Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

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Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Liebe Elektrobastler,

mein (opto-)Mooer Yellow Comp
https://www.thomann.de/de/mooer_yellow_comp.htm
macht immer mal wieder komisches Zeug, das sich schwer beschreiben lässt: machmal lässt er so gut wie keinen Ton durch, nach einzwei Sekunden kommt der Ton dann umso lauter. Einmal kam er so laut, dass ich das Ableben meiner Lautsprecher befürchtete. Kommt mir fast vor, als müsste er ab und zu gegen einen Propf ankämpfen, der dann mit einem lauten Wumms rausfliegt.

Zunächst vermutete ich, solche Sperenzchen ergeben sich aus den kumulierten Unwägbarkeiten von hintereinandergeschalteten Effektgeräten, was mir noch eingeleuchtet hätte. Aber auch im Einzelbetrieb kam dieser Fehler immer mal wieder – egal ob ich den Kompressor in Reihe vor den Verstärker oder in den Einschleifweg klemmte.

Ich muss dazusagen, dass ich vor geraumer Zeit versucht hatte, Kontaktspray in die Potis zu sprühen (Lautstärke- und Klangpoti kratzten und krachten erbärmlich), was wahrscheinlich mißlang, weil die hermetisch dicht sind. Zumindest kratzen und knallen die weiter.

Meine Frage: lässt sich das beschriebene Fehlverhalten mit „Pumpen“ erklären, oder ist das Teil einfach bloß hinüber? Ich habe ehrlich gesagt nie verstanden, was "Pumpen"genau bedeutet.

Gruß Markus
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RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Mein Defizit ist:
Ich weß ziemlich genau woher dein Problem kommt, ich kann es dir nur nicht technisch exakt erklären.
Dein Problem kommt von dem Poti, da bin ich sicher. So ein Poti hat einen Schleifer und eine Schleifbahn. Ist die Schleifbahn verschmutzt, dann springt der Schleifer unkontrolliert und erzeugt die von dir beschriebenen Effekte.

Lösung: Poti ausbauen, wenn möglich, evtl. Fachmann, wenn sich das lohnt. Ist das Poti verkapselt, dann austauschen oder halt das Gerät austauschen, also neu kaufen. Kontaktspray wird immer wieder empfohlen, ist aber ungeeignet, weil der Sprayfilm mit der Zeit aushärtet und dann ist das Poti endgültig für den Schrott.

Tom
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

der Hinweis aufs Poti war hilfreich.

Ich hab allerdings auf die Gefahr hin, die Potis gar ganz zu ruinieren und in der Hoffnung auf Auflösung eventueller Verkrustungen nochmal Kontaktspray reingesprüht. Jedoch hab ich diesmal während und nach dem Sprühen die Regler ausgiebig hin und her gedreht.

Zumindest gibts Teilerfolge: das Vol-Poti ist jetzt völlig rauschfrei, das EQ-Poti kratzt noch, aber die großen Kracher sind weg. Ob das Pumpen auch weg ist, wird sich erst langfristig erweisen.

Werds nochmal wiederholen, schlimmstenfalls bestell ich neue Potis, kosten ja nicht viel. Danke für die Fehlersuche!
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RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

little-feat schrieb:
Lösung: Poti ausbauen, wenn möglich, evtl. Fachmann, wenn sich das lohnt. Ist das Poti verkapselt, dann austauschen oder halt das Gerät austauschen, also neu kaufen. Kontaktspray wird immer wieder empfohlen, ist aber ungeeignet, weil der Sprayfilm mit der Zeit aushärtet und dann ist das Poti endgültig für den Schrott.

Tom


Oder man kauft sich gleich was wertigeres. Bei den Preisen, die ein echter Fachmann hat, lohnt sich das nicht.
Der schmale Footprint des Mooer ist natuerlich schon fein, aber zB mit einem MAd Professor Forest Green hätte man etwas das dann auch mal eine Weile hält. Wenn's was kleines sein muss, dann halt den Xotic SP...

Gruss
Alex
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

MAd Professor Forest Green

...hm, dem seine Kritiken sind aber nicht so dolle. Lustigerweise hat ihn hier (oberster Beitrag)
https://www.thomann.de/de/mad_professor_forest_green_compressorfactory_reviews.htm
jemand eben gerade zufriedenstellend mit meinem (zugegebenermaßen etwas mickrigen) Yellow Comp ersetzt.

Mein Favorit wäre momentan der Boss CS 3. Aber der soll ja rauschen, was der Mad Professor anscheinend (als einer der wenigen Pluspunkte ?) nicht tut.

