Hinter den Kulissen: BLOG fĂŒr Band/Stageneulinge

auge

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9 Okt 2006
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zwischen TĂŒr und Angel...
Liebe Forumities,
da ich nun schon eine Weile "on the Road" bin ohne den Luxus von Roadies oder Management zu genießen sondern als Bandleader alles selber machen will/muss beginne ich hier vor allem fĂŒr AnfĂ€nger eine Serie meiner Erfahrungen und Lösungen im Bandalltag. Definitiv nicht auf die Gitarre bezogen sondern auf das generelle Equipment und spĂ€ter vielleicht auch andere Themenbereiche.

Ich bin mit meinen Bands Auge&So, NaturtrĂŒb und Sound Snacks (unplugged) etwa 60 Mal im Jahr auf der BĂŒhne. Es handelt sich um kommerzielle Bands fĂŒr Hochzeiten, Feste, Firmenevents, Tanzevents uvm. Die Thematik ist sicher auf auch andere Formen von Bands ĂŒbertragbar.

Originallink: http://www.augeundso.at/2018/11/04/hinter-den-kulissen-1-die-rackschublade/

Heute:
#1: Die Rackschublade:
FĂŒr Unerfahrene vielleicht spannend mal ein wenig Einblick zu bekommen wie Auge&So eigentlich arbeitet und (technisch) organisiert ist.
Dazu werde ich in den nÀchsten Wochen immer mal einen kurzen Artikel schreiben und veröffentlichen.

Da es am Weg zu den Auftritten eine Unmenge Dinge gibt an die zu denken ist, ist es unbedingt notwendig das Equipment strukturiert beisammen zu haben. Ein gutes Beispiel dafĂŒr ist die Rackschublade. Ich habe diese heute abfotografiert und versucht so zu beschriften, dass man auch als Laie versteht was da zu sehen ist.


Da drinnen befinden sich essentielle Dinge die aber so beschriftet sind, dass man sofort merkt wenn etwas fehlt. Außerdem muss das Zeug ja auch so transportiert werden, dass es heil wieder ankommt und das beinhaltet die Autofahrt und den Transport vom Auto zur BĂŒhne und in den Proberaum.

[img:1867x1466]https://i2.wp.com/www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/IMG_3257.jpg[/img]

Inhalt:
Funkmikro Sennheiser Gesang (2x)
Funkmikro Sax
Funkmikro Sprecher
Sender & EmpfÀnger Gitarre
RECA Werkzeug
USB C, USB Micro Kabel
Kapodaster
Fernbedienung Licht
Batterien AA und 9V
Mikrophonklammer klein & Gross
GeloRevoice
Marker
Klebeband grĂŒn

Über der Lade eingebaut und fix verkabelt: 5 FunkempfĂ€nger

Hoffe es gefÀllt Euch und ist interessant genug um mitzulesen.
Fragen bitte einfach hier stellen. Ich versuche zu beantworten was möglich ist.
LG
Auge
 
Hi Auge,

prima, ich lese so etwas immer gerne und schaue gerne ĂŒber meinen Tellerrand, wie so die anderen arbeiten.

Weiter so!

Gruß Martin
 
Cool! Da lese ich dorch gerne mit, denn man lernt nie aus! AufgerÀumt ist immer gut!
 
Toll Auge, sowas lese ich gerne - wir haben das auch so organisiert, dass wir fĂŒr die Gigs immer alles gepackt lassen. Aber das mit dem Rack ĂŒberlege ich mir tatsĂ€chlich mal, bislang haben wir das noch alles etwas anders.
 
