Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

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Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Hallo!

Seitdem ich mit Keyboardern zusammen spiele, fällt mir eins immer wieder auf: Diese Menschen bauen ihre Kiste auf, stöpseln den Ausgang in die P.A. und sind spielbereit. Sound auf die P.A. abstimmen? Auf den Raum? Kommt nicht vor.

Es wird auch nicht an jedem Sound noch einmal gebastelt. Das ist teilweise entweder gar nicht oder nur mit größerem Aufwand möglich und der wird schlicht nicht betrieben.

Als Gitarrist baue ich mir eine handverlesene Auswahl von Geräten zusammen und habe alles im Griff. Mehr noch - ich drehe sogar an den Reglern.

Nun benutze ich als Akustikgitarrist gerade mal einen einzigen Sound und den in zwei Lautstärken (sprich Soloboost). Ich frage mich, ob es nicht möglich ist, EINMAL diese beiden Sounds einzustellen und dann nie wieder anzufassen.

Keyboarder können das.

Was meint ihr?

Gruß

erniecaster


P.S. Ich weiß, dass ich mit diesem Thema seit gefühlten Jahrzehnten hadere und das bestimmt schon mal angesprochen habe. Ich habe nur noch kein Ergebnis.
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

...na ja, Keyboarder klingen auch oft nicht toll.
 
Gruss, tommy
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

tommy schrieb:
...na ja, Keyboarder klingen auch oft nicht toll.


Hallo!

Es war zu erwarten, dass das kommt.

Nach meinem Empfinden merken die meisten Nicht-Gitarristen gar nicht, wenn Gitarristen ihren Sound "verbessern".

Meine Pianistin, mit der ich seit über zehn Jahren zusammenspiele, benutzt einen Klaviersound und einen E-Pianosound. Beides klingt, wie es zu klingen hat und sie stöpselt eben nur ein. Mehr will ich ja auch nicht.

Gruß

erniecaster
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

M.E. gibt es zwei Sorten von Keyboardern:

1. Der Pianist
benutzt v.a. Presetsounds, die er nie ändert, weil er nicht weiß wie es geht.

2. Der Synthieexperte:
benutzt nie Presetsounds, verachtet Sampleplayer, würde sich eher eine B3 kaufen, bevor er den Presetdound nimmt.

Erstere verändern ihre Sounds nie, zweitere ständig: Zwischen den Proben, während der Proben, während des Soundchecks, zwischen Soundcheck und Auftritt, während des Auftritts ...
Kann beides anstrengend sein ...

Für Ernie: Sorge dafür, dass dein Kram so kompliziert zu bedienen ist, dass du nix ändern willst.
Sorge dafür, dass dein Kram so einfach ist, dass du nix ändern kannst.

Alles andere klappt nicht!
 
Gruesze Ralf
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Hallo!

Rabe schrieb:
Für Ernie: Sorge dafür, dass dein Kram so kompliziert zu bedienen ist, dass du nix ändern willst.


Das ist ungefähr der Plan. Ein Zoom A3 ersetzt den gesamten "Aussenborder-Kram". Gespeichert werden 4 Sounds (mit eingestelltem Booster), einer für jede Gitarre und ein Bypass.

Das würde mein "ultimatives Stressbrett" ersetzen, Gewicht und Platz sparen. Muss nur noch überlegen, ob ich das dann direkt in Kunstharz eingieße...

Gruß

erniecaster
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Was ich oft bemerkenswert finde ist, wie hoch bei vielen Gitarristen der Aufwand für den Sound getrieben wird, verglichen mit dem was dann sowohl musikalisch und klanglich dabei rauskommt. Da haben es die Keyboarder wirklich einfacher!