Natürlich spiele ich nebenbei mit dem Gedanken an "was Gscheites fürs Leben". Aber selbst wenn ich irgendwas um die 150 EUR nehmen würde, wüsste ich nicht, welcher Kompressor über alle Zweifel erhaben wäre: der eine rauscht wie die meisten, der andere pumpt, der dritte hat keinen True Bypass, der vierte ist schwarz....

Momentan bleib ich erst mal noch beim Mooer, inzwischen taugt er wieder so einigermaßen, nachdem ich ihn ein zweites Mal eine Physiotherapie angedeihen lassen habe. Aushäusige Reparatur kommt natürlich bei dem Preis nicht in Frage, aber die selber zu lötenden Potis kosten weniger als ein Seidla im Wirtshaus.

Aber ich bin offen für Kaufempfehlungen, das Thema Kompressoren war hier schon länger nicht mehr aktuell.
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Also ich bin mit dem Mad Professor sehr zufrieden.
True Bypass ist overrated; ein guter Puffer hat eher Vorteile.
Hier gibt's ziemlich ausführliche Reviews von einem Bassisten:
http://www.ovnilab.com/
Wampler macht auch eine mini version seines Comps.

Gruss
Alex
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Ich habe eine Menge Comps durch. Seit ich den Origin Cali habe bin ich wunschlos glücklich. Der ist aber auch einer der teuersten (aber wirklich jeden Cent wert). Eine Alternative wäre der Wampler Ego (gibts auch als Mini), der ist m.E. best of the Rest. Vor allem die Blendfunktion ist klasse.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
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RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Hallo,

der Mooer ist aus einem einfachen Grund gelb:

https://www.thomann.de/de/diamond_guitar_compressor.htm

Das ist das Orginal. Mooer 61 €, Diamond 225 €. Wenn der Diamond viermal so lang hält wie der Mooer, ist rein wirtschaftlich der Break Even Point erreicht....

Wie lange hat das Mooer-Ding gelebt?

Gruß

erniecaster
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

powerslave schrieb:
Ich habe eine Menge Comps durch. Seit ich den Origin Cali habe bin ich wunschlos glücklich. Der ist aber auch einer der teuersten (aber wirklich jeden Cent wert). Eine Alternative wäre der Wampler Ego (gibts auch als Mini), der ist m.E. best of the Rest. Vor allem die Blendfunktion ist klasse.


Du kannst 28 Euro für sowas ausgeben und noch zu teuer. Du kannst 350 ausgeben und jeden Pfennig wert.
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Wampler macht auch ...

Hab mir jetzt ein paar videos zum Wampler angesehen: wie muss man sich den Wampler Blend-Regler vorstellen, der das Original-Signal mit dem bearbeiteten mischt:


- hat man (im Gegensatz zu anderen Kompressoren) da über die ganze Bandbreite in etwa die gleiche Lautstärke ?
- wenn man beide Signale nur mischen kann, lässt die Art der Kompression doch garnicht beeinflussen, nur ihr Anteil, oder ?

@ erniecaster:
Wie lange hat das Mooer-Ding gelebt?

immerhin hats die Garantiezeit gut durchgestanden
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Zumindest beim Mini bleibt die Lautstärke (je nach Kompressionsgrad) mehr oder weniger gleich.
Die zweite Frage verstehe ich nicht ganz: du kannst selbstverständlich die Kompression beeinflussen und dann einen gewissen Anteil des Originalsignals mittels Blendregeler dazumischen. Linksanschlag: Pures Signal. Rechtsanschlag: 100% wet.
Die Idee dahinter ist, den natürlichen Anschlag und Dynamik beizubehalten und dann trotzdem Kompression und Sustain zu haben. Sozusagen ein Faden vom Original- ins komprimierte Signal (d.h. im Fade out des Originalsignals übernimmt der Comp). Für Chickenpicking Sounds macht das natürlich keinen Sinn, aber z.B. für sehr wenig angezerrte Soli. Das könnte man u.U. auch mit einem sehr guten Attack- und Tresholdregler und spitzen Fingern hinbekommen, so funktioniert es aber recht easy.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

[quote]Linksanschlag: Pures Signal. Rechtsanschlag: 100% wet.[/quote]

ja, aber soweit ich das verstehe ist das doch bei jedem Kompressor so.

Thomann jedoch beschreibt den Wampler so:"der Blend-Regler ermöglicht es, das unbearbeitete Signal hinzu zu mischen, um alle Vorteile eines Kompressors zu nutzen, aber mit der Möglichkeit die Dynamik beim Anschlag zu erhalten"

Für mich ist die Frage, was da so viel anders sein soll (was ich nicht kritisch meine, er wäre in der engsten Auswahl, wenn ich mir was Neues kaufen würde).

Anders gefragt: Mir ist er Unterschied zwischen folgendem A und B nicht klar:

A) Bei den meisten Kompressoren lässt sich mit entsprechendem Poti die Kompression direkt von (ungefähr) Null auf (sagen wir mal) 100 % steuern.

