Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

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Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hallo,
Meine neue Tele, eine Squier Classic Vibe 50, besitzt einen Reiter für jeweils 2 Saiten. Die Reiter sind waagerecht. Die Oktavreinheit kann also immer nur zwischen beiden Saiten gemittelt werden; der gesamte Versatz beider Saiten möglichst 50:50 aufgeteilt werden.
Nun gibt es sogenannte "harmonic saddles" oder auch "kompensiert"...von Fender selbst, oder auch die hier:

https://www.thomann.de/de/goeldo_tlv1m_harmonicbridge.htm

Prinzip ist wohl, dass diese durch schräge Bohrung eben...schräg stehen.
Es gibt aber keine Anleitung...in den Thomann comments steht aber, dass man einen der Reiter komplett umdrehen muss, also auch Schrauben raus und umgekehrt wieder rein....hmm...wie ist das zu verstehen?
Die schrägen Reiter bewirken ja, dass per default eine Saite länger ist als die andere auf dem Reiter. Gebietet es die Natur der Sache, welche Saite der drei Paare hier auf jeden Fall die kürzere, welche die längere werden muss?
Z.B.
E lang, A kurz, D kurz, G lang, H lang, E kurz....so vielleicht? Oder nur jeweils umgekehrt? Sind D/G auf jeden Fall die abweichende Besonderheit?

danke euch

Ash
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hier ganz gut zu sehen, wie es sein sollte:


ICH würde aber eher kompensierte Reiter mit Saitenführung nehmen, entweder die von ABM, oder (mMn besser, da die Grate schön rund gearbeitet sind) die von Gotoh.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

ui, prima...also in der Tat D/G abweichend...dann bin ich mal gespannt...werde heute Abend umrüsten und mich das erste mal ever an der Einstellung der Oktavreinheit versuchen......bzw. das zweite mal...das erste mal habe ich es letzte Woche an einer alten Bastelcaster versucht, nachdem ich, ebenfalls erstmalig nach 30 Jahre Gitarre, einen Capo verwenden wollte und nichts ging.....aus Frust kaufte ich dann vor ein paar Tagen die Squier und löse die Bastelcaster als "unheilbar" auf....;)
(Jemand der passive EMG Humbucker HZ H3 und H4 haben möchte und Sperzel Trim-Locks?)
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hallo,
ich habe die Tele nun umgebaut mit meinen Aufwertungsmaßnahmen...neues Buchsenblech (verschraubt), neue Locking-Mechaniken und eben die neuen kompensierten Saitenreiter. Danach nun frische 9er Saiten aufgezogen.

Nun ist meine grundlegende Frage:
ich werde nun die Okatvreinheit grundlegend einstellen müssen wie aber auch die Saiten-Lage, da sowohl die Imbus-Höhenschrauben nun erstmal irgendwie stehen sowie auch die Saitenreiter selbst irgendwo von mir hingeschraubt wurden.

Wie nähert man sich aus dieser Ausgangslage der perfekten Intonation, da sich nun womöglich beide Einstellungen zu beiden Themen gegenseitig beeinflussen...wobei ich zu behaupten wage, dass eine Höhenkorrektur des Saitenreiters mehr auf die Oktavreinheit wirkt als die Sattel-Längen-Schrauben umgekehrt auf die Saitenlage.

Sollte ich also zuerst die Saitenlage versuchen einzustellen; danach dann die Oktavreinheit?

Ash
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Ash-Zayr schrieb:
Hallo,

wobei ich zu behaupten wage, dass eine Höhenkorrektur des Saitenreiters mehr auf die Oktavreinheit wirkt als die Sattel-Längen-Schrauben umgekehrt auf die Saitenlage.

Sollte ich also zuerst die Saitenlage versuchen einzustellen; danach dann die Oktavreinheit?

Ash



Moin,

Den ersten Satz hab ich subjektiv nicht so empfunden beim Umstellen auf diese Saitenreiter.
Ich fand immer, dass die Längen-Schrauben mehr Wirkung zeigen.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass rein mathematisch die Längenkorrektur mehr Wirkung zeigt.

Meine Meinung also: Erst eine passende Saitenlage einstellen und dann die Oktavreinheit über die Längsschrauben.
Dann wenn es sein muss, die Höhe nachkorrigieren und wiederum wenn es sein muss die Längsschrauben nachziehen.

Gruß Diet
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Moin!

