Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

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Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Je älter man wird, desto ruhiger lässt man es zumindest phasenweise angehen.

In Rocksachen spiel ich seit jeher Les Pauls.

Meinen Anteil an Cleansounds hab ich viele Jahre in Strats gesucht, aber die lagen mir vom Spielgefühl dann nie. Ich mochte weder die Mensur noch das nicht eingefasste Griffbrett, Ahorngriffbretter sind auch nicht mein Geschmack und irgendwie war mir die Gitarre umgehängt auch immer zu spielzeug-ig. Tele dito.

Durch dieses Video (das im übrigen auch sonst fantastisch ist) bin ich nun bei einer ES 335 (Kopie) gelandet. Und das scheint mir das Richtige zu sein. Klingt, wie es soll und spielt sich prima. Nur arg kopflastig, meine olle Westone. Ich werde mal sehen, dass ich da in bessere Regionen vorstoße. Selbst diese Billokopie ist aber schon gut. Die Richtung stimmt. Anyway, das ist die Lösung für gute Cleansounds, wenn man Fender-Feeling nicht mitbringt. Finde ich auch klanglich besser, da es mehr Druck hat. Das Fender-Zirpelige nach einer Les Paul ist immer, als ob man vom Motorrad aufs Fahrrad umsteigt und nicht recht vorwärts kommt.

Das Video:
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

dodona schrieb:
ich sehe da Strats und dann eine 335 mit much distortion.



Sorry, aber dann hast du offensichtlich entweder was an den Augen oder was an den Ohren


Das:
Das Fender-Zirpelige nach einer Les Paul ist immer, als ob man vom Motorrad aufs Fahrrad umsteigt und nicht recht vorwärts kommt.


kann ich zumindest halbwegs nachvollziehen. Ich spiel zu so ca. 80 % cleane Sounds in der Band und benutze da
so gut wie ausschließlich meine Es 135 mit P90. Das sind ja nun zwar keine Humbucker, aber bekanntlich ja eben doch
deutlich was anderes als Tele oder Strat Singlecoils. Und eben auch eine Semi hollow, wie die 335 im Video.
Ich finde das auch geiler

Aber das mit dem nicht recht vorwärts kommen... mit einer Tele?
Also damit komme ich trotz Fender-Zirpel zumindest klanglich immer voran wie Schuhmacher damals

Gruß Diet
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

diet schrieb:
mit einer Tele?


Moin, es kommt auch immer auf die Art des Amps an:
Wenn ich z.B. mit einem JTM45 (dessen Cleansound ich liebe), einem Bassman, einem guten AC30 oder auch einem Deluxe Reverb mit einer Tele oder Strat Clean spiele, hat das Fundament und klingt in keiner Weise klingelig. Es muss aber ordentlich Pegel haben, damit der Amp auch in seinen Leistungsbereich kommt. Ich hatte vor kurzem hier einen AC30 (Head, handwired, 50th Anniversary, gespielt an offener 2x12" mir Tornado und NeoCreamback) - ein Traum von einem Cleansound. Aber nicht leise. Das ganze in laut mit ner Tele, zum niederknien. Also so, dass der Amp gerade so (nur wenig spürbar) komprimiert. Herrlich ... auch mit Single Coils ...

Bei kleinen Amps wie zB einem Champ oder Princeton bekommt man das auch etwas leiser hin.

Ich habe eher den Eindruck, dass es die Ampdesigns sind, die über "dick oder dünn" bei cleanen Sounds entscheiden: Moderner ausgelegte Amps, insbesondere so Sachen wie "3kanalig + leise" gespielt klingen in vielen Situationen etwas blutleer.
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Ich verwende gerne Clean Sounds und das ganze dann gerne mit Humbuckern.
Tele geht gar nicht und hab ich auch keine mehr.
Allerdings verwende ich keine LPs mit Humbucker sondern alles mögliche andere Zeugs.

Was ich bei CleanSounds (ganz clean) recht gerne mag ist eine leichte Kompression. Ob nun aus einem guten Amp oder einem guten Pedal ist mir gleich. Kompressorpedale sind in der Hinsicht etwas tricky einzustellen aber mit der Zeit findet man was es braucht. Es muss etwas federndes im Sound sein (Kann man nicht gut beschreiben) dann fühle ich mich auch wohl damit.
Die PRS artigen Gitarren die ich da hab können das recht gut. Eine Grosh mit Anderson Pickups eigentlich auch.
Semis hab ich alle wieder verkauft obwohl sie mir so gut gefallen hätten aber ich wurde nicht warm damit.

