Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

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Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Liebe Freunde der Livemusik,

Mich interessiert wie ihr es angehen würdet wenn ihr euch ein Programm von etwa 200 Songs auf Gitarre und Gesang draufschaffen müsstet.
Es handelt sich um Songs die bekannt sind für ein Kommerzprojekt. Allerdings hab ich als Radioverweigerer auch den Nachteil viele Songs zu wenig im Ohr zu haben.

Oldie bis Hardrock, klassische Tanzmusik bis Jazz.

Unterlagen (Mappe is natürlich erlaubt)!

Im Moment erschlägt mich das ein bissl sollte aber ab Montag daran zu arbeiten beginnen.

Bin gespannt wie ihr sowas angeht und wer sowas schon erlebt hat.

Lg
Auge
 
...Genau!
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Ich erstelle mir zuerst mal CDs fürs Auto und die Dudeln dann rauf und runter. So präge ich mir anfangs die Abläufe ein.
Beim Durchhören merkt man dann auch wo Details sind, welche es klären gilt, sprich zu üben sind.

Auswendig geht bei 200 Stücken eh erst mal nix, da brauchst du dir keinen Kopf machen.

Perfektionismus erst mal hinten anstellen und Fehler schmunzelnd umspielen ist bei dieser Songmenge wohl eh der beste Rat.

Grüße
Frank
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Hmmm... meine Antwort ist irgendwie verlorengegangen...

Nochmal:

Ich würd mit den Songs anfangen, die ich kenne und mag.
Dann alle anderen auf CD brennen und dauernd anhören, um ein Gefühl für die Songs zu bekommen.
Dann eine Prioritätenliste anlegen und abarbeiten. Da gibt es sicher Songs, die unbedingt dauernd gespielt werden und andere, die vielleicht gelegentlich drankommen.

So ungefähr...

Beste Grüße,
Jab

Ach ja: Notizen machen...
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Re: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

auge schrieb:
Bin gespannt wie ihr sowas angeht und wer sowas schon erlebt hat.

Hallo Auge,

in so einer Situation lebe ich meine Neurose aus und mache eine alphabetische Liste. Daraus wir alles gestrichen, was ich draufhabe - ggf. nach Prüfung, ob es in der neuen Kapelle transponiert ist und ich mir evtl. einen anderen Fingersatz überlegen muß.

Der Rest wird dann farbig markiert, je nachdem, wie mein Stand ist. In den einen Topf die, die ich im Ohr, aber noch nicht gespielt habe. In den anderen die, die ich noch überhaupt nicht kenne. Wenn ich keine Original habe, besorge ich mir eines. Dann schaue ich, dass ich den Text bzw. ein lead sheet bekomme.

Die, die ich überhaupt nicht kenne, kommen in´s Auto - wie minoruse schon empfahl. Die höre ich mir auch alle zuhause an, lese den Text mit, damit ich weiß, worum es geht und evtl. auf die Stimmung eingehen kann, und überlege mir, welche Sounds ich dafür brauche. Dann werden ggf. die Sounds gebastelt, bevor ich anfange rauszuhören und Notizen zu machen.

Wenn die Unbekannten ungefähr eingesickert sind, kommen die, die ich im Ohr zu haben meine. Da stecken dann meist einige Überraschungen drin, weil ich es anders im Ohr habe, als es tatsächlich ist. Bei denen gehe ich genauso vor.

Dann kommt die Phase, wo ich diese beiden zusammen auf eine CD backe und versuche mitzuspielen. Was noch nicht funktioniert --> repeat. Für den rest muß man dann halt doch noch mal mit der Band proben...
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Jab schrieb:
dauernd anhören, um ein Gefühl für die Songs zu bekommen.

Ja. Das halte ich bei der Masse von Songs für ganz besonders wichtig, vor allem bei der von Dir geschilderten Ausgangslage:

auge schrieb:
Allerdings hab ich als Radioverweigerer auch den Nachteil viele Songs zu wenig im Ohr zu haben.

