Durchsetzungsfähiger Sound ohne Marshall


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Anonymous
Guest
Hi...
habe gestern eine Interessante entdeckung gemacht. Mein Kumpel hat gestern über meine Anlage gespielt (Rocktron Piranha --> Rocktron Velocity --> 4x12 Box) und mir ist zum erstenmal aufgefallen, dass sich mein Zerr-Gitarrensound nicht durchsetzt. (wenn man selbst spielt ist man zu konzentriert)
Nein, ich habe keinen Badewannensound.
Der Prianha hat Parametrische Mitten und ich habe den bereich um 3,5kHz um 10 dB (regelung +-15) angehoben, weils dann bei PM's so schön metallisch scheppert.
Also gut, während er spielte habe ich mich dem Parametrischen Mittenregler zugewandt und habe ihn von 3,5kHz auf 1kHz eingestellt.
Danach durfte ich den Master wieder runterdrehen, weils zu Laut war. Die Gitarre war furchtbar present.
Aber..... jetzt klingt es 1A nach Marshall.
Ist es also nur möglich mit einem Marshall-Sound im HiGain bereich durchzukommen? Wenn ja was machen dann die Rectifierbesitzer? Weil der Mesa klingt ja genau gar nicht nach Marshall. Ich habe das gefühl das beim Recti die Mitten ähnlich hoch angesetzt sind wie bei meinem alten Sound.
 
Jamalot
Jamalot
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DunkelElf":eiz10n83 schrieb:
Hi...
habe gestern eine Interessante entdeckung gemacht. Mein Kumpel hat gestern über meine Anlage gespielt (Rocktron Piranha --> Rocktron Velocity --> 4x12 Box) und mir ist zum erstenmal aufgefallen, dass sich mein Zerr-Gitarrensound nicht durchsetzt. (wenn man selbst spielt ist man zu konzentriert)
Nein, ich habe keinen Badewannensound.
Der Prianha hat Parametrische Mitten und ich habe den bereich um 3,5kHz um 10 dB (regelung +-15) angehoben, weils dann bei PM's so schön metallisch scheppert.
Also gut, während er spielte habe ich mich dem Parametrischen Mittenregler zugewandt und habe ihn von 3,5kHz auf 1kHz eingestellt.
Danach durfte ich den Master wieder runterdrehen, weils zu Laut war. Die Gitarre war furchtbar present.
Aber..... jetzt klingt es 1A nach Marshall.
Ist es also nur möglich mit einem Marshall-Sound im HiGain bereich durchzukommen? Wenn ja was machen dann die Rectifierbesitzer? Weil der Mesa klingt ja genau gar nicht nach Marshall. Ich habe das gefühl das beim Recti die Mitten ähnlich hoch angesetzt sind wie bei meinem alten Sound.

Hallo DunkelElf,
mal ne kurze Frage, wie klingt eigentlich ein Marshall?
So wie ich das in Erinnerung habe klingt ein JTM45 völlig anders als ein JCM 800, als ein JCM 900, als ein TSL, etc...
So wie ich das sehe, schätzt Du auch die Rectos etwas falsch ein.
Der Rectifier hat mehrere Klangfarben und klingt bei unterschiedlichen Einstellungen auch unterschiedlich.

Ich bin ebenfalls überzeugt, dass eine anständige Einstellung eine Menge ausmacht.

In nem anderen Thread schreibst Du, dass Du mit dem Gedanken spielst irgendwas V-Amp-mäßiges zu holen.

Ich habe letzte Woche mal etwas getan wovor ich mich lange verschloßen habe.
Ich habe mein Line 6 Pod über eine Marshall Transen Endstufe (8080) in eine 4x12er gespielt.
Da ich das POD inzwischen in und auswendig kenne, weiß ich wohl welche Regler was bewirken und bekam für die Probe einen richtig guten Sound hin. Durchsetzungsfähig druckvoll und frisch klang es.
Ich war richtig überrascht.
Probier Du doch das V-Amp pro mit der Velocity.
Die Kombination ähnelt ja dem Setup das ich letzte Woche während der Probe spielte. Vielleicht steckt da ja was drinn, was Deinen Soundvortellungen ähnelt.
 
