Fretking Strats, die bessere Wahl?

doc guitarworld

doc guitarworld

Moderator
Hallo Ihr Lieben,

dem eine oder anderen ist die fiesta rote Strat sicherlich aufgefallen (u.a. auf der GW-Session), die ich nunmehr seit fast drei Wochen mit mir rumschleppe ... es ist eine Fretking aus tschechischer Produktion und mit allerfeinsten Komponenten ausgestattet:

coronaeu3sp.jpg


Im Klartext heißt das ca. 800 Euro ausgeben für eine Gitarre, die Fender (sorry, es ist nun mal so) nicht mal für 1800 Euro hinbekommt. Ein einteiliger Flame-Maple-Hals, ein zweiteiliger Eschebody, Schaller staggered Locking Mechaniken, Graphit Sattel (Knochen ist besser für das Sustain, W°°?), AlNiCo Single Coils (mitte reversed) & AlNiCo P90, Wilkinson VS50 (habe ja noch ein Piezo-Wilkinson [;)]) etc. Sound? Strat durch und durch, aber besser, sauberer intonierend ... geil! Warum kann Fender das nicht?

Mit besten Empfehlungen

Doc
 
A

Anonymous

Guest
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Original erstellt von: Doc Guitarworld
Warum kann Fender das nicht?
</td></tr></table>

Weil der Name selbst zuviel kostet? Allerdings muss ich sagen, das ich Fendergitarren von der Preis/Leistung um einiges besser finde als andere bekannte Gitarrenhersteller(->Gibson). Bei den Preisen kommt mir echt das kotzen [xx(]

so long...
Bachmann
 
A

Anonymous

Guest
Hi Doc,
hmmmmmm.... foines Fretchen, das Teil[:p]...ist ne Corona EU III SP, gelle?
Ich hatte ja die Gelegenheit, einige deiner Strats mal anzutesten und ich muss sagen, in Punkto Ansprache und Tonentfaltung gefiel mir diese am allerbesten, wenn auch die Pink Lady am besten aussieht! Da auch ich momentan auf der Suche bin nach einer Vintagestrat, muss ich sagen die Fenderjungs müssen sich so langsam was einfallen lassen. Was da so alles an Schrott angeboten wird, für so viel Zaster!?! Es ist kaum zu glauben, meine 100 € Stagg-Strat stellte meine alte Japanstrat u. einige andere US Fenders voll in den Schatten. Das einzig vernünftige war die Fenders zu verscheuern und die Stagg ein wenig aufzurüsten in Verbindung von neuen PU’s!!
Ich werd mir nun mal ne gebrauchte Morgaine, ne Blade (hatte schon einige und die waren allesamt superklasse!!!) und ne Fretking näher betrachten und mich dann entscheiden. Auch Walter werde ich mal kontaktieren nach ner goilen Esche-Strat, die für mich eben trocken und clean schon tierisch bluesy klingen muss!
Oder gibt es da noch was anderes am Strathimmel Freund Doc???

Prost Doc, ich spendier uns’n Weizchen:D

magsiganturegif.gif


Lieber im Blues als im Minus.....
 
A

Anonymous

Guest
Hey Doc,
diese badewannenblaue Lady hier würde mir gefallen[;)]...wo bekommt man die Teile denn zu nem günstigen Kurs?

guitar1.jpg

magsiganturegif.gif


Lieber im Blues als im Minus.....
 
W°°

W°°

Well-known member
Ihr lieben,
ich ketze mal wieder hier ein wenig rum....