Ich hatte einmal einen recht großen Berg (~100) von Coversongs in relativ kurzer Zeit vorzubereiten, von denen ich die meisten noch nie zuvor gespielt hatte. Dass man die meisten Songs schon oft gehört hatte, wenn auch nur nebenbei, hat dabei sicher sehr geholfen (und sei es nur, sich optimal durchzulügen, was dann allerdings beim Gesang schwieriger wird).
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Ich habe keine Ahnung, ob Du Profimusiker bist oder ob Du noch einen Nebenjob hast. Wenn ich Profi wäre, würde ich folgendermaßen vorgehen: Ich mache mir eine Arbeitsliste für die Zeit, die ich noch habe. Hätte ich beispielsweise noch 4 Wochen Zeit und keine andere Verpflichtung, würde ich in den ersten 3 Wochen an 6 Tagen in der Woche 09:00-12:00 Songs spielen, dann 13:00-15:00 Songs hören (Notizen machen), 16:00-19:00 Songs hören und spielen. Bei 24 Arbeitstagen macht das ca. 12 Songs pro Tag in den ersten 3 Wochen, danach hätte ich noch eine Woche für den "Feinschliff". Zwischendurch gibt es sicher Proben mit der Band.

Für so etwas mache ich mir einen täglichen Arbeitsplan und zwinge mich, den auch einzuhalten.

Sich 200 Songs draufzuschaffen ist reine Fleißarbeit, bei der in erster Linie Disziplin gefragt ist. Und man muss (zumindest am Anfang) Abstriche bei der Qualität machen. Und sicherlich ist das Archivierungskonzept entscheidend.

Ich hatte vor gut 20 Jahren in einer Tanzband gespielt, die etwa 120 Songs im Repertoire hatte. Ging aber, da vieles gar nicht so schwer war. Bei Top40 ist der Keyboarder eher gefragt.
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Hi Auge,

Jab schrieb:
dauernd anhören, um ein Gefühl für die Songs zu bekommen.


Das halte ich auch für sehr wichtig.

uwich schrieb:
Für so etwas mache ich mir einen täglichen Arbeitsplan und zw inge mich, den auch einzuhalten.

Sich 200 Songs draufzuschaffen ist reine Fleißarbeit, bei der in erster Linie Disziplin gefragt ist.


Auch hiier stimme ich zu.

Was mir noch einfällt:Ich vertue mich manchmal mit der Einschätzung wie komplex und damit aufwändig oder einfach ein Stück zu erlernen ist. Und zwar in beide Richtungen.
Seitdem beginne ich frühzeitig auch die vermeintlich simplen Stücke zumindest zu testen.

200 Stück sind schon heftig....

Viel Erfolg!

Micha
 
Irgendwas is immer.
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Hi,

vor einer aehnlichen Aufgabe stand ich auch schon...es waren sogar 250 Titel....

Nun, niemand benoetigt 250 Songs fuer einen gig - also mal nach den songs fragen:
A: die nahezu jedesmal gespielt werden,
B: die Gruppe der evtl. weiter infrage kommenden Stuecke
C: die songs die schon lange nicht mehr gespielt werden.

Dann wuerde ich nach der Liste mit den aktuellen Tonarten fragen - da erlebt man manchmal Ueberraschungen , und falls es mehrere Vrsionen gibt: welche genau gespielt wird .

Dann besorge ich mir immer alle songs .
Die sind dann auf dem Rechner in einem Ordner als mp3, auf dem Handy und/oder mp3-player.
Ich hoere mir das dann immer morgens & abends im Auto oder hier in Beijing in der U-Bahn an...das hilft ne Menge.

Die sollen Dir eine ungefaehre Setlist fuer den ersten gig bei dem du dabei sein wirst geben - danach wuerde ich meine Prioritaeten setzten und diese Songs als Leadsheets rausschreiben ( ich mache das schon seit vielen Jahren so und habe so ueber 1000 songs rausgeschrieben...)

