Phänomen bei Brian May Red Special

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Phänomen bei Brian May Red Special

Hallo,

Brian May ist als Gitarrist von Queen einer meiner Favoriten. Ich finde sowohl seinen Ton als auch seine Phrasierungen unglaublich geschmackvoll.

Hier ist ein "Rig Rundown":



Ich sehe sowas ja immer sehr gerne.

Ziemlich weit hinten spricht BM über seine Red Special. Die Geschichte ist wohl bekannt und mittlerweile genauso ausgelutscht wie der Name Lucille der Gitarre von B.B. King. Sei es drum.

Aber eins finde ich extrem interessant: BM sagt, es seien immer noch die ursprünglichen Bundstäbchen drauf. Niemals neu bundiert, trotz unzähligen Spielstunden.

Mal angenommen, dass das stimmt, frage ich mich, wie das sein kann. Eine Erklärung wäre ein extrem leichter Fingerdruck der linken Hand. Daraus schließe ich (Vorsicht Spekulation), dass auch sein Anschlag sehr, sehr leicht ist. Könnte das ein Schlüssel zu seinem besonderen Ton sein?

Gruß

erniecaster
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

Wenn ich mich recht erinnere spielt Herr May auch sehr sehr dünne Seiten. Glaube 008 Satz oder so.
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

NichtsLutz schrieb:
Wenn ich mich recht erinnere spielt Herr May auch sehr sehr dünne Seiten. Glaube 008 Satz oder so.


Stimmt, wird Video auch gezeigt/gesagt: 008er waren es mal, jetzt 009.

Er wird wohl einfach eine sehr lockere linke Hand haben.
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Re: Phänomen bei Brian May Red Special

erniecaster schrieb:
...Daraus schließe ich (Vorsicht Spekulation), dass auch sein Anschlag sehr, sehr leicht ist.


Das glaube ich eher nicht. Wie man im Video sieht, ist der Bridge Pickup durch die Verwendung eines Penny-Stücks als Pick schon sehr angegriffen. Spricht eher nicht für einen leichten Anschlag. Vielleicht liegt es eher daran, dass Herr May das Selbstbau-Original bereits seit Jahrzehnten nicht mehr live spielt und nur noch diverse Nachbauten einsetzt, deren "Verschleiß" ihm relativ egal ist und somit sein Original eine maximale Schonung erfährt?
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Re: Phänomen bei Brian May Red Special

rokett schrieb:
Vielleicht liegt es eher daran, dass Herr May das Selbstbau-Original bereits seit Jahrzehnten nicht mehr live spielt und nur noch diverse Nachbauten einsetzt, deren "Verschleiß" ihm relativ egal ist und somit sein Original eine maximale Schonung erfährt?


Ähm... Mr. May himself zeigt doch im oben verlinkten Video, dass er das Original spielt.
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Re: Phänomen bei Brian May Red Special

Hmm... ich glaube man kann einen recht harten Anschlag haben und trotzdem braucht die Greifhand recht wenig Kraft. Alles eine Sache der Übung, denke ich.
Wahrscheinlich gehört Herr May tatsächlich zu den Gitarristen, die wenig Bund verbrauchen. Das gleiche Phänomen ist mir bei Schuhen schon früher mal aufgefallen. Bei einem Freund von mir hat das gleiche Schuhmodell mehr als doppelt so lange gehalten wie bei mir. Habe ich auch nie verstanden.

rokett schrieb:
Vielleicht liegt es eher daran, dass Herr May das Selbstbau-Original bereits seit Jahrzehnten nicht mehr live spielt und nur noch diverse Nachbauten einsetzt, deren "Verschleiß" ihm relativ egal ist und somit sein Original eine maximale Schonung erfährt?


