Preisunterschiede bei Tonabnehmern

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Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Hi,

ich bin gerade dabei meine gute, alte Japan Strat aufzuwerten. Neben einem neuen Body in Erle (der alte ist Linde), einem Stahlblocktremolo sollen evtl. auch die Tonabnehmer getauscht werden.

Dabei stellt sich mir allerdings die Frage, wie sich die beträchtlichen Preisunterschiede rechtfertigen lassen. Bleibt man bei Fender ist man so mit gut 150,- für 3 Stratpickups dabei.

Wendet man sich an die Handwickler geht die Schere schon recht weit auseinander:
Harry Häussel: gut 250,-
Van Zandt: Fast 300,-
Leosounds: ab 99,-

Es gäbe noch hundert andere Firmen, aber wieso kann Leosounds ebenfalls handgewickelte PU´s dreimal billiger bauen als Van Zandt???

Ich mein, dass sind ja keine Hightech Produkte. Nur etwas Kupferdraht um ein paar Magneten rumgewickelt. Bei Hölzern (natürliches Produkt) verstehe ich ja die Unterschiede noch in Bezug auf Qualität und dass gute, selektierte Bodies oder Hälse teurer sind. Aber ein Kupferdraht denkt sich doch nicht: "Hähä, ich werd mal ein Scheiß-Pickup!"

Im Moment tendiere ich ganz stark zu Leosounds, zumal mir die von den Soundfiles her auch noch am besten gefallen (was immer das auch wert ist über Compilautsprecher...). Oder meint ihr, dass man lieber mehr Geld in die Hand nehmen sollte? Wenn ja, warum?

Ciao Daniel
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Ich habe bislang von Leosounds ein Stratset gehabt, einen Humbucker und ein Tele-Set. War alles astrein, wenn auch nicht alles bei mir blieb. Michael Panthleon ist ein richtig guter Boutique-Hersteller mit offenem Ohr für Kundenwünsche, man kann nett mit ihm telefonieren und beschreiben, was man will, und durch den Direktvertrieb sind die Preise sicher recht günstig. Ansonsten würde ich sagen: die Preise der anderen sind hoch. Ob zu hoch, muß jeder für sich entscheiden, meiner Meinung nach sind sie weder durch Materialeinsatz noch durch entsprechende Klang-Überlegenheit gegenüber den Leos zu rechtfertigen. Wobei der Häussel in meiner Nik Huber Krautster extrem geil ist, in jeder Situation. Aber genau den gibts nicht separat zu kaufen
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Ich sehe das so ähnlich wie Markus. Grundsätzlich muss man kein großes Geld ausgeben, um gute Pickups zu bekommen ... aber man kann natürlich. Das darf und muss jeder selbst entscheiden. Manchmal gibt es ein bestimmtes Timbre nur von dem einen Hersteller und dann muss man halt ein bisschen tiefer in die Tasche greifen... (ich finde z.B. Fralin p90 stegpickups unschlagbar gut )
Manche Sachen sind auch so gut wie Alternativlos, wie z.B. TV Jones Pickups
Wenn man allerdings ein paar Prozent geschmackichen Spielraum bei den gängigen Formaten mitbringt, kann man sehr viel Geld sparen. Ich finde Leosounds auch total klasse. Habe 2 Teles mit Mudcats bestückt und sehe überhaupt keinen Grund, mich umzuschauen.
Leosounds sind aber auch schon sensationell günstig. Das läd auch dazu ein, nicht gar so hochwertige Instrumente etwas aufzurüsten.
Ich nehme es allerdings niemandem übel, wenn er ein Handgefertigtes Spitzenprodukt auch für etwas mehr anbietet.
Zum Glück gibt es die Wahl

Gruß
.Gurki
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Re: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Telephonist schrieb:
...., aber wieso kann Leosounds ebenfalls handgewickelte PU´s dreimal billiger bauen als Van Zandt???


Hi,

das was Du bezahlst sind nicht die Herstellungskosten sondern schlicht und ergreifend der Verkaufspreis, und der richtet sich danach was der Markt hergibt....und zur Zeit scheint er doch einiges herzugeben wenn man sich die Verkaufspreise anschaut...

Meine Erfahrung hat gezeigt dass PU und Gitarre zusammenpassen muessen - nur der PU allein macht es nicht...

In meiner Cheri Tele Copy ist ein Rockinger PU Set drin, und das passt einfach fantastisch und so klingt es auch klingt.

