FRFR-Einstieg - neues am Markt? Laney / Headrush?

michabekman
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Jein,

so wie ich das sehe ist die Alto eher "nur" ein Fullrange Beschallungsspeaker.
Der Zusatz "Flat Response" fehlt jedenfalls in der Thomann-Produktbeschreibung.
Somit ist die Headrush-Box schonmal dahingehend optimiert dass sie den Zusatz Flat Response hat.


Widersprüchlich ist das auch nicht ganz eine FRFR auf - nehmen wir mal eher das Wort "Gitarrenanwendung" zu optimieren.
Würde es bei FRFR keine Unterschiede geben, würden ja auch alle Lautsprecher gleich klingen.
Tun sie aber ja nachweißlich nicht. Manche fühlen sich beim Gitarrenspiel numal besser an als andere.
Das hat dann schon was mit der verbauten Hardware und auch Schallverteilung zu tun - allerdings auch damit, wo die Boxen eben das "Flat Response", also den Linearen, geraden Frequenzverlauf nicht ganz erreichen.
Im Falle der Alto/Headrush schweigt man sich nun aus, ob da eine andere Hardware werkelt, oder sie einfach nur frequenzmäßig angepasst wurde, dass sie für die Gitarrenarbeit relevanten Frequenzen eben möglichst "Flat" und gutklingend abbildet.

Ein hörbarer Unterschied ist jedenfalls eindeutig da.
Das bezeugen einige Vergleichsvideos.

Die 50 Euro wäre mir der Aufpreis also schon wert.
 
Sharry
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Ich denke, dass genaues FRFR-Verhalten für eine Gitarrenbox eher unbedeutend ist und man Sound-Adaptionen besser am Modeller macht, der da anzuschließen ist.
FR's, die so nicht so exakt sind, sind dies bei Frequenzen, die für einen Gitarrenton eher wenig Bedeutung haben.
Vielleicht bedeutender sind Loudness, Dynamik und Headroom.
Ein 12" wird mehr Bassdruck haben als ein 8" egal wie linear er ist. Im Mix sollte man diese Frequenzen aber auch auf der Bühne eher dem Bassisten überlassen. Bei den Mitten dürfte es weniger entscheidend sein.

Generell glaube ich, dass bezüglich HIFI-Qualitäten bei Boxen für den Gitarrensound zuviel TAM TAM gemacht wird.
Ordentliche CAB-SIM's bzw IR's sind wesentlich entscheidender.
Ja, es macht Spaß sein Geld für hochwertiges Equipment auszugeben. Bei Verwendung als Monitor ist's für mich aber mehr Spaß als Sinnhaftigkeit.
Bei Verwendung als FOH-Box wird man wohl anderes Equipment ins Auge zu fassen haben und mehr den Gesang berücksichtigen müssen.
 
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Sharry schrieb:
Ja, es macht Spaß sein Geld für hochwertiges Equipment auszugeben. Bei Verwendung als Monitor ist's für mich aber mehr Spaß als Sinnhaftigkeit. .
Das sehe ich anders. Der Speaker, auch wenn er ja nur für mich persönlich laut machen soll, sollte hochwertig sein. Für mich. Das bin ich mir wert.

Bei FRFR- Speakern hat das halt seinen Preis.
Denn wo eine billige Harley Benton- Gitarrenbox mit einem Greenback drin bestimmt ganz ordentlich klingen wird, erhält man im billigen Preissegment bei FRFR- Boxen oft nur Sondermüll.
 
Sharry
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Tja, jeder wie er will, wenn er kann. Es spricht ja nix dagegen. Man gönnt sich ja sonst nichts ;-)
 
BruderM
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Also ich hab vor Jahren mal 12er Aktivboxen für die Wiedergabe meines Tonelab getestet und da waren die klanglichen Unterschiede durchaus relevant. Eine DB Opera hatte z. Bsp. merkwürdig aufgeblasene Bässe, die wohl Stimmen "voll" klingen lassen sollten, für Gitarrensounds aber völlig unbrauchbar waren, weil sie die Mitten total weggeschoben haben. Da hätte ich am Tonelab brutal gegensteuern müssen und immer noch unterum Klangbrei gehabt.
Das hat mich damals zu meiner RCF-Box gebracht, die ich heute noch gut finde......:banana:

Das Thema würde mich auch mal in Gitarrenzeitungstests interessieren.....

