Aufgrund von W°°s Post (http://www.sick-guitars.ch/forum/topic.asp?TOPIC_ID=634) hab ich mal 2 Nummern härter gekauft, das klingt besser (in meinen Ohren), weil es einen präziseren Anschlag ermöglicht.

-elvis (*der sich jetzt NOS Röhren für 33Euro pro Stück ersteigert, höhöhöhö [;)]*)

P.S. @Johnny_Thul: Was habt ihr dem Sol den für Röhren entnommen, die den V-Twin-Sound geändert haben?

P.P.S @W°° Dein Neufundland klingt nett, ist auf jedenfall der beste Sound, den ich aus einem POD bisher gehört habe. Du solltest ihn den POD-Advokaten zu Werbezwecken
zur Verfügung stellen. Womit wieder mal der Wahrheitsgehalt meiner Signatur bewiesen wäre: Wer mit einer 2500Euro-Anlage gut klingt, klingt auch mit einer 250Euro-Anlage gut, und da der Zweck die Mittel heiligt, gestehe ich dem POD durchaus seine Existenzberechtigung zu (besser POD für 1,5min Solo als nen Top und ne 4x12er ins Studio wuchten, Mikro aufbauen und ewig rumbasteln, nachher hörts eh keiner...)

P.P.P.S. Da im Studio zwecks "Fettheit" und Radiokompatibilität ohnehin alles
totkomprimiert wird, verstehe ich unter einem "dynamischen Gitarrensound" einen Sound,
der dynamisch mit Klangveränderung auf Spielweise reagiert, der Lautstärke-Unterschied
ist, wie Du schon sagst, meistens eher kontraproduktiv.

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 

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