Ein Bekannter hat ne alte Hohner Tele Copy und wollte die gleichen PU wie in meiner haben weil ihm der sound auch sehr gefaellt.
Gesagt ... getan: PU bestellt und eingebaut, mit dem Ergebnis dass seine Hohner jetzt deutlich besser klingt als vorher, aber meine Cheri klingt trotzdem anders ... ob "besser" oder "schlechter" ist Geschmacksache, aber eben deutlich unterschiedlich.

Trotzdem war er zufrieden - manch anderer waere weiter auf die Suche nach "DEM" Sound gewesen und haette gesucht und gekauft und probiert -und das ist wohl der Grund fuer die Preissituation am Markt.

Gruss
Der Nominator
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Habe 2 Leosound in meiner Strat und bin seeehr zufrieden. Die anderen sind anders- ob auch besser ist dann wohl in vielen Dingen wirklich subjektiv. Merkt man nur im vergleich- und da ich den ja nicht habe...;)
Muss letztlich jeder selbst wissen.
 
www.egoecho.de
facebook: egoechoband
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Re: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Telephonist schrieb:
Wendet man sich an die Handwickler geht die Schere schon recht weit auseinander:
Harry Häussel: gut 250,-
Van Zandt: Fast 300,-
Leosounds: ab 99,-


...oder der gute Herr Kloppmann, bei dem man 400 Euro fürs Strat-Set bzw. fast 500(!) Euro die Humbuggies latzen darf.

Ob solch ein Investment Sinn macht, konnte ich persönlich noch nicht testen. Die Leute, die sich ein Kloppi Set holten, sind jedoch nachhaltig begeistert, so zumindest meine Wahrnehmung.

Meine momentane Schmerzgrenze für Replacement-PUs liegt jedenfalls deutlich unter 400 Euro aber hey, vielleicht ändert sich das irgendwann und bin bereit dafür...
...sag niemals nie

@all
Hier gibts doch bestimmt einen erfahrenen PU-Spezi der schon alle genannten Hersteller verbaut hatte, was bleibt wohl unterm Strich?

Gruß
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Hi,

bei PUs ist alles erlaubt, es muss halt für den Nutzer passen.

Wer weiß, was ihm wichtig ist, wird wissen, wo Abstriche am ehesten erlaubt sind.

Sehr offene, transparente Single Coils können für den einen der heilige Gral (zumindest temporär) sein, während der Nächste Wert darauf legt, dass er auf der Bühne mit viel Licht schlicht keine Einstreuprobleme hat.

Ich hab für mich da ganz gute Lösungen mit den Lawrence-PUs gefunden, die aber sicher nicht für jeden taugen. Ich habe konsequenterweise alle meine SC-Gitarren damit bestückt, und mein Rig auf die PUs abgestimmt.
Es gibt sicher PUs die offener, fetter, geiler sind, aber für MEIN Einsatzgebiet funzen die Teile und machen keinen Brumm!
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

gitarrenruebe schrieb:
....waehrend der Nächste Wert darauf legt, dass er auf der Bühne mit viel Licht schlicht keine Einstreuprobleme hat.


Hi,

..was das Licht betrifft, da gibt es riesige Unterschiede , aber die liegen eben beim Licht

Ich habe vor Jahren in Heidelberg jeden Freitag in einer Kneipe gespielt: ca. 25 Biullig-Dimmer aus dem Baumarkt, alle auf 50%....das war die Hoelle fuer meine Tele - sowas hatte ich noch nie erlebt.

Letztens in Chengdu/China auf einer riesigen Buehne vor 40.000 Zuschauern mit der groessten Lightshow die ich bisher mitgemacht habe...was soll ich sagen...nix aber auch garnix vom Licht zu hoeren.... so sollte es sein !!

Gruss
Der Nominator
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Nominator schrieb:
gitarrenruebe schrieb:
....waehrend der Nächste Wert darauf legt, dass er auf der Bühne mit viel Licht schlicht keine Einstreuprobleme hat.


Hi,

..was das Licht betrifft, da gibt es riesige Unterschiede , aber die liegen eben beim Licht

Ich habe vor Jahren in Heidelberg jeden Freitag in einer Kneipe gespielt: ca. 25 Biullig-Dimmer aus dem Baumarkt, alle auf 50%....das war die Hoelle fuer meine Tele - sowas hatte ich noch nie erlebt.