Grüße
Marc
 
michabekman
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So, nun kam zwischenzeitlich eine gute Gelegenheit eine gebrauchte Headrush FRFR 112 zu kaufen.
Gestern dann die erste Probe damit ... und ja es geht ... nach etwas Umgewöhnung sogar sehr gut.

Die ersten Versuche stellte ich die Headrush Box so ziemlich neben den Vox AC30 platziert. Zuerst wie gehabt als Vergleich über den Vox gespielt, dann über die Headrush-Box.
War OK. Die Headrush klang wie erwartet etwas flacher, das Spielgefühl ist etwas anders, aber nicht schlechter.
Nun war es so, dass ich über meinen Headrush-Modeler mein Setup 1:1 übernommen hatte. Also einfach statt des Loop, in den mein echter AC30 reinläuft den entsprechenden AC30 Modeling Block eingefügt, Sound ziemlich gleich eingestellt und für die FRFR noch eine Ownhammer 2x12 BluBulldog IR dran.
Viel besser wurde es dann als ich die Box als Wedge dann direkt vor mich stellte. Das macht den Sound etwas indirekten Ton doch wieder deutlich direkter.
Die Monitor-Form stellte sich also als klarer Gewinner dar!!

Entscheidend stellte sich dann heraus, dass die virtuellen Drive-Pedale des Modelers mit denen ich bisher ausschließlich meine verzerrten Sounds über den echte Vox bereitstellte, so nicht so ideal zum weiteren Modeling passten. Das cleane Vox-Modeling mit der entsprechenden IR klang super. Den Distortion drauf klang dann aber flach und nur noch so OK. Aber darauf bin ich mit der FRFR jetzt auch nicht mehr angewiesen... Also nen Marshall Plexi dran + Celestion Creamback IR ... und JO. Da ist der Sound wieder. Oder einen Dual Rectifier, Vintage Kanal, + Bogner V30 Box... Das drückt nun so dass es eine Wonne ist.

So eine FRFR-Box ist also sehr abhängig von der richtigen IR... Das dachte ich mir schon vorher.
IRs sind dann allerdings doch etwas zickig was das Gain-Staging mit Pedalen anbelangt, so wie man es vor einem klassischen Amp+Box schmerzfrei betreiben kann. Man muss also die virtuelle Signalkette konsequent "glaubhaft" durchgehen, da solche "Sonderfälle" wohl als Parameter in der digitalen Welt nicht vorgesehen sind. Da so ein Modeler aber wieder ganz andere und sehr viele "konsequente" Möglichkeiten bereitstellt, macht das nix. Man kommt halt anders zu Ziel. Für mich ist dieses nun aber mit der FRFR rund geworden. Man hört eben genau was man macht und hat so das direkte Resultat. OK, ich muss meine Presets nun alle etwas umprogrammieren, aber das ist die Sache dann wohl wert.

Zur Headrush-Box selbst: Sie klingt wirklich relativ flat, heißt es tritt nichts irgendwie negativ hervor. Keine zu fetten Bässe, keine zu krassen Höhen. Sie besitzt einen Contour-Switch, der die Mitten absenkt. Ich denke das macht aus der Box eher eine Art PA-Speaker. Für Gitarre ist der Switch unbrauchtbar. Genau die wichtigen Mitten sind dann weg. Ansonsten hat sie Power und Druck ooohne Ende. Volume war gerade mal auf 3-4 (von 11) mit lauten Drummer im Raum.
Das Spielgefühl mit dem richtigen Amp-Model und IR ist wirklich gut. Kommen die virtuellen Drive-Pedal ran, geht der Druck etwas flöten, wenn man es mit stärkeren Verzerrung über die Pedale übertreibt. Da sollte man dann eher auf ein entsprechendes Amp-Model wechseln.

Nächste Woche steht dann der erneute Bandtest mit zweitem Gitarristen an, der gestern nicht da war und einen Friedman+V30 2x12er Box spielt.
 