Hey.
Danke fĂŒr Euer Interesse, ich werde es weiterfĂŒhren.
Vielleicht sollte ich noch erwĂ€hnen, dass ich ein unordentlicher, schlampiger Mensch bin der sich schwer tut Ordnung zu halten (Fragts mal meine Frau *hahahaha*) aber ich MUSS mir selber Strukturen verschaffen die mir ermöglichen meinen (musikalischen) Alltag zu bewĂ€ltigen und hab daher schon fast zwanghafte ZĂŒge beim Equipment. Meine SĂ€ngerinnen und Mitmusiker amĂŒsieren sich immer dezent.
So ist es mir gelungen, in meiner ganzen "Karriere" nur 2 mal etwas wichtiges zu vergessen. Beide mal war der Gig nahe genug es nachbringen lassen zu können.
LG
Auge

Al schrieb:
Toll Auge, sowas lese ich gerne - wir haben das auch so organisiert, dass wir fĂŒr die Gigs immer alles gepackt lassen. Aber das mit dem Rack ĂŒberlege ich mir tatsĂ€chlich mal, bislang haben wir das noch alles etwas anders.

Ein Rack ist fein hat aber einen Nachteil. Es wird schnell schwer. Muss man gut ĂŒberlegen.
Drum ist meine Endstufe (Fahre jetzt passive Adamson Boxen) in einem eigenen Rack. Da gibts aber eh eine eigene ErklÀrung dazu.
LG
 
auge schrieb:
...

Ein Rack ist fein hat aber einen Nachteil. Es wird schnell schwer. Muss man gut ĂŒberlegen.
Drum ist meine Endstufe (Fahre jetzt passive Adamson Boxen) in einem eigenen Rack. Da gibts aber eh eine eigene ErklÀrung dazu.
LG

Hallo Auge,

ich finde die Vorstellung deiner Lösungen auch super. Das mit dem "zur Ordnung zwingen" kann ich gut nachvollziehen... :roll: Ich begegne dem Problem damit, das ich viel zuviel dabei habe. Das versuche ich gerade zu reduzieren, auf jeweils eine Lösung welche funktioniert, und evtl. ein Backup. Nicht drei...

Du fĂ€hrst wieder passive Boxen? Darf ich fragen warum? Ich ĂŒberlege, meine Aktivboxen gegen was hochwertiges zu tauschen, und habe auch die QSC im Auge, die du mal hattest. GrĂŒnde, welche dagegen sprechen?

Ciao
Monkey
 
Monkeyinme schrieb:
auge schrieb:
...

Ein Rack ist fein hat aber einen Nachteil. Es wird schnell schwer. Muss man gut ĂŒberlegen.
Drum ist meine Endstufe (Fahre jetzt passive Adamson Boxen) in einem eigenen Rack. Da gibts aber eh eine eigene ErklÀrung dazu.
LG

....
Du fĂ€hrst wieder passive Boxen? Darf ich fragen warum? Ich ĂŒberlege, meine Aktivboxen gegen was hochwertiges zu tauschen, und habe auch die QSC im Auge, die du mal hattest. GrĂŒnde, welche dagegen sprechen?

Ciao
Monkey

Hi Nils,
also die QSC K12 sind wirklich feine Boxen mit guter Leistung und auch gutem Klang. Das bessere ist eben des guten Feind.
Erstens sind passive Boxen sehr leicht was das Hochheben auf den StÀnder erleichtert und sogar einen TellerstÀnder ermöglich.
Zweitens brauch ich nur ein Kabel (Speakon)hinverlegen (gibts leider nicht in grĂŒn).
Drittens sind die Adamson Point 8 dermaßen gut und fein im Klang (In Verbindung mit einer Prozessorendstufe)dass es fast zum Heulen ist. Das trĂ€gt auch in unguten Situationen (Gewölbe, Schiff (lang und niedrig)) den Klang gut in den Raum hinein.
In Verbindung mit dem CardioidSub von QSC KS212C kann ich bis zu 600 Personen kraftvoll professionell beschallen.
LG
 
Hallo!
Wow, eins meiner Lieblingsthemen, ĂŒber so etwas wird nĂ€mlich so gut wie nie gesprochen. Hier meine BeitrĂ€ge, sie basieren auf regelmĂ€ĂŸigen Gigs mit meinem Trio (Klavier, Gitarre, GesĂ€nge):

