Griffbrettvisualisierung, wie? (Vorsicht Jazz)


A
Anonymous
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Hallo,

wie Visualisiert ihr euer Griffbrett wenn Ihr improvisiert??
Seht ihr Skalen oder Akkorde?
Findet ihr Grundtöne und baut von dort bekannte Formen (Skalen, Akkorde) auf)?
Oder könnt ihr einfach sofort ganze Tonarten sehen?

z.B.: Ihr wollt bei einer Improvisation versuchen die Akkordterzen anzupeilen. Seht ihr die einfach? Oder findet Ihr den Akkordgrundton und wisst dann relativ dazu wo die Terzen sind?

Und wie habt ihr das Ganze geübt.

Ich frage, da ich gerade Versuche meine Jazz- und Improvisationsfähigkeiten zu verbessern. Dabei geht es mir weniger darum Jazz spielen zu können als einfach meine Basis fürs Songwriting und improvisieren zur verbessern.

Danke & Grüsse
 
C
Christof
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Ich "sehe" die Dreiklänge oder Vierklänge und spiele dann meist aus diesen Griffbildern (sprich: Akkorden) heraus meine Melodien oder Licks. Zumindest, wenn die Akkordfolge nicht zu allzu komplex wird und wenn ich so spielen will. Bei einfachen Akkordfolgen spiele ich normalerweise eher skalenbasiert. Dann weiß ich im Prinzip aber immer wo die Grundtöne und meine typischen "Licks" liegen und flechte immer mal starke Akkordtöne ein. Meist durchaus bewusst, weil man damit "Landungspunkte" für sich und den Zuhörer schafft. Es klingt dann einfach musikalischer.

Die Akkordtongeschichte kann man ganz gut üben, indem man sich langsam an die verschiedenen Griffbilder herantastet. Also zB.: wo ist der C-Dur Dreiklang (oder auf Cmaj7) zu finden, wo D-7, wo G7. Und man muss das überhaupt nicht nur auf Jazz beschränken. Du kannst damit auch jede Wald-und Wiesen-Akkordfolge richtig zum Leben erwecken.
 
Woody
Woody
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Hallo Schrummel,

das ist ein Thema, was mich gerade auch umtreibt.
Bisher gehe ich tatsächlich über die Grundtöne, finde das aber mittlerweile gräßlich und einschränkend.
Da ich mich auch seit geraumer Zeit am Bass in einer Bigband durchpfusche, ist mir aufgefallen, daß ich dort tatsächlich eher Noten spiele, als Pattern,
was zur Folge hat, daß mir in "selteneren" Tonarten die Orientierung fehlt.

Ich bin daher dazu gekommen, die Tonarten konsequent auswendig zu lernen,
also Vorzeichen, Grundskala, Stufenakkorde und Arpeggien.
(Na, welche Töne hat die Subdominante von Des-Dur?;-) )
Das ist einigermaßen viel Holz und ich bin noch dabei.
Das hilft natürlich nur, wenn man die Töne auf dem Griffbrett kennt.
Dazu will ich mich jetzt regelmäßiger mit Guide Tone Lines beschäftigen.
Vorsätze, halt.
Walking Bass spielen hilft aber ungemein, den Kram zusammenzubekommen.

Viele Grüße,
woody
 
E
erniecaster
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Hallo!

Da ich von der Rhythmusseite komme, sehe ich die Akkorde in den üblichen Shapings (E-Typ, A-Typ, C-Typ) und nutze das auch.

Was dazu führt, dass meine Soli sich vielfach in den Akkordtönen aufhalten und todeslangweilig sind.

Wichtiger als die Frage, welche Note das jetzt ist und in welchem Kontext sie steht, ist mir aber, wie sie klingt. Ich versuche mittlerweile vor dem Spielen den Ton zu hören. Leicht ist das nicht und es klappt auch nicht immer.

Gruß

e.
 