Die Stratocaster ist nicht erfunden worden, um Glück und Segen auf diesen Planeten zu bringen. Es ist das Ford T Modell des Gitarrenbaus. Ein Brett, ein Hals (1 Zoll - American Standard Schnittmaß), und ein Pickguard (Fertig bestückt und verlötet).
Es war gewiss nicht das Ziel von Leo Fender, mit diesem Instrument, was in vielem revolutionär war, eine kulturelle und gitarrenbauerische Revolution anzustiften. Es war in jedem Detail nichts anderes, als amerikanischer Pragmatismus. Während Gibson Kopfplatten abwinkelte, nahm Leo ein 1 Zoll Brett für den Hals und drückte die Saiten mit zwei Niederhaltern in den Sattel. Während man bei der Konkurrenz Tonabnehmer umständlich durch Kabelkanäle und F-Löcher verdrahtete, hatte man bei Fender alles auf einem Plastikbrett. Während man anderswo Korpi und Hälse anpasste, verleimte, und zusammen lackieren musste, wurden sie bei Fender vor dem Verkauf zusammengeschraubt. Das Ergebnis war ein Produkt, was angelernte Kräfte zu einem im Vergleich unerreichbaren Preis fertigen konnten.
Das, was wir mit der Firma Fender verbinden, hat neben den ruhmreichen Erfindungen von Vater Leo ( der nach seinen Gründerjahren mit den Folgefirmen und -Ideen eher erfolglos war) nichts zu tun. Es stützt sich ausschließlich auf den Ton bestimmter Künstler, die diese Instrumente gebrauchten. Hier ist mal vor allen Hendrix zu erwähnen. Dabei sollte man sich vergegenwärtigen, dass er als Linkshänder gar keine andere Wahl hatte. Er besaß zwar eine Flying V, aber die hatte kein Tremolo und NIEMAND hätte (und hat!) zu dieser Zeit für einen verrückten Junkie ein Endorsermodell gebaut.
Ich glaube immer noch, dass die bekannten Firmen von der Wucht des Flowerpower völlig überrascht waren. Irgendwann sind auch sie wach geworden und haben den Ruhm (und Ton!) der Künstler mit ihren Instrumenten verknüpft. Da Musiker einfach gestrickte Gestalten sind, haben sie es andersrum getan. Und weil das so ist, verkaufen Firmen, deren Holz durch Künstler mit einem Ton beseelt wurde, ihre Produkte wie Heroin am Bahnhofsviertel, während andere Firmen, die keine Historie, aber Ton verkaufen wollen, mit dem "Wachturm" in der Fußgängerzone stehen.
Die große Mehrheit der Gitarristen suchen ein Leben lang nach einer guten X!, oder Y!. Eine verschwindende Minderheit sucht eine Gitarre.
Isch bin Räinländer jenuch öm ze sahre: Et kunn jo och jeder moche, wie-rer et mäjnt!



Grüße aus dem milden Westen.

W°°
 
doc guitarworld

doc guitarworld

Moderator
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Original erstellt von: W°°
Ihr lieben,
ich ketze mal wieder hier ein wenig rum....

Die Stratocaster ist nicht erfunden worden, um Glück und Segen auf diesen Planeten zu bringen. Es ist das Ford T Modell des Gitarrenbaus. Ein Brett, ein Hals (1 Zoll - American Standard Schnittmaß), und ein Pickguard (Fertig bestückt und verlötet).
Es war gewiss nicht das Ziel von Leo Fender, mit diesem Instrument, was in vielem revolutionär war, eine kulturelle und gitarrenbauerische Revolution anzustiften. Es war in jedem Detail nichts anderes, als amerikanischer Pragmatismus. Während Gibson Kopfplatten abwinkelte, nahm Leo ein 1 Zoll Brett für den Hals und drückte die Saiten mit zwei Niederhaltern in den Sattel. Während man bei der Konkurrenz Tonabnehmer umständlich durch Kabelkanäle und F-Löcher verdrahtete, hatte man bei Fender alles auf einem Plastikbrett. Während man anderswo Korpi und Hälse anpasste, verleimte, und zusammen lackieren musste, wurden sie bei Fender vor dem Verkauf zusammengeschraubt. Das Ergebnis war ein Produkt, was angelernte Kräfte zu einem im Vergleich unerreichbaren Preis fertigen konnten.
Das, was wir mit der Firma Fender verbinden, hat neben den ruhmreichen Erfindungen von Vater Leo ( der nach seinen Gründerjahren mit den Folgefirmen und -Ideen eher erfolglos war) nichts zu tun. Es stützt sich ausschließlich auf den Ton bestimmter Künstler, die diese Instrumente gebrauchten. Hier ist mal vor allen Hendrix zu erwähnen. Dabei sollte man sich vergegenwärtigen, dass er als Linkshänder gar keine andere Wahl hatte. Er besaß zwar eine Flying V, aber die hatte kein Tremolo und NIEMAND hätte (und hat!) zu dieser Zeit für einen verrückten Junkie ein Endorsermodell gebaut.
Ich glaube immer noch, dass die bekannten Firmen von der Wucht des Flowerpower völlig überrascht waren. Irgendwann sind auch sie wach geworden und haben den Ruhm (und Ton!) der Künstler mit ihren Instrumenten verknüpft. Da Musiker einfach gestrickte Gestalten sind, haben sie es andersrum getan. Und weil das so ist, verkaufen Firmen, deren Holz durch Künstler mit einem Ton beseelt wurde, ihre Produkte wie Heroin am Bahnhofsviertel, während andere Firmen, die keine Historie, aber Ton verkaufen wollen, mit dem "Wachturm" in der Fußgängerzone stehen.
Die große Mehrheit der Gitarristen suchen ein Leben lang nach einer guten X!, oder Y!. Eine verschwindende Minderheit sucht eine Gitarre.
Isch bin Räinländer jenuch öm ze sahre: Et kunn jo och jeder moche, wie-rer et mäjnt!