Das glaube ich eben nicht und er sagt ja auch selbst, dass es zu 98% seine alte gitarre ist, die er spielt. Das sieht man ja auch. Vor etlichen Jahren wurde die ja mal vollständig restauriert. da wurden wohl sogar Pickupkappen und die Ringe um die PUs getauscht. Und jetzt sieht sie schon wieder ganz schön abgefunzelt auf, mit Gaffa hintendrauf und so ... von daher könnte es auch möglich sein, dass die Bünde mal gemacht worden sind ... aber wer weiss das schon


Nachtrag:
Grad gefunden: Greg Fryers komplette Dokumentation über die Restaurtion von 1998 https://fryerguitars.wordpress.com/red-special-restoration-1998/
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Re: Phänomen bei Brian May Red Special

Gurkenpflücker schrieb:
Habe ich auch nie verstanden.



Is´einfach! Läufst halt wie´n Kackeimer!

Aber davon abgesehen, ob das jetzt seit 30 Jahren die selben Bünde sind oder nicht:

Das der Anschlag eine Rolle beim "Ton" spielt ist ja wohl unumstößlich!
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

Es gibt dazu ein ganzes Buch, "Brian May's Red Special", incl. Historie, Restauration...
Da ist die Sache mit den Bünden auch zu lesen, soweit ich mich erinnere, ohne Erklärung. Vielleicht gab's vor 50 Jahren teilweise solideres Material (gegen die Theorie der Schonung durch Gebrauch von Repliken spricht der Jahrzehntelange Gebrauch, bevor die erste Replik gebaut wurde)?
Interessant fand ich, mit welcher Akribie dieses Instrument geplant und gebaut wurde, unter konsequentem low-budget Aspekt. Dagegen scheint die Wahl der Pickups (die Burns Trisonics waren nicht von Anfang an drin) eher zufällig, quasi ein Glücksfall gewesen zu sein.
Egal, ein begnadeter Musiker und ein einzigartiges Instrument!
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

setneck schrieb:
(gegen die Theorie der Schonung durch Gebrauch von Repliken spricht der Jahrzehntelange Gebrauch, bevor die erste Replik gebaut wurde)?


Gerade läuft auf VOX "40 Jahre Queen" - beim recording von One Vision (Oktober 1985)
konnte man eindeutig sehen das der Track mit einer Red Special von Guild eingespielt wurde.
Zu dem Zeitpunkt gab es Queen erst 15 Jahre. Von Jahrzehntelangem Gebrauch bevor die erste Replik kann also keine rede sein
 
Auch Cliff konnte es nicht verhindern
Finally its back...

>>>> The Return of the Jedi Rack <<<<
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

Die Gitarre gab es nicht erst 1970 ab Queen-Gründung, sondern spielfertig seit 1964.

Die Guild (als erste Kopie der Red Special) ab 1983.

(Sagt Wikipedia, die allwissende Müllhalde des WWW)

Das sind streng genommen nicht "mehrere Jahrzehnte" aber 19 Jahre quasi ausschließlicher und mehrere Jahrzehnte zumindest deutlicher Gebrauch.

Nicht schlecht für einen Satz Bünde.

Ich selber bin noch nicht so lange in Gebrauch, habe aber das Gefühl, meine Bünde müssten auch mal neu. Demnächst lasse ich von Guild eine Replik von mir machen und dann kann der mal schön zur Arbeit gehen.
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RE: Phänomen bei Brian May Red Special

Danke, Groby!

Außerdem hat sich BM sicherlich Gedanken über Ersatz und Schonung gemacht, aber realisiert wurde das erst recht spät.
Die ersten ernst zu nehmenden Repliken für Brian sind erst Ende der 90er gebaut worden. Alle anderen waren/sind Gitarren gleicher Bauform, mit mehr oder weniger ähnlichen PUs.
Es wundert mich schon etwas, dass die Modelle von Guild, Burns und jetzt gar Brian May Guitars vom Erbauer des Originals abgesegnet sind. Da sind die Repliken von G und F weit näher am Original.

Unabhängig davon finde ich es schon witzig, dass die Doku ausgerechnet von einem Sender namens "VOX" ausgestrahlt wurde .
Verschoben: 04.01.2016 Uhr von Schnuffi
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