Das mit dem A3 ist eine gute Idee. Mach ich auch so
 
Grüße Rolli
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Hallo,

das Thema finde ich auch immer wieder interessant.
Eigentlich habe ich nur immer mit einer Art von Keyboardern zusammengespielt: Pianisten die in Ermangelung eines Klaviers auf der Bühne ihr Keyboard mitgenommen haben.
Diese Leute brauchten eigentlich wirklich immer nur ihren einen Sound.
Früher machten wir den Fehler bei Solopassagen des Klaviers dieses mit einem "Solobooster" lauter zu machen, was ziemlich unnatürlich und sehr oft auch unangenehm klang.
Später haben wir gemerkt, dass bei den guten Bands

1) die natürliche Dynamik des Klaviers ausgenützt wird und vermehrt die höheren, durchsetzungsfähigeren Töne gespielt werden.
2) bei Klaviersoli die restliche Band leiser wird,

Bei (pseudo)-unplugged Konzerten versuchen wir es mit unseren Gitarren auch so zu halten wie wenn wir ganz ohne Verstärkung spielen würden. Die Gitarren bekommen eine Grundlautstärke und machen die Unterschiede durch die ihnen eigene Dynamik.
Soviel zur Theorie - in der Praxis funktioniert das leider nicht immer, da ich leider manche Rhythmen auf der Gitarre nicht so leise spielen kann wie ich es gerne hätte.
Auch wenn ein Schlagzeug dabei ist benötige ich einen gewissen Soloboost.

Gruß
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Ich kenne sehr viele professionelle Gitarristen, die kommen zu uns in den Club, nehmen einen der vorhandenen Verstärker (teilweise sogar ohne Effektboard), machen einen 2 minütigen Soundscheck und klingen allesamt im Konzert dann richtig amtlich.

Ich kenne noch mehr in ihren Augen sehr wichtige Gitarristen, die zerren ihr eigenes Equipment auf die Bühne, quälen uns mit ellenlangem Aufbau und Soundcheck. Live klingen meistens dann sowohl die Band wie auch der Gitarrist sch...

Ich selbst habe bei meinen Auftritten auch nicht mehr als zwei Minuten Zeit auf der Bühne um meinen Gitarrensound zu finden, der Rest regelt sich im Bandkontext. Gesamtsoundcheck der Band: durchschnittlich ein Stück mit hoher Konzentration auf Gesang, wenn´s nicht gleich klingt: alle Mann/Frau Lautstärke runter!

Bei meinen Gastauftritten mit einem bekannten Gitarrist gibt´s in der Regel gar keinen Soundcheck aber begeistertes Publikum. Wie der das wohl macht? Hat er etwa heimlich geübt? Er regelt den Bühnensound im ersten Stück mit wenig Gesten zu allen Beteiligten, teilweise sogar mit zwei Keyboardern.

Eine einfache bewährte Regel: Wenn ein Solo kommt geht der Rest der Band mit der Dynamik erst mal zurück und schafft dem Solisten Platz. Viele Bands die ich kenne, machen genau das Gegenteil und meinen den Solisten "anfeuern" zu müssen.
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Ich wäre schon froh wenn Keyboarder mal lernen nicht immer alle 10 Finger zu verwenden und die linke Hand viel weniger einzusetzen (wenn ein Bassist am Werk ist).

Ich war am Freitag bei Curtis Stigers und war begeistert mit wie wenigen Tönen am Klavier man cool begleiten kann und so Freiraum schaffen kann.

Generell war das eines der besten Konzerte die ich seit langem gehört habe...
 
...Genau!
Meine Live Projekte:
Auge Music - Qualität zählt!

Reiseblog: http://experience.augustyn.at
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

frhay8 schrieb:
Eine einfache bewährte Regel: Wenn ein Solo kommt geht der Rest der Band mit der Dynamik erst mal zurück und schafft dem Solisten Platz. Viele Bands die ich kenne, machen genau das Gegenteil und meinen den Solisten "anfeuern" zu müssen.


Also, ok, wir sind nur zu zweit (manhcmal plus Percusssion), aber wenn ich soliere und mein Kumpel mit der Dynamik runtergeht, finde ich das doof. Fand ich im Rocktrio auch schon immer so: wenn ich keine Rhythmusgitarre mehr spielen kann, müssen Bassist und Drummer im Solo doppelt soviel spielen

BTW: ich nutze auch immer weniger Presets. Das endlose Schrauben an den letzten 5% Sound wird imho sehr überbewertet. Darf man in einem Gitarristen-Forum aber nicht zu laut sagen ....
 
mein blog: www.hans-ulrich-mueller.de
email muelrich(at)yahoo.de
www.youtube.com/muelrichmusic
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Re: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

erniecaster schrieb:
Hallo!

