Frage an die Gretschfreunde


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Anonymous
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Hallo,

seit Ostern bin ich Besitzer einer Gretsch Electromatic G5122. Beim Besuch bei meinen Eltern dachte ich mir, geh ich doch mal zum Rock Shop (Karlsruhe) und schau was die da so haben. Und da sah ich sie, spielte ich sie, beriet ich mit meiner Frau und kaufte sie. Das war mein erster ungeplanter Gitarrenkauf!

Jetzt spiele ich seit zwei Wochen drauf und musste folgendes feststellen (ist meine erste Gitarre mit Bigsby):

1. Wenn ich nach dem Saitenwechsel, wie auf meinen anderen Gitarren gewohnt, die Saiten durch Bendings dehnen möchte bewegt sich die Brücke mit. Ist das bei allen Gitarren mit nicht fest montierter Brücke so? Das Stimmen ist in dieser Situation nicht so einfach. Bei den nicht umwickelten Saiten geht das noch, aber ziehe ich die dicke E-Saite um einen Ton, ist die Stimmung dahin. Mach ich grundlegend was Falsch? Muss man was beachten? Oder darf das nicht sein?

2. Positioniere ich die Brücke so, dass die Saiten über den Polen der HB's liegen und wabble mit dem Bigsby ein wenig herum, wandern die Saiten ein wenig nach unten von den Polen weg (Seiten befinden sich dann beim Stegtonabnehmer knapp neben dem Rand der Pole). Ergo, das Bigsby ist nicht mittig angebracht. Hat das jemand bei seiner Gitarre schon mal festgestellt? Kann man da was richten? Oder ist das normal bei diesem Typ?

Vielleicht kann einer von Euch Gretsch-Erfahrenen mir sagen, ob das Verhalten meiner Gitarre normal ist, oder ob das nicht zu akzeptierende Mängel sind. Ich frage hier vorab, denn der Rockshop liegt von meinem Wohnort ca. 300 km entfernt. Bevor ich da telefonisch vorstellig werde, wollte ich erst einmal hören, was die Gretsch-Fraktion hier im Forum dazu meint.

Vielen Dank schon mal.

Gruß
Christian
 
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Hi Christian,

erst einmal Glückwunsch zu deiner Gretsch ;-) Also, die Brücke sollte und darf sich natürlich nicht bewegen. Um das zu beseitigen kannst du entweder dünnes doppelseitiges Klebeband benutzen, oder aber feines Schleifpapier. Vorher natürlich die Brücke so einstellen, das die Gitarre bundrein ist.

Das das Bigsby nicht mittig angebracht ist nicht normal, ich hatte allerdings auch mal ne Gibson ES 135, an der das Bigsby auch leicht schief saß. Ist aber nicht soooo schlimm. Falls du Probleme mit der Stimmstabilität hast, dann müsste man evtl. den Sattel etwas nachkerben. Ein Rollensattel auf der Bridge ist dabei auch sehr hilfreich.

Viel Spaß noch bei dem Einspielen der Gitarre ;-)
 
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HI Maggy,

aus Deiner Antwort und den Lösungsvorschlägen lese ich, das mein Problem nicht unüblich ist. Ich denke ich werde auf die Klebebandmethode zurückgreifen. Der Kleber ist bestimmt nicht förderlich für den Lack, aber die Schmirgelpapier-Methode empfinde ich als absolut Lacktötend. Vielleicht langt der Keber ja auch, um das Bigsby-Problem zu beheben.

Greift jeder der ne Gretsch hat auf so einen Trick zurück?

Vielen Dank für Deine schnelle Hilfe.

Gruß
Christian
 
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ca-music":1ql1lgqi schrieb:
HI Maggy,

Greift jeder der ne Gretsch hat auf so einen Trick zurück?

Hi Christian,
da diese Gretsch Modelle auch heute noch so gebaut werden wie damals, sind auch die Tricks immer noch die gleichen :-D
Mit Klebeband geht das sehr gut und der Lack wird auch nicht angegriffen - musste keine Angst haben.
 
HanZZ
HanZZ
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Die Probs mit der sich verschiebenden Bridge gibt es ja auch bei anderen Gitarren. Ich habe das bei meiner X-155, meiner Herb-Ellis-ES165 und meiner E-Mandoline.