Sharry
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@michabekman.
Ja, es sind die IR's die einerseits immer besser werden und andererseits für den guten Sound mindest so wichtig sind als eine gute Ampsimulation.
 
michabekman
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So, wieder fast 2 Monate und einige Proben weiter, macht die Lösung nun immer mehr Spaß.
Ich habe mich etwas vom reinen "Amp in a Room Sound" entwöhnt und meine Presets immer weiter verfeinert.
So langsam bekommt man ein Gefühl dafür für welche Situation nun welches AMp-Modell und welche IR besser passen.

Sehr geholfen haben mir da die Celestion Suhr IRs. Die klingen für mich noch etwas besser als die Standard-Celestion-Geschichten und sind übersichtlicher in der Handhabung. Für jeden Zweck ist was passendes dabei ohne groß suchen zu müssen.

Die Headrsuh FRFR 112 hat mir an manchen Stellen fast schon zu viel Bass, den man lernen muss etwas einzudämpfen.
Ich werde mir wohl noch eine 108 von Headrush holen und mal vergleichen.
Eventuell auch beide gleichzeitig nutzen, bevor es dann im nächsten Schritt auf die inEars geht.
 
michabekman
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Ich hole den Thread hier der Vollständigkeit nun nochmal für ein finales Fazit hoch.

Inzwischen habe ich mit der Headrush 112 FRFR einen rundum klasse Gig gespielt.
Vorab hatte ich ca. 3 Monate Zeit mir meine Sounds zurechtzubasteln.
Diese Zeit braucht man meiner Einschätzung nach auch bis man sich vom Feeling, den richtigen IRs für den entsprechenden Zweck und der zielgerichteten Korrektur/Einstellung gefunden hat.
Die Band und der Mitgitarrist waren zuweilen etwas genervt. Um mich einzufinden hatte ich mich etwas lauter gemacht in den Proben um die Sounds besser beurteilen zu können, immer wieder kleine Korrekturen durchgeführt, etc...
Vor der letzten Probe dann nochmal zu Hause für wirklich jeden Song ein eigenes Preset mit einzelnen Szenen erstellt, finales finetuning betrieben und dann Generalprobe. Die Lautstärke wieder angepasst und es klang wie aus einem Guss. Breites Grinsen bei allen Bandmitgliedern.

Dann der Gig, open Air bei über 40 Grad.
Vorab sei gesagt, der Drummer spielt nun ausschließlich über Kopfhörer um den Klick zu hören. Er braucht also keinen Monitor mehr über den er sich bisher immer beide Gitarren gleichzeitig geben ließ. Neben dem Klick hat er einen kompletten Bandmix auf seinen Kopfhörern.
Der andere Gitarrist baute seinen Röhrenamp mit 2x12er als Sidefill auf. Der Basser stand mit seinem Amp direkt hinter mir. Der Sänger hat eh schon seit jeher ein InEar-System.
Ich hatte also für meinen Sound nur noch meine FRFR-Box über die ausschließlich meine Gitarre kam und auch nur mich anstrahlte.
Vom Veranstalter gab es noch einen kleinen Zusatzmonitor für meinen Backinggesang.
Da wirklich nichts sinnlos quer schallte, hatten wir den aufgeräumtesten Bühnensound, an den ich mich erinnern konnte.

Der Sound über den Headrush Modeller mit der FRFR war so gut wie nie!
Das hätte ich so gut tatsächlich nicht erwartet, da ich immer der Meinung war man benötigt den Druck eines echten Amps hinter oder neben sich. Ich dachte ich wäre da immer abhängig von für mein Spiel, um in das richtige "Rock'n'Roll"-Feeling zu kommen.
Beim Spielen mangelte es aber wirklich an nichts.
Druckvoll, schön, durchsetzungsfähig, klar und immer in dem Wissen, dass das genau so vorne auch aus der PA kommt.
Den etwas bassigen Charakter der Headrush 112, den es galt mittels Low-Cuts etwas einzufangen, könnte man in dem Kontext als Vorteil sehen. Denn so waren meine Sounds nie überladen in den tiefen Frequenzen. Die Celestion IRs werte ich da auch mal als Vorteil, da sie schon etwas für banddienliche Frequenzen "vorgefiltert" erscheinen. Zu mindest harmonierten sie für meine Kombination sehr sehr gut.
Vom FOH-Mann und allerhand Musiker-Kollegen gab es nach dem Gig ausschließlich großes Lob für meinen Sound.
Ich denke das kann man als vollen Erfolg werten.