Letztens in Chengdu/China auf einer riesigen Buehne vor 40.000 Zuschauern mit der groessten Lightshow die ich bisher mitgemacht habe...was soll ich sagen...nix aber auch garnix vom Licht zu hoeren.... so sollte es sein !!

Gruss
Der Nominator

Ich sags mal so, mir ist es lieber, wenn nix brummt.
Mit Einstreuungen hat man gerade bei Open Airs oftmals zu tun, wenn die Starkstromzuleitungen "quer durch die Landschaft" verlegt werden und Baustromverteiler mit im Spiel sind. Zumindest sind so meine Erfahrungen.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Inhalt auf Wunsch des Users gelöscht
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Was ned brummt klingt ned

Jeder Pickup Hersteller hat seine Berechtigung. Ich hab das schon soooo oft hier geschrieben. Der Preis eines PU entscheidet nichts über den Sound den man sucht, oder bevorzugt.
Es gibt Gitarren, egal ob billig oder teuer die mit egal welchem Pickup einfach nicht klingen möchten - es gibt Gitarren die mit dem Pickup XY einfach nur supergeil klingen. Man kann hier etwas empfehlen (passend zum Budget) aber letztendlich entscheidet dann doch der Zufall.

Meine 50's Telli hatte schon einige sehr gute Pickup Sets montiert und klang immer toll weil es eine gute Gitarre ist. Aber ausgerechnet das teuerste Set von Ray Gerolds (~500Taler) entpuppte sich als mit Abstand bestes ohne der Gitarre den typisch-interessanten Charakter zu nehmen.
Man sollte auch genau wissen was man möchte, bzw. auf was man den größten Wert legt!
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Leveler Reveler schrieb:
Heute wird ja zum Glück auch immer mehr LED-Technik im dem Bereich eingesetzt. Die macht nicht so viele Probleme was Einstreuungen angeht und ist auch kühler.


Naja, ob das Glück ist.. .
LED sind kälter, günstiger und unempfindlicher ... Aber machen auch bei weitem nicht so schönes Licht.
Den Ökologischen Aspelkt lasse ich mal außen vor.

OT Ende
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RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Telephonist schrieb:
Handwickler
Harry Häussel
Van Zandt

Du glaubst aber doch nicht wirklich, dass diese beiden noch von Hand wickeln, bei den Massen, die sie produzieren?????

Komm mal von den Pickups weg und nimm ein anderes Beispiel.
Es gibt erstklassige no name T-Shirts für 14,50 Euro. Die kannst du beim Sport durchschwitzen, waschen, schleudern, trocknen, wieder anziehen und alles von vorne. Und das über 2-3 Jahre. Ohne dass sie ihre Form verlieren, einlaufen, ausbleichen.

Und es gibt jene von Lacoste, Armani, Boss…….die sind nicht um einen Cent besser, kosten aber das dreifache. Warum??

Telephonist schrieb:
aber wieso kann Leosounds ebenfalls handgewickelte PU´s dreimal billiger bauen als Van Zandt???


Es ist wie mit der Frage, warum sich ein Rüde die Eier leckt.
WEIL ER ES KANN!

Deine Fragestellung hat einen Fehler. Es geht nicht darum, wie Leosounds es schafft, so günstig zu produzieren. Die Frage lautet:
Wie schafft es ein Kloppmann, Gerold, Häussel Menschen dazu zu bringen, für ein primitives Bauteil das Vielfache dessen zu bezahlen, was ein Leosunds verlangt.

Warum ist ein VW um so vieles teurer als ein Skoda, obwohl beide aus denselben Teilen bestehen?

Du bezahlst den Namen. Den Glauben an den Namen. Nicht das Produkt als solches. Das ist die Kunst des Marketing. Aber, wie Magman schon schrob….

Magman schrieb:
Ich hab das schon soooo oft hier geschrieben. Der Preis eines PU entscheidet nichts über den Sound den man sucht


Darum - denk mal drüber nach und sammle eigene Erfahrungen. Das kostet ein wenig Geld (kauf nie neue Pickups, sondern immmer nur gebraucht und verticker sie wieder, wenn sie nix waren).....nur so kommst du dort hin, wo du hin willst, andere Leute fragen bringt nix.

Tom
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Hi,

danke für die vielen Antworten.

Das mit dem Lacoste versus Billig-T-shirt sehe ich genauso. Man zahlt nicht für Qualität, sondern für den Namen. Aber Leosounds hat sich ja mittlerweile auch schon einen sehr guten Ruf erarbeitet.

