Japanguitars


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Frohe Ostern erstmal an alle,

da ich den schlimmsten Heuschnupfen seit Jahren habe,muss ich leider drinnen sitzen und Gitarre üben,im Net surfen und dumme Fragen stellen :) Beim stöbern auf Japanguitars.co.uk ist mir aufgefallen,das etliche der Paula Alternativen keine massive Ahorndecke besitzen,sondern Furnier.Und oftmals oder meistens auch einen zweiteiligen Mahagonikörper.
(Nachdem ich nach dem Plural von Korpus gegoogelt habe,hab ich mir diesen Ausdruck erspart :mrgreen: Hab keine Lust auf den Duden Smiley...)
Da es sich laut Anbieter um ausgesuchte und besonders hochwertige Stücke handelt,würde ich gern wissen,ob das keinen Abzug bei der Qualität bedeutet.
Schließlich werden auch dafür bereits 800-1200 Euro und noch verlangt.Ich dachte immer,eine massive Ahorndecke ist selbstverständlich,wenn die Gitarre eine ebenbürtige oder bessere Kopie des Vorbilds sein soll.

Gruß,Timo
 
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Hallo Timo,

Ahornfurnier bedeutet bei den meisten Repliken, dass man einen dünnen Streifen Ahorn über eine massive Decke geleimt hat. Das hat optische Gründe.

Man braucht in dem Fall keine 2-3cm dicke (Riegel-/Vogel- / Quilted) Ahorndecke, was verhältnismäßig teuer und selten ist, sondern benutzt halt "normalen" Ahorn, den man mit der dünnen Lage verschönert.

Klanglich wirkt sich das so gut wie gar nicht aus.

Gruß Oli
 
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Hi Oli,

und die großen Hersteller verwenden ausschließlich massive Decken ? Zumindest wird es auf deren Seiten nicht näher angegeben.
 
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Hi,
würde nicht behaupten, dass die Anwesenheit von einem 1mm dicken Streifen Effekt-Ahorn die Decke weniger massiv macht.

Ich denke, die Großen (Gibson?, PRS?) werden das je nach der preislichen Orientierung ihrer Modelle ähnlich handhaben.

Für mich persönlich spielt es auch keine Rolle, mit geringen Abstrichen sieht eine furnierte Decke genauso gut aus und klingen tut's wie gesagt sowieso nicht anders.
 
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t.olsen":11prlu7f schrieb:
(Nachdem ich nach dem Plural von Korpus gegoogelt habe,hab ich mir diesen Ausdruck erspart :mrgreen: Hab keine Lust auf den Duden Smiley...)

Korpora. Das Wort benutzt aber aus dem gleichen Grund niemand, warum Männer keine Orangenhaut haben.
 
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Wahrscheinlich löst das jetzt nochmal eine endlose Diskussion aus,aber ich frage mich,wenn jemand solche hochwertigen Gitarren anbietet wie dieser Engländer-vorausgesetzt,das sind tatsächlich die beschriebenen hochwertigen Sammlerstücke-wieso dann so viele gute Gitarristen doch unbedingt ein US-Original bevorzugen und dafür wesentlich höhere Preise zahlen.Für Fabrikneue aber noch mehr für Vintage.
 
little-feat
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t.olsen":2clldiq6 schrieb:
Wahrscheinlich löst das jetzt nochmal eine endlose Diskussion aus,

Das hoffe ich nicht. Es wäre dann das dritte im weitesten Sinne Vintage/Relic-Thema, das über die Ostertage aus der Taufe gehoben wurde. Aus meiner Sicht sind es damit genau zwei zu viel.

Was da angeboten wird, sind keine Sammelobjekte. Es sind Kopien aus der Blütezeit des japanischen Gitarrenbaus. Einer Phase, in der man mit akribischer Detailarbeit und wirklich erstklassiger Qualität versuchte, die Originale aus dem verhassten Amerika zu übertreffen. Was teilweise auch gelang.

Um an eine dieser Gitarren zu kommen, muss man sich allerdings nicht nach England begeben. Die Preise, die auf dieser Seite aufgerufen werden, sind zum größten Teil stark überzogen.

Eine Burny, Greco, Fernandes, Tokai, Orville usw. kann man mit etwas Geduld weitaus günstiger im deutschen Ebay kaufen und zwar direkt vom Besitzer.

Kürzlich wurde eine Fernandes Super Grade für 660,00 Euro angeboten….Schnäppchen. Eine phantastische Gitarre, ich hatte auch mal eine.

Warum bekannte Gitarristen ein Original bevorzugen, liegt auf der Hand und wurde hier schon diverse Male diskutiert. Gibson, Fender usw. zahlen einem bekannten Profi halt viel Geld, wenn er ihre Modelle spielt, so einfach ist das.

