Neue Wege im Gitarrenbau

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Neue Wege im Gitarrenbau

Moin Kollegen,

es ist normal nicht meine meine Art, hier meine Instrumente anzupreisen und darum soll es auch gar nicht gehen - es ist ein andere Weg...
http://www.kraushaar-gitarren.de/cms/helena.html
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der.gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Sieht nach 'nem prima Bierdosenhalter aus. Also besser zu entnehmen und so.

Nee, im Ernst: Was Du dazu schreibst hört sich plausibel an, mein Fall ist es aber optisch nicht. Ich bin da ja eher konservativ.
Wo siehst Du den Unterschied zu dem was Ovation damals mit der Adamas, war das glaube ich, begonnen hat?

Schöne Grüße

Ralf
 
At the end of the day, a guitar is a piece of wood, and you either have good wood or bad wood. Quite often you change your pickups and electronics anyway, so really, having that little transfer on the headstock makes zero difference. (Steve Rothery)
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Mir ist die Optik egal, ich höre ja nicht mit den Augen. Trotzdem finde ich sie schlicht elegant. Ungewohnt ist der Anblick ohne Schallloch in der Mitte, dafür bleibt mehr Raum für schön gemasertes Holz ohne Unterbrechung.

Oder für eine Handmalerei, oder Einlegearbeiten usw.

Das Konstruktionsprinzip leuchtet sogar mir ein
Warum kommt man nicht früher auf solch eigentlich logische Dinge?

Tom
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Hallo,

mir gefällt die Gitarre vom Aussehen her sehr gut.

Die Argumente für das versetzte Schallloch klingen für mich nachvollziehbar und ich frage mich auch, weshalb das niemand schon früher gemacht hat.

Einzig über die Stabilität an der Zarge (also da, wo jetzt das Schallloch ist) mache ich mir Gedanken, aber sicherlich bin ich da zu übervorsichtig!

brazze
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Wie gewohnt ein eigenwilliges Design.
Erinnert konstruktiv an eine Tacoma
Verfasst am:

Re: Neue Wege im Gitarrenbau

W°° schrieb:
Moin Kollegen,

es ist normal nicht meine meine Art, hier meine Instrumente anzupreisen und darum soll es auch gar nicht gehen - es ist ein andere Weg...
http://www.kraushaar-gitarren.de/cms/helena.html


Die Konstruktion ist bestimmt klanglich und statisch gut durchdacht, sieht aber etwas ungelenk aus.

Da die beiden Cutaways symmetrisch sind, wird der Blick durch das Loch irritiert. Die Erwartung von Harmonie durch Symmetrie wirkt stärker als die Tatsache, dass der Lochrand die Kurve vollendet wird.

Da es auch in keiner Weise abgesetzt ist (also keinen mit der Decke harmonisierten Farbrand hat), sieht es für mich aus wie eine aus Versehen offen gelassene Schublade.

Sorry.

Obschon ich es immer schön finde, wenn jemand mal von Grund auf neu über Gitarrenkonstruktionen nachdenkt und lieber die Logik des Objektes gelten läßt als die Tradierung des Gewohnten. Das strahlt die Gitarre durchaus aus.
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Höchst interessant. Da hab ich nun aber als Laie interessehalber eine Frage: Hat das tatsächlich klanglich keine Nachteile? Ist es bei traditioneller Bauweise nicht so, dass auch das Anschlaggeräusch der Saiten selbst durch das darunter liegende Schall-Loch im Resonanzkörper verstärkt wird? Das ist in dem Fall doch ein Effekt der nicht hörbar ist, oder?
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Raptor schrieb:
Höchst interessant. Da hab ich nun aber als Laie interessehalber eine Frage: Hat das tatsächlich klanglich keine Nachteile? Ist es bei traditioneller Bauweise nicht so, dass auch das Anschlaggeräusch der Saiten selbst durch das darunter liegende Schall-Loch im Resonanzkörper verstärkt wird? Das ist in dem Fall doch ein Effekt der nicht hörbar ist, oder?


Das Schallloch lässt zwar den Klang hörbar werden, aber die Decke ist der wesentliche Punkt bei der Klangerzeugung.

Sie wirkt vergleichbar wie die Membran eines Lautsprechers. Die Idee ist hier also möglichst viel schwingende Fläche zu haben, die eben nicht unterbrochen ist und somit die Decke schwächt, die dadurch dort versteift werden muss und somit die Schwingungsenergie auffrisst.

Der Anschlag, also das Einschwingen der Saite, hat somit erstmal nichts mit dem Schallloch zu tun. Auch er wird durch die schwingende Decke über dem Resonanzraum reproduziert.


Ich habe die Kontruktion von Walter in der Herstellungsphase mal per Klopftest begutachten können.
Trotz, im Vergleich , recht kleinen Resonanzraumes (Sprich Korpusgröße), geht die Gitarre wesentlich tiefer runter, als andere Instrumente, was die Resonanzfrequenz angeht. War ein recht erstaunlicher Eindruck.

Klar, die Optik. Aber das ist einfach eine Sache der Gewöhnung. Das guckt man sich ein paar mal an und dann ist dat "ok". Walter Fotografien sind eh für´n Arsch. Sie stellen die Objekte immer verzerrt dar, was die Proportionen angeht. Es ist eigentlich ein hübsches Instrument und man muss sich lediglich an die position des Schalllochs gewöhnen. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Personen die in Sachen Fotografie weniger talentiert sind als Walter, obwohl er schonmal der Meinung war, er seie garnicht so talentfrei. ich sehe das anders!
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Marcello schrieb:
Sie wirkt vergleichbar wie die Membran eines Lautsprechers. Die Idee ist hier also möglichst viel schwingende Fläche zu haben, die eben nicht unterbrochen ist und somit die Decke schwächt, die dadurch dort versteift werden muss und somit die Schwingungsenergie auffrisst.