Seitdem ich mit Keyboardern zusammen spiele, fällt mir eins immer wieder auf: Diese Menschen bauen ihre Kiste auf, stöpseln den Ausgang in die P.A. und sind spielbereit. Sound auf die P.A. abstimmen? Auf den Raum? Kommt nicht vor.


Vor ein paar Jahren war ich auf der Beerdigung meiner ehemaligen Cello-Lehrerin.
Es gab viel Musik, darunter ein Quartett von älteren Schülern, Laien gesetzteren Alters, und einen Satz aus einer Bach Solosuite von einer Ehemaligen Schülerin (und Patenkind meiner Lehrerin), die seit einigen Jahren sehr erfolgreich auch solistisch spielt und damit ihr Geld verdient, peisgekrönt, mit einem Stiftungsinstrument aus dem 17. Jhd und so.

Das Laienquartett spielte prima. Solide Technik, schöne Instrumente, schönes Zusammenspiel, gute Agogik, trotzdem wirkten sie in dem großen Kirchenraum etwas verloren.
Die Solistin dagegen brachte beim ersten Ton den kompletten Raum ins Schwingen.
Mit nur einem Instrument war sie total präsent und füllte den Raum akustisch aus.

Was aus dem Amp kommt, ist wurstegal.
Entscheidend ist, was im Raum ankommt.
Ich glaube nicht mehr an Presets.*

Viele Grüße,
woody

*aber jeder Jeck ist anders.
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

auge schrieb:
Ich war am Freitag bei Curtis Stigers und war begeistert mit wie wenigen Tönen am Klavier man cool begleiten kann und so Freiraum schaffen kann.


Das ist große klasse mit wenig Tönen cool zu begleiten. Rhythmus
Gitarristen können sich da ebenfalls eine Scheibe abschneiden !!!


muelrich schrieb:
Also, ok, wir sind nur zu zweit (manhcmal plus Percusssion), aber wenn ich soliere und mein Kumpel mit der Dynamik runtergeht, finde ich das doof. Fand ich im Rocktrio auch schon immer so: wenn ich keine Rhythmusgitarre mehr spielen kann, müssen Bassist und Drummer im Solo doppelt soviel spielen


Hey ich will dich nicht anmachen, aber du bist wohl vom Prog Rock
versaut worden. Der Solist führt eigentlich durch das Solo.
Der Solist sollte also rhythmisch, harmonisch und dynamisch so fit
sein, die anderen durch den Song zu führen (= Lead Gitarre)
Hat man gute Mitmusiker ist das eingentlich auch einfach. Da muss
dann niemand mehr doppelt so viel (von unheimlich viel) usw spielen.
 
"Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen
das tut, was ihm gefällt.“ - Bob Dylan
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Hallo Muelrich,

zwei Dinge;

ich schrieb: "erst mal mit der Dynamik runtergehen" . Dann kann man nachher auch gezielt wieder steigern

Wenn Basser und Schlagzeuger bei einem Gitarrensolo um die Wette dengeln müssen, dann stimmt auch im Rocktrio etwas nicht. Rhytmik bedeutet auch nicht Lautstärke. Und auch ein gutes Solo beinhaltet Rhytmik, im Rocktrio z.B. gerne auch ein paar gezielt eingeworfene Akkorde. Wenn die Rhythmusgruppe solide und diszipliniert durchgroovt dann unterstützt sie nach meiner Erfahrung den Solisten ab besten.