A
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Ich kann mich da erst einmal meinem Vorredner anschließen. Am besten ist es, beides sehr gut kennen - Skalen und Drei- bzw. Vierklänge. Wenn du Dreiklänge übst, schreib dir einfach mal sowohl auf ein Notenblatt als auch in eine Tabulatur die Grundstellung und alle Umkehrungen für Dur und Moll auf. Später kannst du auch noch Halbvermindert und Vermindert hinzu nehmen wobei der verminderte Akkord auf einer Saitengruppe immer gleich aussieht (gleiche Intervallstruktur - kleine Terzen).
Um schlüssig zu klingen ist es aber am allerwichtigesten immer in allen "Bildern" die guide tones (Terz und Septime) zu sehen und zu kennen. Diese beiden Töne charakterisieren am stärksten den harmonischen Verlauf. Grundton und Quinte dagegen werden häufig schon vom Bass gespielt und sind weniger aussagekräftig.

Eine gute Übung mit Dreiklängen und Vierklängen ist der random circle:

Du schreibst völlig unzusammenhängend taktweise oder halbtaktig Akkorde auf. Ein Beispiel könnte so aussehen:

C / Gb/ E/ B/ Db/ F .... usw.

Dann spielst du in einfachen Rhythmen die guide tones, Dreiklänge oder Vierklänge aus. Wichtig ist, dass den random circle regelmäßig veränderst. Sonst prägen sich Muster ein. Wenn man die Übung strikt zum Metronom übt, zwingt man sich immer wieder neue Wege auf dem Griffbrett gehen zu müssen.

Diese Übung klingt nicht besonders schön und ist auch sehr müsam. Mir hat das aber eine Menge gebracht.

Viele Grüße
Micha
 
A
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@Micha: ja bei so random Sachen bin ich auch gelandet. Denn egal welche Übung man macht, nach fünf Minuten denke ich nichtmehr in Tönen und Akkorden sondern nur noch in Mustern.

Ein Problem ist bei mir wahrscheinlich, dass es stellen auf meinem Griffbrett gibt, wo ich Töne nicth so gut sehe wie woanders; und es gibt auch Töne, die ich nicht so schnell parat habe, da selten nötig.

Ich bin daher dazu gekommen, die Tonarten konsequent auswendig zu lernen,
also Vorzeichen, Grundskala, Stufenakkorde und Arpeggien.
(Na, welche Töne hat die Subdominante von Des-Dur?Wink )
Gb, Bb, Db, F ;-)
Aber, puhh, ich bin ja faul!
Ich kann mir alle Tonarten, Akkorde, Skalen usw. relativ schnell zusammenreimen, daher drücke ich mich vorm auswendig lernen...:-D
Aber wie du sagst, ich nehme meist den Umweg über den Grundton und sehe den Rest dann relativ dazu. Ist auf lange Sicht sicher weniger effektiv aber erstmal einfacher.
 
A
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Ich sehe feste Wege auf dem gesamten Griffbrett.

Also nehmen wir mal an ein Stück ist in Amoll, dann sehe ich auf dem Griffbrett aufgrund der mir bekannten Skalen welche Noten ich alles spielen kann, das Zusammenspiel der Noten findet dann als Improvisation statt und natürlich habe ich aber auch feste Phrasen die ich spiele als sogennantes "Markenzeichen" ;-)

Wechselt das Stück von z.B. Amoll auf Gdur überhaupt kein Problem dann verschieben sich meine Wege einfach die Form bleibt die gleiche, hmm komisch wenn man das Erklären muß. Aber es ist wie wenn ich auf dem Griffbrett so Linien sehen würde mit Abzweigungen ähnlich eines PCB Boards. Wenn ich z.B. weiß das jetzt das Stück auf Gdur wechselt dann betone ich G und die Dur prägende Note.

Skalen = Akkorde und Akkorde = Skalen. Insofern fällt es mir auch leicht zwischen den Singellines Akkorde zu spielen da diese ja auf meiner "PCB Board Optik" liegen...

so ungefähr sehe ich es
http://static.electro-tech-online.com/i ... 16-Pcb.gif
 
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Christof
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Schrummel":2vpt9wox schrieb:
Ein Problem ist bei mir wahrscheinlich, dass es stellen auf meinem Griffbrett gibt, wo ich Töne nicth so gut sehe wie woanders; und es gibt auch Töne, die ich nicht so schnell parat habe, da selten nötig.

Das kennt wahrscheinlich jeder. Einige Tonarte oder Skalen sind einfach durch Ihre spezifische Lage fremd. Ich habe dazu eine zeitlang eine ganz simple Übung gemacht. Spiele doch mal 15min. nur B-moll bzw. bzw. Des-Dur. Oder nur F-Dur oder nur Abmelmoll, oder nur einen Blues in Gb. Oder so.... suche Dir einfach einen Schwerpunkt aus.