B) Wampler hingegen mischt zum Originalsignal (ungefähr) Null bis (sagen wir mal) 100 % des komprimierten Signal hinzu, was als seine Besonderheit gepriesen wird.
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

powerslave schrieb:
für sehr wenig angezerrte Soli.


Für eine wirklich großartige Mischung aus Boost und Comp ist der Bogner Harlow das beste Ding.
Obwohl ich sonst nicht der Versions-Fetischist bin, muss es bei dem V1 sein.
Ich hab vorsichtshalber gleich zwei davon, und mehr brauch ich wirklich nicht, um cleane Sounds etwas zu fördern und Soli anzuheben (Amp: Bogner Atma).
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Ja, aber das ist nicht der Mix zwischen unkomprimiertem Originalsignal und dem Effekt, sondern je nach Layout die Intensität der Kompression (Ratio, Attack, Release, Threshold..), als Einzelparameter oder kombiniert.

Das Ergebnis ist aber tatsächlich ein anderes. Beispiel: hohe Ratio, niedriger Threshold und langes Sustain, also heftiger Effekt, aber 50/50 Blend.
Resultat: "natürlicher" Anschlag, dann aber ewiges Sustain.
 
Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem...
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Hallo,
zur technischen Lösung des Poti Problems kann ich leider nix beitragen.

Aber ich wollte eine Lanze für den Mooer Comp brechen bzw. kann das teils angeklungene Bashing nicht nachvollziehen.

Also ich finde den Yellow Comp ein gutes Pedal. Und damit meine ich wirklich gut und nicht etwa nur bezogen auf den Preis. Ich habe den jahrelang ohne Probleme benutzt. Bei mir hatte er sich auch im direkten gegen das "Original" von Diamond durchgesetzt und hat einen Okko Coca Comp vom Board verdrängt. Ich find den einfach richtig gut. Vielleicht rauscht der einen Hauch mehr als absolute Highend Teile, aber ohne dass ich das als störend empfunden hätte.
Von daher würde ich den eher ein gutes Preis/Leistungs Verhältnis bescheinigen als ihn als "Billig-Schrott" abzutun...


Schöne Grüße,
Wolfram
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

So, mein Mooer-Tone-Poti hat nach anfänglicher Besserung nun doch wieder so unberechenbar laut geknallt wie ein 45er Colt, sodaß ich das Gerät nach etwa 3 Betriebsjahren nun doch endgültig aus dem Verkehr ziehe. Vielleicht mache ich bei Gelegenheit noch den Versuch, mir ein neues Poti zu besorgen, dann könnte ich ihn noch gelegentlich für knackige Rhodes-Sounds auf meinem E-Piano verwenden.

Ich hab mir jetzt unoriginellerweise den Boss CS 3 bestellt. Der fällt zwar nicht unter High End, dürfte aber als einer der meistverkauften und gut beurteilten Kompressoren das Richtige für mich sein. Die Spitzenklassengeräte von über 150 Tacken sind für meine Bedürfnisse doch etwas overdressed - obwohl ich sehr mit dem Xotic geliebäugelt habe.

Immerhin hatten auch die flotteren Hühnerzupfer wie z.B. Brent Mason den preisgünstigen CS 3 auf dem Stampfbrett.
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Hallo Schorsch,
Wenn man den Sound mag, ist man mit dem CS3 gut bedient.
Mir ist der zu extrem, ich mag eher die subtilen Comps.

Grüße

Alex
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Verfasst am:

RE: Mooer Yellow Comp Kompressor verliert Kontrolle

Mir ist der zu extrem, ich mag eher die subtilen Comps.

So, nun ist der Boss CS 3 eingetrudelt.

Muß zugeben, dass ich beim ersten Hinhören etwas enttäuscht bin, obwohl es das Gerät ist, das bei T. die meisten positiven Bewertungen kriegt. Er klingt mir schon etwas synthetisch. Ich finde, dass er nicht schön komprimiert, eher wirkt es fast so, als würde er nur die Höhen bis zum Rauschen anheben. Einen in Richtung Albert Lee/James Burton gehenden Sound krieg ich damit vorerst nicht hin. Da klang ja mein Mooer besser.

Oder man kauft sich gleich was wertigeres.
...hm, hättich mal drauf gehört; ist ja eigentlich auch meine Einstellung, aber für meine eher bescheidenen Fähigkeiten gleich ein richtig nobles Teil...naja.

Aber ein ausführliches Ausprobieren steht noch aus, vielleicht wars nur der erste Eindruck. Melde mich die Tage wieder.


Zuletzt bearbeitet von schorsch27 am 27.09.2020, insgesamt einmal bearbeitet
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