-Alle Taschen und die Kabelkiste sind nur so schwer, dass jeder in der Kapelle sie alleine aus dem Kofferraum heben und mit einer Hand tragen kann.
-Wir haben eine Kabelkiste (Alukiste aus dem Baumarkt, nicht im Musikladen kaufen, da sind die nur teurer als im Baumarkt). In der Kabelkiste sind alle Audiokabel. Es gibt kein „mein Kabel, dein Kabel“. Alle Audiokabel sind zusammen gerollt und werden mit je einer Kabelklette zusammen gehalten, es gibt also keine Knoten. Unten in der Kabelkiste ist ein Reservemikro, eine D.I., eine TĂŒte mit Adaptersteckern und Patchkabeln und Kabelbindern. Auf diese Kiste wird spĂ€ter der Powermixer gestellt, die ist also nicht im Weg.
-Wir haben eine „Stromtasche“ - da sind alle KaltgerĂ€te- und VerlĂ€ngerungskabel und Mehrfachsteckdosen drin. Das ist eine ausgediente Sporttasche, obendrauf liegt die Kabeltrommel. Die Stromtasche wird nach dem Aufbau zusammengefaltet und passt in die ausgeleerte Kabelkiste.
-Wir haben meine „Einsatztasche“, die war mal fĂŒr den Transport eines MultieffektgerĂ€ts und ist fĂŒr meinen ĂŒblichen Gitarrenkram. In der Einsatztasche ist mein Effektbrett, in einer ehemaligen Erste-Hilfe-Tasche in der Einsatztasche ist der ganze Kleinkram fĂŒr die Gitarre (Plektren, Kapo, bisschen Werkzeug etc.) hinten sind Ersatzsaiten drin. In der Tasche sind Kugelschreiber, Edding, Pflaster, Haargummis fĂŒr die MĂ€dels, Papier, Ordner mit Songtexten etc. Sobald das Effektbrett raus ist, dient die Einsatztasche als Aufbewahrungsort fĂŒr Geldbörsen, AutoschlĂŒssel, Lesebrillen etc.
-Kinder brauchen einen Namen, Dinge auch. Jeder nennt die Einsatztasche Einsatztasche etc. Ein „wo issn die Tasche?“ wird im bestem Fall mit „welche Tasche?“ beantwortet. Schlimmer ist es, wenn der Fragesteller die Tasche mit den Brötchen meint und ihm gesagt wird, wo die Tasche mit den Unterhosen steht.

Soviel bei uns zu Verpackung und Transport.

Was kommt als nÀchstes - Aufbau?

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
...

Was kommt als nÀchstes - Aufbau?

Gruß

erniecaster

Da gibt es noch einiges an "Ordnungsdingen" die ich vorher aufarbeiten möchte aber muss erst Zeit finden fĂŒr die nĂ€chsten Kapitel. Bzw. brauch ich ja Fotos und das Equipment ist grade im MusikanhĂ€nger.
Transport wird ein Thema.
Aufbau dann spÀter auch.
LG
PS: Nach dem Samstag Gig. Weil da kann ich wieder Bilder machen.
 
Moin.
Ich gebe mal meinen Senf dazu, das Thema ist klasse.
Ich habe meine KleinPA von meinem Musikerequipment inzwischen getrennt. Daher kommt manchmal auch was doppelt mit, aber bei FremdPA habe ich die notwendigen Dinge mit und muss nicht drĂŒber nachdenken.

