Fretking Strats, die bessere Wahl?

doc guitarworld

Moderator
17 Jan 2002
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Hallo Ihr Lieben,

dem eine oder anderen ist die fiesta rote Strat sicherlich aufgefallen (u.a. auf der GW-Session), die ich nunmehr seit fast drei Wochen mit mir rumschleppe ... es ist eine Fretking aus tschechischer Produktion und mit allerfeinsten Komponenten ausgestattet:

coronaeu3sp.jpg


Im Klartext hei├čt das ca. 800 Euro ausgeben f├╝r eine Gitarre, die Fender (sorry, es ist nun mal so) nicht mal f├╝r 1800 Euro hinbekommt. Ein einteiliger Flame-Maple-Hals, ein zweiteiliger Eschebody, Schaller staggered Locking Mechaniken, Graphit Sattel (Knochen ist besser f├╝r das Sustain, W┬░┬░?), AlNiCo Single Coils (mitte reversed) & AlNiCo P90, Wilkinson VS50 (habe ja noch ein Piezo-Wilkinson [;)]) etc. Sound? Strat durch und durch, aber besser, sauberer intonierend ... geil! Warum kann Fender das nicht?

Mit besten Empfehlungen

Doc
 
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Original erstellt von: Doc Guitarworld
Warum kann Fender das nicht?
</td></tr></table>

Weil der Name selbst zuviel kostet? Allerdings muss ich sagen, das ich Fendergitarren von der Preis/Leistung um einiges besser finde als andere bekannte Gitarrenhersteller(->Gibson). Bei den Preisen kommt mir echt das kotzen [xx(]

so long...
Bachmann
 
Hi Doc,
hmmmmmm.... foines Fretchen, das Teil[:p]...ist ne Corona EU III SP, gelle?
Ich hatte ja die Gelegenheit, einige deiner Strats mal anzutesten und ich muss sagen, in Punkto Ansprache und Tonentfaltung gefiel mir diese am allerbesten, wenn auch die Pink Lady am besten aussieht! Da auch ich momentan auf der Suche bin nach einer Vintagestrat, muss ich sagen die Fenderjungs m├╝ssen sich so langsam was einfallen lassen. Was da so alles an Schrott angeboten wird, f├╝r so viel Zaster!?! Es ist kaum zu glauben, meine 100 ÔéČ Stagg-Strat stellte meine alte Japanstrat u. einige andere US Fenders voll in den Schatten. Das einzig vern├╝nftige war die Fenders zu verscheuern und die Stagg ein wenig aufzur├╝sten in Verbindung von neuen PUÔÇÖs!!
Ich werd mir nun mal ne gebrauchte Morgaine, ne Blade (hatte schon einige und die waren allesamt superklasse!!!) und ne Fretking n├Ąher betrachten und mich dann entscheiden. Auch Walter werde ich mal kontaktieren nach ner goilen Esche-Strat, die f├╝r mich eben trocken und clean schon tierisch bluesy klingen muss!
Oder gibt es da noch was anderes am Strathimmel Freund Doc???

Prost Doc, ich spendier unsÔÇÖn Weizchen:D

magsiganturegif.gif


Lieber im Blues als im Minus.....
 
Hey Doc,
diese badewannenblaue Lady hier w├╝rde mir gefallen[;)]...wo bekommt man die Teile denn zu nem g├╝nstigen Kurs?

guitar1.jpg

magsiganturegif.gif


Lieber im Blues als im Minus.....
 
Ihr lieben,
ich ketze mal wieder hier ein wenig rum....