Auf diese Art visualisiert man mit der Zeit das Griffbrett wirklich besser.- auch in exotischen Tonarten. Und man gewinnt hin und wieder coole neue Ideen dabei. Neue Licks, neue Arpps, alle mögliche.
 
mr_335
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Schrummel:...wie Visualisiert ihr euer Griffbrett wenn Ihr improvisiert?? Seht ihr Skalen oder Akkorde?
Findet ihr Grundtöne und baut von dort bekannte Formen (Skalen, Akkorde) auf)? Oder könnt ihr einfach sofort ganze Tonarten sehen?

Hi, das ist ein spannendes Thema.
Bei mir ist das - nach so vielen Jahren - eine wilde Mixtur aus Chordshapes mit den dazu gehörigen (ich nenne es mal so) Inside Tönen.

Ich mache das nur selten an ""echten" Skalen fest. Spiele ich z.B. ein Emoll am 7.Bund "sehe" ich die übereinstimmenden Töne von D-Mixolydisch (= E-Moll aeloisch) - einfach aus dem Grunde weil ich die Mixolydisch so gern mag und von da setze ich alles andere an dieser Position zu diesem Akkord in eine Verhältnis. Und so geht das bei mir mit allen möglichen Akkord - Skalen Verbindungen. Oft erschliesse ich mir "neue Optionen" durch die Betrachtung der reinen Unterschiede. Von A-Moll Penta zu C-Ionisch von dort zu z.B. A-Melodisch Moll sind es nur kleine Änderungen im Tonmaterial mit großen klanglichen Unterschieden.

Ich "sehe" auch passende oder sich reibende Arpreggien wenn ich Akkorde sehe oder Melodielinien spiele. Bei Emoll springt mir ein Eb Vermindert in die Finger und HTGT-Gedöngel, dass sich dann z.B. in die E-Moll Penta auflöst. Viel ist einfach Erfahrung, Gespür, gutes Zuhören und ein gewisses Vokabular von kleinen Linien, Wendungen, Licks etc. Dann werfe ich da immer noch ein paar Kilo Chromatik hinzu und versuche das alles elegant zu verbinden.
 
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erniecaster
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Hallo!

Seit ich wieder Soli spielen muss, spiele ich auf der Gitarre als Übung zuhause (oder blöden Witz im Probenraum) gerne einfache Melodien. Und zwar Gesangsmelodien. Ob das nun Hoch auf dem Gelben Wagen, Somewhere over the rainbow, YMCA, Das ganze Leben ist ein Quiz oder weiß der Teufel was ist, ist scheißegal.

Da hört sofort jeder, wenn du daneben greifst. Die Töne bekommen auch für das Ohr eine Bedeutung, die Angst vor großen Intervallen verschwindet und all das hilft, wenn man später "richtig" Solo spielen möchte.

Akkord- und skalenorientierte Gitarristen gibt es ohnehin viel zu viele. Gitarrensoli übrigens auch, das ist aber ein anderes Thema...

Gruß

e.
 
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Vor längerer Zeit hatte ich mal mit einem musikalischen Kollegen eine Diskussion über die Thematik. Er meinte es würde schon viel helfen, wenn man für das Solo in eine geeignete Tonart wechselt, die in einer gesunden Spannung zur Basistonart steht. Eine solche Solo-Tonart ließe sich über die ungeraden Intervalle anstreben.

1-3-5-7-9-11-13

Mit zunehmender Distanz zum Grundton erhöht sich die Spannung. Somit ergeben 11 und 13 geeignete Kandidaten. Da diese sich um die Oktave herum bewegen, ist man faktisch gar nicht so weit entfernt wie gedacht. Das habe ich in letzter Zeit vielfach probiert und bin für mein Ohr damit recht gut gefahren. Was bleibt, ist das Transponieren eines bekannten Dur/Moll Schemas. Darüber ließen sich noch die Verschiebungen durch die Kirchentonarten legen und die Vielfalt ist bereits üppig. Obendrein kann man beim Solieren zwischendurch die Tonarten wechseln.

Ich bin selbst ein eher in Strukturen denkender Mensch, wodurch in einem gewissen Sinne alles relativ ist. Sprich, die Intervalle werden zum Maß aller Dinge. Die Akkorde selbst sind letztendlich auch nur festgelegte Intervallmuster, 1-3-5, 1-b3-5 usw.