Das ganze lief nun so unerwartet gut, dass ich mir nun stark überlege ob ich wirklich ein InEar brauche...
Der Leidensdruck ist da erstmal weg.
Das Interesse ist jetzt erstmal da die kleine 108er Headrush Box zu testen.
Eventuell davon dann zwei statt der einen 112er.
 
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michabekman schrieb:
Das Interesse ist jetzt erstmal da die kleine 108er Headrush Box zu testen.
Eventuell davon dann zwei statt der einen 112er.

Moin, ich spiele ja nun schon seit vielen Jahren über FRFR- Boxen, die letzten 7 Jahre über die Yamaha DXR 10.
Ich habe nun unlängst die Headrush 108 gegen die Yamaha ausgiebig verglichen, und zu meiner Überraschung ist die 108 als Sieger hervorgegangen und hat die DXR 10 ersetzt.
Ich spiele also nun (je nach Laune) 1-2 Headrush 108 mit meinem Kemper.
Ein ausführliches Review in Englisch habe ich hier verfasst:
https://www.kemper-amps.com/forum/index.php?thread/45541-headrush-frfr-108-vs-yamaha-dxr-10-my-impressions/&pageNo=1
 
powerslave
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Ich spiele (nicht zuletzt Dank Doc Lin6forums Tip) seit längerem zwei DXR 10 in Kombination mit einem Fractal AX8 bzw. neuerdings auch Helix.
Abgesehen vom Lüfterthema bin ich begeistert. Ein Aspekt, der hier noch nicht erwähnt wurde und wo ich nicht sicher bin, ob das mit den Headrush 108 auch so klappt: ich nutze die DXRs auch gerne mit einem (oder zwei - braucht es aber gar nicht unbedingt) DXS12 Sub als PA bei kleineren bis mittleren Gigs. Klappt ebenso hervorragend, ist sehr einfach aufzubauen und auch relativ einfach zu transportieren.
 
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powerslave schrieb:
Ich spiele (nicht zuletzt Dank Doc Lin6forums Tip) seit längerem zwei DXR 10 in Kombination mit einem Fractal AX8 bzw. neuerdings auch Helix.
Abgesehen vom Lüfterthema bin ich begeistert. Ein Aspekt, der hier noch nicht erwähnt wurde und wo ich nicht sicher bin, ob das mit den Headrush 108 auch so klappt: ich nutze die DXRs auch gerne mit einem (oder zwei - braucht es aber gar nicht unbedingt) DXS12 Sub als PA bei kleineren bis mittleren Gigs. Klappt ebenso hervorragend, ist sehr einfach aufzubauen und auch relativ einfach zu transportieren.

Müsste man echt mal probieren.
Als echte PA- Box (auch mit Sub) wird die Headrush 108 wahrscheinlich etwas weniger gut funktionieren als die Yamaha DXR 10, obwohl sie im Mittenbereich transparenter ist als die DXR 10. Die Yamaha ist halt größer dimensioniert, in allem.
Obwohl: Habe mal einen kurzen Lautstärketest mit der 108 gemacht. Kemper Output auf -12 dB, Headrush halb aufgedreht: 112 dB Lautstärke, ohne dass der Sound oder die Box auseinanderfällt. Hifi- Material klingt auch sehr gut mit der 108, sie hat auch eine Vorrichtung für ein Stativ, also...
 
michabekman
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Ahh, das klingt ja schonmal sehr positiv zur 108.
Danke für das Teilen deines Reviews.

Ich hatte tatsächlich schon damit geliebäugelt auch mal so eine Yamaha zu testen, weil ich mir davon einen noch besseren Sound versprochen hatte.
Aber dann würde ich wohl doch eher zur 108 für eine Test tendieren weil eben noch kleiner.
Somit bin ich dann aber auch erstmal recht Happy mit der 112.
 