1. Neue Saiten aufziehen und dehnen.
2. Stimmen
3. Hals einstellen
4. Stimmen
5. Saitenlage einstellen
6. Stimmen
7. Oktaven einstellen
8. Pickuphöhen einstellen



Jab
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hallo,
mal eine Rückmeldung...ich hatte die Gitarre dann doch kurzerhand zum Gitarrenbauer gebracht und am Ende 119,- Euro für das Setup gezahlt (14 Euro davon Pickup-Switch nachlöten..hat mir Thomann erstattet, da ja ab Werk defekt). Ansonsten eben Saitenlage und Bundreinheit einstellen auf Basis der neuen Harmonic Saddles, Stringtrees gesetzt, die eine Tele ja nicht hat, Sattel nachfeilen und meine selbst umgebaute Buchse noch mal rausgearbeitet und neu und passender gesetzt...;)

So dachte ich nun...jetzt geht es ab....purer, reiner Klang in allen Lagen, auch mit Capo.....Pustkuchen..! Selbst 100% in Tune klingt z.B. das A-Dur oder vorallem alles rund um D-Dur offen einfach nicht rein und sauber....

Ist das einfach Fakt und einer Telecaster zueigenen, dass es bauartbedingt durch die Saitenpaare pro Saddle Akkorde gibt, die nie sauber klingen können?

Ash
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Ash-Zayr schrieb:
Hallo,


Ist das einfach Fakt und einer Telecaster zueigenen, dass es bauartbedingt durch die Saitenpaare pro Saddle Akkorde gibt, die nie sauber klingen können?

Ash



Moin,

also meiner Meinung nach ist das nicht Tele-typisch.
Bei meinen ist das jedenfalls nicht so.

Sattel vielleicht zu hoch würde mir dazu noch einfallen.
Aber da ein Gitarrenbauer am Werk war, kann man das wohl ausschließen.

Gruß Diet



Gruß Diet
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hi,

ich finde das auch total komisch.
2 Fragen:
Kannst du dich und die Gitarre nicht nochmal zum Gitarrenbauer bringen? Der hat Geld bekommen, also soll er das richtig einstellen.

Was für ein Stimmgerät benutzt du?

Eine Classic Vibe muss doch stimmen, irgendwas stimmt da nicht.

Es gibt auch in Saitensätzen einzelne Saiten, die sind ---- hmmmm einfach Mist. Mir fällt nichts anderes ein.

Versuch mal mit einem guten Stimmgerät herauszufinden an welcher Saite es liegen kann. Nur A Dur und D Dur klingt nicht rein und sauber ist für uns etwas vage.

Im Grunde kann aber eine Gitarre ebenso wie ein Klavier NIE rein und sauber klingen. Temperierte Stimmung eben.
 
keine experimente mehr.
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Der Gitarrenbauer hatte mir einen 10er Satz Pyramid aufgezogen.
Anonsten nutze ich einen Korg Rack Tuner...aber das mag doch wohl egal sein...alle Saiten in sich sind 100% gestimmt...bei einigen Akkorden höre ich aber diesen leichten out of pitch Grundcharaker....dachte immer, DAS soll dann ja der Charme eines Billigst-Instrumentes der 50er Jahre sein, was die Tele mal war....;)
Werde die Tage mal Soundfiles als Beispiel hier posten....danke euch!
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Was sagt denn der Rack-(oder irgendein)Tuner bei e- und h-Saite und überhaupt allen Saiten im 12. Bund?

Ich vermute da das Problem, nämlich bei der stumpfen Längeneinstellung der Reiter, finde aber diesen typischen ersten Diagnose-Schritt im Thread noch nicht erwähnt.
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Ich bin ja ein absoluter Stimmstabilitäts- und Oktavreinheitsjunkie...

Gängige Probleme bei in sich nicht stimmenden Gitarren:

1) Oktavreinheit falsch eingestellt
Aber das ist erst ein erster Anhaltspunkt. Nur im 12. Bund abdrücken und gucken ob es auf dem Stimmgerät passt ist nur die halbe Miete...

2) Halskrümmung falsch
Wenn der Hals zu weit durchhängt wird die Saitenlage im Bereich vom 3. bis 15. Bund zu hoch und deswegen leidet dort auch die Intonation.

3) Sattelkerben nicht tief genug gefeilt
Dann ist die Intonation in den ersten 5 Bünden sehr schlecht. Weiter oben passt es dann wieder.

Wenn ich meine Gitarren einstelle, dann schaue ich erst einmal dass der Hals gerade genug ist. Dazu einen Capo im 1. Bund draufmachen, mit der rechten Hand dann im 15. Bund abdrücken und dann mit der linken Hand Bund für Bund abdrücken und Saite anschlagen. Die Saite darf nicht auf den Bundstäbchen aufliegen und man muss die Tonhöhenunterschiede beim Abdrücken hören können.
Ziel ist es, den Hals so gerade einzustellen, dass die Saiten gerade noch nicht auf den Bundstäbchen aufliegen.