Danach gehts an die restlichen Songs der oben benannten Gruppe B.

Das reicht dann erstmal und ich vermute dass das max. 130 songs sein werden .... 1/3 wird meist nie oder nur 1x im Jahr gespielt.

Dann gehe ich die Leadsheets durch, mache ein paar zusaetzliche Bemerkungen , manchmal sind beim ersten Mal auch Fehler drin weil ich das doch sehr zuegig mache um durchzukommen, tja und dann muss man halt schauen wie man damit klar kommt - that's it.

Also, toi toi toi und viel Glueck

Gruss aus Beijing
Der Nominator
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Was ist denn Dein Job in dem Projekt? Rampensau oder Backings? Frontgitarrist oder "den kann man auch mal leiser drehen"? Und v.a.: ist das ein Ton für Ton-Cover-Projekt? 200Stücke klingt mir eher nach Tanzmusik-Projekt, sodass es erst mal wichtig ist, die Abläufe der Stücke, Tonart und die Textpassagen draufzuschaffen, sowie die Gitarrenparts, die "einfach kommen müssen", damit das Stück als das erkannt wird, was es sein soll. Ich nehme an, dass du in ne bestehende Combo einsteigen sollst, sodass du dich vermutlich darauf verlassen kannst, dass die anderen die Sachen drauf haben. Deshalb würde ich mich zunächst auf die Stücke konzentrieren würde, wo es auf deinen Part besonders ankommt.

Schlimmer als die Gitarrenparts find ich die Singerei! Nichts schlimmer als ein Sänger mit nem Notenständer vor der Nase! Für die Singerei hab ich mir für solche Gigs angewöhnt, an den Microständer in Bodennähe einen Notenhalter anzuschrauben, den mit ner kleinen Taschenlampe anzuleuchten und dann die Texte nur jeweils mit der Anfangszeile - also den ersten ein, zwei, drei Wörtern recht groß ausgedruckt auf jeweils ein Blatt auszudrucken. Wenn erstmal der Einstieg in eine Strophe da ist, läuft der Rest regelmäßig ganz gut...
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Vielen Danke für eure Anregungen!

Es handelt sich um ein Tanz/Party/Cover Projekt in variabler Besetzung.
Mein Job ist Leadgitarre, Saxophon, 2. Sänger und Backingvox.
Ich bin da nicht der wirkliche Frontman aber es wird schon erste Reihe verlangt. Vor allem da ich auch einiges Leadsingen soll.

Die Text/Leadsheetmappe wird sich anfangs nicht vermeiden lassen.

Ich setze mich heute mal zu Liste und werde die Kategorisierung a la Mad Cruiser durchziehen und mir denn Songvorlagen checken. Im Moment fahr ich fast nix mit dem Auto daher werd ich mich zu Hause dazusetzen und gleich Notizen machen.
Zeit hab ich leider nicht allzuviel dafür werd ich die Songs etwas eingrenzen lassen für die ersten Gigs.

So long.
Lg
Auge
PS: Werde berichten und bin auf weitere Geschichten gespannt.
 
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

W°° schrieb:
Mal doof gefragt: Gibt es nicht inzwischen so was ähnliches wie Teleprompter mit Leadsheets?


Ja, ich glaube, das geht mit 'Unreal Book' auf dem IPad.
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

Ich halte die Ausführung vom Nomi für absolut zielführend. Ansonsten Ipad und Onsong-App; absolut unverzichtbares Tool inzwischen für mich.
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

W°° schrieb:
Mal doof gefragt: Gibt es nicht inzwischen so was ähnliches wie Teleprompter mit Leadsheets?


Ja. Und der ist in dem Projekt auch vorhanden.