Meine PA:
2 Aktivboxen 12"1" in SchutzhĂŒlle
2 Monitore passiv(Yamaha Stagepas)
1 aktiver Monitor
ggf Subwoofer

Pult Soundcraft 16 Kanal analog im Case und da sind ein paar Adapter, Leuchte, Stromkabel, Beschriftungsband, Edding und Talkbackmicro mit 2m XLR Strecke.
1 Case NF: XLR Strecken passend zum Pult und zu den Lautsprechern, StereoDI Box und ein paar Klinkenkabel
1 Case Strom: Verteilung, VerlÀngerung, KaltgerÀtekabel (Kofferform Kunststoff)
1 Case Diverses Zubehör: 8 Kanal Multicore, Kabeltrommel, Werkzeugtasche, Gaffa, Kabelbinder, Klett, GitarrennotfallsoundgerĂ€t, Mikrotasche, Klemmen, Regenschutz(Malerfolie, MĂŒllsĂ€cke), Handschuhe, 1.HilfeSet (Kofferform Kunststoff)
1 Tasche mit BoxenhochstÀndern und Mikrostativen

eine große, graue Baumarktkiste mit ein bißchen Lichtkram, Molton und Dekoshice

Damit beschalle ich bis ca 250 Menschen. Meine Band ist "akustisch" unterwegs, 2-5 Personen (2xAGitarre/Gesang, Kontrabass, Schlagwerk und ggf Piano). Aber auch jede klassische Rockband kriegt man damit gut hin. KanĂ€le mĂŒssen natĂŒrlich reichen. Drums wird von mir gerne mit 4 KanĂ€len abgenommen(Kick, SN/HiHat, 1OH, Wurstmikro), die passenden Mikros habe ich. Ich liefere gerne alles bis zum Kabel. Ersatzmikros habe ich mit, aber SĂ€nger, die ohne eigenes Mikro kommen, nehme ich nicht mehr ernst. ABER wenn ich damit nur Ton machen soll, redet man ja vorher miteinander.

Licht habe ich nicht viel, da leihe ich dann bei Bedarf gerne dazu. 2x Frontlicht und Dekolicht ohne Stative kriege ich hin.

Ganz neu ist ein Klappbarhocker von Ikea, die gibt es jetzt endlich in BĂŒhnenschwarz. Und ein Klapptisch fĂŒr das Pult habe ich bei Bedarf auch im Auto. Der ganze Kram passt ĂŒbrigens in den Kofferraum eines ollen VW Passats ohne umklappen der RĂŒckbank.

Mein "Soloequipment"/persönlicher Kram kommt ggf spĂ€ter. Da ist dann auch das Notfallcase dabei, was auf die BĂŒhne kommt.

Gruß
Ugorr
 
Hallo Ugorr,

Ganz neu ist ein Klappbarhocker von Ikea, die gibt es jetzt endlich in BĂŒhnenschwarz.

Meinst du den hier?
https://www.ikea.com/de/de/catalog/products/60406785/

Sind die FußstĂŒtzen hoch genug um damit Gitarre spielen zu können?

Gruß Martin
 
Ja. Ich habe den Kleinen 63cm, bin auch nicht so groß und ich kann dann noch an Fußschalter am Boden kommen.

Ich finde die AbstĂ€nde perfekt. WĂŒrde aber auch einfach andere Löcher fĂŒr die StĂŒtze bohren, wenn es nicht passt.

Gruß
Ugorr
 
Aufgrund des regen Interesses meines ersten Beitrages habe ich ein weiteres Kapitel der Serie "Hinter den Kulissen" vorbereitet. Es geht um den Transport des ganzen Equipments zum Veranstaltungsort.
Originallink: http://www.augeundso.at/2018/11/11/hinter-den-kulissen-2-der-transport/
GrundsÀtzlich darf man nicht vergessen, dass bei Ab- und Aufbau und beim Transport wohl die meisten Fehler passieren und auch am meisten kaputt geht. Je öfter man Auftritt, und Auge&So tritt mittlerweile im Schnitt öfters als einmal pro Woche auf, umso besser muss Lagerung, Transport und Aufbau durchdacht sein.
Um meinen Wochenalltag durch ein volles Auto nicht allzu sehr zu beeintrĂ€chtigen und um nicht jedesmal alles ein- und ausrĂ€umen zu mĂŒssen habe ich mich fĂŒr die Lösung mit dem PKW AnhĂ€nger entschieden.
Vorteil: Sehr geringe Fixkosten, flexibel zum Einstellen, gĂŒmstig in der Anschaffung.
Nachteil: AHK am PKW notwendig, Fahren mit dem AnhĂ€nger muss man mögen (FĂŒr mich als Wohnwagenfahrer und C/E Schein Besitzer kein Problem), nicht Temperierbar (Winter), harte Federung.
Mein AnhĂ€nger ist Wasserdicht auch wenn man lange Wege im starken Regen fĂ€hrt! Außerdem habe ich die Möglichkeit den AnhĂ€nger zu Hause temperiert einzustellen.
So sieht der beladene AnhÀnger aus bevor die Instrumente reinkommen:
[img:1024x768]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-16.18.10-1024x768.jpg[/img]