Und Amateure wollen das Original aus Prestigegründen. Ein Lexus steht einem Mercedes technisch und qualitativ ja auch nicht nach, trotzdem will kein Mensch dieses Auto. Weil der Stern beim Nachbarn eben mehr Eindruck macht.

Übrigens: Ob ein Body nun einteilig oder zweiteilig ist, stellt kein Qualitätskriterium dar. Ich bestreite, dass ein Mensch im Blindtest einen einteiligen Body heraushört. Also etwas für Theoretiker.

Tom
 
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Hi Timo.

Ich bin kein Gitarrenbauer, würde aber sagane, dass ein Ahornfurnier auf einer massiven "plain" Ahorndecke nicht schlechter klingt. Und massive Ahorndecken haben alle auf japanguitars.co.uk (bis auf einige Custom-Repliken, weil die original Custom eben auch eine Mahagonidecke hatte).

Ein zwei- oder dreiteiliger Korpus muss auch nicht klanglich negativ sein.
Ich würde sagen, drei Teile gutes Mahagonu klingen nicht schlechter als ein Teil nicht ganz so gutes Mahagoni.

Meiner Einschätzung nach sind die Gitarren auf Japanguitars hochwertig; Low-End-Modelle findet man dort nicht.
Sie die Greco-Paulas dort: von de nModellen her nix unterhalb der 800er zu finden.

Die auf japanguitars.co.uk angebotenen Klampfen sind hochwertig, die Preise dort sind aber ca. 200 Euro über eBay-Niveau. Dafür weiß man dort, was man bekommt; bei eBäh ist das nicht immer so.

Warum die Leute Gibson wollen?
Nun, einmal einfach Markelndünkel, zum anderen garantieren Gibsons oft recht stabile Wiederverkaufswerte.
Ich denke aber, Markendünkel überwiegt.

Da ich Gibson "rocker joint short tenon" und das "weigh relief" bzw. chambering nicht mag, würde ich bei einem Preis, für den ich auch eine gebrauchte (weight-relief-te, short-tennoned) US-Gibson bekäme, stets die Japan-Paula vorziehen.

Rational ist das nicht, aber genausowenig ist die blinde Bevorzugung "des Originals" rational.

Ich habe eine Japan-Paula und mit mit ihr sehr zufrieden.
Ob ich mit einer "echten" Gibson noch zufriedener wäre?
Kann ich nicht ausschließen, ist mir aber letztlich egal.

Tschö
Stef
 
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Holla,

das Thema mit der jetzigen Fragestellung wurde auch schon ein paar Mal hier diskutiert.

Habe grade beim Saitenwechsel interessehalber mal die Decke meiner japanischen Les Paul in Augenschein genommen - die ist massiv, ohne Furnier.

Gruß Oli
 
little-feat
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DeltaBlues":3cgm40ej schrieb:
Habe grade beim Saitenwechsel interessehalber mal die Decke meiner japanischen Les Paul in Augenschein genommen - die ist massiv, ohne Furnier.

Kann man das nicht eigentlich nur feststellen, wenn man die Pickups rausnimmt und sich die Fräsungen anschaut??

Tom
 
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Genau das habe ich gemacht, lieber Tom! :)

Wären die Saiten nicht wechselpflichtig gewesen, hätte ich mir die Mühe allerdings erspart ;)

Gruß Oli
 
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little-feat":2p2hntq9 schrieb:
Kann man das nicht eigentlich nur feststellen, wenn man die Pickups rausnimmt und sich die Fräsungen anschaut??

Tom

Wenn man 100% sicher sein will, ja.

Bei LP-Standard-Kopien kann aber ein Blick in den Cutaway ein hilfreiches Indiz liefern.
Dort sieht man unterhalb des Bindings (sofern nicht deckend lackiert) ein Stück des helleren Deckenholzes.
Als Indiz dafür, dass die Decke eben nicht das gleiche Holz ist wie die Korpusrückseite, sollte das genügen.



Klappt allerdings nicht bei deckend lackierten Gitarren oder wenn das Binding zu breit ist (wie z.B. bei manchen Hamers).

Stef
 
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Hi Stef,

das hat aber keine Aussagekraft bezüglich Furnier oder kein Furnier, welches vom Binding auf jeden Fall überdeckt wird.

Schönen Tag noch,

Oli
 
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DeltaBlues":2de67tr4 schrieb:
Hi Stef,

das hat aber keine Aussagekraft bezüglich Furnier oder kein Furnier, welches vom Binding auf jeden Fall überdeckt wird.

Schönen Tag noch,

Oli

Ja, das ist mir klar.
Das zeigt nur an, ob es eine Ahorndecke gibt (gegebenfalls unter einem Furnier) oder nicht.

Aber wie weiter oben dargestellt halte dich die Frage "Furnier/nicht Furnier" für vergleichsweise irrelevant, so lange die Decke tatsächlich hartes Ahorn ist und nicht irgendwas.
 
 

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