Schau Dir mal an (nein, ich weiß das ist kein Trio, umso mehr Disziplin) was hier in den Solopassagen des Gitarristen passiert:
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Eieiei, konfliktträchtiges Thema...schön! ;)
Ich finde
- Gitarristen sind oft viel ausgeprägtere Equipmentfreaks als Keyboarder. Natürlich gibt es den Synthi-Tüftler, aber doch wohl mehr "Keyboardspieler". Als Pianisten würde ich die nicht alle bezeichnen, aber jedenfalls sind sie eher Presetdrücker, beschäftigen sich wenig mit ihren Sounds und ihrem Equipment und sind im ganzen Leben allgemein Warmduscher und feige Säcke. Ups, sorry, wo kam das jetzt her? Egal.
- ernsthaft: eine Gitarre bietet unendlich viel mehr Spielvariation als eine Tastatur. Von unterschiedlichen Lagen über Anschlagpositionen, Anschlaghaltungen, Finger oder Pick, Anschlagstärke, Einfluß der linken Hand auf den Ton usw. bis zur klanglichen Auswirkung der Dynamik des Instruments an sich. Da kann eine Tastatur auch trotz gewichteter Echtholztasten, vollem MIDI-Dynamikumfang und edler Samplesounds nicht mithalten. Punkt. Das hat zwei Folgen: zum einen klingt der Amp / Ampsoundgenerator in einer viel größeren Bandbreite immer anders als ein Keyboardsound. Zum zweiten gehört das Spielgefühl, oder besser "das Soundgefühl", also: wie fühlt sich der Sound an, viel stärker zum Gesamteindruck bei einem Gitarristen als bei einem Keyboarder.
Bei richtig ausgebildeten guten Pianisten ist das sicher nicht ganz so extrem wie bei unseren lieben omnipräsenten Plastetastedrückern, erstere empfinden unterschiedliche Flügel sicher ähnlich wie wir unterschiedliche Amps oder Gitarren. Was den Unterschied zu den normalsterblichen Keyboardern aber nur bestätigt.
Mit dieser viel größeren Variabilität geht natürlich auch einher, daß der Sound viel öfter nicht passen kann und Korrekturen erfordert.
Ich glaube nicht daß Gitarristen so viel mehr "nerd" sind als Synthi-Sound-Kreateure. Daß wir gern zwei- oder dreimal mehr auf einem Akkord rumspielen als zum reinen Sound einstellen erforderlich, hat meiner Meinung nach auch mit der größeren Sinnlichkeit des Gitarrespielens zu tun.
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

frhay8 schrieb:
ich schrieb: "erst mal mit der Dynamik runtergehen" . Dann kann man nachher auch gezielt wieder steigern


Ja, so ähnlich meinte ich das auch ....
Wir haben früher mal in einer Coverkapelle eine Nummer von Pino Daniele gecovert, wo ich nach dem letzten Refrain noch ein Solo hatte. Ad lib. Da hat die Rhythmusgruppe nach und nach eine Schüppe draufgelegt. Das war richtig geil.
Das ist unplugged leider so nicht reproduzierbar. Schon gar nicht ohne komplette Rhythmusgruppe
War übrigens die Nummer hier:


Noch ne Nummer, deren Drumming mich beim Solieren beflügeln würde (ist übrigens vom gleichen Album und die Rhythmusgruppe sind Jimmy Earl und Manu Katche .....)

 
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

frhay8 schrieb:
ich schrieb: "erst mal mit der Dynamik runtergehen" . Dann kann man nachher auch gezielt wieder steigern

Wenn Basser und Schlagzeuger bei einem Gitarrensolo um die Wette dengeln müssen, dann stimmt auch im Rocktrio etwas nicht. Rhytmik bedeutet auch nicht Lautstärke. Und auch ein gutes Solo beinhaltet Rhytmik, im Rocktrio z.B. gerne auch ein paar gezielt eingeworfene Akkorde. Wenn die Rhythmusgruppe solide und diszipliniert durchgroovt dann unterstützt sie nach meiner Erfahrung den Solisten ab besten.



So seh' ich das auch.
Ich denke es geht hier nicht um Lautstärke sondern um Intensität und Energie.
Man kann durchaus "eine Schippe drauflegen" ohne zwingend dabei lauter zu werden.

Gruß
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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Moin,

meine Sounds werden beim Soundcheck nicht verändert, ich kontrolliere meine Lautstärke und Monitoring, sowie die Funktion meiner Anlage.
Sollte sich raustellen, das dies in dem Raum nicht klingt, dann komme ich allerdings ins Schwimmen, und werde unsicher. Das ist dann auch doof.
Trotzdem gefällt mir das so. Aufbauen, Funktion, Lautstärke, Monitoring, fertig.

Geht also auch ohne Tasten...

Ciao
Monkey
 
D'oh!

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RE: Keyboarder und Gitarristen - Sounds für die Ewigkeit

Hallo,

für die, die es interessiert, hier ein kleines Update:

Ich hatte das Glück, mir ein Zoom A3 leihen zu können. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an BruderM (es folgt gleich aus gegebenem Anlass ein zweites).