Verinnerlicht und zur Perfektion getrieben habe ich das natürlich bei weitem nicht. Es ist aber momentan mein Weg. In letzter Zeit habe ich dazu mal mit der Funktion Chord-Names von All-guitar-chords.com gespielt.
http://www.all-guitar-chords.com/chord_name.php
Einfach mal ins Griffbrett klicken und Akkorde bauen, die Intervalle werden bei den Akkorden angezeigt. Da kann man ganz nett spielen und ausprobieren. Einen Ton verschieben und sehen, was sich entwickelt, welche Muster sich ergeben usw.
 
A
Anonymous
Guest
Danke der Beiträge bisher.
Ich finde es wirklich interessant zu hören wie Ihr das ganze angeht!

Er meinte es würde schon viel helfen, wenn man für das Solo in eine geeignete Tonart wechselt, die in einer gesunden Spannung zur Basistonart steht. Eine solche Solo-Tonart ließe sich über die ungeraden Intervalle anstreben.

1-3-5-7-9-11-13

Ähhm?
Nur ums Klarzustellen: Dadurch das du 1-3-5-7-9-11-13 spielst, spielst du einfach eine Dur Tonleiter (Ionisch) in Terzschichtung. Spielst du das über einen Dur oder maj7 Akkord bist implizierst du eben Dur/Ionisch. Ein Wechsel muss relativ zu irgendwas stattfinden. D.h wenn dein Durakkord (1-3-5) ursprünglich mal eine Subdominante (#11) war, dann hättest du durch anwendung der 9-11-13 die Tonart gewechselt und hättest die Subdominante zur Tonika umgewandelt.

Somit ergeben 11 und 13 geeignete Kandidaten. Da diese sich um die Oktave herum bewegen,
Um die Oktave von was??
 
Dr.Dulle
Dr.Dulle
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Pfaelzer":1fw9rye3 schrieb:
Zunächst mal: Man sollte hören und nicht sehen....

Das ist für meine Auffassung von Solieren / imrovisieren schon
einer der wichtigen Kernsätze :!:



Jetzt zu beschreiben wie ich die Sache angehe ist gar nicht so einfach , merke ich gerade.........

Grundprinzip das ich verfolge ist, so zu spielen das die Akkordbewegungen eines Songs
noch zu hören sind, auch wenn gar keine Akkorde mehr gespielt werden.

Was brauche ICH dafür:

1. die Tonart
2. hören/wissen wo ist der Song diatonisch ist und wo und wie die Diatonik verlassen wird
3. das Wissen das 5-3-und 1 starke Akkordtöne sind
4. jederzeit das Bewusstsein wo in der Akkordfolge wir uns befinden
Stichwort Formbewusstsein

Obwohl ich über 30 Jahre spiele kann ich gar keine Skalen in rasendem Tempo spielen.
Warum auch das finde ich tödlich langweilig.
Eigentlich kann ich auch nur xIonisch xDorisch xMelodisch Moll
sicher spielen (und darüber hinaus Moll, Dur und Dominant Arpeggios).
Schon bei ner Dur Tonleiter muss ich nachdenken :lol: und benutze daher paralleles Moll.


Und wenn ich etwas "sehe" dann eben diese Fingersätze für die Molltonleitern und Arpeggios.
Dabei denke ich aber überhaupt nicht in Tönen. Wenn ich einen Ton
über z.B. a Moll spielen will weiß ich eben wo welche Töne auf dem Griffbrett liegen.
Ich könnte auch nicht auf Anhieb sagen welche Töne z.B. Es Dur bilden
aber wo 1,3,5,j7 von Eb liegen weiß ich genau.



Gruß
 
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Schrummel":32wp073p schrieb:
Ähhm?
Nur ums Klarzustellen: Dadurch das du 1-3-5-7-9-11-13 spielst, spielst du einfach eine Dur Tonleiter (Ionisch) in Terzschichtung. Spielst du das über einen Dur oder maj7 Akkord bist implizierst du eben Dur/Ionisch. Ein Wechsel muss relativ zu irgendwas stattfinden. D.h wenn dein Durakkord (1-3-5) ursprünglich mal eine Subdominante (#11) war, dann hättest du durch anwendung der 9-11-13 die Tonart gewechselt und hättest die Subdominante zur Tonika umgewandelt.