Der Anschlag, also das Einschwingen der Saite, hat somit erstmal nichts mit dem Schallloch zu tun. Auch er wird durch die schwingende Decke über dem Resonanzraum reproduziert.

Nein, da hab ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Das der Klang in erster Linie durch das schwingen der Decke verursacht wird ist mir klar. Das meinte ich aber nicht. Ich meinte den "Effekt" der tatsächlich nicht durch das schwingen, sondern durch das "schlagen" der Saiten verursacht wird. Also das metallische Pling, Plong, Twang oder wie immer man das bezeichnen möchte Also der "perkussive" Teil des Sounds, der oftmals auch viel ausmacht ...
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Raptor schrieb:
Also der "perkussive" Teil des Sounds, der oftmals auch viel ausmacht ...



Ja, dass ist das, was wir allgemein als Anschlaggeräusch oder eben Anschlag bezeichnen. Der Einschwingvorgang der Saite verursacht durch einen Impuls, den der Spieler mit unterschiedlichen Mitteln (Finger, Pick) der Saite gibt.

Ist übrigens der charakteristische Faktor, weshalb wir Instrumente auch blind voneinander Unterscheiden können.

Auch der wird über die Decke wiedergegeben. Das Schallloch, egal wo es sitzt, ist lediglich die Austrittsmöglichkeit der Schallwellen, bzw. der Resonanz des Instrumentes.
 
Gruß

Marcello

"Mit mir selbst bin ich ohnehin selten zufrieden.
Aber das weiß ich, und es ist mir scheißegal."
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Also ich bin nach wie vor nicht sicher ob wir vom selben reden?

Physikalisch gesehen wird hier das "perkussive Schlagen" der Saiten doch nur als Direkt-Schall von der Decke wiedergegeben, während es bei einer traditionellen Form auch wesentlich lauter durch den Resonanz-Körper verstärkt wird, oder?

Ich meine das Geräusch welches Finger oder Plek ganz unabhängig vom schwingen der Saite auf der Saite selbst erzeugt, im Prinzip also auch wenn man die Saiten festhalten würde.
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Raptor schrieb:
Ich meine das Geräusch welches Finger oder Plek ganz unabhängig vom schwingen der Saite auf der Saite selbst erzeugt, im Prinzip also auch wenn man die Saiten festhalten würde.


Das gibt Longitudinalwellen in der Saite,
und damit ganz Bingo Bongo Parapluie Klangübertragung auf die Decke.
Auch bei Archtops, z.B.

Viele Grüße,
woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
Verfasst am:

RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Marcello schrieb:
Ich habe die Kontruktion von Walter in der Herstellungsphase mal per Klopftest begutachten können.
Trotz, im Vergleich , recht kleinen Resonanzraumes (Sprich Korpusgröße), geht die Gitarre wesentlich tiefer runter, als andere Instrumente, was die Resonanzfrequenz angeht. War ein recht erstaunlicher Eindruck.


Ich habe eben diesen Prototyp letzte Woche gespielt und zwar im Vergleich mit meiner nun 14 Jahre alten sehr guten Breedlove, die Walter kennt und als "Referenzgitarre" akzeptiert.

Die Helena klingt deutlich anders als meine Breedlove, aber sehr gut mit einem eigenen und unverwechselbaren Sound. Und es stimmt, Marcello, sie hat sehr schöne Bässe und insgesamt guten Gesamtsound. Die Helena setzt sich mit ihrem eigenen Sound sich sehr gut von anderen Gitarren ab.
Meine Breedlove kann sehr laut sein. Im Vergleich mit der Helena nehmen sich diese beiden Gitarren in Sachen Lautstärke rein gar nichts.

Marcello schrieb:
Klar, die Optik. Aber das ist einfach eine Sache der Gewöhnung. Das guckt man sich ein paar mal an und dann ist dat "ok". Walter Fotografien sind eh für´n Arsch. Sie stellen die Objekte immer verzerrt dar, was die Proportionen angeht. Es ist eigentlich ein hübsches Instrument ...


Nicht nur eigentlich, Marcie, sie ist ein schönes Instrument. Die Bilder geben das in der Tat nicht wieder. Der Korpus ist recht dünn und wirkt von vorn betrachtet etwas breiter als übliche A-Gitarren. Mit dem versetzten Schallloch und dem gegenüber liegenden Cutaway erinnert sie mich ein wenig an ein SG-Modell.
 
Gruss
frank
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Marcello schrieb:
Das Schallloch lässt zwar den Klang hörbar werden, aber die Decke ist der wesentliche Punkt bei der Klangerzeugung.


Ist es dann nicht mehr oder minder egal, wo man das Schalloch setzt?
Zum Bleistift in die Zarge, so dass der Spieler selber "angstrahlt" wird?
Oder kann man, wenn man sie als reine Bühnengitarre nutzt, die über die
PA verstärkt wird, sogar gänzlich darauf verzichten? Das Instrument würde
so doch sicherlich rückkoplungsfreundlicher werden, oder?

@W°°: Mal aus reiner Neugierde: Was empfiehlst Du als TA-Sytem?
 
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RE: Neue Wege im Gitarrenbau

Gerrit schrieb:
Zum Bleistift in die Zarge, so dass der Spieler selber "angstrahlt" wird?

Gibt es. Ist mir irgendwann im letzten Jahr, meine ich, entweder in der G&B oder in einer der Bass-Hochglanzpostillen untergekommen, dass bei einem Instrument das Schallloch dem Spieler zugewandt im Zargen (der Zargen, maskulinum, Anm. d. Red.) saß.

Ich schaue mal, ob ich was finde…
 
Gruß & Grooves,
Andreas
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