Grüße aus dem milden Westen.

W°°
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Du hast ja vollkommen Recht, wenn auch in nettem Gewand verpackt :D

Ich glaube, grade der Umstand, ein total simples Teil zu spielen mit eckigem Ton und der Möglichkeit, bei kaputt selber reparieren zu können, macht die Ikea-Gitarren Strat und Tele so reizvoll grad auch für Tüftler ... ich glaube, ich lasse seltenst die orig. Pickups in der Gitarre oder fummel doch zumindest an der Elektronik rum. Zudem ist das Teil ergonomisch sehr entgegenkommend und selten so schwer wie die Paula (die amerikanische Antwort auf Gelsenkirchner Barock [B)]) ... Ich liebe den Ford T unter den Gitarren und eigentlich ist´s mir mittlerweile fast Schnuppe, was für ein Gekritzel auf der Kopfplatte zu finden ist. Ich glaube, bei einer 61´ oder 64´ Strat mach ich da aber vielleicht noch eine Ausnahme [:p] Apropos Geldanlage: Nachdem selbst manche Versicherungen kurz vor Bankrott stehen, sollte man sich tatsächlich überlegen, den Bausparvertrag in ein solches Holz zu stecken ... ich tu´s.

Mit besten Empfehlungen

Doc
 
A

Anonymous

Guest
Moinsens,

latürnich hat Leo Fender nicht die Welt glücklich machen wollen. Natürlich war er zuerst einmal Geschäftsmann (und kein besonders geschickter dazu). Er war nicht einmal Gitarrenbauer, geschweige denn Gitarrist. Trotzdem war er Visionär, aufmerksamer Zuhörer und weit innovativer, als es die, wesentlich ältere, Firma Gibson je war. Und auch der Vergleich mit dem Ford T Model hinkt etwas. Schließlich hatte das T Model nicht mal einen 3 Liter Motor oder Kat. Fender hat mit der Strat immerhin einen vernünftigen Bodyschmeichler konstruiert, der bis heute maßgeblich ist.

slide on ...
bO²gie
 
A

Anonymous

Guest
... btw gab es natürlich auch zu Hendrix Zeiten schon Gitarren, die sich leichter und passender zur Linkshänder Gitarre hätten umodeln lassen können, zB die SG, welche auch zu Hendrix Zeiten nicht teurer war, als die Strat, galt sie doch als Poor Mans Les Paul (und war ursprünglich als Les Paul auf dem Markt eingeführt worden).

slide on ...
bO²gie

... und von Buddy Holly bis Hank Marvin gab’s auch vor Hendrix schon einige prägende Gitarristen, die zur Strat griffen ...
 
C

Christof

Well-known member
Hallo,

die Fretkings sind tierisch für das Geld. Wenn man denn einen P90 am Steg mag, was mir persönlich allerdings nicht in die Tüte käme.

Für 800 Steine bekommt man natürlich auch eine Fender Re-Issue an jeder Ecke. Problem nur, eine gute zu finden. Was gibt es noch? Gebrauchte Teile von Grosh, Suhr, Melancon und diesen Vögeln. Sind natürlich auch gleich teurer, aber klasse Instrumente.

Eine gute Strat finden, ist schwierig, finde ich. Ich jedenfalls habe ewig gesucht, bin aber schliesslich fündig geworden. Auf der Kopfplatte steht "Fender", so verwerflich das auch sein mag für den einen oder anderen...

Christof
 
 
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