A
Anonymous
Guest
´nabend,
ein Gitarrensound besteht ja hauptsächlich aus "mitten" da sind deine 1 kHz nicht verkehrt! Was noch viel bringt (an Durchsetzungsvermögen in der Band) ist wenn die tiefen ziemlich rausgedreht werden. Dann klingt die Gitarre zwar alleine dünn, ist aber für das Durchsetzungsvermögen im gesamten oft nicht schlecht. Lieber dann etwas lauter. Ich spiele den Feldmarshall TSL 100 und da ist wie warscheinlich bei jedem Marshall Amp ein Boost-Schalter drann. Den habe ich grundsätzlich ausgeschaltet! Klingt zwar geil, wenn man alleine spielt, aber das mumpft in der Band dermasen mit dem Bass zusammen, daß nur noch Brei rauskommt. (Ist zummindest meine Erfahrung)


Feststellung und Frage:

Mir ist aufgefallen, daß viele Leute versuchen mit was weiß ich was für Equipment einen Marshall nachzuempfinden und geben u.U. viel Geld dafür aus. Wieso wird dann nicht einfach ein Marshall gekauft, wenn der Sound eh schon gefällt???
Mehr Marshall für´s Geld kriegt man wohl kaum ;-) :idea: :!:

Ich will hier keinen auf den Schlips treten :!:
Aber ich bekenne mich als begeisterter Marshall-Jünger und besitze 1 1/2 ECHTE :p !

Nix für ungut!!!
 
A
Anonymous
Guest
Hi....

mir ging es hier eigentlich weniger darum, ob mir der Sound gefällt oder was für Soundvorstellung ich will.
Meine Frage war mehr allgemein gehalten.

@Jamalot
Der V-Amp ist für ne Andere Band. Aber testen werde ich es mal.

@Seidlersjoe
Ich will keinen Marshall nachempfinden. Wirklich nicht.
Mir ist nur eben das mit den mitten aufgefallen. Viele Spielen erfolgreich Badewanne und ich frage mich oft wie.

Und wie klingt Marshall? Naja, ich würde es als Dreckig, Mittig, Brizzelig beschreiben und zwar alle. Ähnlich klingen sie im HiGain betrieb eigentlich immer.

(bezieht sich auf folgende Combis die ich gehört habe

JMP1 + 9200
JCM 2000 TSL
JCM900
)

Ich schätze den Recti gar nicht ein, weil ich ihn noch nie bewusst in einer Band gehört habe.
Aber die Vermutung drängt sich auf, das er sich nicht durchsetzt wenn links ein Marshall mupfelt und in der mitte der Keyboardteppich liegt.
Ich lasse mich aber gerne von was anderem Überzeugen.

Und hier nochmal der Hinweis:
Ich möchte keinen Sound kopieren, und es geht auch nicht um meinen Soundgeschmack oder was mir gefällt sondern rein um "Setzt es sich durch oder nicht" und "warum klingts bei angehobene 1kHz so sehr nach der Marshall JMP1 + Marshall 9200 Combi unseres 2ten Gitarristen?".

Ps: Es ist Lustig. So wie ich meine Posts schreibe, kann man immer 2 Sachen hineiniterpretieren und meißt wird die Falsche angesprochen. Ich sollte meine Wortwahl überdenken ;-)
 
michabekman
michabekman
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Dormagen
Hi!

Stimmt schon, was man im allgemeinen als typischen Marshall-Sound bezeichnet, hat dieses dreckig mittige brizzelige und einen eher schlanken Bass, britisch eben. Der JTM 45 fällt da natrürlich etwas raus, da dieser ja als Fender Bassman Kopie gedacht war.

Die Erfahrung zeigt, dass gerade dieses brizzelige oben rum und der etwas schlankere knackigere Bass sich im Bandsound IMMER durchsetzt und herauszuhören ist. Fettere Bässe kommen immer dem Basser in die quere, überbetonte Höhen den Becken des Drumsets oder den Keyboards usw.
In Sachen Durchsetzungsvermögen ist so typisch britischer Zerrsound schon das optimum.

"Badewannen"-Sounds habe ich live noch nie besonders erfreulich durchsetzungsfähig gesehen. Bands, die studiomäßig live da gute Ergebnisse erzielen, haben entweder live einen sehr undurchsichtigen Sound oder eben doch wieder die Mitten drinnen (z.B. Dream Theater).