Und da frage ich mich, warum er nicht den Regeln des eiskalten Kapitalismus folgend, nicht einfach auch seine Preise raufhaut und fett Kohle macht. Ist der einfach nett und ein Idealist, der die Leute mit super Pickups zu tollen Preisen versorgen will? Quasi die Mutter Theresa unter den Pickupwicklern? Immerhin ist er ja sogar billiger als die Fender Serien-PU´s von denen er ja Upgrades herstellen will.

Ich find das ja echt gut, dass der so günstige Preise macht und auch echt fair. Und ich bin auch keiner von der Fraktion: Was nichts kostet, taugt nichts. Meine Frage ist lediglich, da ich technisch mich da nicht sooo auskenne, wie vielleicht manch anderer in diesem Forum, ob nicht vielleicht doch etwas minderwertigere Materialien für Leosounds verwendet werden im Vergleich zu höherpreisigen. Eine rein technische Frage also an die Bastelfreaks.

Ich glaube es eigentlich nicht. Es ist halt wie mit den T-shirts. Aber interessieren würde es micht halt. Produziert werden die Leosounds ja in Deutschland, oder?

LG Daniel
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Telephonist schrieb:
Und da frage ich mich, warum er nicht den Regeln des eiskalten Kapitalismus folgend, nicht einfach auch seine Preise raufhaut und fett Kohle macht. Ist der einfach nett und ein Idealist, der die Leute mit super Pickups zu tollen Preisen versorgen will? Quasi die Mutter Theresa unter den Pickupwicklern?



...auch gute Preise sind eine Art von Werbung! Würde er mehr nehmen, wäre er nur ein PU Wickler unter vielen. Ich denke, gerade seine "Sonderstellung" in Verbindung mit dem guten Ruf (Mundpropaganda) erlaubt es ihm, ohne großen marktschreierischen und finanziellen Aufwand seine Pickups an den Mann zu bringen.
Angenehme Geschäftsbedingungen, würd' ich auch so versuchen. Wer braucht schon Millionen?
 
Gruss, tommy
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Ich denke dass 95% aller gitarristen kaum einen unterschied an den pickups erkennen.
Da spielt auch der faktor amp eine grosse rolle.
An einer japan strat muss man eigentlich nichts ändern, sind bau- und werkstoffgleich mit den squire (vj-serie) und ''amerikanischen'' fenders.
Bekanntlich wurden ja alle anfang/mitte der achtziger in der selben japanischen fabrik hergestellt.
Da ist kein grund eine jap strat zu pimpen, die hat sofern ich mich recht entsinne ziemlich gute pickups verbaut, die klingt wie eine strat und das soll sie auch,
wenn sie anders klingen soll kauf eine andere gitarre
Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

Telephonist schrieb:
Hi,

danke für die vielen Antworten.

Das mit dem Lacoste versus Billig-T-shirt sehe ich genauso. Man zahlt nicht für Qualität, sondern für den Namen. Aber Leosounds hat sich ja mittlerweile auch schon einen sehr guten Ruf erarbeitet.

Stimmt, aber überleg mal, worin der genau besteht. Nämlich darin, daß man hier gute bis sehr gute Pickups mit individueller Kaufberatung für moderate Preise bekommt.

Und da frage ich mich, warum er nicht den Regeln des eiskalten Kapitalismus folgend, nicht einfach auch seine Preise raufhaut und fett Kohle macht.

Er hat keine prominenten Endorser, kein Kult-Image und keinen "latest voodoo-gear personally blessed by Jimi's bones"-Ruf. Es wäre schön dumm von ihm, seine USP (sorry, marketingdeutsch, sein "Alleinstellungsmerkmal") kaputt zu machen. Dann muß er nämlich mit den ach so kultigen Van Zandts, Kloppmanns, Throbaks, Wolftones usw. konkurrieren. Und entsprechend Werbung schalten, in der er dann irgendwelche Vintage-Kult-Hype-Stories präsentiert. Kostet alles ein Riesengeld. Und nervt.

Ist der einfach nett und ein Idealist, der die Leute mit super Pickups zu tollen Preisen versorgen will?

Ja. Ich kenne ihn nur vom Telefon, aber ich glaube schon, daß er Pickups baut, weil er das toll findet, daß er sich über gelungene Sounds freut und über glückliche Kunden auch. Der macht das nicht, um reich und/oder berühmt zu werden. Der macht das einfach, weil er das gut findet.
Quasi die Mutter Theresa unter den Pickupwicklern? Immerhin ist er ja sogar billiger als die Fender Serien-PU´s von denen er ja Upgrades herstellen will.