OMG wenn ich das schon lese!!! Schrummel absolut nichts gegen dich ehrlich gemeint (ich kenn dich ja nicht).

Aber ich hab nen Kumpel der war auf dem Musischem Gymnasium und hat dann 2 Semester Jazzgitarre studiert (eher er sich der Elektrotechnik zugewandt hat). Der redet original genauso wie du... und ganz klar, der Typ spielt wirklich auch "cooles" Zeug zusammen, hat leider nur null Fingerton!

Das klingt in meinen Ohren immer so Mathematisch...dazu sag dann ich immer "don´t count it! Feel it!" . Aber da entgegnet er mir immer "du spielst doch immer nur die gleichen Phrasen"...mag sein, aber wie die meisten bemerken kommt sein Spiel "KALT" rüber ;-) .

Egal zurück zum Thema...
 
A
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Pfaelzer":nvsdkacy schrieb:
denke somit (wenn überhaupt) in Intervallen.


Ein nicht leichter Weg, aber ein Weg wie ich ihn mittlerweile auch versuche zu wählen. Die Shapes sind sicher wichtig, danach käme dann aber die Analyse: Aus welchen Intervallen bestehen die Chords und Skalen und wie liegen Intervalle auf dem Griffbrett...und dann das "Hören".

Sobald man mit Improvisation loslegt, egal ob Jazz oder nicht, wird´s gruselig auf der Gitarre! ;-)
 
Swompty
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Finde die Themen Shapes und Skalen mittlerweile recht spannend. Nicht zuletzt nach der Session in Aachen.

Hab die letzten Jahre eigentlich immer versucht Melodien zu spielen. Basis hierfür ist bei meiner Spielweise die Dur-und Blues-Pentatonik. Bei Bedarf dann halt noch chromatische Ergänzungen.

Hab hierzu mal ein Video von Herb Ellis gesehen, der mehr oder weniger sagte: Sklalen? Klar nutze er Skalen und zwar eine, die Chromatische. Die wäre wunderbar, da man sie nach Bedarf zu Melodien verbinden könne ...

Herb hat da aber leicht reden. Er muss sicherlich nicht mehr über die Theorie nachdenken, da er sie halt einfach beherrscht.

Der Background ist halt wichtig, um sich in komplexeren musikalischen Strukturen sicher bewegen zu können.

Da kommt man mit dem reinen Melodieansatz halt nicht weiter, weil im das Vokabular für ein stimmiges Zusammenspiel fehlt - geht mir zumindest so.

Versuch mal das Buch Jazzgitarre von Michael Sagmeister.
Fand und finde ich recht gut, wie er methodisch an die Sache herangeht, um sich das Griffbrett zu erschließen.
 
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OMG wenn ich das schon lese!!! Schrummel absolut nichts gegen dich ehrlich gemeint (ich kenn dich ja nicht)...

:lol:
Wir sind hier in einem Textbasiertem Forum, dass heisst ich kann mich leider nicht über Feel mitteilen, also versuchte ich es über die Sprache der Musiktheorie, denn genau, es ist ja auch eine Sprache, und dies ermöglicht uns die Kommunikation mitteinander!!!
Ich schreibe hier ja auch auf Deutsch und nicht "shrtoiydrbölkjxy dla dhrgfnlk" wenn mein Feeling mich gerade dazu verleitet auf die Tastatur zu schlagen. ;-)
Ich hielt die Aussagen des Vorredners für extrem unklar wenn nicht sogar Aussagefrei. Wahrscheinlich hat er sich noch einen Teil dazugedacht, den aber nicht ausgeschrieben. Da ich das nicht verstand, habe ich nachgefragt....


Also kurz zur Erinnerung:
1. In diesem Thread geht es um Gruffbrettvisualisierung.
2. Es geht nicht darum das Theorie böse ist.
3. Es geht auch nicht darum, dass Theorie kalt ist.