Klar kann man in einer Band mit zwei Gitarren, wo dann einer einen Marshall spielt und man selbser z.B. einen Recti bestehen. Das ist halt Abstimmungssache. Wenn sich jeder seinen "geilen" Sound alleine strickt, ist das ganz sicher der falsche Weg.
Ergänzung ist hier das Stichwort: Also am besten mit dem anderen Gitarristen UND dem Basser zusammensetzen und heraushören, welche Soundvorlieben man hat, dann analysieren welche Stärken die jeweiligen Sounds haben und zusehen, dass man so wenig wie möglich Überlagerungen hat. Man sollte sich dabei zum Ziel setzen, dass der eine die Frequenzen abdeckt, die der andere nicht hat und umgekehrt.
Ein Keyboard erschwert natürlich die ganze Angelegenheit, da hier die Sounds meist das ganze Frequenzspektrum abdeckt. Da muss man natürlich experimentieren, oder eventuell das Keyboard auch in manchen Frequenzen "beschneiden" (EQ hinter den ausgang schalten).

Wir spielen in der Band mit drei Gitarristen undbei uns gibst es eigentlich nie große Probleme, dass man den ein oder anderen nicht hören würde.
Also disziplin ist gefragt und auf den Sound der ganzen Band kommt es an und nicht "Boah, mein Sound ist aber fetter als Deiner!".
Dann klappt das auch mit den Amps.

Grüße
Micha
 
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Anonymous
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Wow....

in deinem Post steckt soviel wahres, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll.

michabekman":3jzxsysi schrieb:
Stimmt schon, was man im allgemeinen als typischen Marshall-Sound bezeichnet, hat dieses dreckig mittige brizzelige und einen eher schlanken Bass, britisch eben.

Danke für die Zustimmung.


Klar kann man in einer Band mit zwei Gitarren, wo dann einer einen Marshall spielt und man selbser z.B. einen Recti bestehen. Das ist halt Abstimmungssache. Wenn sich jeder seinen "geilen" Sound alleine strickt, ist das ganz sicher der falsche Weg.

Bring das mal unserem 2. Gitarristen bei

Ergänzung ist hier das Stichwort:
Also am besten mit dem anderen Gitarristen UND dem Basser zusammensetzen und heraushören, welche Soundvorlieben man hat, dann analysieren welche Stärken die jeweiligen Sounds haben und zusehen, dass man so wenig wie möglich Überlagerungen hat.

Ich werde es mal Ansprechen.

Also disziplin ist gefragt und auf den Sound der ganzen Band kommt es an und nicht "Boah, mein Sound ist aber fetter als Deiner!".
Dann klappt das auch mit den Amps.

Finde den Fehler in diesem Satz:

Ein disziplinierter Gitarrist. ;-)

Dein Post ist echt FAQ Reif. Leider erweist sich die Umsetzung leider oft schwerer als man denkt. Ich persönlich steh total auf einen leichten Scooped mit Hosenflattern-Bass. Leider kann man in einer Band mit so einem Sound nichts anfangen. Oder?
 
A
Anonymous
Guest
Hallo allerseits,

finde den Thread sehr interessant und wollte meine Erfahrungen auch mal preisgeben.

In einer meiner letzten Bands haben wir ziemlich derben Metal gespielt, durchweg auf Dropped D. Ich selbst hatte damals meinen alten Marshall JCM 800 im Proberaum, während der andere Gitarrist nen ENGL Rackhead 860 hatte. Der Rackhead klingt imo so schweinegeil brutal, auf Aufhnahmen und im Proberaum bin ich immer blass vor Neid gewesen, mein kächziger, pappiger Sound klang dageben wirklich scheisse.

Ganz anders war die Situation dann allerdings, wenn wir live aufgetreten sind. Kaum wurden Bass und Drums anständig laut über die PA gejagt, ist der (korrekt mikrophonierte) Engl VÖLLIG untergegangen, der arme Mann war den Tränen nahe (das klingt doch nicht wie ein RÖHRENAMP!!!). Der olle Marshall hat sich im Gegensatz dazu abolut durchgesetzt, und ich habe hinterher noch positive Kritiken wegen des guten Gitarrensounds bekommen.

Es scheinen vielleicht gerade diese kratzigen, rauhen Mitten zu sein, die ich persönlich bei den älteren Marshalls abscheulich finde, wenn man sie alleine hört, die im dichten Bandsound aber einfach den nötigen Kick an Durchsetungskraft bringen...

Gruss Tyler
 
 

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