Viel Freude am Experimentieren wünsch ich!
LG
 
...Genau!
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Habe ich neulich schon zu Rübe gesagt: Viele Leute suchen gar keine Verzerrung, sondern lediglich Kompression. Die findet man natürlich in OD-Sounds, aber oft spürt man, dass es irgendwie keine optimale Lösung ist. Aus dem demselben Grund sind die "superdynamischen" Amps oft ein Problem. Ich hatte mal einen Cornell 18/20, der war supersuper ... Bei meinem Kumpel, der so ein Dynamikmonster beherrschen konnte. Ich klang damit leider wie ein Mensch, der seinen Amp und sein Spiel nicht im Griff hat. Ständig war irgendein Ton zu laut oder zu leise, alles war unregelmäßig weil der Amp jede minimale Nuance mit Faktor 10 abgebildet hat. Mein Kumpel hat ihn dann gekauft, war für uns beide besser.
Entsprechend mag ich an Humbuckern, dass die von sich aus komprimieren. Wenn sie dann nicht tot klingen, ist das die halbe Miete.
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Moin,

für mich ist es ganz einfach.
Der Amp, die Gitarre und die verbauten PUs sind eine Einheit und müssen zueinander passen.
Je cleaner der Grundsound, um so wichtiger o.g. Umstand.
Voluminöser Amp und voluminöser Humbucker = Tendenz zu "zuviel des Guten"...
Dünner Amp und dünner Singlecoil = Tendenz zu "dünnem Sound".
Das sind jetzt die Extremfälle, die mittels Ampeinstellungen nicht mehr angepasst werden können.

Die optimale Lösung ergibt sich aus der richtigen Zusammenstellung aller Komponenten.

So zumindest meine Erfahrung.
 
Gruss, tommy
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

tommy schrieb:
Die optimale Lösung ergibt sich aus der richtigen Zusammenstellung aller Komponenten.


Das ist auf der obersten Meta-Ebene sicher richtig. Geht man nicht auf tiefere, kann 60% des Internets zu.
Verfasst am:

RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Schnabelrock schrieb:
Habe ich neulich schon zu Rübe gesagt: Viele Leute suchen gar keine Verzerrung, sondern lediglich Kompression. Die findet man natürlich in OD-Sounds, aber oft spürt man, dass es irgendwie keine optimale Lösung ist. Aus dem demselben Grund sind die "superdynamischen" Amps oft ein Problem. Ich hatte mal einen Cornell 18/20, der war supersuper ... Bei meinem Kumpel, der so ein Dynamikmonster beherrschen konnte. Ich klang damit leider wie ein Mensch, der seinen Amp und sein Spiel nicht im Griff hat. Ständig war irgendein Ton zu laut oder zu leise, alles war unregelmäßig weil der Amp jede minimale Nuance mit Faktor 10 abgebildet hat. Mein Kumpel hat ihn dann gekauft, war für uns beide besser.
Entsprechend mag ich an Humbuckern, dass die von sich aus komprimieren. Wenn sie dann nicht tot klingen, ist das die halbe Miete.


Das mit der Dynamik is ja so eine Sache.
Weil sowohl auf Aufnahmen als auch im Livebetrieb wird ja komprimiert. In Summe.
Daher verstehe ich Dynamik nicht so sehr das Darstellen der Lautstärkeunterschiede sondern das Darstellen der Klangunterschiede die sich mit der Dynamik auf der E Gitarre ergeben. Ein lauter Ton klingt auch komprimiert lauter und länger. Ohne aber den extremen Peak liefern zu müssen.
Nun.
Ansichtssache aber ich mag das so.
LG
 
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Verfasst am:

RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

auge schrieb:
Daher verstehe ich Dynamik nicht so sehr das Darstellen der Lautstärkeunterschiede sondern das Darstellen der Klangunterschiede die sich mit der Dynamik auf der E Gitarre ergeben.


Genau das.

Ich fnde das Abbilden von Dynamik extrem wichtig, verstehe aber darunter nicht zwangsweise Schwankungen der Lautstärke sondern das Umsetzen eines anders geformten Tons.

Und zwar exakt so, wie es einen Unterschied ausmacht, ob ein Sänger haucht und flüstert oder brüllt und schreit, der Unterschied bleibt erhalten und hörbar, ungeachtet dessen wie laut oder leise diese Performance nachher hochgepegelt ist.

Dynamik bei Gitarrensounds hat daher für mich zwei Dimensionen von denen eine (laut/leise) abhängt vom musikalischen Umfeld. Zum Beispiel der Band und wie sich deren Gesamtkontext verhällt.
Und deren andere (Tonqualitätsänderung) davon abhängt, was für ein Variationsspektrum ich haben möchte. Es gibt zum Beispiel Zerrer die mit ihrem Eigengeschmack und viel linear auf denselben Sound einebnen und andere, die Klangformierungen viel deutlicher durchscheinen lassen. Letzteres zu erkennen war ein Durchbruch in meiner eigenen Soundsuche und ich würde auch dies teilweise unter "Dynamik" kategorisieren.
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RE: Cleane Sounds - nach nichtmal 30 Jahren

Wie clean ist clean ?
Ich denke, da scheiden sich schon mal die Geister. Ich finde cleane Sounds an Amps ohne Pedale meist "leer". Gerade bei HB Gitarren. Sobald man einen PreAmp/Booster, einen TrebleBooster oder einen LowGain Zerrer nimmt, macht clean mit LP schon vielmehr Spaß und setzt sich im Gruppenspiel viel besser durch.
Generell ein Gedanke zu LP und clean:
So eine Gitarre hat ja ein Volume Poti, eine LP sogar deren zwei. Wenn die Elektrik gut ausgesucht ist, kann man damit wunderbar cleane Sounds runterregeln.
Gerade in Verbindung mit einem TrebleBoost ist das das Mittel der Wahl. Und mit den zwei VolPotis kann man in der Zwischenstellung verschiedene Klangfarben herbeiregeln.
 
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Gruß
Stefan
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