Nach Teleprompter kann man mit etwas Übung reden. Singen geht leider nicht.
Und die Akkorde sind immer schwer zu lesen und Sound und Groove muss man sich ja doch erarbeiten.

Zwischen Teleprompter und Zettel is also nicht viel nützlicher Unterschied.
 
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

auge schrieb:
W°° schrieb:
Mal doof gefragt: Gibt es nicht inzwischen so was ähnliches wie Teleprompter mit Leadsheets?


Ja. Und der ist in dem Projekt auch vorhanden.

Nach Teleprompter kann man mit etwas Übung reden. Singen geht leider nicht.
Und die Akkorde sind immer schwer zu lesen und Sound und Groove muss man sich ja doch erarbeiten.

Zwischen Teleprompter und Zettel is also nicht viel nützlicher Unterschied.


Hallo Christian,

dass man nicht ohne hören und üben hin kommt, weiß ich auch. Zumindest überall da, wo es um eine Hookline, oder ein Lick geht.
Aber es gibt ja auch eine große Strcke, wo man schlicht begleitet. Da ist es vielleicht eine Hilfe, wenn die Leedsheets hinten mit laufen und bei 200 Nummern bekommt man bestimmt Übung im Lesen...
Aber eherlich - mehr als 100 hatte ich nie drauf - und da habe ich in 4 Bands gespielt.
 
Gruß

Walter


http://www.facebook.com/der-gitarrenbauer

Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit
Karl Valentin
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

auge schrieb:
W°° schrieb:
Mal doof gefragt: Gibt es nicht inzwischen so was ähnliches wie Teleprompter mit Leadsheets?


Ja. Und der ist in dem Projekt auch vorhanden.

Nach Teleprompter kann man mit etwas Übung reden. Singen geht leider nicht.
Und die Akkorde sind immer schwer zu lesen und Sound und Groove muss man sich ja doch erarbeiten.

Zwischen Teleprompter und Zettel is also nicht viel nützlicher Unterschied.

Dann stimmt aber etwas nicht.
Bei mir geht das einwandfrei, ist gut zu lesen, hell und deutlich.
 
Meine Nachbarn hören gute Musik - zwangsläufig...
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

kiroy schrieb:
auge schrieb:
W°° schrieb:
Mal doof gefragt: Gibt es nicht inzwischen so was ähnliches wie Teleprompter mit Leadsheets?


Ja. Und der ist in dem Projekt auch vorhanden.

Nach Teleprompter kann man mit etwas Übung reden. Singen geht leider nicht.
Und die Akkorde sind immer schwer zu lesen und Sound und Groove muss man sich ja doch erarbeiten.

Zwischen Teleprompter und Zettel is also nicht viel nützlicher Unterschied.

Dann stimmt aber etwas nicht.
Bei mir geht das einwandfrei, ist gut zu lesen, hell und deutlich.


Was meinst du?
 
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RE: Umfangreiches Repertoire erarbeiten? Wie angehen?

auge schrieb:
Was meinst du?

Naja, Du schreibst, dass Singen mit Teleprompter nicht ginge und Akkorde schwer zu lesen seien.

Ich habe auch ein Teleprompter-Programm laufen, das funktioniert einwandfrei. Eingescannte Leadsheets werden scharf, deutlich und hell angezeigt. Je nach Größe lasse ich es durchscrollen oder auch nicht. Es ist alles gut zu lesen, ich kann gut danach singen und Akkorde oder Noten sind auch gut lesbar. Ich finde sogar, es ist besser als die Zettelwirtschaft. Ich hatte früher meine Leadsheets in Klarsichtfolie, da war oft das Problem, dass eine Lampe sich darin spiegelte, dann konnte man's nicht lesen. Der kleine Monitor ist so hell, da spiegelt sich nix.

Deshalb meine Vermutung, dass da etwas nicht in Ordnung ist, wenn Du damit Akkorde nur schwer lesen und nicht singen kannst.
 
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