Die (Druck-) Verbindung zwischen Bridge und Decke ist aber doch ein wichtiger Teil der Klangübertragung. Wenn ich da jetzt Klebeband zwischen pappen würde, müsste ich doch mit einer deutlichen Dämpfung / Klangverschlechterung rechnen, oder ?

Das war der Grund warum ich das noch nicht ausprobiert habe.

Cheers

HanZZ
 
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Eigentlich MÜSSEN sich die Bridges verschieben, ansonsten würde sich die Gitarre bei Bigsbygebrauch andauernd verstimmen.

Doppelklebeband kann man nutzen, sollte aber nicht das fette Tesa-Teppichklebeband sein. Das dämpft heftig und versaut auf Dauer auch den Lack.

Ich würde es erst einmal mit dickeren Saiten (0.11 - 0.49 / 52) versuchen. Mehr Druck auf der Bridge und die Gretsch klingt auch besser.

@Christian

Mal ne doofe Frage:

hast du auch die kleine Schaumstofffolie unter der Bridge entfernt? Wenn nicht, ist es kein Wunder, wenn die Brücke rutscht...
 
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HanZZ":3nodwbo2 schrieb:
Die (Druck-) Verbindung zwischen Bridge und Decke ist aber doch ein wichtiger Teil der Klangübertragung. Wenn ich da jetzt Klebeband zwischen pappen würde, müsste ich doch mit einer deutlichen Dämpfung / Klangverschlechterung rechnen, oder ?

Das war der Grund warum ich das noch nicht ausprobiert habe.

Moin Hans,
mit dünnem doppels. Klebeband ist das absolut kein Problem und dir geht auch keinerlei Sound verloren.
 
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Sascha´s Strat":1aee93te schrieb:
Eigentlich MÜSSEN sich die Bridges verschieben, ansonsten würde sich die Gitarre bei Bigsbygebrauch andauernd verstimmen.
.

Nööö Sascha, die Bridge sollte sich eigentlich keineswegs verschieben. Ich hatte bei keiner mit Bigsby versehenen Gitarre Probleme mit der Stimmung bei fester Bridge. Auch nicht ohne Rollensattel. Wie du allerdings richtig schreibst, sollte eine Gretsch, oder eben eine Gitarre in deren Bauart mit etwas kräftigeren Saiten bespannt werden. Also ich empfehle für solche Gitarren Sätze ab 0.11 - 0.52 und dann klingts auch richtig gut ;-)

PS: Das mit der Schaumstofffolie unter der Bridge wollte ich nicht schreiben. Ich denke aber mal, der Christian hat diese sicherlich entfernt :roll: :lol:
 
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verschieben war vielleicht blöd ausgedrückt. Etwas kippeln sollten sie aber schon. Ja gut, das können sie mit Klebeband auch noch, ist ja kein Loctite...
 
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ca-music":36wpgnpi schrieb:
Greift jeder der ne Gretsch hat auf so einen Trick zurück?

Ja, ich zumindest auch!
Habe bei meiner Tennessee Rose seit ewig etwas dünnes Klebeband drunter, ohne dass da irgendetwas leiden würde!
Wegen dem Verstimmen: Klar ist aber auch, dass du mit einem Bigsby ungestraft keine Divebombs machen kannst... ;-)
Viele Grüße
Jochen
 
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Hallo Leute,

auf einer Seite kam hinter die Bigsby-Befestigung ein 1mm Steifen Balsaholz, die Saiten laufen über die Poties, und die Brücke wurde mit doppelseitigem Kelbeband arretiert.

Funktioniert wunderbar! Für meine Ohren ist kein Soundverlust hörbar, aber die Gitarre lässt sich einfach stimmen und hält bis jetzt die Stimmung, auch nach Vibratoeinsatz.

Vielen Dank für Eure Hilfe. Es ist einfach eine sehr schöne Gitarre.

Gruß
Christian
 
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Hi Christian,

na dann ist doch alles bestens - freut mich für dich, dass du nun ne gut funktionierende Gretsch hast und dich aufs spielen konzentrieren kannst. Viel Spaß beim Einspielen ;-)
 
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Hi,
dieser Thread und die darin beschriebenen Probleme schrecken mich doch schon ab jemals so eine Gretsch zu kaufen. Gut, sie ist nicht gerade das teuerste Modell, aber kann man vom Gitarrenhersteller nicht eine voll funktionstüchtige Gitarre erwarten an der man nicht selbst erst einmal mit Klebeband usw. herumwerkeln muß?
Gruß
Wolfgang
 
 

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