Dabei gibt es eine zwingende Logik wie eingerÀumt werden muss. Das hat einerseits mit dem Aufbau zu tun und andererseits mit dem AnhÀngertetris.
Hier ein paar Details wie das nun genauer Aussieht.
[img:1024x820]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-11.11.18-21-28-28-1024x820.png[/img]
[img:1024x747]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-11.11.18-21-03-51-1024x747.png[/img]
[img:1024x743]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-11.11.18-21-07-59-1024x743.png[/img]
[img:1024x748]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-11.11.18-21-11-23-1024x748.png[/img]
Oben auf das ganze Equipment kommen dann die Instrumente und die Bierrodl (Dt.: Sackkarre):
Tenorsax, Altsax, Sopransax (opt.)
2x E Gitarre, 1x Steelstring.
Sieht dann so aus:

[img:1024x768]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-16.24.11-1024x768.jpg[/img]

So sieht dann der geschlossene fertig verpackte AnhÀnger aus:

[img:1024x768]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-16.25.05-1024x768.jpg[/img]

Um musikalisch arbeiten zu können, zum Üben und zum Pflegen kommt immer raus nach dem Auftritt:
Alle Instrumente, Ketron, Gitarrenpedal (HD 500 X).
Alles andere ist im Musikraum vorhanden um ĂŒben, proben und arrangieren zu können. Somit kann viel Zeug im AnhĂ€nger verbleiben und braucht vorm Auftritt nicht eingerĂ€umt zu werden. Außerdem kann nichts vergessen werden.
LG
Auge
 
Hallo,

bitte interpretiere die fehlenden Antworten nicht als Desinteresse - deine AusfĂŒhrungen ist einfach nicht viel hinzuzufĂŒgen außer dass fĂŒr Menschen die nicht so oft giggen vielleicht ein AnhĂ€nger mit Equipment drauf als Overkill wĂ€re.

Ich freue mich auf die nÀchste Folge, da kann ich dann vielleicht mehr Senf dazu geben.

Gruß

erniecaster
 
bitte interpretiere die fehlenden Antworten nicht als Desinteresse - deine AusfĂŒhrungen ist einfach nicht viel hinzuzufĂŒgen

+1

Wie geht es denn weiter mit deinem Block?

WĂ€re ja interessant, wenn du von deinen Erfahrungen beim Aufbau berichtest! Da kann man ja so allerhand erleben mit zu wenig Platz, schlechtem Strom, unfreundlichen Veranstaltern usw.

Gruß Martin
 
Das freut mich.
Da ich das ganze ja auf der Bandhomepage auch veröffentliche mach ich pro Woche nur einen Beitrag etwa. Und im Moment derrenn ich mich vor lauter Gigs weil ja Weihnachten kommt.
Aber ich denke morgen oder ĂŒbermorgen hab ich wieder was am Start. Fotos sind schon gemacht.

In diesem Blog hier gehts mir wirklich eher um Technik.
Das Andere (Veranstalter & Co) könnten wir in einen anderen Thread reinnehmen bzw. einen neuen beginnen.
 