Wenn die Halskrümmung passt kontrolliere ich den Sattel (da gibt es genug Anleitungen im Netz, Kurzversion: einfach mal im 2. oder 3. Bund abdrücken und schauen, wie viel Platz da noch über dem 1. Bund ist. Wenn da noch viel Luft ist Sattelkerben tiefer feilen. Vorsicht: einmal zu tief gefeilt ist Feierabend, dann braucht es einen neuen Satttel...

Wenn Halskrümmung und Sattel passen geht es erneut an die Oktavreinheit. Diese prüfe ich aber nicht nur im 12. Bund, sondern in wirklich allen (!) Lagen.
Wenn es fast überall passt aber nur in den ersten Lagen die Intonation zu hoch ist, dann ist die Sattelkerben immer noch zu hoch.

In letzter Instanz hängt es immer auch ein bisschen an der eigenen Spieltechnik ab (wie doll man die Saiten runterdrückt). Es kann also sein, dass meine Gitarre optimal klingt (stimmt), wenn ICH sie spiele, aber nicht unbedingt wenn es ein anderer tut.

Damit es bei mir gut stimmt, probiere ich einfach gängige Chords oder Zweiklänge (Doublestops) sowohl in der tiefen wie auch in der hohen Lage und stelle die Oktavreinheit dann solange ein, bis die Chords bei mir in allen Lagen gut klingen.

Das alles dauert ziemlich lange und ich denke mal, dass das so aufwändig kein Gitarrenbauer machen kann (weil du nicht spielst wie der Gitarrenbauer und weil das viel zu lange dauert um sich die Arbeit dann tatsächlich bezahlen zu lassen).

Kleiner Tipp am Ende:
Wenn die Chords in höheren Lagen stimmen aber in den tiefen Lagen nicht, dann liegt es eher an zu hohen Sattelkerben.
Wenn die Intonationsabweichungen eher in den mittleren Lagen auftreten stimmt etwas mit der Halskrümmung nicht.

Sodele, jetzt Ende mit meinem Intonationswort zum Sonntag

Gruß Martin
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Bitte nicht hauen, aber könnte es sein, dass auf der Gitarre Jumbo-Frets sind?
Und dass Du die noch nicht gewohnt bist?
Also ggf. bei einzelnen Akkorden zu fester Druck (ähnlich wie bei einem nicht korrekt/zu hoch gefeilten Sattel) auf die Saiten und damit "verstimmtes" Klangbild?
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hast Du die Seiten einzeln und streng nach Stimmgerät gestimmt oder hast Du sie temperiert? Mit entsprechenden Ohren kann eine streng nach Stimmgerät gestimmte Gitarre durchaus noch gewisse Unreinheiten beim Akkordspiel aufweisen.

Grüße
 
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

gitarrenruebe schrieb:
Bitte nicht hauen, aber könnte es sein, dass auf der Gitarre Jumbo-Frets sind?
Und dass Du die noch nicht gewohnt bist?
Also ggf. bei einzelnen Akkorden zu fester Druck (ähnlich wie bei einem nicht korrekt/zu hoch gefeilten Sattel) auf die Saiten und damit "verstimmtes" Klangbild?


...dazu noch 009er Saiten...da kann man die Gitarre so oft und so perfekt stimmen wie man wil - das wird nix.

Gruß
Der Nominator
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RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

neee , meines Wissens sind auf ne Classic Vibe keine Jumbo, sondern irgendwelche Vintage Bünde.

Ich hatte auch schon Probleme mit Pyramid - Saiten.

Ich würde folgendermassen vorgehen:

Stimme die Leersaiten.

Greife den offenen D - Dur, schlage dann von A nach D nach G -usw. Saite der Reihe nach an und schau auf dein Stimmgerät! Jetzt solltest du sehen, welche Saite nicht stimmt.

Und kannst du uns bitte den Gitarrenbauer nennen, der dir ein Nicht - Stimmiges Instrumen zurückgegeben hat?

Liebe Grüße und Toi Toi Toi
 
keine experimente mehr.
Verfasst am:

RE: Kompensierte/harmonic Saitenreiter für Telecaster

Hallo,

mir ist beim Lesen etwas aufgefallen, nur mal eine Frage: Du hast selbst 9er Saiten aufgezogen, der Gitarrenbauer dann 10er. Erstmal: Wieso eigentlich? Aber viel wichtiger: Hast du danach wieder 9er aufgezogen?

Gruß

erniecaster
 
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