Schon komisch. Wenn jemand Abzocke betreibt, regt sich jeder auf. Wenn es jemand bewusst nicht macht, witzelt jeder. Oder wird argwöhnisch. Die Welt ist seltsam. Hast du mal Fender gefragt, wieso ein kleiner Bastler aus Deutschland in kleinster Auflage Pickups produziert, die besser UND billiger sind als Fenders Massenware? Nein? Warum nicht?

Ich find das ja echt gut, dass der so günstige Preise macht und auch echt fair. Und ich bin auch keiner von der Fraktion: Was nichts kostet, taugt nichts. Meine Frage ist lediglich, da ich technisch mich da nicht sooo auskenne, wie vielleicht manch anderer in diesem Forum, ob nicht vielleicht doch etwas minderwertigere Materialien für Leosounds verwendet werden im Vergleich zu höherpreisigen. Eine rein technische Frage also an die Bastelfreaks.

Ich bin kein Materialexperte, aber ich vermute, die Materialkosten sind bei Pickups im Bereich von 20 € pro Set, wenn man nicht gerade EINE Baseplate, EINE Spule und EINEN Pappkörper einkauft, sondern größere Mengen. Was die Preise der anderen umso fragwürdiger macht. Nein, nicht die Preise. Die gläubige Kaufreaktion so vieler Kunden.

edit: Tommy war schneller mit seiner ganz ähnlichen Antwort. Ich verdiene übrigens auch lieber etwas weniger, arbeite aber dafür unter angenehmen Umständen, mit hoher Lebensqualität. Die ist nämlich unbezahlbar. Für alles andere gibt es Eurocard...
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
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Verfasst am:

RE: Preisunterschiede bei Tonabnehmern

deetee65 schrieb:
Ich denke dass 95% aller gitarristen kaum einen unterschied an den pickups erkennen.


Da stimme ich mit dir ein. Das meiste spielt sich im *Kopf ab. Ich pimpe seit über 30 Jahre Gitarren und hab da auch selbst so manches erlebt. Ich hab mir auch schon Kloppmänner gut geredet weil sie so teuer waren.

*Erlaubt mir euch eine kleine Geschichte dazu zu erzählen:

Ich hatte mal einen "Kunden", der mit seiner 7 US Strat, bestückt mit Amber Pickups zu mir kam und sehr unzufrieden war mit dem Sound, welcher deutlich in die Hendrix Ecke gehen sollte. Er hatte schon viele teure Pickups getestet sagte er, nichts konnte und wollte ihm wirklich gefallen. Er war schon öfters bei mir und ich wusste, es ist kein einfacher Mensch, jemand der mit sich selbst unzufrieden ist, aber die Schuld gerne bei anderen sucht. Nun, ich erlaubte mir einen kleinen Scherz und verbaute Pickups aus einer der allerersten Fenix Strats und baute ein 500k Volumenpoti samt Treble Bleed ein. Er kam wieder um zu testen und ich schweigte einfach erst mal. Er war sofort angetan und sein Grinsen wurde immer breiter - ich sah einen glücklichen und zufriedenen Menschen vor mir.
Nach gewisser Zeit fragte er welche edle Pickups ich ihm da wohl eingebaut hatte, das klänge ja wirklich nur supergeil. Ich erzählte ihm etwas von einem Pickup-Guru aus Texas, Spezialverfahren, von Hand gewickelt und bla bla bla.... Das Set soll allerdings knapp 300 Euro kosten. Er meinte nur das wäre ja klasse, er hatte schon mit wesentlich mehr gerechnet, weil die Kloppmanns ja auch schon so teuer waren, ihm aber rein gar nicht gefallen hatten. Ich konnte nicht anders und mir liefen die Tränen aus den Augen vor Lachen als ich das Gesicht sah und ich ihm die Wahrheit sagte. Er verstand allerdings keinen Spaß und wurde recht böse. Ich sollte ihm seine Pickups schleunigst wieder einbauen und er würde dann zu jemanden gehn der ihn ernst nimmt. Ich muss gerade wieder schmunzeln wenn ich noch daran denke

Ach ja außer Michael Pantleon alias Leosounds würde ich auch noch bei David Barfuss und Wolfgang Damm alias Amber Ausschau halten. Auch diese beide bauen sehr gute Pickups zu fairen Preisen und haben immer ein öffnendes Ohr wenn es um Beratung geht.
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