Liebe Mitleser,

weiter gehts mit dem BLOG ĂŒber die Technik und das drumherum.
Heute möchte ich erklĂ€ren wir ich den Aufbau bzw. auch die Verpackung gerne handhabe. Nach der Ankunft beim Veranstaltungsort recherchiere ich zuerst mal den besten Weg zur BĂŒhne bzw. versuche so nahe als möglich mit dem AnhĂ€nger zuzufahren. Wenn dann der Weg gefunden ist, dann wird mit der Sackkarre (wenn möglich) mal alles reingerollt und abgelegt. Wichtig ist die Sachen nebeneinander zu stellen und nicht dorthin wo spĂ€ter der fertige Aufbau ist.
Das sieht dann so aus (Instrumente sind woanders hingestellt):
[img:1024x796]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-22.11.18-17-38-33-1024x796.png[/img]

Wie man dort und da sehen kann sind meine Taschen mit grĂŒnem (echt jetzt?) Klebestreifen beschriftet um keine unnötigen Dinge zu schleppen. Es gibt ja verschiedene Anforderungen und Besetzungen. Hier zum Beispiel steht Licht #1 auf der Tasche was bedeutet, dass es dann zur Verwendung kommt wenn wenig Licht möglich ist. Die #2er Tasche beinhaltet nochmals 2 Scheinwerfer aber andere Kabel als die #1er (KaltgerĂ€tekabel zum durchschleifen).

[img:1024x972]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-17.34.42-1024x972.jpg[/img]

Ich beginne den Aufbau immer mit den Boxenstativen um die BĂŒhne einzugrenzen (Weil es oft keine BĂŒhne gibt) oder halt festzulegen wo wir uns bewegen. Die Tellerstative sind zwar schwer allerdings unheimlich praktisch fĂŒr kleine PlatzverhĂ€ltnisse da die FĂŒsse nicht im Weg sind. Hinter die linke Box stelle ich dann den Rackaufbau mit dem Mischer.
[img:1024x823]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-22.11.18-17-57-53-1024x823.png[/img]
Hier sieht man wie dann etwa die Grenze der "BĂŒhne" sein wird.

[img:1024x804]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-22.11.18-18-07-44-1024x804.png[/img]

Als nĂ€chstes wird die StĂ€ndertasche gerĂ€umt und die StĂ€nder vor der BĂŒhne aufgestellt. Hier sieht man was in der StĂ€ndertasche "Duo" alles drinnen ist:
[img:738x1024]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/Datei-22.11.18-18-11-29-738x1024.png[/img]

2x Mic. Stand (K&M)
Tenorsaxstand (NoName) incl. Sopransaxaufsatz
Altsaxstand (Hercukles HochstÀnder)
2x GetrÀnkehalter
3 Fach GitarrenstÀnder (Hercules)

Als nÀchstes wird der Ketron aufgestellt, mein MikrostÀnder daneben und es beginnt die Verkabelung. Details wie ich verkable ein anderes Mal. Die Kabel sind alle beschriftet und in der LÀnge relativ genau abgestimmt. Auf den MikrostÀnder kommt der iPad Halter.
Die Endstufe wird mit dem Mischpult mit 2 XLR Kabeln verbunden die Fix hinten im Endstufenrack angesteckt bleiben. Die Boxen werden mit Speakon Kabeln verbunden die in der Rackschublade des Endstufenracks liegen.
Monitorbox wird auch mit dem Mischpult verbunden (Kabel ist in der Monitorboxentasche) und nicht hingelegt.
Jetzt kommt der Strom dran:
Das Mischpultrack wird mit Strom versorgt. Hinter dem Mischpult ist eine Steckdosenleiste die ausreicht um Licht, Endstufe und einen Verteiler zu versorgen. Die Funksender (Sax und Gitarre) werden jetzt zum Laden angesteckt. Funkmikro(s) werden kurz gecheckt (Nur optische Signalkontrolle).
Erst jetzt wird das Gitarrenbodenpedal hingelegt und verkabelt (Alle notwendigen Kabel in der Tasche des Pedals).
Nun erfolgt der erste Linecheck (Musik vom iPad) ob beide PA Boxen funktionieren um die Boxen dann erst auf die richtige Höhe zu heben.
Dann wird die Monitorbox gecheckt und wenn alles passt hingelegt (Damit ich nicht am Boden liegend irgendwelche Korrekturen machen muss).