Das Gerät ist weitaus mehr als ein One-Trick-Pony, es wird wohl jeder Akustikgitarrist an der Kiste etwas finden, was ihm gefällt. Dennoch ist das nichts für jeden.

Die Bedienbarkeit des A3 ist schon häufiger kritisiert worden. Das geht banal los: Die Knöpfe sind schlecht zu drehen.

Aber auch die "Navigation" ist nicht sehr intuitiv. Ja, ich habe das Manual gelesen und ich habe mir eine ganze Reihe an Videos angesehen. Dennoch hatte ich massive Probleme, mich durch die Menüs zu navigieren.

Hier mein zweites Dankeschön an BruderM, der mich nicht getötet hat, obwohl ich ihm mindestens ein Preset zerschossen habe.

Damit hätte ich leben können. Die Idee war schließlich, nur noch einmal zu programmieren und gut. Schauen wir mal, wie sich die Kiste so macht, wenn sie programmiert ist.

Der Tuner funktioniert gut. Das klingt banal, ist es aber überhaupt nicht. Line6 kann das in der gesamten M-Reihe nicht so, dass ich im Stehen die LEDs erkennen könnte. Der DG-Stomp von Yamaha bot gerade mal drei LEDs, das Zoom G3 nach meiner Erinnerung auch. Gut gemacht, Zoom!

Richtig klasse ist die Anti-Feedback-Funktion per Fußschalter. Ich hab bewusst ein Hupen und ein Pfeifen provoziert und das war jeweils mit einem Tritt auf den Fußschalter erledigt. Das ist wirklich beeindruckend - allerdings meine ich, dass man Feedback möglichst anders in den Griff bekommen sollte. Aber das hängt sehr von den speziellen Anforderungen des Nutzers ab.

Das Modeling von Gitarren hat mich nicht nur dahingehend interessiert, dass ich das mal hören wollte. Okay, wäre schon cool gewesen, eine 12string oder eine Dobro auf Knopfdruck zu haben. Das funktioniert aber nur so, dass dem Gitarrensignal ein wenig der modellierten Charakteristik hinzugefügt wird. Kein Kaufgrund.

An Effekten scheint auf den ersten Blick alles drin zu sein, was irgendwann mal irgendwer auf eine Akustikgitarre gepackt hat. Stimmt aber nicht. Es fehlt ein echter parametrischer Equalizer. Tatsächlich sind nämlich die Frequenzen vorgegeben. Das fand ich sehr schade.

Qualitativ fand ich den Rest absolut okay, für mich aber völlig uninteressant.

Fazit? Not my cup of tea.

Aber das Internet mit seinen unendlichen Weiten hat ja immer Neuerungen parat. Und siehe da, ich dachte schon, ich hätte was Tolles gefunden:

http://www.fishman.com/product/platinum-pro-eq-analog-preamp

Auf den ersten Blick sah das wunderbar aus. Der zweite Blick trübte sich, das Ding ist nämlich noch gar nicht in Deutschland erhältlich. Der dritte Blick war der aufs Preisschild - 250 Dollar bedeutet im Regelfall, dass die Kiste hier 250 Euro kostet. Naja.

Dann aber schaute ich in das Manual. Dort las ich dann Folgendes:

"Front Panel Controls -
The volume control affects the overall output level coming from the 1/4” output; the XLR D.I. output is always at a fixed level to prevent unwanted
gain changes at the F.O.H. mixer.

Auf hochdeutsch: Es liegt immer der gleiche Pegel am XLR-Ausgang an, damit man dem Mixer nicht auf die Nerven fällt. Was ist das bitte für ein Unsinn? Entweder ich werde komplett gemischt - dann reicht ein Tuner und eine passive D.I.-Box, der Mischer macht den Rest. Oder ich mache das selbst. Dann will ich auch die Kontrolle über die Lautstärke.

Also habe ich mir jetzt an meinem Kram meinen Sound eingestellt und mir dann was anderes gekauft, nämlich einen Permanent-Marker. Mit dem habe ich auf meiner ollen Hartke-Kiste die Potistellungen markiert. Ab sofort gilt grab and go, set and forget, plug and play.

Gruß

erniecaster
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