gruenspan
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Hallo!
Der Thread ist ja nun schon etwas länger unterwegs und Du hast Dir schon eine klare eigene Meinung gebildet. Ich möchte noch kurz was zum Thema inear sagen. Ich glaube, das es - wenn es
1. richtig gut eingestellt ist
2. Alle es benutzen
3. Man den Luxus eines EIGENEN Stereokanals hat
nichts praktischeres, einfacheres, konstanter klingendes gibt als inear, aber es ist halt auch ein bisschen wie Musik hören. Man muss es, genau wie alles andere, mögen und gut finden und die Vorteile zu schätzen wissen.
Man wird sich damit anfreunden müssen.
Ich spiele seit vielen Jahren ausschliesslich einen Modeller und bin sehr zufrieden damit.
Ich hatte bis vor kurzem eine Band, in der ich über eine 2*10 vom Gitarrenschlumpf gespielt habe. Sehr geiles Teil. In dieser Band hätte ich nicht inear spielen wollen. Hätte für mich nicht gepasst.
Desweiteren spiele ich noch in einer Coverband. Dort spielen wir seit geraumer Zeit sehr erfolgreich mit inear und alle kommen gut damit klar. Man hört sehr genau was alle tun und ist bis auf das bleed in von lauten P.A.s (insb. Bassanteilen) je nach Kopfhörer auch sehr gut abgeschirmt und kann sich auf seinen eingestellten Sound verlassen. Fazit: einstecken und los. Kein Soundcheck für die Band, kein Gefummel, kein Trara, kein ich hör mich nicht / anders / schlecht.

Was will es damit sagen?
Wenn ihr aktuell einen sauberen Sound auf den Bühnen hinbekommt und glücklich damit seid, ist die Frage, welchen Vorteil ihr Euch von inear erwartet und ob das so funktionieren wird.
Ausserdem ist zu klären, ob Euer aktuelles Pult genügend Wege hat, oder alles neu gemacht werden muss.
Schlussendlich muss man sich auch Gedanken darüber machen, wie das dann Live aussieht.
Eigenen Bandmixer fürs inear? - m.E. Unverzichtbar. Will man ja nicht immer neu einstellen, geschweige denn, das das jeder kann.
Aber was ist dann mit dem FOH Mix? Splitter ins Rack?
Nur noch per Stereo XLR ins Venue Pult und ALLES andere selbst abmischen?
Was ist mit den Drums? Spielt Kollege edrum, oder wird alles abgenommen? Trigger? Kommt der Kollege dann in den Käfig?
Nicht alles wird wirklich einfacher. Aber alles bleibt spannend!

Gruß
Stefan
 
michabekman
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Dormagen
Wow, vielen Dank für deine Einblicke.

Zu deinen Fragen:
Wir besitzen bereits für's Monitoring des Drummers, der mit geschlossenen Kopfhörern spielt und dem des Sängers, der schon immer ein InEar hatte ein Behringer X18air sowie einen 4-Kanal Kopfhörerverstärker. Im Behringer Mixer kommen bereits alle Signale an, der Bandmitglieder an. Für alle anderen die das möchten steht ein Eingang im Kopfhörerverstärker für die Proben bereit. Ich habe damit auch schonmal mit einem geschlossenen Kopfhörer geprobt, mochte den echten Bandsound aber doch lieber, hatte ich mit einem eigenen Mix aber auch noch nicht weiter auseinandergesetzt.
Als nächstes ist geplant, dass wir uns Splitter anschaffen, sodass das X18 auch live unseren Monitormix machen soll.
Ziel ist es dann verlässlich immer den gleich Monitorsound zu haben - ganz wie du beschrieben hast, ohne gefummel etc.

Wie bereits geschrieben habe ich da jetzt auch nicht mehr ganz den Leidensdruck das unbedingt mittels inEar realisieren zu müssen.
So gut wie das jetzt mit der einen FRFR geklappt hat, kann ich mir das auch noch mit einer weiteren vorstellen für meinen eigenen Bandmix vorstellen.
Wenn inEar, möchte ich das auch richtig machen - also eine hochwertige Funke und vor allem hochwertige angepasste Hörer. Beides kostet ja auch dann eine Stange Geld.
Ich werde den nächsten Gig dann erstmal nutzen, um zu schauen, ob mir das mit der FRFR immer noch weiterhin so gut gefällt.
Dann gäbe es für mich da auch relativ wenig Gründe daran etwas zu ändern.