Der Grund, warum es vergleichweise leicht ist, über einen (Standard)Blues zu solieren, ist NICHT, weil die Pentatonik so einfach ist. Shocked Idea

Der wirkliche Grund dafür ist, dass wir die Progression der Begleitung hunderttausendprozentig im Ohr haben und daher genau auf und über die Begleitung spielen können, ohne uns über Tonmaterial Gedanken...
Sehr schöne Aussage!!!
Ich möchte dem noch hinzufügen, dass das auch daran liegt, dass man wunderbar einfach Licks wiederkäuen kann (eben ohne sich je einen Gedanken darüber zu machen was man eigentlich alles über nem Blues spielen könnte).
 
Ugorr
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Moin.
Ich spiele selten Soli auf der Gitarre. Aber Rolli hat mir mal einen einfachen, aber guten Tip dazu gegeben: "Kannst Du dein Solo/Licks mitsingen?" Melodiebögen aus dem Kopf in die Finger kriegen. Damit kann man sich von Skalen lösen. Am Ende läuft es bei mir oft auf die Pentatonik plus "Farbtöne" wie 7, 9, 13 hinaus.
Wenn ich mal Solospots habe, dann meist mit meinem Hauptinstrument der Posaune. Dort hilft dann wirklich nur noch hinhören und passend zum Song Phrasieren oder eben bewußt "Outside" gehen. Solange man wieder "Inside" gehen kann, ist alles prima. Wer das auf der Gitarre imho richtig gut macht wäre Scofield. Mike Stern zB ist mir persönlich oft zu weit "draussen".
Gerade für Jazzsachen lohnt es sich mal ein paar Leute der Gebläsefraktion anzuhören. Als Posaunist fällt mir sofort Nils Landgren ein, aber auch Bruce Fowler(u.a. bei Zappa), JJ Johnson(Benny Goodmann Orchestra), Jiggs Whigham, Albert Mangelsdorf uva.
Gruß
Ugorr
 
Woody
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Pfaelzer":10t6phrh schrieb:
Es hat zwar nichts mit Griffbrettvisualisierung zu tun, da aber der Fred eh (wie zu erwarten) in die grundsätzliche Impro-Frage abdriftet:
Der Spruch mit dem Hören ist doppelt wichtig: Es geht imho nicht nur darum, zu hören was man spielt bzw. zu spielen, was man hört (diese Version ist schwieriger), sondern vor allem zu hören, worüber man spielt und das möglichst vorher....

Und in Sachen Theorie geht es für mich auch nur darum,
das, was man hört zu erweitern.
Wenn ich voraushören kann, wie eine b16 über einen Dominantseptakkord klingt, kann ich sie gezielt einsetzen.
Wen ich voraushören kann, welches Tonmaterial über den gleich kommenden dm7b5 wie klingt,
kann ich geil und mit feel darüber spielen.
Sonst kann ich da nur drübergurken.

Ugorr":10t6phrh schrieb:
Gerade für Jazzsachen lohnt es sich mal ein paar Leute der Gebläsefraktion anzuhören. Als Posaunist fällt mir sofort Nils Landgren ein, aber auch Bruce Fowler(u.a. bei Zappa), JJ Johnson(Benny Goodmann Orchestra), Jiggs Whigham, Albert Mangelsdorf uva.

Da komme ich gerade mehr und mehr von weg.
Bläserkram läßt sich auf der Gitarre oft kaum spielen.
Da macht es mehr Sinn, sich Gitarristen anzuhören,
die spielen Zeug, was auf der Gitarre gut liegt.
Gerade für den Anfang ist da die Lernkurve flacher.

Viele Grüße,
woody
 
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Schrummel":uro9cqdl schrieb:
:lol:
Wir sind hier in einem Textbasiertem Forum, dass heisst ich kann mich leider nicht über Feel mitteilen, also versuchte ich es über die Sprache der Musiktheorie, denn genau, es ist ja auch eine Sprache, und dies ermöglicht uns die Kommunikation mitteinander!!!
Ich schreibe hier ja auch auf Deutsch und nicht "shrtoiydrbölkjxy dla dhrgfnlk" wenn mein Feeling mich gerade dazu verleitet auf die Tastatur zu schlagen. ;-)
Ich hielt die Aussagen des Vorredners für extrem unklar wenn nicht sogar Aussagefrei. Wahrscheinlich hat er sich noch einen Teil dazugedacht, den aber nicht ausgeschrieben. Da ich das nicht verstand, habe ich nachgefragt....