Die Stratocaster ist nicht erfunden worden, um Gl├╝ck und Segen auf diesen Planeten zu bringen. Es ist das Ford T Modell des Gitarrenbaus. Ein Brett, ein Hals (1 Zoll - American Standard Schnittma├č), und ein Pickguard (Fertig best├╝ckt und verl├Âtet).
Es war gewiss nicht das Ziel von Leo Fender, mit diesem Instrument, was in vielem revolution├Ąr war, eine kulturelle und gitarrenbauerische Revolution anzustiften. Es war in jedem Detail nichts anderes, als amerikanischer Pragmatismus. W├Ąhrend Gibson Kopfplatten abwinkelte, nahm Leo ein 1 Zoll Brett f├╝r den Hals und dr├╝ckte die Saiten mit zwei Niederhaltern in den Sattel. W├Ąhrend man bei der Konkurrenz Tonabnehmer umst├Ąndlich durch Kabelkan├Ąle und F-L├Âcher verdrahtete, hatte man bei Fender alles auf einem Plastikbrett. W├Ąhrend man anderswo Korpi und H├Ąlse anpasste, verleimte, und zusammen lackieren musste, wurden sie bei Fender vor dem Verkauf zusammengeschraubt. Das Ergebnis war ein Produkt, was angelernte Kr├Ąfte zu einem im Vergleich unerreichbaren Preis fertigen konnten.
Das, was wir mit der Firma Fender verbinden, hat neben den ruhmreichen Erfindungen von Vater Leo ( der nach seinen Gr├╝nderjahren mit den Folgefirmen und -Ideen eher erfolglos war) nichts zu tun. Es st├╝tzt sich ausschlie├člich auf den Ton bestimmter K├╝nstler, die diese Instrumente gebrauchten. Hier ist mal vor allen Hendrix zu erw├Ąhnen. Dabei sollte man sich vergegenw├Ąrtigen, dass er als Linksh├Ąnder gar keine andere Wahl hatte. Er besa├č zwar eine Flying V, aber die hatte kein Tremolo und NIEMAND h├Ątte (und hat!) zu dieser Zeit f├╝r einen verr├╝ckten Junkie ein Endorsermodell gebaut.
Ich glaube immer noch, dass die bekannten Firmen von der Wucht des Flowerpower v├Âllig ├╝berrascht waren. Irgendwann sind auch sie wach geworden und haben den Ruhm (und Ton!) der K├╝nstler mit ihren Instrumenten verkn├╝pft. Da Musiker einfach gestrickte Gestalten sind, haben sie es andersrum getan. Und weil das so ist, verkaufen Firmen, deren Holz durch K├╝nstler mit einem Ton beseelt wurde, ihre Produkte wie Heroin am Bahnhofsviertel, w├Ąhrend andere Firmen, die keine Historie, aber Ton verkaufen wollen, mit dem "Wachturm" in der Fu├čg├Ąngerzone stehen.
Die gro├če Mehrheit der Gitarristen suchen ein Leben lang nach einer guten X!, oder Y!. Eine verschwindende Minderheit sucht eine Gitarre.
Isch bin R├Ąinl├Ąnder jenuch ├Âm ze sahre: Et kunn jo och jeder moche, wie-rer et m├Ąjnt!



Gr├╝├če aus dem milden Westen.

W┬░┬░
 
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Original erstellt von: W┬░┬░
Ihr lieben,
ich ketze mal wieder hier ein wenig rum....

Die Stratocaster ist nicht erfunden worden, um Gl├╝ck und Segen auf diesen Planeten zu bringen. Es ist das Ford T Modell des Gitarrenbaus. Ein Brett, ein Hals (1 Zoll - American Standard Schnittma├č), und ein Pickguard (Fertig best├╝ckt und verl├Âtet).
Es war gewiss nicht das Ziel von Leo Fender, mit diesem Instrument, was in vielem revolution├Ąr war, eine kulturelle und gitarrenbauerische Revolution anzustiften. Es war in jedem Detail nichts anderes, als amerikanischer Pragmatismus. W├Ąhrend Gibson Kopfplatten abwinkelte, nahm Leo ein 1 Zoll Brett f├╝r den Hals und dr├╝ckte die Saiten mit zwei Niederhaltern in den Sattel. W├Ąhrend man bei der Konkurrenz Tonabnehmer umst├Ąndlich durch Kabelkan├Ąle und F-L├Âcher verdrahtete, hatte man bei Fender alles auf einem Plastikbrett. W├Ąhrend man anderswo Korpi und H├Ąlse anpasste, verleimte, und zusammen lackieren musste, wurden sie bei Fender vor dem Verkauf zusammengeschraubt. Das Ergebnis war ein Produkt, was angelernte Kr├Ąfte zu einem im Vergleich unerreichbaren Preis fertigen konnten.
Das, was wir mit der Firma Fender verbinden, hat neben den ruhmreichen Erfindungen von Vater Leo ( der nach seinen Gr├╝nderjahren mit den Folgefirmen und -Ideen eher erfolglos war) nichts zu tun. Es st├╝tzt sich ausschlie├člich auf den Ton bestimmter K├╝nstler, die diese Instrumente gebrauchten. Hier ist mal vor allen Hendrix zu erw├Ąhnen. Dabei sollte man sich vergegenw├Ąrtigen, dass er als Linksh├Ąnder gar keine andere Wahl hatte. Er besa├č zwar eine Flying V, aber die hatte kein Tremolo und NIEMAND h├Ątte (und hat!) zu dieser Zeit f├╝r einen verr├╝ckten Junkie ein Endorsermodell gebaut.
Ich glaube immer noch, dass die bekannten Firmen von der Wucht des Flowerpower v├Âllig ├╝berrascht waren. Irgendwann sind auch sie wach geworden und haben den Ruhm (und Ton!) der K├╝nstler mit ihren Instrumenten verkn├╝pft. Da Musiker einfach gestrickte Gestalten sind, haben sie es andersrum getan. Und weil das so ist, verkaufen Firmen, deren Holz durch K├╝nstler mit einem Ton beseelt wurde, ihre Produkte wie Heroin am Bahnhofsviertel, w├Ąhrend andere Firmen, die keine Historie, aber Ton verkaufen wollen, mit dem "Wachturm" in der Fu├čg├Ąngerzone stehen.
Die gro├če Mehrheit der Gitarristen suchen ein Leben lang nach einer guten X!, oder Y!. Eine verschwindende Minderheit sucht eine Gitarre.
Isch bin R├Ąinl├Ąnder jenuch ├Âm ze sahre: Et kunn jo och jeder moche, wie-rer et m├Ąjnt!