Jetzt stelle ich die InstrumentenstĂ€nder so auf dass ich mich gut bewegen kann und die Instrumente schnell erreiche. Das AltSax steht vorne weil ich es öfters mitten im Song brauche und schnell zurĂŒckstellen muss. Instrumente sind einstweilen immer noch in den Taschen.

Die SĂ€ngerin bekommt nun Ihren Hallschalter (FX Stop fĂŒr Ansagen). Der MikrostĂ€nder bleibt vor der BĂŒhne um noch beweglich zu bleiben.

Jetzt packe ich beginnend mit den 2 E-Gitarren die Instrumente aus und hĂ€nge/stelle sie in die vorgesehenen StĂ€nder. Die Taschen werden so wie alle anderen versorgt und bleiben in der NĂ€he wenns irgendwie geht. Ich möchte nĂ€chtens beim Abbau dann keine langen Wege nur wegen der leeren Taschen zurĂŒcklegen.

Zu guter letzt versuche ich die Scheinwerfer entweder an die BoxenstÀnder oder andere GelÀnder o.À. zu klemmen und anzuschliessen. Bedienung erfolgt per Fernbedienung. Das sieht nun etwa so aus:

[img:1024x768]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-18.27.23-1024x768.jpg[/img]

[img:768x1024]http://www.augeundso.at/wp-content/uploads/2018/11/2018-11-10-18.27.34-768x1024.jpg[/img]

Nun beginnt noch das Verschönern. AufhĂ€ngen der Werbung, Kabel ein wenig verstecken, Licht einrichten, Instrumente stimmen (Die sich in der Zwischenzeit schon akklimatisiert haben). Funkstrecken prĂŒfen. AkkustĂ€nde checken.

Falls möglich wird nun ein Song angespielt (Immer der Gleiche) um  einen kurzen Soundcheck zu haben. In erster Linie wegen der LautstÀrke alles andere passt fast immer.

Wenn die Wege nicht zu weit waren ist jetzt max. eine Stunde vergangen und wir sind bis auf das Umziehen spielbereit.
Hoffe es war halbwegs spannend.
LG
Auge
 
Mal wieder ein paar Kleinigkeiten.
Da ich relativ oft spiele mach ich mir regelmÀssig Gedanken wie man den Aufbau vereinfachen und Handgriffe reduzieren kann. Da hab ich ein paar Kleinigkeiten die nix kosten aber recht effektiv sind.
1) MikrostÀnder:
Die MikrostĂ€nder sind namentlich beschriftet und mit Markierungen versehen wie sie eingestellt werden mĂŒssen damit man nicht jedes mal das neu justieren muss:
[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/012_aufbau.jpg[/img]

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/013_aufbau.jpg[/img]

2) Racks werden so beschriftet, dass man sie immer richtig hinstellt. Mein Endstufenrack kann man auf 3 verschiedene Arten falsch hinstellen. Das Mischerrack nur auf eine. Trotzdem blöd wenn man das schwere Ding nochmals in die Hand nehmen muss. Und den richtigen Deckel tut man nachm Gig auch drauf:

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/006_aufbau.jpg[/img]

3) Meine im ersten Beitrag beschriebene Rackschublade neigt dazu, dass alles drinnen herumfliegt wenn man es hochkant trĂ€gt. DafĂŒr hab ich ganz einfach einen Karton ausgeschnitten den ich als Deckel auf die Lade lege damit das Zeug am Platz bleibt:

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/019_aufbau.jpg[/img]

9V und 12V NetzanschlĂŒsse sind oft zu kurz. Dann liegen auf der BĂŒhne ĂŒberall Verteilersteckdosen herum. Da gibt es VerlĂ€ngerungen um Zentral an einem Punkt einstecken zu können.

