Weller und der Zeitgeist oder Versuch zur bedingten Relevanz


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Hallo zusammen,

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass solche Themen wie Weller, der mehr Wellen verursachte als Westerwelle, die albernen Sonnenlichter, oder auch Fachter-Minis und Rechtschreibung erheblich mehr Resonanz zeitigen als, nur zum Beispiel, mein Kerzlein zum 30. Todestag von Paul Kossof oder die Frage, ob Spielfreude auf der Bühne wichtig ist?

Ist das symptomatisch für den Zustand unserer Gesellschaft? Oder dieses Forums?
 
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Anonymous
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Hallo Mad,

ich glaube eigentlich nicht, aber was soll man deinem Kerzlein noch hinzufügen? Vor allem wenn man sich wie ich nie viel mit Free beschäftigt hat!

Anderseits leben wir leider in einer Zeit, in der wir tagtäglich Frustrationen anhäufen. In den meisten Situationen kann man sich aber nicht Luft verschaffen, weil es einem sonst stark schaden würde. Also lassen viele ihren Unmut dort aus, wo es ungefährlich ist. Das ist doch nur zu menschlich. Und dazu sind letztendlich auch die "harten" Sportarten wie Football, Rugby und auch Fußball u.a. gut geeignet - sowohl aktiv als auch als Zuschauer.

Und welche Rolle die Medien dabei spielen, muss ich denke ich nicht erläutern.

C-ya
 
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Anonymous
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Richtig!

Kossow (ach, guck an. Ich schreibe schon seinen Namen falsch!) ist tot, Weller lebt! Spielfreude hat man oder nicht! Was für Symptomatiken leitest du ab?

Nichts ist so alt wie die Themen und Diskussionen von Gestern! Ist das symptomatisch? Jau!
 
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Anonymous
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Ich denke, Jorge, dass das Themen sind, bei dem man unterm Strich einfach mehr Leute unter einen Hut kriegt, sagen wir, die Allgemeinheit anspricht. Andere Themen sprechen eher einen kleineren Kreis an. Ich sehe darin kein Problem.
 
W°°
W°°
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mad cruiser":1utblhqj schrieb:
Hallo zusammen,

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass solche Themen wie Weller, der mehr Wellen verursachte als Westerwelle, die albernen Sonnenlichter, oder auch Fachter-Minis und Rechtschreibung erheblich mehr Resonanz zeitigen als, nur zum Beispiel, mein Kerzlein zum 30. Todestag von Paul Kossof oder die Frage, ob Spielfreude auf der Bühne wichtig ist?

Ist das symptomatisch für den Zustand unserer Gesellschaft? Oder dieses Forums?

Ich ziehe eine positive Bilanz:
Soziales Miteinander geht jeden an und ist für alle relevant. Nicht jeder kennt Paul Kossof, nicht jeder interessiert sich für Westerwelle, aber für viele ist das Forum ein ausgelagerter Stammtisch oder ein Stück Zuhause.
Auseinandersetzungen wie die Letzte zeigen auf angenehme Weise, dass sich hier hier eine lebendige Gesellschaft zusammengefunden hat. Eine Gesellschaft, die eigene Regeln besitzt und diese in Diskussionen überprüft.
Ich finde das gut - auch wenn ich selbst manchmal die Reflektionen mir wichtiger Themen arm finde... Aber so ist das nun mal... was mich interessiert, bewegt oft keine Massen - es sei denn... s.o. ;-)
 
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7-ender":2iplavcy schrieb:
Ich sehe darin kein Problem.

Ich auch nicht. Dieser Gedanke war von mir wertneutral gemeint.

Die Beispiele waren rein willkürlich gewählt, um meine These zu untermauern. Ich fand halt erstmal keine einleuchtende Erklärung dafür, dass ein Gitarristen- und Bassistenforum mitunter allgemeine Themen ausführlicher behandelt als spezifische.

W°°, Deine Erklärung kann ich nachvollziehen.
 
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Könnte vielleicht daran liegen, dass sich die Gitarren/Bass-spezifischen Fragen nach einer gewissen Zeit wiederholen und/oder ähnlich strukturiert sind. Neue kulturpolitische, politische oder ähnliche Sachen sind aktueller und noch nicht dagewesen. Da sich die Leute wohl recht gern in diesen online betriebenen Jugendzentren aufhalten, bieten solche Themen immer eine Möglichkeit zu einer gepfelgten Unterhaltung. Zum Thema Tod...viele Leute werden z.B. Kossof oder weitere Herren dieser Epoche nicht mehr kennen. Ich hab z.B. Schüler, die kennen Bushido aber nicht Joe Satriani, geschweige denn Leute von gaaaanz früherChet Altkins, Wes Montgomery oder so....traurig eigentlich...Naja, die Jungs sind aber auf dem besten Weg. Sie haben sich schon mal entschlossen ein Instrument zu erlernen. Kommt Zeit kommt Wissen, auch Backgroundwissen. Ob die Welt davon aber besser wird?? Wenn Leute wie Bono und Co., die sich mit Nachdruck für Schuldenerlass und gegen Ausbeutung einsetzen, als nervig oder unehrlich angesehen werden...da sehe ich schwarz. Ich fürchte fast wir brauchen noch ´ne Menge mehr Tornados, Überschwemmungen, Bergrutsche bevor auch der gemeine Mitteleuropäer aufwacht. Vom Ami mal ganz zu schweigen. Wernn ´s soweit ist, erinnern sich vielleicht auch wieder mehr Leute an vergangene Zeiten und legen voller Wehmut eine LP mit alten Helden auf und freuen sich darüber, das damals alles besser war...irgendwie...
 
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Ach Leute,

nachdem ich Lucs Post gelesen habe mit dem Beispiel über Bono , dem ich übrigens sein Engagement grundsätzlich abnehme (darf ich nochmal Biedermann sagen? Ich kotze so gerne), wären wir vermutlich mal wieder bei einem Thema, das hier durchaus kontrovers diskutiert werden würde.

Diese feine Linie zwischen Anspruch und Scheiße, die manche bei manchen Dingen überschreiten und andere wiederum nicht, dass sind meiner Meinung nach die Dinge, die die Leute polarisieren. Da kann jeder eine andere Meinung vertreten. Wenn sich das dann noch mit den Vorurteilen, die einjeder im Kopfe trägt, vermischt, dann herrscht manchmal "Zeter und Mordio".

Und wie W°° wohl schon sagte. Manchmal agieren Menschen einfach sehr emotional und unreflektiert.
So ist das eben! Schon immer so gewesen, glaube ich. Nach 2 Tagen sieht diese Weller-Geschicht für mich schon anders aus. Wieso ich da relativ emotional reagiert habe? Weil die Dinge ,in meinen Augen , angegriffen wurden, die für mich u.a. wichtig sind, die ich respektiere oder zu denen ich in irgendeiner Form eine gewisse emotionale Bindung habe. Als wenn man einem kleinen Kind das liebgewonnene Stofftier wegnimmt. So ungefähr jedenfalls. Andere können die Aufregung nicht unbedingt so nachvollziehen, aber das spielt für mich in dem Augenblick keine Rolle.
 
 

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