So, ich hole jetzt mal tief Luft und hoffe, dass nicht irgendein Wort Anlass gibt, mir den Schädel einzuschlagen.
Ich spiele noch eins der ersten Axe-fx hier in Deutschland (Seriennummer laut Jacques (Mail vom 29.4.07) 0035 und habe damit in einigen Jahren vielleicht einen Schatz wie ein alter Plexi :-D . Habe seit 40 Jahren auch schon ne Menge Röhrenamps durch (
Fender, Boogie,
Engl), Transistoramps wie einen Rath... Schon alles klasse Teile, bei denen mir nach einiger Zeit des Spielens (übrigens Cover von
Adams bis
ZZTop, aber nix Weichgespültes, sondern es muss bei mir knallen!) dann doch irgendwas fehlte. Entweder zu sahnig oder zu wenig Räumlichkeit und und und. Natürlich nicht zu vergessen die Latte von Bodentretern oder 19"-Geräten, die man für Covermucke dieser Art braucht. Also ein ewiges Suchen nach der idealen Gerätekombination.
Als die Modeler kamen, war ich als einer der Erster in einem Laden und hab mir ein Korg A5 gekauft, nur mal so zum Ausprobieren. Beeindruckend war für mich nicht der Sound, sondern die Kombination von vielen Effekten auf kleinstem Raum. Als in den letzten Jahren auch die Sounds der digitalen Kisten immer besser wurden, hab ich fast alles gekauft, durchprobiert und live eingesetzt.
Das Tolle an den Dingern war ja auch, dass man jede Gitarre einstöpseln, das Gerät auf Half-Fullstack oder PA schalten konnte und mit nur wenigen Handgriffen hatte man, in entsprechende Verstärker gesteckt, einen, sagen wir, akzeptablen Sound, zumindest für´s Publikum. Für mein Feeling musste die Suche aber weitergehen. Auch mal Switchblade ausprobiert, zurück geschickt.
Dann kam das Axe. Und das große "Übel" an diesem Teil ist, das man es nicht einfach irgendwo reinstecken kann und gut ist. Wie man nicht nur im amerikanischen Forum lesen kann, sind, zumindest was die Live-Verstärkung anbetrifft, anscheinend ne ganze Menge Leute nicht zufrieden, oder begeistern sich plötzlich für ein neues FRFR-System, obwohl sie eben noch überschwänglich für ein QSC plädiert haben.
Ich selbst bin eigentlich zufrieden, aber nur eigentlich. Denn ich weiß: Das Axe bietet so unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten, irgendwo eine Konstellation zu finden, die meinen Soundwünschen noch mehr entspricht.
Das ist vielleicht auch Andy_´s Problem, dass er da nicht den langen Atem hat, und so viel wie möglich ausprobiert. Ist zermürbend, weiß ich. Und teuer. Wenn er natürlich auf ein bestimmtes System festgelegt ist und da keine befriedigenden Ergebnisse mit dem Axe erzielt, muss er es wieder verkaufen.
Aber das ist halt auch eine neue Dimension, in die das Axe gestoßen ist. Bis auf wenige Leute, die schnell ihr Traumequipment gefunden haben, werden ganz viele noch Wochen, Monate, Jahre? suchen, weil es eben immer noch einen Ticken besser geht. Bei den bisherigen Modelern war schnell Schluss. Die Zeiten sind jetzt vorbei.
Auch ich war 2007 anfangs euphorisch nach den ersten Soundbeispielen und der Werbung: Plug and play, dachte ich. Aber die Sounds waren alle direkt über PC aufgenommen, von der Peripherie (Gitarrenmodell, Endstufe, Box, PA usw.) war eigentlich nie so richtig die Rede. Und da war ich bestimmt nicht als Einziger zunächst enttäuscht, als ich die schwarze Kiste erst mal in einen Ampeingang gesteckt habe, und dann in die Returnbuchse, und dann und dann...
Und die Röhrenleute, von denen mir bestimmt einige den Vogel zeigen und sagen, es geht auch einfacher? Die frage ich, ob denn jemand seit 10, 20, 30 Jahren denselben Amp spielt. Bestimmt sehr sehr wenige. Und warum? Weil es eben doch immer noch einen Ticken besser geht. Bei Röhren- und Digitalgeräten.
Keep on rockin´ Jungs. Und haltet in diesen schwierigen Zeiten wenigsten die Musikindustrie am Laufen!
Gruß Nobbi.