Gr├╝├če aus dem milden Westen.

W┬░┬░
</td></tr></table>

Du hast ja vollkommen Recht, wenn auch in nettem Gewand verpackt :D

Ich glaube, grade der Umstand, ein total simples Teil zu spielen mit eckigem Ton und der M├Âglichkeit, bei kaputt selber reparieren zu k├Ânnen, macht die Ikea-Gitarren Strat und Tele so reizvoll grad auch f├╝r T├╝ftler ... ich glaube, ich lasse seltenst die orig. Pickups in der Gitarre oder fummel doch zumindest an der Elektronik rum. Zudem ist das Teil ergonomisch sehr entgegenkommend und selten so schwer wie die Paula (die amerikanische Antwort auf Gelsenkirchner Barock [B)]) ... Ich liebe den Ford T unter den Gitarren und eigentlich ist┬┤s mir mittlerweile fast Schnuppe, was f├╝r ein Gekritzel auf der Kopfplatte zu finden ist. Ich glaube, bei einer 61┬┤ oder 64┬┤ Strat mach ich da aber vielleicht noch eine Ausnahme [:p] Apropos Geldanlage: Nachdem selbst manche Versicherungen kurz vor Bankrott stehen, sollte man sich tats├Ąchlich ├╝berlegen, den Bausparvertrag in ein solches Holz zu stecken ... ich tu┬┤s.

Mit besten Empfehlungen

Doc
 
Moinsens,

lat├╝rnich hat Leo Fender nicht die Welt gl├╝cklich machen wollen. Nat├╝rlich war er zuerst einmal Gesch├Ąftsmann (und kein besonders geschickter dazu). Er war nicht einmal Gitarrenbauer, geschweige denn Gitarrist. Trotzdem war er Vision├Ąr, aufmerksamer Zuh├Ârer und weit innovativer, als es die, wesentlich ├Ąltere, Firma Gibson je war. Und auch der Vergleich mit dem Ford T Model hinkt etwas. Schlie├člich hatte das T Model nicht mal einen 3 Liter Motor oder Kat. Fender hat mit der Strat immerhin einen vern├╝nftigen Bodyschmeichler konstruiert, der bis heute ma├čgeblich ist.

slide on ...
bO┬▓gie
 
... btw gab es nat├╝rlich auch zu Hendrix Zeiten schon Gitarren, die sich leichter und passender zur Linksh├Ąnder Gitarre h├Ątten umodeln lassen k├Ânnen, zB die SG, welche auch zu Hendrix Zeiten nicht teurer war, als die Strat, galt sie doch als Poor Mans Les Paul (und war urspr├╝nglich als Les Paul auf dem Markt eingef├╝hrt worden).

slide on ...
bO┬▓gie

... und von Buddy Holly bis Hank Marvin gabÔÇÖs auch vor Hendrix schon einige pr├Ągende Gitarristen, die zur Strat griffen ...
 
Hallo,

die Fretkings sind tierisch f├╝r das Geld. Wenn man denn einen P90 am Steg mag, was mir pers├Ânlich allerdings nicht in die T├╝te k├Ąme.

F├╝r 800 Steine bekommt man nat├╝rlich auch eine Fender Re-Issue an jeder Ecke. Problem nur, eine gute zu finden. Was gibt es noch? Gebrauchte Teile von Grosh, Suhr, Melancon und diesen V├Âgeln. Sind nat├╝rlich auch gleich teurer, aber klasse Instrumente.

Eine gute Strat finden, ist schwierig, finde ich. Ich jedenfalls habe ewig gesucht, bin aber schliesslich f├╝ndig geworden. Auf der Kopfplatte steht "Fender", so verwerflich das auch sein mag f├╝r den einen oder anderen...

Christof
 

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