[img:900x1200]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/038_aufbau.jpg[/img]

Wichtige SteckplÀtze am Mischpult (Oder anderen GerÀten)anzuschreiben erleichtert die Aufbauarbeit und vermindert Fehlerquellen. Speziell wenns mal etwas dunkler ist:

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/009_aufbau.jpg[/img]

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/018_aufbau.jpg[/img]

Spezielle Kabel sind immer entsprechend beschriftet (Dieses hier hat eine recht genaue LĂ€nge) damit man nur einmal hingreifen muss:

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/017_aufbau.jpg[/img]

Was angekabelt bleiben kann bleibt angekabelt. Hinter der Endstufen ist im Endstufenrack genug Platz um die 2 Kabel zum Mischer und das KaltgerÀtekabel angesteckt zu lassen (Blöd zu fotografieren):

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/010_aufbau.jpg[/img]

Spezielle Powerclamps an den Cameos ersparen einen LichtstÀnder (Bzw. 2 LichstÀnder) weil man die Scheinwerfer auf die BoxenstÀnder oder auch auf GelÀnder und Àhnliches Klemmen kann.

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/028_aufbau.jpg[/img]

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/029_aufbau.jpg[/img]

Auch Kabelfarben (in diesem Fall bei KaltgerÀtekabeln) erleichtern den Zugriff: Schwarz: kurz, Weiss 5m. Ausserdem sind sie klar der GerÀtschaft zuordenbar.

[img:900x1200]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/030_aufbau.jpg[/img]

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/031_aufbau.jpg[/img]

Das Leergebinde kommt sauber VOR die BĂŒhne (und nicht auf die BĂŒhne oder bleibt einfach liegen wo man auspackt) um dann am Ende verstaut werden zu können:

[img:1200x900]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/032_aufbau.jpg[/img]

Der Sessel als Aufbauhilfe. Altersbedingt hab ich keine Lust mehr am Boden herumzukriechen und checke mir immer gleich einen Sessel um Instrumente, GerÀte usw. auf angenehmer Höhe auszupacken.

[img:900x1200]http://webspace.augustyn.at/guitarworld/blog/026_aufbau.jpg[/img]

So long. Hatte gestern etwas Zeit beim Aufbauen und hab ĂŒberlegt was ich mir im Laufe der Jahre so an Vereinfachungen ĂŒberlegt hab. Ich finde immer was zum Optimieren. Aktuell ist mir aufgefallen, dass ich im Dunklen nicht lesen kann wo beim HD500 einzustecken ist. Da kommen noch grĂŒne Klebestreifen dran.

Hoffe jemand kann damit was anfangen. Richtet sich ja in erster Linie an Beginner.
LG
Auge
 
Hallo,

da sind einige Punkte sehr interessant, die wir teilweise etwas anders handhaben:

Bei uns sind die MikrostĂ€nder nicht persönlich zugeordnet, jedem wird einer hingestellt und jeder stellt ihn fĂŒr sich selbst ein. Wir haben auch keine personalisierten Mikrokabel oder Klinkenkabel, die KaltgerĂ€tekabel sind den GerĂ€ten auch nicht zugeordnet. Das ist fĂŒr uns schneller als immer genau "das" Kabel oder "den" MikrostĂ€nder zu suchen.

Wir kleben Buchsen sogar ab, wenn sie nicht genutzt werden. Damit kann da schon nichts mehr schiefgehen. Wie ihr beschriften wir auch alles penibel.

Und zu guter Letzt kommt nach dem Aufbau die große AufrĂ€umaktion. Taschen und Cases weg, Kabel vernĂŒnftig verlegen und wenn möglich verstecken.

Ich finde ĂŒbrigens nicht, dass das ein AnfĂ€ngerthema ist. Jedenfalls ich bin erst nach vielen Jahren darauf gekommen, dass man sich mit diesen Dingen auseinander setzen sollte.

Beste GrĂŒĂŸe

erniecaster
 

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