Also kurz zur Erinnerung:
1. In diesem Thread geht es um Gruffbrettvisualisierung.
2. Es geht nicht darum das Theorie böse ist.
3. Es geht auch nicht darum, dass Theorie kalt ist.
... wie gesagt nichts gegen dich, hat mir nur extrem an meinen Kumpel erinnert und verbal klingt das dann auch irgendwie überheblich bei ihm.
 
A
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Pfaelzer":g5psym1f schrieb:
Der wirkliche Grund dafür ist, dass wir die Progression der Begleitung hunderttausendprozentig im Ohr haben und daher genau auf und über die Begleitung spielen können, ohne uns über Tonmaterial Gedanken zu machen (sollte zumindest so sein...). Wir können unsere gesamten geistigen/musikalischen/kreativen/tanszendental-sexuellen Energien darauf verwenden, zu phrasieren und Melodien zu bilden, da wir über nichts nachdenken müssen, sondern einfach hören können (warum es trotzdem so wenig wirklich gute Bluesgitarristen gibt, steht auf einem anderen Blatt...).
100% RICHTIG!

umso wichtiger ist es (finde ich) sich einen Backing zu Basteln oder einen vorhanden zu nehmen und ganz BEWUSST auf jeden Akkord zu Improvisieren/Spielen (aber auch den Basslauf oder das Piano zu nicht ausser acht zu lassen), das ganze dann im nächsten Schritt schön miteinander zu Verbinden und nicht zuletzt sein persönlichen Stempel zu verpassen.
 
A
Anonymous
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Griffbrettvisualisierung:

Ich denke, dass dieses Thema verschiedene Herangehensweisen erfordert, die sich dann zu einer funktionierenden Methode ergänzen.
Mein persönlicher Ansatz beinhaltet, dass man dazu in der Lage ist, innerhalb kürzester Zeit jede Note in unterschiedlichen Lagen zu lokalisieren. Dabei sollte dies auf allen Saiten und in allen Lagen gleichermaßen möglich sein. Ich halte nichts davon, sich beispielsweise die Noten auf der D-Saite über die Oktave von der E-Saite aus zu Visualisieren. Da geht einfach zuviel Zeit drauf.
Viele haben die E- und A-Saite diesbezüglich ganz gut im Griff, da hier die gebräuchlichen Barreeakkorde ihren Grundton haben. Gewöhnt man sich an, die üblichen 4-stimmigen Akkorde mit Grundton auf der D-Saite in sein Arsenal einzubauen, eröffnen sich auch hier schon mal vormals dunkle Bereiche. Außerdem klingen die Akkorde da oben sogar ganz gut und sind gut greifbar.
Wer gerne am Rechner übt, kann z.B. auf www.musictheory.net den guitar trainer bemühen - wenn's hilft.
Ich benutze die Kenntnis der Lage der einzelnen Noten, um von dort aus die verschiedenen Arpeggien zu spielen, d.h. Man findet von jeder Saite aus und für jede Note ein entsprechendes Shape des gewünschten Arpeggios. Je nach Arp habe ich dann um die 5-6 Shapes. Das ist erst einmal eine Menge büffeln zumal man auch alle Skalen von jeder Saite aus startet kann. Damit man da fix rein kommt, ist halt einiges an Arbeit notwendig.
Bis jetzt hat es aber noch nicht viel mit Musik zu tun. Mir hat es dann enorm weitergeholfen als ich mich mal mit Approachnotes beschäftigt habe. Umspielt man jeden Arpeggioton z.B. in der Art: Skalenton von oben > chromatisch von unten ist man gezwungen, sich zu jeden Ton klar zu machen, welche Funktion er innerhalb des Arpeggios inne hat. Dann kann man gezielt hingehen und irgend welche Progressions durchspielen und bspw. immer auf der 1 die Terz zu umspielen. Der Sound bzw. Die Wirkung der verschiedenen Funktionen erschließt sich so recht schnell und wird nutzbar für den Spieler. Außerdem zeigt sich dann hier ganz gut, wie die Shapes von Skalen und Arpeggien ineinander greifen. Überhaupt zeigt sich dann nach und nach wie die verschiedenen Ansätze sich ergänzen. Aber es ist ein Thema das sehr zeitintensiv ist, bis es in einer Geschwindigkeit läuft, damit man damit auch improvisieren kann.

Das vielleicht ergänzend zu Pfaelzers Beiträgen, die ich zu diesem Thema für sehr gelungen halte.
 

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