Von einem InEar würde ich mir jetzt versprechen:
- Besseres Hören der Gesänge, damit ich meinen Background-Gesang da besser hineinbringen kann
- Unangestrengteres Hören und Schutz des Gehörs im Allgemeinen, was natürich vorraussetzt dass man die Dinger auch nicht zu laut fährt.
- Keine Lautstärkediskussionen mehr mit dem Mitgitarristen (Wobei das zuletzt mit meiner FRFR kein Thema mehr war).
 
uwich
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Ich habe noch ein Argument für oder gegen InEar, das ja eigentlich OffTopic hier ist:

InEar bei Auftritten geht meiner Meinung nach nur, wenn ihr alles (incl. FOH) selber macht oder der Gig so groß ist, dass ein fähiger und motivierter FOH-Mann am Pult steht. Bei kleineren Gigs muss man die Anlage oft selber mitbringen oder die Anlage inkl. Mann am Pult (habe da noch nie eine Frau gesehen??!?!?) macht das für lau oder "zum Spaß" und hat keine Ahnung/keine Lust, sich mit InEar zu beschäftigen. Fände ich auch relativ anmaßend, wenn eine Hobbyband oder Semiprofi-Band einen perfekten Stereomix InEar erwartet, der Tonmensch dagegen die Anlage für lau oder Freibier stellt.

Hatte mal als Organisator einer Session/offenen Bühne eine Hobbyband bei ihrem ersten Auftritt und der Sänger/Gitarrist verlangte beim Soundcheck nur für sich sowohl zwei(!) Monitorboxen als auch einen Stereo-InEar-Mix. Als er patzig wurde bin ich einfach in die nächste Kneipe gegangen und habe gewartet, bis deren Gig mutmaßlich vorbei ist.

Aus eigener Erfahrung als Mucker und Hobby-FOH-Mann mein Tip: so lange Eure Gage nicht im vierstelligen Bereich angekommen ist, lieber klassisches Monitoring. Und zwar nur so laut wie nötig. Den Typen in der Band, der permanent beim Soundcheck ruft, er höre sich nicht, obwohl ihn geschätzt 120dB anblasen (hat jede Band), einnorden oder ggf. ersetzen. Nur dann wird der Bühnensound auch gut und damit auch der PA-Sound.

On-Topic: bin sehr sehr zufrieden mit meiner Headrush FRFR 108, die ich gleich doppelt gekauft habe.
 
michabekman
michabekman
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Dormagen
Nunja genau so eine Situation, dass da irgendwer semimotiviertes am FOH sitzt, wollen wir eigentlich nicht.
Deswegen bringen wir auch immer unseren eigenen Mischer mit, soweit das möglich ist.
Und der findet das wirklich gut, wenn der Monitormix schon im Vorfeld steht.
Wir ziehen es auch vor unabhängiger zu sein.
Die Qualität der Monitore vor Ort variiert in den meisten Fällen Erfahrungsgemäß doch stark.
Sachen mitzubringen auf die man sich verlassen kann und die man kennt, beruhigt doch gerade was den eigenen Sound angeht sehr.
Heißt im Falle von klassischem Monitoring dann viel zusätzliches Geschleppe. Mit einem InEar wäre der Aufwand geringer.
Guter Sound und geringere Gage müssen sich dann nicht zwangsweise ausschließen.

Ich denke einen guten Teil des Hauptproblems geht in Sachen Bühnenlautstärke schon vom Drummer aus.
Der ist mit seinem Akustischen Set ja nicht nur schon per se laut, sondern musste ich bisher immer noch mit zusätzlichem klassischen Monitor die Gitarre geben. Das sorgt schon für viel zusätzlichen Schall-Ballast, den man nicht braucht. Da der Drummer nun wegen permanentem Klick auf dem Ohr die Notwendigkeit hatte sich gleich den restlichen Bandmix auf den Kopfhörer zu geben, ist da schonmal viel gewonnen. Also ich denke wir sind auf einem guten Weg.

Und wenn man wieder etwas Kohle frei ist, werde ich so eine 108 mal testen.
 
E
erniecaster
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2
Hallo!

Eine allgemein gehaltene Unterhaltung über D.I. und inear fände ich sehr interessant und würde mich wohl auch beteiligen wollen - hier ging es aber um sehr konkrete Boxen und es wäre schade, wenn das verwässert wird.

Ob ein Mod trennen mag?

Gruß

erniecaster
 
 

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